Projekte der Bayerischen Demenzstrategie
Die Bayerische Demenzstrategie verfolgt ihre umfassende Zielsetzung in zehn Handlungsfeldern, in denen die Bayerische Staatsregierung eine Vielzahl von Projekten fördert. Hier finden Sie eine Übersicht.

Handlungsfeld 1 – Sensibilisierung
Obwohl das Thema Demenz langsam aus der Tabuzone heraustritt, ist der Umgang mit der Erkrankung für Betroffene und Angehörige oft noch schambesetzt. Ziel ist es, die Gesellschaft für das Thema Demenz zu sensibilisieren. Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit sind ausschlaggebend um Ängste und Tabus im Umgang mit Betroffenen weiter abzubauen und den Weg der Inklusion von Menschen mit Demenz einschlagen zu können.
Die Bayerische Demenzwoche bietet seit 2019 eine Plattform, um die Bevölkerung und interessierte Fachkreise vor Ort über das Krankheitsbild sowie die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu informieren. Die sechste Bayerische Demenzwoche fand vom 19. bis 28. September 2025 statt. Im Aktionszeitraum wurde wieder ein besonderer Fokus auf Menschen mit Demenz und deren Angehörige gerichtet und landesweit für das Thema Demenz sensibilisiert.
Der Bayerische Demenzpreis wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention seit 2015 – aktuell im Zweijahresrhythmus – mit dem Ziel verliehen, herausragende Projekte für Menschen mit Demenz sowie deren An- und Zugehörige bekannt zu machen und Anregungen für neue Aktivitäten zu geben. Zur Bewerbung können Projekte eingereicht werden, die den Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz voranbringen, zur Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie ihrer An- und Zugehörigen beitragen bzw. deren Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben verbessern. Verbände, Vereine, Kommunen, Schulen, Organisationen und Einrichtungen des Gesundheits-und Sozialwesens, Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie Unternehmen sind zu einer Beteiligung aufgerufen.
Seit Frühjahr 2016 tourt die Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ als Kooperationsprojekt des Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention mit dem Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft durch Bayern. Ziel ist es, auch Menschen, die bisher nicht mit einer Demenzerkrankung konfrontiert wurden, auf das Thema aufmerksam zu machen, Verständnis für Menschen mit Demenz zu wecken und Ängste abzubauen.
Der Demenzsimulator von Hands-on-Dementia ermöglicht es, anhand verschiedener Erfahrungsstationen in besonderem Maße, Menschen ohne Demenz die Sinnes- und Lebenswelt von Betroffenen nachspüren zu lassen, und zielt durch den damit verbundenen Perspektivwechsel vor allem auf die Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseinswandels ab.
Der Demenzsimulator kann über die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern bzw. die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege kostenfrei ausgeliehen werden.
Handlungsfeld 2 – Prävention, therapeutische Angebote und medizinische Versorgung
Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben Untersuchungen zufolge auch einen Einfluss auf die Entwicklung von Demenzerkrankungen. Damit kann ein gesundheitsförderlicher Lebensstil auch dazu beitragen eine Demenzerkrankung zu vermeiden. Im Falle der Erkrankung ist die rechtzeitige Diagnose und Behandlung für die Lebensqualität der Menschen mit Demenz entscheidend. Um die bisher bekannten Therapiemöglichkeiten voll auszuschöpfen wird der Früherkennung eine besondere Bedeutung zugesprochen.
Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention förderte das bayernweite Präventionsprogramm „Hören und Kommunikation in stationären Einrichtungen der Pflege“ des Blindeninstituts Würzburg. Ziel war die Verbesserung der Hörgesundheit und Kommunikationsfähigkeit älterer Menschen in 73 stationären Einrichtungen durch Bedarfsermittlung, Schulungen, Hörüberprüfungen und Maßnahmen zur raumakustischen Barrierefreiheit. Das Präventionsprogramm zeigt deutliche Potenziale, die Hörgesundheit und Kommunikation in Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Ein kompensierter Hörverlust kann dazu beitragen, die Kommunikationsfähigkeit trotz Altersschwerhörigkeit möglichst lange aufrecht zu erhalten und dadurch das Demenzrisiko zu verringern. Pflegeeinrichtungen können kostenlos an dem durch die Universität zu Köln wissenschaftlich evaluierten Präventionsprogramm teilnehmen.
In Kooperation mit unterschiedlichen Verbänden, Vereinen und Organisationen, die im Bereich Sport und Bewegung tätig sind, sowie mit regionalen Demenznetzwerken, wurden Sport- und Bewegungsangebote entwickelt, an denen Menschen mit Demenz in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung teilnehmen können. Die Angebote sollen in ganz Bayern von speziell geschulten Kursleiterinnen und Kursleitern umgesetzt werden.
Abschlussbericht zum Modellprojekt Sport und Bewegung trotz(t) Demenz (Juni 2020)
Handbuch zum Aufbau von Bewegungsangeboten Sport und Bewegung trotz(t) DemenzEntwicklung eines kompakten, auf 12 Wochen angelegten, Bewegungsprogramms zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen auf Basis des GESTALT-Programms. Ein Trainermanual soll einen breiten Einsatz des Programms ermöglichen. Zielgruppe sind ältere Erwachsene, die ein erhöhtes Demenzrisiko haben, bei denen jedoch keine Demenzerkrankung diagnostiziert ist. Ansatzpunkt des Projektes ist die körperliche Inaktivität als ein wichtiger modifizierbarer Risikofaktor für demenzielle Erkrankungen.
Das Modellprojekt untersucht, wie demenzfreundliche Apotheken Menschen mit kognitiven Einschränkungen unterstützen können. Ziel ist es, durch verbesserte Bedarfsidentifikation die Lebensqualität von Menschen mit Gedächtnisproblemen zu verbessern. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Institut für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer durchgeführt.
Handlungsfeld 3 – Information von Interessens- und Berufsgruppen
Die Behandlung, Betreuung und der Umgang von und mit Menschen mit einer Demenzerkrankung erfordert einschlägiges Wissen insbesondere der pflegerischen und medizinischen Berufsgruppe. Darüber hinaus soll jeder, der in seinem Berufsalltag mit demenziell erkrankten Menschen zu tun hat, im Umgang mit Betroffenen geschult sein.
Die regelmäßig stattfindenden Bayerischen Fachtage Demenz, die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention organisiert werden, stellen ein Forum für die Vorstellung innovativer Projekte dar und fördern den fachlichen Austausch. Im Jahr 2015 erfolgte der Startschuss für den Bayerischen Fachtag Demenz. Der 10. Bayerische Fachtag Demenz mit dem Titel „Demenz im Fokus: Neue Strategien und Chancen“ hat am 8. Oktober 2025 in der Meistersingerhalle in Nürnberg stattgefunden.
Die Demenzkoffer sind als Handlungsleitfaden für Verantwortliche in der Arbeit mit Menschen mit Demenz konzipiert und beinhalten Anregungen, Handlungsanleitungen und Material zum Verständnis und zur Begleitung von Betroffenen. Die Demenzkoffer können über die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege kostenfrei ausgeliehen werden.
Ziel dieser Handreichung ist es, Lehrkräften an allgemein- und berufsbildenden Schulen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie Schülerinnen und Schülern Zugang zum Thema Demenz verschaffen können. Auch soll sie den Lehrkräften Mut machen, sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen, und gleichzeitig den Schülerinnen und Schülern die Begegnung damit ermöglichen. Die Handreichung wurde 2020 aktualisiert.
Professionelle hauswirtschaftliche Fachservices (HWF) und haushaltsnahe Dienstleistungsunternehmen unterstützen Privathaushalte in ganz Bayern. Immer mehr gefragt sind ihre Dienste inzwischen auch bei Sozialeinsätzen im Haushalt dementer Personen und bei der Unterstützung pflegender Angehöriger. Die Leistungen sind in der Regel über die Pflegekassen abrechenbar.
Handlungsfeld 4 – Häusliche Unterstützung, Entlastung pflegender An- und Zugehöriger
Zwei Drittel der Menschen mit Demenz werden zu Hause versorgt, meistens von Angehörigen. Angehörige oder andere nahestehende Personen, die Demenzkranke betreuen und pflegen, sind hohen Belastungen ausgesetzt. Um die häusliche Pflege in diesem Umfang auch in Zukunft sicherstellen zu können, ist der Erhalt der Gesundheit und der Pflegebereitschaft häuslich Pflegender unerlässlich. Unterstützung und Entlastung bietet ein Pflege- und Betreuungsmix aus Fachkräften, geschulten Ehrenamtlichen und Angehörigen, sowie ein gut funktionierendes Netz an Beratungs- und Unterstützungsangeboten, auf das die Betroffenen und häuslich Pflegenden jederzeit zugreifen können.
Zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen stehen in Bayern seit 1998 Fachstellen für pflegende Angehörige zur Verfügung. Aufgabe der derzeit rund 100 Fachstellen ist es, kontinuierlich und in offener Zusammenarbeit mit allen am Pflegenetzwerk Beteiligten Angehörige psychosozial zu beraten, (auch längerfristig) zu begleiten und mit Entlastungsangeboten zu unterstützen.
Seit mehr als 20 Jahren haben sich die Fachstellen für pflegende Angehörige als fester Bestandteil in der bayerischen Beratungslandschaft für Menschen mit Pflegebedarf sowie ihrer Zu- und Angehörigen in Bayern etabliert. Die vorliegende Handreichung legt dar, wie sich die Fachstellen für pflegende Angehörige seit ihrer Einführung entwickelt haben und in welcher Weise sie in Zukunft, insbesondere in der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren vor Ort, wirken können.
Die bestehende Beratungslandschaft in Bayern wird von Desideria Care e.V. durch ein barrierefreies, digitales Online-Beratungsangebot per Website, E-Mail und Live-Chat ergänzt. Ziel ist es, Ratsuchende zu stärken und frühzeitig zu erreichen – idealerweise bereits zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine Diagnose vorliegt oder diese eben erst gestellt wurde. Im Rahmen der Online-Demenzsprechstunde sollen relevantes Wissen vermittelt, eine Orientierung zu bestehenden Beratungs- und Entlastungsangeboten gegeben und auf die Bedeutung einer differenzierten Diagnostik hingewiesen werden. Dieses ergänzende Beratungsangebot nimmt insbesondere auch die Zielgruppe der Young Carer in den Fokus.
Ziel ist es, die Lebenssituation von jungen Menschen mit Sorgeverantwortung (Young Carers) zu verbessern. Dazu gibt es seit 2019 auch eine interministerielle Arbeitsgruppe von StMAS, StMUK und StMGP, durch die seither insbesondere regionale Austausch- und Vernetzungstreffen geschaffen bzw. gestärkt wurden. Im Rahmen des neuen Projekts werden seitens der An Deiner Seite – Gerhard und Gertrud Schmieder Stiftung (Young Carer Coach) eine Roll-up-Ausstellung produziert, ein Erklärfilm zum Thema „junge Menschen mit Sorgeverantwortung“ gedreht, Studierenden-Beratungsstellen sensibilisiert sowie ein bayernweiter Young Carers-Aktionstag durchgeführt. Seitens der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Landesverband Bayern (superhands) werden im Rahmen des Projekts Poster mit QR-Code zur niedrigschwelligen Erstinformation von jungen Menschen mit Sorgeverantwortung erstellt sowie verschiedene Workshops und Schulungen für unterschiedliche Plattformen und Zielgruppen entwickelt und angeboten.
Im Rahmen eines Auftrags entstand ein Ratgeber von und für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. In dessen Entwicklung flossen die Erfahrungen häuslich Pflegender sowie Betreuender ein, so dass ein Ratgeber „auf Augenhöhe“ entstand. Mit dem Ziel, die Ressourcen pflegender Angehöriger zu stärken und zu erhalten, wurden wertvolle Tipps für einen gelingenden Alltag mit von Demenz betroffenen Zu- und Angehörigen zusammengestellt. Den Ratgeber können Sie kostenfrei bestellen oder herunterladen.
Die Unterstützung pflegender Angehöriger nimmt in der Pflegepolitik einen besonderen Stellenwert ein. Für Betroffene ermöglichen häuslich Pflegende ein möglichst langes Verbleiben in den eigenen vier Wänden. Die Pflege und die damit verbundenen vielfältigen Aufgaben stellen für die Pflegenden eine extreme körperliche und seelische Belastung dar. Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass es ausreichend Angebote auch zur Entlastung der pflegenden An- und Zugehörigen gibt.
Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen und Seniorengenossenschaften können im Rahmen ihres Leistungsangebots auch Menschen mit Demenz unterstützen, die zuhause betreut werden. Alltagsunterstützung und soziale Kontakte tragen dazu bei, dass Menschen mit Demenz länger in den eigenen vier Wänden leben können. Der Ausbau der von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Nachbarschaftshilfen und der Seniorengenossenschaften wird durch eine Anschubfinanzierung gefördert.
Handlungsfeld 5 – Versorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen
Ungefähr zehn bis 20 Prozent der Krankenhauspatientinnen und -patienten leiden neben der für die stationäre Aufnahme ursächlichen Erkrankungen auch an Denkstörungen bis hin zu einer Demenz. Diese Begleiterkrankung stellt die Allgemeinkrankenhäuser vor große Herausforderungen.
Die Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus (KBDIK) berät Krankenhäuser in Bayern auf dem Weg zum demenzsensiblen bzw. -freundlichen Krankenhaus. Die wesentlichen Tätigkeitsfelder sind die Beratung der Leitungs- und der nachgeordneten Ebenen, der Wissenstransfer durch Einrichtung einer Online-Datenbank, Fachtage, Fachsymposien, Vorträge, Exkursionen und Vermittlung von Schulungen, der Aufbau eines Netzwerkes (zum Beispiel in Form eines Austausches der Demenzbeauftragten in bayerischen Kliniken) sowie entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.
Ziel des Projekts war die systematische Identifizierung und Zusammenstellung baulicher Faktoren für eine alters- und demenzsensible Krankenhausarchitektur mit Lösungsansätzen für eine alters- und demenzsensible Um- und Neugestaltung von Räumlichkeiten und Einrichtungen. Der Leitfaden soll den an Planung, Umbau oder Gestaltung von Krankenhäusern Beteiligten als Planungshilfe dienen, um in einem bestehenden oder neu zu planenden Krankenhaus Optimierungsbedarfe und -möglichkeiten in Bezug auf Patientinnen und Patienten mit Demenz zu eruieren.
Handlungsfeld 6 – Leben in ambulant betreuten Wohngemeinschaften und Pflegeeinrichtungen
Demenzielle Erkrankungen stellen mittlerweile den häufigsten Grund für einen Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung dar. Pflegeeinrichtungen müssen sich auf die Bedürfnisse von Demenzpatientinnen und -patienten einstellen und ihre Konzepte anpassen.
Der flächendeckende Auf- und Ausbau neuer ambulant betreuter Wohngemeinschaften für Seniorinnen und Senioren wird gefördert.
Das Projekt verfolgt das Ziel, den Einsatz von nebenwirkungsreichen, dämpfenden Psychopharmaka bei von Demenz betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen und ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Bayern zu reduzieren. Entsprechend der Verordnungshäufigkeit stehen dabei sedierende Antipsychotika im Fokus. Die groß angelegte Initiative besteht aus verschiedenen Elementen mit dem Ziel, die Öffentlichkeit und die beteiligten Akteure im Gesundheitssystem für die Problematik zu sensibilisieren. Laufend aktualisierte Online-Informationen sowie Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Pflegefachkräfte sowie für Ärztinnen und Ärzte sollen für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit sedierenden Psychopharmaka werben. Auch die Information und Aufklärung der pflegenden Angehörigen ist ein bedeutsamer Baustein.
Handlungsfeld 7 – Palliativversorgung und Sterbebegleitung
Da bei Demenzkranken die Möglichkeiten, autonom und selbstbestimmt zu handeln, eingeschränkt sind, ist eine mitfühlende und sensible Sterbebegleitung von Bedeutung, die die mit dieser Erkrankung einhergehenden besonderen Bedürfnisse berücksichtigt. Hospizarbeit und Palliativmedizin sind geprägt von mitmenschlicher Zuwendung und ermöglichen den Patientinnen und Patienten eine umfassende Versorgung. Neben der reinen Sterbebegleitung sollte bei Menschen mit Demenz eine integrative Palliative Care Betreuung schon zu einer frühen Phase an Bedeutung gewinnen.
Am Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention ist der Expertenkreis „Hospiz und Palliativversorgung“ angesiedelt. In diesem Gremium sind alle in Bayern an der hospizlichen und palliativen Versorgung beteiligten Akteure auf der Ebene der Dach- und Spitzenverbände sowie Fachgesellschaften beteiligt. Ziel des Expertenkreises ist die Erarbeitung einer langfristig angelegten „Bayerischen Zukunftsstrategie zur Hospiz- und Palliativversorgung“.
TUM, Zentrum für Kognitive Störungen in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Die kostenlos erhältliche Broschüre richtet sich an Angehörige und rechtliche Vertreter von Menschen mit schwerer Demenz. Sie enthält Informationen zum Krankheitsbild und zeigt Möglichkeiten auf, wie für Menschen mit fortgeschrittener Demenz auch am Lebensende eine bestmögliche Lebensqualität erreicht werden kann.
Broschüre „Fortgeschrittene Demenz und Lebensende“ herunterladen
Handlungsfeld 8 – Demenzsensibler Lebensraum, gesellschaftliche Teilhabe und Netzwerke
Eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen und für eine schnelle und wirkungsvolle Unterstützung der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen ist eine optimale Vernetzung der Akteure aller Bereiche. Dazu gehören neben einer Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung auch der weitere Ausbau und die Stärkung von regionalen und überregionalen Netzwerken.
Bayernweit wurden seit Ende 2018 sowohl die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern als auch sieben regionale Fachstellen für Demenz und Pflege in allen Regierungsbezirken etabliert. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern ist Informationsplattform für Fragen rund um die Themen Demenz, Beratung in der Pflege und Angebote zur Unterstützung im Alltag. Zudem fördert sie den Wissenstransfer, die Vernetzung und die Transparenz in diesen Bereichen auf Landes- sowie Bundesebene. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern steht den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege als fachliche Ansprechpartnerin beratend zur Seite und koordiniert die Zusammenarbeit. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege unterstützen Träger beim bedarfsgerechten Auf- und Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen insbesondere für Menschen mit Demenz sowie deren An- und Zugehörige. Zudem vernetzen die Fachstellen für Demenz und Pflege die unterschiedlichen Akteure und lotsen durch die Beratungs- und Unterstützungsstrukturen des jeweiligen Regierungsbezirks. Die Förderung aller Fachstellen für Demenz und Pflege erfolgt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie durch die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern und den Verband der Privaten Krankenversicherung e. V.
Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern
Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken
Fachstelle für Demenz und Pflege Niederbayern
Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern
Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken
Fachstelle für Demenz und Pflege Oberpfalz
Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben
Fachstelle für Demenz und Pflege Unterfranken
Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung für die Fachstellen für Demenz und Pflege
Das Bayerische Aktionsbündnis verfolgt das Ziel, eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgungsstruktur für Menschen mit frontotemporaler Demenz (FTD) und deren Angehörige aufzubauen. Im Rahmen des Projektes sollen praxisnahe Schulungen für Fachpersonal aufgebaut, ein standardisierter Diagnoseprozess zur frühzeitigen, verlässlichen und differenzierten Erkennung frontotemporaler Demenzen entwickelt, ein geleiteter, bedarfsorientierter Expertenaustausch initiiert, zielgruppengerechte Informationsmaterialien für Angehörige erstellt und eine zentrale, digitale Datenbank für regionale FTD-sensible Hilfs- und Unterstützungsangebote in Bayern aufgebaut werden. Zudem soll durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und regionale Vernetzung ein verstärktes Bewusstsein für die Belange von Menschen mit FTD geschaffen werden.
Mit der Koordinierungsstelle sollen Bauernhöfe als Orte der Entlastung, Begegnung und Aktivierung für ältere Menschen – insbesondere Menschen mit Demenz – nachhaltig etabliert werden. Die Höfe sollen tiergestützte und naturbezogene Erlebnisse bieten und so die Lebensqualität der Teilnehmenden sowie ihrer Angehörigen stärken. Gleichzeitig wird landwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit geboten, durch Diversifizierung soziale Verantwortung zu übernehmen und zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Die Koordinierungsstelle soll das bestehende Netzwerk der Auszeithöfe, u. a. durch Definition von Qualitätsstandards, Konzeption von Schulungen, Steuerung von Öffentlichkeitsarbeit sowie Begleitung und Beratung, weiterentwickeln und nachhaltig implementieren. Ziel ist eine nachhaltige, wirksame und wirtschaftlich tragfähige Struktur, deren Wirkung wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird. Ein strukturierter Projektansatz analysiert sowohl bestehende Bedingungen als auch die Wirkung auf Versorgungssysteme.
Seit 2015 fördert der Freistaat Bayern die Gesundheitsregionenplus. Sie haben sich als Erfolgsmodell klar bewährt und wurden deshalb mit Beschluss des Bayerischen Landtags vom 10. Dezember 2024 im Bayerischen Gesundheitsdienstgesetz verankert. Die neue gesetzliche Regelung trat zum 1. Januar 2025 in Kraft und sieht eine Pflicht zur Einrichtung einer Geschäftsstelle an den 71 staatlichen und 5 kommunalen Gesundheitsämtern spätestens zum 1. Januar 2027 vor. Ab 2027 wird es somit insgesamt 76 Gesundheitsregionenplus in Bayern geben.
Link zu weiteren Informationen über die Gesundheitsregionenplus
Handlungsfeld 9 – Grundlagen- und Versorgungsforschung
Ziel der Grundlagenforschung ist es, Ursachen und Risikofaktoren von verschiedenen Demenzformen zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Die Versorgungsforschung trägt dazu bei, innovativen, ortsnahe, ambulante Versorgungsstrukturen und -konzepte für Menschen mit Demenz zu erproben und zu verbreiten.
Ziel ist es, ein digitales Demenzregister für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern einzurichten, um unter anderem die klinische Komplexität und den Langzeitverlauf demenzieller Erkrankungen besser zu verstehen. Dazu werden flächendeckend Langzeitdaten zur Behandlung, Versorgung und Angebotsnutzung von Menschen mit Demenz sowie zur Belastung pflegender Angehöriger in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns erhoben. Weiter zielt digiDEM Bayern darauf ab, einen digitalen Wegweiser Demenz für Menschen mit Demenz und deren pflegende Angehörige einzurichten, digitale Angebote für Menschen mit Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen bereitzustellen, eine digitale Unterstützungsplattform für das ehrenamtliche Engagement in der Betreuung von Menschen mit Demenz aufzubauen sowie eine digitale Partizipationsplattform für die Bürgerinnen und Bürger Bayerns zu schaffen.
Das Projekt startete zum 1. Januar 2019.
Die Studie umfasst die Analyse der aktuellen Situation in der Versorgung für Menschen mit Frontotemporaler Demenz (FTD) sowohl in der häuslichen Versorgung als auch in ambulanten, teil- und vollstationären Einrichtungen und die Formulierung von Empfehlungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Betreuungs- und Versorgungsstrukturen für Menschen mit FTD in Bayern.
Ziel ist die Stärkung und der Ausbau der bestehenden Forschung beider Münchner Universitäten (Ludwig-Maximilians-Universität LMU, Technische Universität TUM) im Bereich der Neurobiologie, Neurodegeneration und Demenzforschung.
Das ISD ist ein klinisches und medizinwissenschaftliches Institut, in dem Ärzte, forschende Kliniker und Grundlagenwissenschaftler eng zusammenarbeiten. Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung im Bereich von Schlaganfall- und Demenzerkrankungen voranzutreiben und zur Entwicklung neuer Behandlungsoptionen beizutragen.
Handlungsfeld 10 – Rechtliche Aspekte
Durch den fortschreitenden Verlust der geistigen Fähigkeiten und die damit verbundenen Einschränkungen, in eigenen Angelegenheiten rechtlich wirksam zu handeln, ist es notwendig, frühzeitig selbst oder später im Sinne der Betroffenen die Möglichkeit der rechtlichen Betreuung zu regeln. Unabhängig davon kann sich mit dem weiteren Verlauf der Demenzerkrankungen durch verschiedenste krankheitsbedingte Einschränkungen die Gefahr der Selbst- und auch Fremdgefährdungen ergeben, die Schutzmaßnahmen für den Betroffenen erforderlich machen kann.
Der „Werdenfelser Weg“ erhielt im Rahmen des Bayerischen Demenzpreises 2016 eine Auszeichnung. Der Werdenfelser Weg ist ein aus dem betreuungsgerichtlichen Genehmigungsverfahren entwickelter Ansatz, mit multiprofessioneller Zusammenarbeit in jedem Einzelfall individuelle Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen zu finden und so in einer Vielzahl von Fällen zu Gunsten von verbleibender Mobilität auf Fixierungen verantwortungsvoll verzichten zu können.
Link zu den Broschüren
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Kontakt
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention
Referat 42 – Bayerische Demenzstrategie, Beratung in der Pflege, Angebote zur Unterstützung im Alltag
Haidenauplatz 1, 81667 München
Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg+49 (89)95414-0




