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Bürger fragen - Wir antworten - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Häufig gestellte Fragen an das Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege oder an die Service­stelle Bayern wurden von unseren Experten für Sie beant­wortet. Die Antworten sind nach Themen geordnet und werden laufend aktua­li­siert.

Ambrosia Bekämpfung

Was ist Ambrosia? 

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia arte­mi­siifolia) ist eine Pflanze aus der Familie der Korb­blütler. Sie ist auch unter den Bezeich­nungen „Aufrechtes Trau­ben­kraut“, „Beifuß­blätt­riges Trau­ben­kraut“ und im engli­schen Sprachraum als „Ragweed“ bekannt. Die Wuchshöhe des einjäh­rigen Krauts variiert; sie kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen, gewöhnlich wird sie 20 bis 150 Zenti­meter hoch.

Die Beifuß-Ambrosie stammt aus Nord­amerika und wurde im 19. Jahr­hundert nach Europa impor­tiert. Sie wird als inva­siver Neophyt ange­sehen. Heute kommt die Pflanze in verschie­denen euro­päi­schen Ländern häufig vor, unter anderem in Ungarn, Italien, der Schweiz und Frank­reich. In Deutschland trat sie bisher selten und unbe­ständig auf. In letzter Zeit wird sie jedoch häufiger gefunden, besonders im städ­ti­schen und sied­lungs­nahen Bereich.

Was ist das Problem bei Ambrosia? 

Gesundheit

Ambro­sia­pollen sind starke Allergene. Sie können zu Heuschnupfen und Asthma führen. Je nach Einwir­kungs­in­ten­sität können auch noch nicht aller­gische Menschen sensi­bi­li­siert werden. Für bereits von einer Allergie gegen heimische Pollen Betroffene kann sich bei einer Ausweitung auf Ambro­sia­pollen die saisonale Leidenszeit um bis zu zwei Monate verlängern, da die Pflanze später als die meisten heimi­schen Arten blüht. Es sind Kreuz­all­ergien mit Melonen und Bananen möglich. Hinsichtlich des Aller­gi­sie­rungs­grades der baye­ri­schen Bevöl­kerung gegenüber Ambrosia wurde vom baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­terium ein Forschungs­auftrag vergeben. Auch außerhalb der Blüh­phase besteht bei Berührung der Pflanze die Gefahr einer Haut­ent­zündung (Kontakt­der­ma­titis), sind Schutz­hand­schuhe bei der Entfernung ratsam.

Land­wirt­schaft und Gartenbau

Als bekämp­fungs­wür­diges und proble­ma­ti­sches Unkraut ist die Beifuß-Ambrosie in land­wirt­schaft­lichen und gärt­ne­ri­schen Flächen bislang nicht aufge­fallen. Lediglich auf einzelnen Schnitt- und Pflück­blu­men­feldern wurde die Pflanze bisher entdeckt. Aller­dings kann die Beifuß-Ambrosie bei stär­kerem Auftreten zu einem Hauptun­kraut in der land­wirt­schaft­lichen Produktion werden, wie das Beispiel vieler Flächen in Südost­europa zeigt. Durch die späte Keimung ab April tritt die Beifuß-Ambrosie besonders in Somme­rungen und Reihen­kul­turen wie Sonnen­blumen und Mais als Proble­mun­kraut auf. Ein einmal stärker befal­lener Standort ist nach­haltig konta­mi­niert, da die Samen im Boden bis zu 40 Jahre keim­fähig bleiben können. In Haus- und Klein­gärten tritt die Pflanze vermehrt in der Nähe von Vogel­fut­ter­plätzen auf.

Wie sieht die Situation mit Ambrosia in anderen Ländern aus? 

In der schwei­ze­ri­schen Pflan­zen­schutz­ver­ordnung ist Ambrosia aufgrund der hohen Gesund­heits­gefahr als besonders gefähr­licher Neophyt gelistet, für den Melde- und Hand­lungs­pflicht gilt (PSV, SR 916.20). Vergleichbare Einstu­fungen liegen auch in den USA sowie in Frank­reich und Ungarn vor.

Wie erkenne ich Ambrosia? 

Folgende Merkmale sind charak­te­ris­tisch für die Beifuß-Ambrosie:

  • Keim­blätter und erste Laub­blätter in kreuz-gegen­stän­diger Blatt­stellung
  • doppelt fieder­teilige Blätter, die an der Ober- sowie an der Unter­seite grün gefärbt sind
  • behaarter Stängel, der sich im Herbst rötlich verfärben kann
  • die männ­lichen Blüten­stände befinden sich trau­ben­artig am Ende der Triebe (daher der Name: Trau­ben­kraut)
  • Stängel sind oft stark verzweigt, abhängig von der Konkur­renz­si­tuation

Bild­ma­terial finden Sie bei der Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL).

Mit welchen Pflanzen wird die Beifuß-Ambrosie leicht verwechselt? 

  • Gemeiner Beifuss (Arte­misia vulgaris): Blätter ober­seitig grün, unter­seitig weiß­filzig. Stängel nicht behaart.
  • Weißer Gänsefuß (Cheno­podium album): unge­teilte Blätter, regel­mäßig bis unre­gel­mäßig gezähnt, unbe­haart. Vieläs­tiger Blüten­stand
  • Zurück­ge­bo­gener Amaranth (Amaranthus retrof­lexus): eiförmige, unge­fie­derte Laub­blätter. Stängel, Blatt­stiele und Blat­t­un­ter­seite teil­weise rot-violett gefärbt. Dichte Blüten­ähren.
  • Hunds­pe­ter­silie (Aethusa cynapium): Laub­blätter zwei- bis dreifach gefiedert mit fiederspal­tigen, spitzen Blättchen. Weiße Blüten in dolden­för­migem Blüten­stand.
  • Hunds­ka­mille (Anthemis arvensis): Blätter fieder­schnittig mit schmal-lanzett­lichen Abschnitten, einzelne Blüten­köpfchen mit gelben Schei­ben­blüten und Kranz weißer Strah­len­blüten.

Bild­ma­terial zu den genannten Pflanzen finden Sie im Inter­net­an­gebot der Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL).

Wo finde ich Ambrosia am ehesten? 

Die Beifuß-Ambrosia ist licht- sowie wärme­be­dürftig und keimt vorrangig auf offenen Flächen bei fehlender Konkurrenz durch andere Pflanzen. Sie wird bei uns bisher vor allem auf folgenden Flächen ange­troffen:

  • Gestörte Flächen wie Baustellen, Neubau­ge­biete, Schutt­halden, Deponien
  • Weg- und Stra­ßen­ränder (Bankette),
  • Vogel­fut­ter­stellen in Haus­gärten,
  • Schnitt- und Pflück­blu­men­felder.

Wie weit ist Ambrosia in Bayern verbreitet? 

Derzeit sind 363 größere Bestände syste­ma­tisch doku­men­tiert worden. Die Dunkel­ziffer dürfte jedoch weit höher liegen. Mit dem baye­ri­schen Akti­ons­pro­gramm Ambro­sia­be­kämpfung begann 2007 eine syste­ma­tische Erfassung mit wissen­schaft­licher Begleitung.

Wie soll man Ambrosia bekämpfen? 

Die einfachste und sicherste Methode ist das Ausreißen der Einzel­pflanzen mitsamt der Wurzel. Bleibt die Wurzel im Boden (zum Beispiel bei der Mahd), kann die Pflanze in kurzer Zeit neue Blüten und Samen bilden. So kann mit geringem Arbeits­aufwand ein nach­hal­tiger Bekämp­fungs­erfolg erzielt werden. Bei großen Beständen (über circa 100 Pflanzen) sollte vor der Bekämpfung das Land­ratsamt bzw. die Stadt­ver­wal­tungen zur Bestä­tigung und Wahl der geeig­neten Methode kontak­tiert werden.

Wann sollte man Ambrosia am besten bekämpfen? 

Die Pflanzen sollten zum einen groß genug sein, um erkannt und um weniger leicht verwechselt zu werden, zum anderen noch nicht in der Blüh­phase sein, da dann die Aller­gi­sie­rungs­gefahr steigt und aufwän­digere Schutz­maß­nahmen erfor­derlich sind. Die beste Zeit ist je nach den klima­ti­schen Verhält­nissen der Saison zwischen Juni und Mitte Juli, vor dem Blüh­beginn der Pflanzen.

Lohnt es sich über­haupt, Ambrosia zu bekämpfen? 

Ambrosia ist in Deutschland im Vergleich zu den Ländern Südfrank­reich, Schweiz, Ungarn und Nord­italien noch relativ am Anfang ihrer Verbreitung. Dort entstehen erheb­liche Kosten bei der Bekämpfung und im Gesund­heits­wesen. In der Provinz Quebec (Kanada) müssen jährlich etwa 50 Mio. kana­dische Dollar für Bekämp­fungs- und Gesund­heits­maß­nahmen aufge­wendet werden. Nur im Früh­stadium ist eine Ausbreitung noch beherrschbar. Die Chance ein Übel recht­zeitig und buch­stäblich an der Wurzel zu packen besteht jetzt noch – niemand weiß für wie lange. Wir sollten diese Chance nutzen.

Wann ist Ambrosia am gefähr­lichsten?

Während der Blütezeit, da sich die Allergene in den Pollen befinden. Pro Pflanze können etwa eine Milliarde Pollen gebildet werden. Die Blütezeit kann saison­ab­hängig von Mitte Juli bis zum ersten Frost reichen. Saison­hö­he­punkt sind August und September.

Können mich die Pollen­flug­in­for­ma­ti­ons­dienste recht­zeitig warnen? 

Inter­net­nutzer können die aktu­ellen Pollen­flug­daten -auch für Ambrosia- für Deutschland über den gemein­samen Service der Stiftung Deut­scher Polle­n­in­for­ma­ti­ons­dienst (PID) und des Deut­schen Wetter­dienstes (DWD) abrufen.

Was kann der Einzelne vorbeugend tun, um eine Ausbreitung zu verhindern? 

Die Beifuß-Ambrosie überlebt nur durch Samen­bildung. Vorbeu­gende Maßnahmen beruhen daher einer­seits auf einer Vermeidung der Einbringung von Ambrosia-Samen auf eine Fläche. Eine weitere Möglichkeit ist die Verhin­derung der Keimung der sich in einem Boden befin­denden Samen. Folgende Maßnahmen können daher empfohlen werden:

  • Keine Vögel außerhalb der Haus­gärten füttern (ausge­nommen, es ist Vogel­futter nach­weislich ohne Ambrosia-Samen).
  • Keine Vogel­fut­ter­reste außerhalb der Haus­gärten oder an wenig kontrol­lierten Plätzen ablagern.
  • Verwenden Sie kein Vogel­futter, das mit Ambrosia-Samen verun­reinigt ist. Beim Einkauf sollten Sie nach Ambrosia-freiem Vogel­futter fragen. Die Fläche unter der Futter­stelle sollte auf Vorkommen der Beifuß-Ambrosie beob­achtet werden.
  • Offenen oder wenig bewach­senen Boden durch Ansaat und gezielte Begrünung vermeiden.
  • Gefundene Einzel­pflanzen recht­zeitig vor der Blüte und Samen­bildung entfernen.
  • Wieder­be­grünung nach größeren Entfer­nungs­ak­tionen. Wuchs­stellen der Beifuß-Ambrosie auch in den Folge­jahren kontrol­lieren (da mehrere Jahr­zehnte keim­fähig).

Was sind die Ursachen einer zuneh­menden Verbreitung? 

Während die Pollen mit dem Wind trans­por­tiert werden, können die Samen nicht weit fliegen. Haupt­ur­sache für die Verbreitung ist der Mensch. Siehe „Was kann man vorbeugend tun um eine Ausbreitung zu verhindern?“

Es gibt wissen­schaft­liche Hinweise, dass zusätzlich der Klima­wandel eine Ausbreitung begünstigt.

Wie lange sind Ambrosia-Samen keim­fähig?

Ambro­si­a­samen können bis zu 40 Jahre keim­fähig bleiben.

Wann und wo und wie soll ich entdeckte Bestände melden? 

Größere Bestände (ab circa 100 Pflanzen) sollten Sie Ihrer Kreis­ver­wal­tungs­be­hörde (Land­ratsamt oder kreis­freie Stadt) möglichst mit Melde­form­blatt und beilie­genden aussa­ge­kräf­tigen Fotos (gege­be­nen­falls digital) melden. Alter­nativ ist auch ein Herb­ar­beleg möglich: Pflan­zen­blätter und -stängel zwischen Papier trocknen (nicht in Plas­tiktüte!). Eine möglichst genaue Orts­be­stimmung ist besonders wichtig. Die Kreis­ver­wal­tungs­be­hörden über­prüfen die Meldung und beraten Sie bei den weiteren Schritten. Die Befalls­flächen werden über die Landes­mel­de­stelle doku­men­tiert und in den Folge­jahren bis zur Besei­tigung regel­mäßig über­wacht.

Kleinere Bestände außerhalb von Haus­gärten können Sie in gleicher Weise im Rahmen eines Forschungs­pro­jekts direkt an die mit dem Frei­staat Bayern zusam­men­ar­bei­tende Forschungs­ein­richtung melden. Sie unter­stützen damit die Erwei­terung des noch unzu­rei­chenden Kennt­nis­stands über die Verbreitung in Bayern sowie die Beant­wortung weiterer Frage­stel­lungen.

Adresse:
Projekt­gruppe Biodi­ver­sität und Land­schafts­öko­logie
Hinter´m Alten Ort 9
61169 Friedberg
Telefon: 06031 160-9264
E-Mail: meldung@ambrosiainfo.de

Wer berät mich bei Fragen zu Ambrosia? 

Beratung zu Fragen der Bekämpfung erhalten Sie bei Ihrem Land­ratsamt oder Ihrer Stadt­ver­waltung. Allge­meine Auskünfte hinsichtlich der gesund­heit­lichen Proble­matik erteilt das örtlich zuständige Gesund­heitsamt. Bei indi­vi­du­ellen Fragen zu gesund­heit­lichen Problemen im Zusam­menhang mit Ambrosia sind Haus­ärzte und Aller­go­logen erste Ansprech­partner. Land­wirte und Garten­bau­be­triebe werden von den Ämtern für Ernährung, Land­wirt­schaft und Forsten hinsichtlich einer effek­tiven Bekämpfung beraten.

Wie kann ich mich bei der Ambro­sia­be­kämpfung schützen? 

Die Pollen der Ambrosia arte­mi­siifolia sind starke Allergene. Grund­sätzlich sollten die Pflanzen daher vor der Blütezeit entfernt werden, da während der Blütezeit hohe Pollen­kon­zen­tra­tionen in der Luft auftreten. Die Berührung der Pflanze kann außerdem zu entzünd­lichen Reak­tionen der Haut führen.

Empfohlene Schutz­maß­nahmen

a) Vor der Blütezeit:
  • Lange Hosen, lange Ärmel und Garten- oder Arbeits­hand­schuhe verhindern den Haut­kontakt mit der Pflanze.
b) Zusätzlich während der Blütezeit:
  • Aller­giker sollten keine Bekämp­fungs­maß­nahmen blühender Ambro­sia­be­stände durch­führen.
  • Beim Ausreißen blühender Pflanzen sollten die Atemwege durch eine Einmal-Fein­staub­maske (zum Beispiel Baumarkt, Fach­handel für Arbeits­schutz­aus­rüstung) geschützt werden.
  • Ausreißen bevorzugt am Nach­mittag, da die Pollen haupt­sächlich in den Vormit­tags­stunden frei­ge­setzt werden.
  • Ein Arbeits­kittel verhindert, dass die Pollen in der Kleidung hängen bleiben und zum Beispiel ins Haus verschleppt werden.
  • Wenn die Pflanze nicht zu groß ist, sollte ihr vor dem Ausreißen eine Plas­tiktüte über­ge­stülpt und sie mit dem Restmüll entsorgt werden.
  • Zum Schluss Arbeits­kittel ausziehen, mit der Außen­seite nach innen zusam­men­rollen und in die Wäsche geben. Duschen und Haare waschen.

Wie entsorge ich entfernte Ambro­sia­pflanzen?

Die Pflanzen sollten in einer Plas­tiktüte mit dem Restmüll entsorgt werden (Verbrennung). Pflanzen nicht in die Biotonne oder auf den Kompost geben.

Kann ich mich auf Ambrosia aller­go­lo­gisch testen lassen? 

Grund­sätzlich gibt es Test­lö­sungen für den Hauttest, Ambrosia wird jedoch von den meisten Aller­go­logen noch nicht im jewei­ligen Test­standard mitge­testet. Auch Labor­tests (nach Blut­pro­ben­ent­nahme) zur Erfassung von IgE-Anti­körpern gegen Ambrosia sind verfügbar. Eine ambro­sia­spe­zi­fische Testung ist auch im Rahmen des vom baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­terium in Auftrag gege­benen Forschungs­vor­habens möglich.

Ansprech­partner ist:

Priv.-Doz. Dr. Ruëff, Klinik und Poli­klinik für Derma­to­logie und Aller­go­logie
Klinikum der Univer­sität München
Frau­en­lobstr. 9-11
80337 München

Kann man sich als Ambrosia-Aller­giker desen­si­bi­li­sieren lassen? 

Es sind kommer­zielle Behand­lungs­ex­trakte verfügbar. Besteht aufgrund der Schwere des Krank­heits­bilds die Indi­kation zu einer Hypo­sen­si­bi­li­sierung, sind die Kosten durch die Kran­ken­kasse zu tragen. Die Behandlung erfolgt in Form von Injek­tionen am Oberarm und wird übli­cher­weise über mehrere Jahre durch­ge­führt. Im güns­tigsten Fall kann damit die aller­gische Reak­ti­onslage beseitigt werden, manchmal tritt nur ein Still­stand ein.

Wo bekomme ich weitere Informationen? 

Die ausführ­lichsten Informationen mit umfang­reichem Bild­ma­terial sind im Internet aufge­führt. Eigene Informationen sowie eine Liste mit Links stellt die Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL) zur Verfügung.
Auf der Inter­net­seite des Julius Kühn-Instituts, Bundes­for­schungs­in­stitut für Kultur­pflanzen (38104 Braun­schweig), steht eine Bera­tungs­bro­schüre zum Download zur Verfügung.

Arznei­mittel

Ich habe ein Arznei­mittel einge­nommen und Neben­wir­kungen gehabt. Wo kann ich das melden? 

Uner­wünschte Arznei­mit­tel­wir­kungen kann man bei der behan­delnden ärzt­lichen Person oder in der Apotheke melden. Solche Meldungen müssen dort doku­men­tiert und an die zustän­digen Behörden zur Bewertung weiter­ge­leitet werden.

Bestat­tungs­recht

Wie ist die Bestattung von Fehl­ge­burten sowie Feten und Embryonen aus Schwan­ger­schafts­ab­brüchen geregelt? 

Für Totge­burten (Gewicht von mindestens 500 Gramm) gelten die Rege­lungen des Baye­ri­schen Bestat­tungs­rechts über Leichen und Aschen­reste Verstor­bener sinn­gemäß. Eine Fehl­geburt (Gewicht unter 500 Gramm) hingegen kann indi­vi­duell bestattet werden.

Nach dem Grund­gesetz stellen bereits Embryonen und Feten mensch­liches Leben dar, dem unein­ge­schränkt Menschen­würde zukommt. Zudem wirkt die Menschen­würde nach der Recht­spre­chung des Bundes­ver­fas­sungs­ge­richts über den Tod hinaus. Sofern Fehl­ge­burten oder Feten und Embryonen aus Schwan­ger­schafts­ab­brüchen nicht indi­vi­duell bestattet werden, müssen sie daher gemäß Art. 6 Abs. 1Satz 3 des Bestat­tungs­ge­setzes, soweit und solange sie nicht als Beweis­mittel von Bedeutung sind, durch den Verfü­gungs­be­rech­tigten (= i.d.R. die Eltern) auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet oder, wenn dies nicht möglich oder zumutbar ist, durch den Inhaber des Gewahrsams unter geeig­neten Bedin­gungen gesammelt und ggf. nach vorhe­riger Einäscherung in bestimmten zeit­lichen Abständen auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet werden.

Der Ausdruck „“ZurRu­he­Bettung““ wurde gewählt, um zu verdeut­lichen, dass es sich nicht um eine Bestattung im Sinne der dazu im Bestat­tungs­gesetz und der Bestat­tungs­ver­ordnung im Einzelnen bestehenden Bestim­mungen handelt. Vielmehr wird mit der ZurRu­he­Bettung eine neue eigene Form des würde­vollen Umgangs mit den nicht indi­vi­duell bestat­teten Fehl­ge­burten, Embryonen und Feten geschaffen. Es wird den Eltern ermög­licht, später einen Ort der Trauer und des Abschieds zu haben, auch wenn sie sich zunächst gegen eine indi­vi­duelle Bestattung entschieden haben.

Die Verpflichtung, nicht indi­vi­duell bestattete Fehl­ge­burten sowie Feten und Embryonen aus Schwan­ger­schafts­ab­brüchen zur Ruhe zu betten, wird in der Praxis vorwiegend den Inhaber des Gewahrsams (= das Kran­kenhaus oder der nieder­ge­lassene Arzt) treffen. Denn den Verfü­gungs­be­rech­tigten wird dies in aller Regel nicht möglich oder zumutbar sein. Diese Verpflichtung der Verfü­gungs­be­rech­tigten entfällt aus Gründen der Zumut­barkeit generell auch bei Schwan­ger­schafts­ab­brüchen und bei Fehl­ge­burten im häus­lichen Bereich.

Damit die Verfü­gungs­be­rech­tigten über­haupt Kenntnis von ihrer Bestat­tungs­mög­lichkeit und ihrer grund­sätz­lichen Verpflichtung zur ZurRu­he­Bettung erlangen, sind sie darüber vom Inhaber des Gewahrsams in ange­mes­sener Form zu unter­richten.

Ferner dürfen Fehl­ge­burten sowie Feten und Embryonen aus Schwan­ger­schafts­ab­brüchen nur nach Einwil­ligung der Verfü­gungs­be­rech­tigten für medi­zi­nische oder wissen­schaft­liche Zwecke verwendet werden. Sobald sie nicht mehr diesen Zwecken dienen, müssen sie indi­vi­duell bestattet oder auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet werden.

Sind in Bayern naturnahe Bestat­tungen möglich? 

Naturnahe Bestat­tungen können in Bayern auf so genannten Natur­fried­höfen durch­ge­führt werden. Unter einem Natur­friedhof ist ein weit­gehend natur­be­las­senes Gelände ohne besonders ange­legte Grab­stellen, zum Beispiel ein Wald (Friedwald) zu verstehen, in dem die Beisetzung von Urnen an Wurzeln von Bäumen erfolgt. Die Einrichtung von Natur­fried­höfen ist in Bayern unter bestimmten Voraus­set­zungen zulässig. Die naturnahe Bestattung wird von Kommunen, teil­weise auch auf dem herkömm­lichen Friedhof, zunehmend ange­boten.

Besteht in Bayern ein Zwang zur Bestattung einer Leiche oder einer Urne auf dem Friedhof? 

Nach Art. 1 Abs. 1 des Baye­ri­schen Bestat­tungs­ge­setzes (BestG) muss jede Leiche bestattet werden:

Durch die Rege­lungen im Bestat­tungs­gesetz soll die durch Art. 1 Abs. 1 Satz 1 des Grund­ge­setzes gefor­derte Totenruhe sicher­ge­stellt werden. Dies geschieht am besten auf Flächen, die diesem Zweck gewidmet sind und gleichsam im Schutz der Allge­meinheit stehen. Friedhöfe sind öffent­liche Einrich­tungen, die den Verstor­benen als würdige Ruhe­stätte und der Pflege ihres Andenkens gewidmet sind. Sie dienen damit der Pflege des sozialen Zusam­men­lebens. Die Beisetzung auf besonders dafür gewid­meten Flächen entspricht außerdem einer jahr­hun­der­te­alten Tradition. Möglich­keiten sind:
– Beisetzung in einer Grab­stätte (Erdbe­stattung)
– Einäscherung in einer Feuer­be­stat­tungs­anlage und Beisetzung der in einer festen Urne verschlos­senen Aschen­reste in einer Grab­stätte (Feuer­be­stattung)
– Einäscherung in einer Feuer­be­stat­tungs­anlage und Beisetzung der Urne von einem Schiff auf hoher See (Seebe­stattung). Grund­sätzlich müssen Leichen und Aschen­reste Verstor­bener auf Fried­höfen beige­setzt werden.

Gibt es Ausnahmen vom Bestat­tungs­zwang?

Beiset­zungen außerhalb von Fried­höfen sind nur ausnahms­weise mit Geneh­migung der zustän­digen Kreis­ver­wal­tungs­be­hörde zulässig. Die Geneh­migung kann aber nur erteilt werden, wenn ein wich­tiger Grund dies recht­fertigt oder es dem Herkommen entspricht. Ferner muss der Bestat­tungs­platz den für Friedhöfe geltenden Anfor­de­rungen entsprechen und die Erhaltung des Bestat­tungs­platzes während der Ruhezeit gesi­chert sein (vgl. Art. 12 BestG). Das Verstreuen der Aschen­reste eines Verstor­benen auf seinem Grund­stück kann unter diesen Voraus­set­zungen nicht durch eine Ausnah­me­ge­neh­migung ermög­licht werden.

Kann das baye­rische Recht dadurch umgangen werden, dass die Leiche im Ausland, zum Beispiel in den Nieder­landen, einge­äschert und die Urne mit den Aschen­resten dann mit nach Hause genommen wird? 

Nein! Wird eine einge­äscherte Leiche in einer Urne nach Bayern verbracht, unter­liegt sie dem Baye­ri­schen Bestat­tungs­recht und muss daher in Bayern bestattet werden.

Grippe

Was ist eine Influenza? 

Die Influenza (auch genannt echte Grippe) ist eine fieber­hafte Erkrankung der Atemwege, die durch Influ­en­za­viren verur­sacht wird. In unseren gemä­ßigten Breiten tritt sie jährlich im Spätherbst/Winter/Frühjahr (meist von Nov. bis April) auf (saisonale Influenza). Das klinische Bild einer echten Influenza-Erkrankung kann sehr unter­schiedlich sein. Es reicht von sympto­marmen bis zu schwersten Verläufen mit tödlichem Ausgang. In der Regel ist die Erkrankung gekenn­zeichnet durch plötzlich auftre­tendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüt­tel­frost, Muskel­schmerzen, Schweiß­aus­brüche, allge­meine Schwäche, Kopf­schmerzen, Hals­schmerzen und trockenen Reiz­husten.

Die wich­tigste Vorbeu­ge­maß­nahme ist die Grip­pe­impfung. Bestimmte gegen Influ­en­za­viren wirksame Medi­ka­mente können bei rech­zei­tiger Einnahme eine Influ­en­za­er­krankung verhindern oder abschwächen.

Bei schwerem Erkran­kungs­verlauf kann die Betei­ligung anderer Organe oder eine bakte­rielle Zweit­in­fektion zu Kompli­ka­tionen zum Beispiel Lungen­ent­zündung oder Herz­mus­kel­ent­zündung führen, die für bestimmte Alters- und Risi­ko­gruppen eine besondere Gefahr darstellen.

Die jähr­lichen Grip­pe­wellen weiten sich in Abständen von mehreren Jahren zu größeren Ausbrüchen (Epidemien) aus. Es kann aber auch durch die Entstehung eines neuen Influ­en­za­virus-Subtyp zu einer Pandemie kommen.

Was sind Grip­pe­viren (Influ­en­za­viren)?

Die Influ­en­za­viren sind sog. Ortho­my­xo­viren, (orthos: richtig, myxo: Schleim), von denen drei verschiedene Typen exis­tieren: Influ­en­za­virus A, Influ­en­za­virus B und Influ­en­za­virus C . Influenza-C-Viren sind für Erkran­kungen des Menschen von geringer Bedeutung und verur­sachen im Gegensatz zu den Influenza-A und -B-Viren keine schweren Symptome.

Was löst beim Menschen die Influenza / saisonale Grippe aus? 

Die Grippe beim Menschen wird verur­sacht von Influ­en­za­viren vom Typ A und Typ B. Heute sind mehrere Subtypen des Influ­en­za­virus A bekannt, die nach der Herkunft ihres sog. Hämaglu­tinins (H) und ihrer sog. Neurami­nidase (N) klas­si­fi­ziert werden.
Hämaglu­tinin (H) und Neurami­nidase (N) sind Ober­flä­chen­ei­weiße der Virus­hülle, die eine entschei­dende Rolle beim Eindringen in die Körper­zellen, bei der Frei­setzung neu gebil­deter Viren aus befal­lenen Körper­zellen und damit für die Ausbreitung von Mensch zu Mensch, spielen.

Derzeit sind 16 Sero­typen von Hämag­g­lu­tinin und 9 von Neurami­nidase bekannt. Die Influenza ist eine Infektion, die unter­schied­liche Tier­arten, zum Beispiel verschiedene Säuge­tiere, Vögel, und den Menschen befallen kann. Influenza-B-Viren führen norma­ler­weise nicht zu so schweren Epidemien wie Influenza-A-Viren.

Wie steckt man sich mit Influenza an? 

Tröpfchen beim Ausatmen oder Husten führen zur Über­tragung von Influ­en­za­viren. Es ist sehr wahr­scheinlich, dass man sich beim Kontakt mit dem Erreger auch anstecken kann. Bis zu 24 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome können bereits andere Menschen ange­steckt werden.

Kann man sich durch Impfung vor der Grippe schützen? 

Ja. Auf Grund der sich ständig verän­dernden Influ­en­za­viren werden die Impf­stoffe jährlich an die voraus­sichtlich vorherr­schenden Influ­en­za­viren ange­passt. Eine Infektion mit den jeden Winter zirku­lie­renden Influ­en­za­viren bedeutet für Kinder, Jugend­liche und Erwachsene mit einem Grund­leiden, zum Beispiel Herz­kreis­lauf­krank­heiten oder chro­ni­schen Lungen­er­kran­kungen, und für ältere Menschen (über 60 Jahre) eine erhöhte Gefährdung. Bei ihnen kommt es im Krank­heits­verlauf häufiger zu Kompli­ka­tionen wie zum Beispiel bakte­ri­ellen Lungen­ent­zün­dungen, die tödlich enden können.

Daher empfiehlt die Ständige Impf­kom­mission am Robert-Koch-Institut (STIKO) diesen Gruppen seit Jahren die jähr­liche Grip­pe­schutz­impfung. Die gesetz­lichen Kran­ken­kassen über­nehmen die Kosten für die Grip­pe­impfung gemäß den STIKO-Empfeh­lungen. Auch medi­zi­ni­sches Personal in Kran­ken­häusern und in der Alten­pflege soll geimpft werden, auch damit die von ihnen betreuten Personen nicht mit Influenza ange­steckt werden. Zur Zeit wird vorrangig die Impfung der Gruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung empfohlen.

Gibt es Todes­fälle durch die saisonale Influenza? 

Bei der jähr­lichen Grip­pe­welle sind nach einer neuen Schätzung des Robert-Koch-Instituts im Durch­schnitt 10.000 Influenza bedingte Todes­fälle zu beklagen.

Wird man durch die Grip­pe­schutz­impfung krank? 

In Deutschland stehen grund­sätzlich sehr gut verträg­liche und wirksame Grip­pe­impf­stoffe zur Verfügung. Als Ausdruck der normalen Ausein­an­der­setzung des Körpers mit dem Impf­stoff kann es gele­gentlich innerhalb von ein bis drei Tagen an der Impf­stelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung kommen, gele­gentlich auch zu Verhär­tungen oder Schwellung der zuge­hö­rigen Lymph­knoten. Eben­falls kann es nach der Impfung zu grip­pe­ähn­lichen Allge­mein­sym­ptomen kommen. Alle anderen Kompli­ka­tionen sind sehr selten. Ihr Arzt wird Sie vor der Impfung über mögliche Neben­wir­kungen aufklären.

Woher bekomme ich weitere aktuelle Informationen zur Influenza / saiso­nalen Grippe? 

Aktuelle Informationen erhalten Sie beim Baye­ri­schen Landesamt für Gesundheit und Lebens­mit­tel­si­cherheit sowie beim Robert-Koch-Institut.

Wie erkennt man die Krankheit? 

Die Influenza-Erkrankung kann von sympto­marmen bis zu schwersten Verläufen mit tödlichem Ausgang führen. Übliche Kenn­zeichen der Erkrankung sind: plötzlich auftre­tendes hohes Fieber, Schüt­tel­frost, Muskel­schmerzen, Schweiß­aus­brüche, allge­meine Schwäche, Kopf­schmerzen, Hals­schmerzen und trockener Reiz­husten. Eine endgültige Diagnose sollte aber immer durch eine ärzt­liche Person gestellt werden. Diese entscheidet auch über die Arznei­mit­tel­the­rapie. Von einer Selbst­be­handlung oder einer unkon­trol­lierten Einnahme von Arznei­mitteln ist wegen möglicher Neben­wir­kungen dringend zu warnen.

Kann man sich etwa durch einen Mund-Nasen-Schutz oder Arznei­mittel schützen? 

Das Risiko einer Infektion kann durch einen eng anlie­genden Mund-Nasen-Schutz (wie er in der Chir­urgie und der Inten­siv­me­dizin verwendet wird) verringert werden. Einlagige Masken sind unwirksam.
Das gene­relle Tragen von Atem­schutz­masken oder Mund-Nasen-Schutz durch die Allge­mein­be­völ­kerung während einer Influ­en­za­pan­demie lässt aber keine wesent­liche Redu­zierung der Über­tragung von Influ­en­za­viren erwarten und wird daher auch nicht empfohlen. Denn jede Kontakt­person könnte eine Infek­ti­ons­quelle sein. Fami­li­en­an­ge­hörige, insbe­sondere Kinder, und Freunde stellen wegen des engeren Kontakts eine erheblich wirk­samere Infek­ti­ons­quelle dar als zum Beispiel flüchtige Kontakt­per­sonen in der U-Bahn. Folglich müsste der Mund-Nasen-Schutz ständig, auch zuhause, getragen werden, um wirksam zu sein; dies ist nicht prak­ti­kabel.

Bei einer Pandemie sollten sich aber in jedem Fall alle schützen, die mit Erkrankten Kontakt haben (siehe auch RKI-Ratgeber/Merkblätter für Ärzte). Weitere allge­meine Ratschläge sind zum Beispiel: Einweg­ta­schen­tücher verwenden, auf gute Hände­hy­giene achten, Massen­ver­an­stal­tungen meiden.

Soge­nannte anti­virale Arznei­mittel können nach ärzt­licher Verordnung zur Verhin­derung und vor allem zur Behandlung einer Erkrankung einge­setzt werden. Den wirk­samsten Schutz bietet ein spezi­fi­scher Impf­stoff, der aber erst in der Pandemie, wenn das verur­sa­chende Virus bekannt ist, produ­ziert werden kann.

Welche Vorbe­rei­tungen gibt es für den Fall der Fälle? 

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation hat alle Staaten aufge­fordert, sich auf eine Influ­en­za­pan­demie vorzu­be­reiten. Das Robert-Koch-Institut hat den gemeinsam von Bund und Ländern getra­genen Natio­nalen Influ­en­za­pan­de­mieplan Anfang 2005 veröf­fent­licht. Der Plan enthält gemeinsame Empfeh­lungen des Bundes und der Länder zur Vorbe­reitung auf eine Pandemie und für Maßnahmen im Pande­miefall. Ein Akti­onsplan, der die Maßnahmen vor einer Pandemie und im Pande­miefall detail­liert darlegt, ist im April 2005 als Teil 3 des Influ­en­za­pan­de­mie­plans veröf­fent­licht worden.
Bayern hat eben­falls einen Influ­en­za­pan­demie-Rahmenplan erstellt.
Insbe­sondere die möglichst früh­zeitige und umfas­sende Verfüg­barkeit eines Impf­stoffs im Falle einer Pandemie halten Bund und Länder für vordringlich. Erkrankte Menschen können mit anti­vi­ralen Arznei­mitteln behandelt werden. Durch die Bevor­ratung anti­vi­raler Arznei­mittel in den einzelnen Ländern soll im Pande­miefall die thera­peu­tische Versorgung erkrankter Menschen sicher­ge­stellt werden, weil man annimmt, dass im Falle einer welt­weiten Pandemie die Produk­ti­ons­ka­pa­zi­täten der Hersteller rasch erschöpft sind.

Bayern hat anti­virale Arznei­mittel für die Therapie von insgesamt 20 Prozent der Bevöl­kerung bestellt und erfüllt damit in vollem Umfang den natio­nalen Pande­mieplan und die Empfeh­lungen der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation (WHO).

Der Pande­mieplan sieht auch vor, dass jedes Land und jeder Stadt- oder Land­kreis seine Planung hinsichtlich der Anfor­de­rungen durch eine Pandemie über­prüfen soll. Auch die baye­ri­schen Kran­ken­häuser sind dabei, ihre Vorbe­rei­tungen zu treffen.

Soll man sich auch weiterhin gegen die saisonale Grippe impfen lassen? 

Eine Impfung gegen saisonale Influenza wird weiterhin empfohlen.

Wer ist im Falle einer Pandemie gefährdet? 

Eine exakte Vorhersage über die gefähr­deten Perso­nen­gruppen lässt sich vor einer Pandemie schwer treffen. Bei der Influ­en­za­pan­demie 1918/1919, der bis heute schwersten Pandemie starben vor allem jüngere Menschen.
Von der Neuen Influenza waren in Deutschland bislang vor allem Menschen mit Grun­d­er­kran­kungen und Schwangere am meisten gefährdet.

Was ist eine Pandemie? 

Unter Pandemie (grie­chisch pan = alles, demos = Volk) versteht man den länder­über­grei­fenden oder sogar welt­weiten Ausbruch einer Krankheit.

Zu einer Influ­en­za­pan­demie kommt es durch die Entstehung eines neuar­tigen Influ­en­za­virus, das sich wirksam von Mensch zu Mensch verbreiten kann. Das Immun­system ist auf diesen neuen Erreger nicht vorbereit ,da er zuvor nicht in der mensch­lichen Bevöl­kerung verbreitet war.

Nach der Einteilung der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation werden verschiedene Bereit­schafts- und Pande­mie­phasen unter­schieden.

Wie viele Menschen würden erkranken oder sterben? 

Die Auswir­kungen einer Pandemie können vorher nur unter Vorbehalt abge­schätzt werden, da man die Eigen­schaften eines Erregers und seine Verbreitung in der Bevöl­kerung nicht vorher­sagen kann. Die schwerste saisonale Influ­en­za­welle der vergan­genen Jahre 1995 und 1996 kostete in Deutschland rund 30.000 Menschen das Leben, durch­schnitt­liche Influ­en­za­wellen verur­sachen im Durch­schnitt 10.000 Todes­fälle in Deutschland, und dies, obwohl für die aktuell zirku­lie­renden Grip­pe­viren immer ein Impf­stoff zur Verfügung steht.

HIV / Aids

Wo kann ich mich auf HIV testen lassen? Welche Bera­tungs­mög­lich­keiten gibt es zu HIV? 

Baye­ri­sches Präven­tions- und Hilfs­netzwerk für HIV/AIDS

Seit mehr als 25 Jahren stellt das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium flächen­de­ckend ein bundesweit einma­liges drei­glied­riges System von Prävention und Ange­boten zur Beratung und Hilfe zur Verfügung:

  • 76 Gesund­heits­ämter infor­mieren fach­kundig über Risi­ko­mi­ni­mierung und bieten kostenfrei und anonym HIV-Tests an.
  • 10 psycho­so­ziale AIDS-Bera­tungs­stellen beraten über­re­gional und begleiten Betroffene und deren Ange­hörige. Dieses Konzept ist das Kern­element des baye­ri­schen Maßnah­men­bündels zur Eindämmung von HIV und AIDS und bundesweit einmalig.
  • Staatlich geför­derte Maßnahmen von Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­tionen runden das Präven­tions- und Hilfs­an­gebot ab. Ehren­amt­liche Helfer leisten hierbei einen wich­tigen Beitrag, da sie gefährdete Ziel­gruppen besonders gut erreichen.

Nieder­ge­lassene Ärzte

Selbst­ver­ständlich können Sie sich auch an den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens wenden. Nieder­ge­lassene Ärzte veran­lassen den HIV-Test entweder

  • im Rahmen der Klärung von Gesund­heits­stö­rungen auf Kosten der Kran­ken­kasse oder
  • auf Ihren Wunsch gegen Kosten­rechnung.

Tele­fon­be­ratung zu HIV und AIDS

Für tele­fo­nische Beratung steht Ihnen zudem die Tele­fon­be­ratung zu HIV und AIDS der Bundes­zen­trale für gesund­heit­liche Aufklärung (BZgA) zur Verfügung.

  • Telefon: 01805 555444

Öffnungs­zeiten:

Weiter­füh­rende Informationen 

Krebs

Wie entsteht Krebs? 

Unser Körper besteht aus vielen Millionen lebenden Zellen, die orga­ni­siert in Gewebs­ver­bänden spezi­fische Aufgaben über­nehmen (zum Beispiel Nerven­zellen, Muskel­zellen). Im Rahmen ihrer Funktion (zum Beispiel als Abwehr­zelle des Immun­systems) verbrauchen sich die Zellen und sterben nach einem bestimmten Lebens­zyklus (zum Teil nur wenige Tage) ab. Es ist daher für den Gesamt­or­ga­nismus von entschei­dender Bedeutung, dass die verbrauchten Zellen ersetzt werden. Dies geschieht durch Zell­teilung, bei der die Erbin­for­ma­tionen auf die Toch­ter­zellen weiter­ge­geben werden. Bei der Weitergabe dieser sehr umfang­reichen und komplexen Informationen kommt es gele­gentlich zu Fehlern. Häufen sich diese Fehler im Kern, der Befehls­zen­trale einer Zelle, so kann dies dazu führen, dass die Zelle beginnt sich unkon­trol­liert zu vermehren und auszu­breiten. Die Ausgangs­si­tuation für eine bösartige Krebs­er­krankung liegt damit vor.

Ist Krebs heilbar? 

Es gibt über 100 verschiedene Krebs­arten, deren Prognose und Heilungs­chancen ganz unter­schiedlich sind. So leben zum Beispiel 90 Prozent der Pati­enten mit Haut- oder Hoden­krebs noch nach fünf Jahren, während nur 10 Prozent der von Spei­se­röhren- oder Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs Betrof­fenen eine vergleichbare Lebens­er­wartung zeigen.

Für die meisten Krebs­arten ist die operative Tumo­r­ent­fernung entschei­dende Thera­pie­maß­nahme.

Etwa 60 Prozent der Krebs­er­kran­kungen lassen sich durch diese Maßnahmen auch lang­fristig heilen.

Ist Krebs vorbe­stimmt?

Ob sich eine Krebs­er­krankung entwi­ckelt ist nicht grund­sätzlich vorbe­stimmt.
Es gibt fami­liäre Veran­la­gungen und bestimmte, meist mit dem Lebensstil (zum Beispiel Rauchen, Alko­hol­konsum) zusam­men­hän­gende externe Faktoren, die das indi­vi­duelle Risiko eine Krebs­er­krankung zu erleiden erhöhen oder verringern können.

Wird Krebs vererbt? 

Nur sehr wenige (ca. fünf Prozent) aller Krebs­er­kran­kungen werden vererbt. Den vererbten Krebs­er­kran­kungen liegen bestimmte Fehler (Muta­tionen) der Erbin­for­mation (Gene) zugrunde, die von den Eltern auf die Kinder weiter­ge­geben werden. Bekannt sind die Muta­tionen bestimmter Gene, die mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Eier­stock­krebs sowie Darm­krebs einher­gehen.
Testen Sie Ihr fami­liäres Darm­krebs­risiko

Kann Krebs anste­ckend sein? 

Krebs­krank­heiten können nicht von Mensch zu Mensch über­tragen werden. Gerade für die von einer Krebs­er­krankung Betrof­fenen und ihre Familien ist es wesentlich, dass sie nicht von ihrem bishe­rigen Freundes- und Bekann­ten­kreis isoliert werden. Die Diagnose „Krebs“ ist in unserer Gesell­schaft nach wie vor mit einer durch nichts gerecht­fer­tigten Stig­ma­ti­sierung verbunden.

Nehmen Krebs­er­kran­kungen zu? 

In der Tat hat in Deutschland die Neuerkran­kungsrate für Krebs während der letzten Jahre deutlich zuge­nommen. Seit 1980 hat die Zahl der Krebs­er­krankten bei Frauen um 35 Prozent und bei Männern um 80 Prozent zuge­nommen. Erfreu­li­cher­weise ist die Sterb­lichkeit aber nicht weiter ange­stiegen, sondern hat abge­nommen. Krebs ist eine „Alterser­krankung“. Die Zunahme der Krebs­er­kran­kungen ist durch den demo­gra­phi­schen Wandel (immer älter werdende Bevöl­kerung) erklärt.

Wächst eine Krebs­er­krankung im Alter lang­samer?

Je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko an einem Krebs­leiden zu erkranken. Im jüngeren Alter sind Krebs­er­kran­kungen deutlich seltener. Die in dieser Alters­gruppe typi­scher­weise auftre­tenden Krebs­arten (zum Beispiel Leuk­ämien, Lymph­kno­ten­krebs, Hoden­krebs) verlaufen aggres­siver als andere Krebs­arten, lassen sich aber auch besser medi­ka­mentös behandeln. Das Erkran­kungs­alter ist hinsichtlich der Aggres­si­vität nicht der entschei­dende Faktor. Entscheidend, ob ein Krebs lang­samer oder schneller wächst, ist die Art und der Typ der Erkrankung. So haben zum Beispiel Prosta­takar­zinome in der Regel ein lang­sa­meres Wachs­tums­ver­halten als Pankre­as­kar­zinome. Das Verhalten einer Krebs­er­krankung wird darüber hinaus von der Diffe­ren­zierung („Entar­tungsgrad“ der Zellen) und dem Vorliegen bestimmter Muta­tionen bestimmt.

Haben Männer und Frauen das gleiche Risiko an Krebs zu erkranken? 

Bevöl­ke­rungs­be­zogene Unter­su­chungen zeigen, das Männer ein deutlich höheres Risiko haben an Krebs zu erkranken und daran zu sterben. Wesent­licher Grund hierfür ist aller­dings nicht der gene­tische Unter­schied zwischen Männern und Frauen, sondern in erster Linie die unter­schied­lichen Lebens­stile (zum Beispiel höhere Raucher­quote, höhere Rate an Alko­hol­ge­brauch u.ä.). Auch die unter­schied­liche Bewertung und Akzeptanz von Vorsor­ge­emp­feh­lungen, zum Beispiel zur Prostata- und Darm­krebs­früh­erkennung hat Auswir­kungen auf die Sterb­lichkeit bei diesen Erkran­kungen. 2004 nutzen nur 18,3 Prozent aller Männer die ange­bo­tenen Vorsor­ge­pro­gramme, bei den Frauen lag der Anteil bei 46,8 Prozent.

Entsteht Krebs durch Umweltgifte/Umweltverschmutzung?

Die Rolle von Umwelt­fak­toren bei der Krebs­ent­stehung wird über­schätzt. Nach­ge­wiesen sind nur wenige Einzel­stoffe, wie Asbest, bestimmte Schwer­me­talle und orga­nische Verbin­dungen, die in höheren Konzen­tra­tionen Krebs­er­kran­kungen auslösen können. In Deutschland exis­tieren hierzu gesetzlich vorge­gebene Grenz­werte. Eine viel größere Bedeutung für die Krebs­ent­stehung hat der indi­vi­duelle Lebensstil. Ganz im Vorder­grund steht dabei das Rauchen, das ein wesent­licher Risi­ko­faktor für eine Vielzahl von Krebs­er­kran­kungen ist. Andere mit dem Lebensstil zusam­men­hän­gende ungünstige Faktoren sind u.a. Über­ge­wicht, Bewe­gungs­mangel, über­mä­ßiger Alko­hol­konsum und Stress.

Führt Alko­hol­genuss zu Krebs? 

Für Alkohol (v.a. Rotwein) finden sich immer wieder Pres­se­mel­dungen, die eine positive Einwirkung auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkran­kungen beschreiben. Letzt­endlich gesi­chert sind diese Annahmen nicht. Zwei­felsfrei gesi­chert ist dagegen die schä­di­gende Wirkung von Alkohol bei regel­mä­ßigen Konsum und in höheren „Dosen“. Bezüglich einer Minderung des Krebs­ri­sikos ist Alkohol (auch in vertret­baren Mengen) ohne Bedeutung. Im Gegenteil: Bei bestimmten Krebs­er­kran­kungen, wie zum Beispiel Mund- und Rachen­kar­zinome, Spei­se­röhren-, Magen- und Bauch­spei­che­drü­sen­kar­zinome ist regel­mä­ßiger Alko­hol­konsum ein eindeu­tiger Risi­ko­faktor.

Schützt Stillen vor Brust­krebs?

Weib­liche Geschlechts­hormone (Östrogene, Gestagene) beein­flussen die Entstehung und den Verlauf einer Brust­krebs­er­krankung. Aus großen bevöl­ke­rungs­be­zo­genen Studien ist bekannt, dass kinderlose Frauen ein erhöhtes Brust­krebs­risiko haben. Auch das Stillen und die Dauer der Still­pe­riode scheint für das indi­vi­duelle Risiko von Bedeutung zu sein. Die Auswertung von Daten welt­weiter Unter­su­chungen (Lancet 360, 2002, siehe auch Deutsche Gesell­schaft für Ernährung e. V.) zeigte, dass Frauen mit Brust­krebs durch­schnittlich weniger Geburten hatten als Frauen ohne Brust­krebs (2,2 gegenüber 2,6). Der Anteil der Mütter, die gestillt hatten, unab­hängig von der Still­dauer, war in der Brust­krebs-Gruppe durch­schnittlich nied­riger als in der Gruppe ohne Brust­krebs (71 Prozent gegenüber 79 Prozent).

Können zu enge BHs Brust­krebs verur­sachen?

In der Presse finden sich immer wieder Meldungen – von unter­schied­licher Serio­sität –, die über spezielle Krebs­ri­siken berichten. In aller Regel sind diese Schlag­zeilen auf unbe­wiesene Einzel­mei­nungen zurück­zu­führen und halten selbst einer ober­flächlich durch­ge­führten wissen­schaft­lichen Über­prüfung nicht stand. So ist es auch im o.g. Fall. Die „Studie“, die zu dieser Pres­se­meldung führte, wies so viele metho­dische Mängel und unbe­wiesene Annahmen auf, dass ihre Aussa­ge­kraft erheblich anzu­zweifeln ist. Gesi­cherte Hinweise für den ursäch­lichen Zusam­menhang von engen BHs und Brust­krebs sind nicht vorhanden.

Ist Krebs psychisch bedingt? 

Krebs ist nicht „psychisch“ bedingt. Aller­dings scheinen seelische Faktoren, zum Beispiel über die Beein­flussung des Immun­systems, einen nicht uner­heb­lichen Einfluss auf den Zeit­punkt einer Krebs­ma­ni­fes­tation und auch auf den Verlauf der Erkrankung zu haben. Krebs ist eine Erkrankung des ganzen Orga­nismus – nicht nur des rein „körper­lichen“ Teils. Die Art der indi­vi­du­ellen Ausein­an­der­setzung mit der Krebs­dia­gnose und die Art der indi­vi­du­ellen Krank­heits­be­wäl­tigung haben Einfluss auf die Krebs­sym­ptome, die Ausprägung von Therapie asso­zi­ierten Neben­wir­kungen, die Lebens­qua­lität und nicht zuletzt auch auf den Krank­heits­verlauf. Durch speziell ausge­bildete Psychoon­ko­logen (Ärzte und/oder Psycho­logen) werden die Pati­enten dabei unter­stützt.

Kann man jeden Krebs operieren? 

Für die häufigsten Krebs­arten (zum Beispiel Brust­krebs, Darm­krebs, Prosta­ta­krebs) ist die radikale Tumo­r­ent­fernung durch eine Operation die entschei­dende Therapie. Ein hoher Anteil der Krebs­er­kran­kungen lässt sich damit heilen. Krebs­er­kran­kungen des Blutes (Leuk­ämien), des Knochen­markes und des Abweh­systems (Lymph­kno­ten­krebs) können durch Opera­tionen nicht geheilt werden, da die kranken Zellen im ganzen Körper verteilt sind. Durch Chemo­the­rapie, häufig in Kombi­nation mit Immun­the­rapien lassen sich aller­dings auch bei diesen Erkran­kungen hohe Heilungs­raten erreichen.

Was sind Meta­stasen?

Ausgehend von einer zunächst lokalen Krebs­er­krankung (zum Beispiel im Darm) dringen einzelne Krebs­zellen in die dortigen Lymph- und Blut­gefäße ein und werden so über den Blut- oder Lymph­strom in andere Körper­re­gionen verschleppt. In Abhän­gigkeit von verschie­denen Faktoren bilden sie dort u.U. neue Absie­de­lungen des primären Tumors, sog. Meta­stasen (zum Beispiel Leber­me­ta­stasen bei Darm­krebs). Aus dem biolo­gisch medi­zi­ni­schen Verständnis heraus handelt es sich aber weiterhin um die gleiche Erkrankung. Man spricht daher zum Beispiel bei Leber­me­ta­stasen nicht von „Leber­krebs“ sondern von Meta­stasen des Darm­krebs. Gleiches gilt auch für die Therapie. So werden zum Beispiel Lymph­kno­ten­me­ta­stasen bei Brust­krebs nicht wie ein primärer „Lymph­kno­ten­krebs“, sondern nach den Prin­zipien der Brust­krebs­be­handlung thera­piert.

Was kann ich tun, um nicht an Krebs zu erkranken? 

Große bevöl­ke­rungs­be­zogene Unter­su­chungen haben gezeigt, dass der indi­vi­duelle Lebensstil wesent­liche Auswir­kungen auf das Risiko an Krebs zu erkranken hat. Faktoren, die dazu beitragen das Krebs­risiko zu vermindern, sind: Nicht rauchen
Regel­mäßig Sport und Bewegung
Kein Über­ge­wicht
Wenig Alkohol
Ausge­wogene Ernährung (reich an Gemüse, Obst und Ballast­stoffen)
Reduktion des Fleisch­ver­zehrs (v.a. Schweine- und Rind­fleisch)

Was kann ich tun, um eine Krebs­er­krankung früh zu erkennen? 

Durch relativ einfache Formen der Selbst­un­ter­su­chung ist es möglich Brust- und Haut­krebs bereits im Früh­stadium zu erkennen: Brust­krebs: Eine monat­liche Abtastung beider Brüste und der Achseln auf Knoten und Verhär­tungen (nach Anleitung durch den Hausarzt oder Frau­enarzt)
Haut­krebs: Eine monat­liche Inspektion der Haut und sicht­baren Schleim­häute auf auffällige Haut­ver­än­de­rungen.
Fragen zur Selbst­un­ter­su­chung beant­wortet Ihnen auch Ihr Hausarzt.

Welche Angebote zur Früh­erkennung von Krebs gibt es? 

In Deutschland werden folgende Krebs­vor­sor­ge­maß­nahmen von den gesetzlich Kran­ken­kassen über­nommen:
Früh­erkennung Gebär­mut­ter­hals­krebs (Zervix­kar­zinom)
Früh­erkennung Haut­krebs
Früh­erkennung Prosta­ta­krebs
Früh­erkennung Darm­krebs
Früh­erkennung Brust­krebs (Mammo­graphie-Screening)

Haben Früh­erken­nungs­un­ter­su­chungen über­haupt einen Nutzen? 

Jede Unter­su­chung zur Krebs­früh­erkennung kann neben Nutzen (zum Beispiel Senkung der Sterb­lichkeit, der Krank­heits­häu­figkeit oder der Krank­heits­be­schwerden) auch Risiken (zum Beispiel falsche Diagnose, unnötige Unter­su­chungen, Unsi­cherheit und Ängste) mit sich bringen. Nutzen und Risiken von Vorsor­ge­maß­nahmen zur Krebs­früh­erkennung werden daher von Wissen­schaftlern, aber auch in der Gesell­schaft, kontrovers disku­tiert. Für die im Rahmen der gesetz­lichen Kran­ken­ver­si­cherung ange­bo­tenen Früh­erken­nungs­maß­nahmen über­wiegt aller­dings der Nutzen die möglichen Risiken. Die indi­vi­duelle Entscheidung an einer Screening-Maßnahme teil­zu­nehmen oder diese abzu­lehnen, sollte auf jedem Fall erst nach einem ausführ­liches Gespräch mit einem in der Krebs­früh­erkennung erfah­renen Arzt erfolgen.

Ist Krebs­vor­sorge für Männer sinnvoll? 

Für Männer ist die Krebs­vor­sorge ebenso sinnvoll wie für Frauen. Aus diesem Grund sollten auch Männer die im Rahmen der gesetz­lichen Kran­ken­ver­si­cherung zur Verfügung stehenden Screening-Angebote in regel­mä­ßigen Abständen in Anspruch nehmen. Gerade beim Prosta­takar­zinom, der häufigsten Krebsart bei Männern, sind die Heilungs­chancen im frühen Stadium besonders hoch. Viele Männer gehen aller­dings erst dann zum Arzt, wenn sie Krank­heits­sym­ptome bemerken und die Heilungs­chancen bereits wesentlich geringer sind.

Wie kann ich mich im Internet am Besten zu Krebs infor­mieren?

Im Internet finden sich sehr viele Informationen zu Krebs. Es ist jedoch nur bei einem geringen Teil der Webseiten sicher­ge­stellt, dass das Infor­ma­ti­ons­an­gebot verständlich, medi­zi­nisch aktuell, frei von Fehlern und unse­riöser Produkt­werbung ist. Zum Teil werden auch gezielt Desin­for­ma­tionen zu Krebs­er­kran­kungen und neuen Thera­pie­me­thoden verbreitet, die Hilfe­su­chenden unse­riöse Heils­ver­spre­chungen für viel Geld machen – die Erwar­tungen aber nie erfüllen. Einige verläss­liche Online-Infor­ma­ti­ons­quellen finden Sie unter „Weiter­füh­rende Informationen“ am Ende der Seite.

Kann man Krebs durch einen Bluttest fest­stellen?

Krebs­er­kran­kungen kann man nicht durch einfache Blut­un­ter­su­chungen (sog. Tumor­marker) sicher erkennen. Wurde eine Krebs­er­krankung bereits durch Gewebs­un­ter­su­chungen diagnos­ti­ziert und behandelt, können Blut­un­ter­su­chungen unter Umständen nützlich sein, um einen Rückfall früh­zeitig fest­zu­stellen und weitere Maßnahmen einzu­leiten. Der Stel­lenwert einer Blut­un­ter­su­chung zur Früh­erkennung des Prosta­takar­zinoms bei Männern (Prosta­t­a­spe­zi­fi­sches Antigen / PSA) ist weiterhin in der wissen­schaft­lichen Diskussion. Derzeit ist aller­dings nicht eindeutig belegbar, dass die Durch­führung eines PSA-gestützten Scree­nings zu einer Lebens­ver­län­gerung führt. Nutzen und Risken des Tests sollten in jedem Einzelfall in Form eines Aufklä­rungs­ge­sprächs zwischen Arzt und Patient besprochen und gegen­ein­ander abge­wogen werden.

Sollten Krebs­kranke nicht mehr arbeiten und keinen Sport mehr machen? 

„Lange Zeit wurde Krebs­pa­ti­enten aus Angst vor drohender Über­an­strengung und Kompli­ka­tionen geraten, sich körperlich zu schonen und möglichst keiner sport­lichen Betä­tigung nach­zu­gehen. Inzwi­schen ist jedoch aus zahl­reichen Unter­su­chungen bekannt, dass körper­liche Akti­vität bei einer Krebs­er­krankung hilft, das Befinden und die Lebens­qua­lität zu steigern und die Prognose zu verbessern.“ (s. DKG Leit­ar­tikel „Körper­liche Bewegung trotz Krebs – Wieviel darf, wieviel muss sein?“). Auch hinsichtlich der Ausübung der bishe­rigen beruf­lichen Tätigkeit ergibt sich durch die Diagnose einer Krebs­er­krankung nicht gleich eine Erwerbs­un­fä­higkeit. Dies­be­züg­liche Empfeh­lungen hängen von vielen indi­vi­du­ellen Faktoren ab und sollten zwischen den Betrof­fenen und den behan­delnden Ärzten ausführlich besprochen werden. Unter­su­chungen haben gezeigt, dass nahezu zwei Drittel der Krebs­pa­ti­enten ihre Arbeit­s­tä­tigkeit wieder aufnehmen.

Kann man Krebs­zellen durch Diät aushungern? 

Von einer spezi­ellen Krebsdiät ist dringend abzu­raten! Krebs­diäten und die vielfach bewor­benen „Krebskuren“ haben keinen posi­tiven Einfluss auf den Verlauf einer Krebs­er­krankung. Im Gegenteil, durch ein meist sehr einsei­tiges, unaus­ge­wo­genes Nahrungs­an­gebot schwächen sie den Körper zusätzlich. Die Deutsche Krebs­ge­sell­schaft empfiehlt eine ausge­wogene, an Gemüse und Obst reiche Ernährung. Eine solche Ernährung enthält neben allen notwen­digen Vitaminen und Spuren­ele­menten auch eine ausge­wogene Kalorien-Energie-Bilanz, um so einer ungüns­tigen, krebs­be­dingten Gewichts­ab­nahme entge­gen­zu­wirken.

Kann man Krebs durch Vitamine heilen? 

Krebs kann man durch eine Vitamin­the­rapie weder heilen noch den Verlauf der Erkrankung nach­haltig beein­flussen! Seit vielen Jahr­zehnten wird der positive Einfluss von Vitaminen als sog. „Anti­oxi­dantien“ und „Fängern von freien Radi­kalen“ auf Krebs­er­kran­kungen propa­giert. Am häufigsten einge­setzt werden hoch­do­sierte Vitamin C-Infu­sionen. Alle bishe­rigen seriösen wissen­schaft­lichen Unter­su­chungen konnten eine Nutzen von Vitaminen in dieser Hinsicht nicht belegen. Extern zuge­führte, hoch­do­sierte Vitamine sind nicht harmlos. Vitamin­be­hand­lungen (v.a. mit den Vitaminen A, D, E und K) können zu Schä­digung der Leber und anderer Organe führen. Mit einer ausge­wo­genen, an Gemüse und Obst reichen Ernährung ist der Bedarf an Vitaminen auch bei Krebs­pa­ti­enten ausrei­chend abge­deckt.

Können Arznei­mittel etwas bei Krebs­schmerzen ausrichten? 

Schmerzen sind ein häufiges Symptom bei Krebs­er­kran­kungen. Durch den rich­tigen Einsatz und die Kombi­nation von Schmerz­mitteln lassen sich auch sehr starke Krebs­schmerzen gut behandeln. Aus ärzt­licher Sicht ist eine optimale Schmerz­the­rapie immer eine besondere Heraus­for­derung, die einer beson­deren Ausbildung und Erfahrung bedarf, da Nutzen und Risiken der Therapie gegen­ein­ander abge­wogen werden müssen. Besonders ausge­bildete Ärzte sind zum Beispiel Onko­logen, Anäs­the­sisten und Pallia­tiv­me­di­ziner.

Wird durch eine Chemo­the­rapie nicht der ganze Körper vergiftet? 

Die Medi­ka­mente, die im Rahmen einer Chemo­the­rapie zum Einsatz kommen sind Zell­gifte (Zyto­statika), die auch gesunde Körper­zellen in einem gewissen Umfang schä­digen. Der schä­di­gende Effekt ist bei Krebs­zellen aller­dings deutlich stärker ausge­prägt, da diese aufgrund ihres raschen Wachstums- und Teilungs­ver­haltens viel empfind­licher auf die Zyto­statika reagieren. Im Rahmen der Chemo­the­rapie werden die Medi­ka­mente hinsichtlich ihrer Dosierung und der zeit­lichen Abfolge so einge­setzt, dass die Neben­wir­kungen auf die gesunden Zellen möglichst gering und der schä­di­gende Effekt auf die Krebs­zellen möglichst groß ist. Auch stehen seit einigen Jahren unter­stüt­zende Arznei­mittel zu Verfügung mit denen es gelingt typische Neben­wir­kungen der Chemo­the­rapie wie Übelkeit, Erbrechen, Abwehr­schwäche zu vermeiden.

Sind sanfte (biolo­gische) Therapien zur Behandlung von Krebs zu empfehlen? 

Auch „biolo­gische“ Therapien (Hyper­thermie, Entgif­tungen, Natur­heil­kunde, Tradi­tionell Chine­sische Medizin) sind häufig nicht so „sanft“ wie sie ange­priesen werden. Neben den nicht uner­heb­lichen Kosten bergen diese, meist alter­nativ oder komple­mentär zur Schul­me­dizin einge­setzten Behand­lungs­ver­fahren, eigene Risiken und Neben­wir­kungen. Eine nach­voll­ziehbare Wirk­samkeit dieser Verfahren in der Krebs­the­rapie konnte durch Unter­su­chungen nicht belegt werden. Der Einsatz von alter­na­tiven oder komple­men­tären Behand­lungs­me­thoden sollte, wenn über­haupt, nur nach einer ausführ­lichen Beratung und Aufklärung erfolgen. Nicht zu vertreten ist das Aufschieben oder gar der Verzicht auf medi­zi­nisch ange­zeigte, sinn­volle Thera­pie­maß­nahmen zugunsten einer „alter­na­tiven“ Behandlung.

Wird man Krebs in den nächsten Jahren durch neue Mittel besiegen können? 

Eine Wunder­pille gegen Krebs ist trotz der in der Presse häufig gemel­deten Erfolge und Durch­brüche leider nicht in Aussicht! Forschungs­er­kennt­nisse weisen im Gegenteil darauf hin, dass der Krebs­ent­stehung und dem Verlauf der Erkrankung sehr komplexe Vorgänge zugrunde liegen. Daher sind spek­ta­kuläre Fort­schritte, so wie sie zum Beispiel mit der Einführung der Anti­biotika erreicht wurden, sehr unwahr­scheinlich.

Masern

Können Masern für Kinder gefährlich sein? 

Masern ist eine hoch­an­ste­ckende Virus­er­krankung. Neben der teil­weise schweren Beein­träch­tigung durch die Erkrankung selbst kann es auch durch das vorüber­gehend geschwächte Immun­system bei den Betrof­fenen zu schwer­wie­genden Kompli­ka­tionen kommen. Todes­fälle kommen auch in Deutschland vor. An Masern erkrankte Säug­linge haben ein erhöhtes Risiko, ca. fünf bis zehn Jahre später eine chro­nisch schlei­chende Hirn­ent­zündung zu entwi­ckeln, die immer tödlich endet.

Wie können Kinder vor Masern geschützt werden? 

Ein nahezu voll­stän­diger Schutz kann mit der von der Stän­digen Impf­kom­mission am Robert Koch-Institut (STIKO) für Deutschland empfoh­lenen zwei­fachen Impfung gegen Masern (in der Regel in Kombi­nation mit Mumps- und Röteln­impfung und ggf. Wind­po­cken­impfung) erzielt werden.

Falls Ihr Kind noch nicht gegen Masern geimpft ist bzw. nur eine Erst­impfung erhalten hat, sollten Sie es jetzt impfen lassen, um es zu schützen und eine Weiter­ver­breitung der Masern zu verhindern. Auch bei einem schon statt­ge­fun­denen Kontakt zu einem Masern­er­krankten kann der Ausbruch der Erkrankung durch eine Impfung innerhalb von 3 Tagen noch verhindert werden.

Bestehen Gefahren durch die Masern­impfung für Kinder? 

Einige Eltern lassen ihre Kinder aus Sorge vor möglichen Neben­wir­kungen und Kompli­ka­tionen nicht impfen. Kompli­ka­tionen durch Impfungen sind sehr selten und keineswegs vergleichbar mit den Kompli­ka­ti­ons­raten nach Masern­er­kran­kungen. Der Verdacht auf lang­fristige Schäden (Autismus, entzünd­liche Darm­er­kran­kungen) nach Masern­impfung konnte in umfang­reichen Studien nicht bestätigt werden. Im Vergleich mit den schweren und relativ häufigen Kompli­ka­tionen der Masern­in­fektion ergibt sich eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung der Masern­impfung.

Wo kann man sich impfen lassen? 

Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Haus- bzw. Kinderarzt. Zusätzlich können Sie auch beim Gesund­heitsamt weitere Informationen erhalten, wenn Sie Fragen haben.

Vorsorge

Wie stärkt der Frei­staat Gesund­heits­för­derung und Prävention? 

Gesund­heits­för­derung und Prävention sind Kern­an­liegen baye­ri­scher Gesund­heits­po­litik. Es gilt, Bürge­rinnen und Bürger bei ihrer Entscheidung für eine gesund­heits­för­der­liche Lebens­weise zu unter­stützen, gesunde Lebens­welten zu gestalten und die gesund­heit­liche Chan­cen­gleichheit zu fördern. Diese Ziele schreibt der Baye­rische Präven­ti­onsplan fest, den Staats­mi­nis­terin Melanie Huml in ihrer Regie­rungs­er­klärung am 19. Mai 2015 vorgelegt hat.

Der Baye­rische Präven­ti­onsplan

Vier zentrale Hand­lungs­felder legt dieser Plan fest. Es sind das gesunde Aufwachsen in der Familie, in Kinde­ta­ges­ein­rich­tungen und Schule, Gesund­heits­kom­petenz in der Arbeitswelt und betrieb­liche Präven­ti­ons­kultur, gesundes Altern im selbst­be­stimmten Lebens­umfeld und –als Quer­schnitts­thema über alle Bereiche hinweg – die gesund­heit­liche Chan­cen­gleichheit.

Zur Unter­stützung des Präven­ti­ons­plans haben sich mehr als 100 maßgeb­liche Verbände, Einrich­tungen und Orga­ni­sa­tionen in Bayern frei­willig verpflichtet. Als Partner im Bündnis für Prävention tragen sie dazu bei, den Plan mit Leben zu füllen.

Trag­fähige Struk­turen

Die Ausgangs­basis dafür ist günstig: In vielen Bereichen der Gesell­schaft gibt es bereits großes Enga­gement für die Stärkung der Gesundheit. Wie viel­fältig dies ist, zeigen beispielhaft immer wieder die zahl­reichen Beiträge zum Wett­bewerb um den Baye­ri­schen Präven­ti­ons­preis.

Zugleich haben wir im Frei­staat nach­haltige Struk­turen geschaffen: Dazu gehören das Zentrum für Prävention und Gesund­heits­för­derung im Baye­ri­schen Landesamt für Gesundheit und Lebens­mit­tel­si­cherheit, die Präven­ti­ons­ma­nager der sieben baye­ri­schen Regie­rungs­be­zirke und das groß ange­legte Projekt der Gesund­heits­re­gionen plus.

Im Rahmen der Initiative Gesund.Leben.Bayern. fördern wir seit Jahren wegwei­sende Modell­pro­jekte für Gesund­heits­för­derung und Prävention.

Jähr­liche Schwer­punkt­themen lenken die Aufmerk­samkeit auf besonders dring­liche Fragen, etwa auf Krebs­er­kran­kungen, Diabetes mellitus oder die Kinder­ge­sundheit.

All diese Maßnahmen tragen auch zur Umsetzung des „Gesetzes zur Stärkung der Gesund­heits­för­derung und der Prävention“ („Präven­ti­ons­gesetz“) auf Landes­ebene bei.

Wissen­schaft­liche Arbeiten

Kann das Baye­rische Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege fach­liche Auskunft bei Bachelor- oder Master­ar­beiten geben? 

Das Baye­rische Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege kann leider nur sehr begrenzt mit Rat und Tipps zur Verfügung stehen.

Die Wahrung der Chan­cen­gleichheit innerhalb der Lern­gruppe gebietet es, fach­liches Wissen, wissen­schaft­liche Recherche, Erschließen von Material und Aneignung fach­spe­zi­fi­scher Metho­den­kom­petenz in Schule, Ausbildung und Studium selbst zu erwerben und einzuüben. Diese Quali­fi­ka­tionen werden als Einstel­lungs­kri­terium immer wich­tiger.

Eine gründ­liche Recherche auf unseren Inter­net­seiten wird Ihnen sicherlich bei der Ausar­beitung Ihrer Arbeit weiter­helfen.

Zecken

Was muss man nach einem Zecken­stich beachten? 

Die typische erste Mani­fes­tation ist das Erythema (chro­nicum) migrans. Tage bis Wochen nach einem Zecken­stich entsteht an der Stelle des Zecken­stichs aus einer initialen Papel eine scharf abge­grenzte schmerzlose, sich zentri­fugal ausbrei­tende meist runde Rötung, die im Zentrum oft eine Aufhellung aufweist. Dieses Stadium kann von unspe­zi­fi­schen Allge­mei­ner­schei­nungen wie Fieber, Konjunk­ti­vitis, Kopf­schmerzen, Mvalgien, Arthr­algien und Lymph­kno­ten­schwel­lungen begleitet sein.

Die Einstich­stelle sollte deshalb mehrere Wochen lang beob­achtet werden. Sollten entspre­chende Symptome auftreten, muss man den Arzt aufsuchen, da ein Hinweis auf eine Borre­liose-Infektion vorliegen kann. Auch wenn andere Symptome auftreten, sollte bei einem Arzt­besuch vorsorglich auf den Zecken­stich hinge­wiesen werden.

Wie wird die Borre­liose behandelt? 

Durch Bakterien verur­sachte Erkran­kungen können übli­cher­weise mit Anti­biotika thera­piert werden, so auch die Borre­liose. Wir empfehlen Ihnen, im Verdachtsfall eine Ärztin oder einen Arzt aufzu­suchen.

Ist FSME melde­pflichtig?

Der direkte und indi­rekte Erre­ger­nachweis wird dem zustän­digen Gesund­heitsamt gemäß § 7 Abs. 1 des Infek­ti­ons­schutz­ge­setzes namentlich vom Arzt gemeldet, soweit die Nach­weise auf eine akute Infektion hinweisen.

Wie erfährt man, ob der Impf­schutz noch ausrei­chend ist? 

Sie sollten Ihr Impfbuch vom Hausarzt oder Gesund­heitsamt über­prüfen lassen.

Schützt die Impfung noch nach dem Zecken­stich?

Eine soge­nannte „post­ex­po­si­tio­nelle“ Impfung nach dem Stich einer mögli­cher­weise infi­zierten Zecke, ist aufgrund der kurzen Inku­ba­ti­onszeit der Früh­sommer-Menin­go­en­ze­pha­litis (FSME) von 7 bis 14 Tagen in der Regel nicht mehr wirksam.

Welche FSME-Risi­ko­ge­biete gibt es außerhalb von Bayern? 

Die FSME tritt vorwiegend in bestimmten Ende­mie­ge­bieten auf. Diese liegen in Süddeutschland (Baden-Würt­temberg, Bayern, Südhessen, südöst­liches Thüringen) und in einzelnen Gebieten in Mittel­hessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Sachsen sowie in Teilen von Öster­reich und der Schweiz, in Skan­di­navien und Osteuropa. In Höhen­lagen über 1.000 Meter kommen meist keine Zecken vor.

Wie kann ich mich vor den Infek­ti­ons­krank­heiten FSME und Borre­liose schützen, die durch Zecken über­tragen werden? 

Infor­mieren Sie sich zu Schutz­maß­nahmen in unserer Broschüre „Infek­ti­ons­ge­fahren in freier Natur“.

Ist eine FSME-Reise­impfung nötig? 

Zur Frage nach dem FSME-Risiko bei einer Auslands­reise sollte ggf. eine reise­me­di­zi­nische Beratung erfolgen. Falls ein Aufenthalt in einem FSME-Ende­mie­gebiet vorge­sehen ist und sich ein Expo­si­ti­ons­risiko abzeichnet, ergibt sich eine Impfin­di­kation.

Sind FSME-Erkrankte anste­ckend?

Nein. FSME wird nicht von Mensch zu Mensch über­tragen. Einziger Über­träger der FSME-Viren sind Zecken.

Gibt es außer Zecken noch andere Infek­ti­onswege für FSME? 

Der Regelfall ist die Über­tragung der FSME-Viren durch Zecken. Aller­dings gelangt das Virus bei infi­zierten Tieren, vor allem bei

  •  Ziegen,
  • Schafen,
  • und Kühen

in die Milch und kann vom Menschen dann bei fehlender Pasteu­ri­sierung oder durch Frisch­kä­se­zu­be­reitung aus Rohmilch oral aufge­nommen werden.

Einzel­fälle oder kleinere Grup­pen­er­kran­kungen, zum Beispiel beim Urlaub auf dem Bauernhof, können dann die Folge sein. Die klini­schen Verläufe der Erkrankten unter­scheiden sich nicht von solchen, die durch einen Zecken­stich indu­ziert werden.

Wann ist Zecken­saison?

Haupt­sächlich von März bis Oktober. Zecken mögen es angenehm tempe­riert und feucht. Sie gehen ab ca. 6 bis 7 ° C auf Wirts­suche. In milden Wintern haben sie keine Akti­vi­täts­pause.

Lassen sich Zecken von Bäumen fallen? 

Übli­cher­weise nicht. Die Zecken halten sich im Gras, insbe­sondere Waldrand, Lich­tungen oder begraste Waldwege, im Unterholz und in Büschen bis 1,5 Metern auf.

Wie kommen die Zecken auf den Menschen? 

Die Zecken werden im Vorbei­gehen abge­streift oder, was seltener vorkommt, sie krabbeln aktiv auf den Menschen. Die Zecken brauchen auf dem Wirt oft stun­denlang, bis sie den rich­tigen Platz gefunden haben und zustechen

Wie kann ich mich vor einem Zecken­stich schützen? 

Mit Haut bede­ckender, heller Kleidung – darauf sieht man die Zecken besser – Strümpfen und geschlos­senem Schuhwerk. Im Wald die Wege benutzen, dichtes Gebüsch oder begraste Bereiche meiden. Einreiben unbe­klei­deter Körper­stellen mit geeig­neten Insek­ten­ab­wehr­mitteln.

Nach Aufent­halten im Wald, auf Wiesen und im Gebüsch: Absuchen des Körpers und der Kleidung nach Zecken. Vor allem Körper­stellen mit dünner Haut,
wie

  • Haar­ansatz,
  • Kopfhaut,
  • Ohren
  • Hals und Gelenk­beugen
  • sowie Hände und Füße

kontrol­lieren.

Kinder nicht vergessen.

Wie gefährlich sind Zecken? 

Die Zecken an sich sind für den Menschen nicht gefährlich. Gefährlich können dagegen die Krank­heits­er­reger sein, die durch den Zecken­stich über­tragen werden. Für Bayern relevant sind die durch ein Virus verur­sachte FSME und die durch ein Bakterium verur­sachte Lyme-Borre­liose.

Was tun bei einem Zecken­stich?

Die Zecke soll möglichst bald entfernt werden, da das Risiko einer Infektion mit der Dauer des Saug­aktes zunimmt. Die Zecke soll dafür möglichst nah an der Haut mit geeig­netem Werkzeug (zum Beispiel spitze Pinzette oder Zecken­karte) gefasst und langsam heraus­ge­zogen werden.

Die Zecke soll nicht mit Substanzen wie

  • Öl
  • Nagellack
  • Alkohol
  • Kleb­stoff oder Ähnlichem

behandelt werden, da mögli­cher­weise durch solche Mani­pu­la­tionen die Über­tragung von Krank­heits­er­regern verstärkt werden könnte.

Was genau ist FSME? 

FSME bedeutet Früh­sommer-Menin­go­en­ze­pha­litis.
Die FSME ist eine Virus-Infektion. Ein Großteil der FSME-Infek­tionen nach Zecken­stich verlaufen symptomlos, bei ca. 30 Prozent kommt es zu einer Erkrankung: 7 bis 14 Tage nach dem Zecken­stich treten für einige Tage grip­pe­ähn­liche Symptome auf. Nach einem fieber­freien Intervall kann es bei ca. zehn Prozent der Betrof­fenen zu einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rücken­marks­ent­zündung kommen. Schwere Krank­heits­ver­läufe mit Todes­folge sind selten und werden bei ca. 1 Prozent der Erkrankten mit Betei­ligung des zentralen Nerven­systems beob­achtet.
Je älter der Patient ist, umso schwerer ist der Krank­heits­verlauf.
Bis zu fünf Prozent der Zecken eines Risi­ko­ge­bietes sind mit dem FSME-Virus infi­ziert.

Kann man FSME behandeln? 

Es gibt keine spezi­fische Therapie. Man kann nur die Symptome behandeln.

Wie viele Menschen erkranken jährlich in Bayern an FSME? 

Welche Gebiete innerhalb Bayerns sind FSME-Risi­ko­ge­biete?

Aktuelle Informationen erhalten Sie beim Robert-Koch-Institut.

Wie lange dauert es, bis ein voll­stän­diger Impf­schutz aufgebaut ist? 

Ein zeitlich begrenzter Impf­schutz, etwa für Urlauber, benötigt mindestens zwei Impf­dosen. Ein länger bestehender Impf­schutz jedoch mindestens drei Impf­dosen (sog. „Boos­terung“.)
Auf jeden Fall dauert es nach einer Impfung zwei Wochen, bis ein Impf­schutz aufgebaut ist. Nach der zweiten Impfung kann man von einer Schutz­wirkung, die etwa 90 Prozent beträgt, ausgehen. Die Angaben der Impf­stoff­her­steller sollten aber beachtet werden. Der Schutz der voll­stän­digen Grun­dim­mu­ni­sierung ist auf drei bis fünf Jahre begrenzt, so dass bei fort­be­stehendem Infek­ti­ons­risiko Auffri­schimp­fungen notwendig werden.

Wer sollte sich in Bayern impfen lassen? 

Die Ständige Impf­kom­mission (STIKO) empfiehlt allen Personen die FSME-Impfung, die sich ständig oder vorüber­gehend in FSME-Risi­ko­ge­bieten aufhalten bzw. ein beruf­liches Expo­si­ti­ons­risiko tragen. Im Gegensatz zu vielen anderen Impfungen handelt es um keine reine Kinderimpfung. Gerade bei älteren Menschen verläuft die FSME-Erkrankung oft besonders schwer. Daher sollten sich auch Senioren impfen lassen.

Wie oft muss geimpft werden? 

Drei Impfungen intra­mus­kulär zur Grun­dim­mu­ni­sierung.

  • Am Tag 0 die 1. Impfung
  • nach 2 bis 12 Wochen die 2. Impfung und
  • nach 9 bis 12 Monaten die 3. Impfung.

Auffri­schung nach drei bis fünf Jahren.

Wie viele Personen sterben an Borre­liose?

Die Borre­liose gilt als nicht tödlich verlau­fende Erkrankung.

Ab welchem Alter können Kinder geimpft werden? 

Kinder können ab Voll­endung des 1. Lebens­jahres geimpft werden.

Welche Neben­wir­kungen hat die Impfung? 

Am häufigsten treten leichte Lokal­re­ak­tionen an der Einstich­stelle, grip­pe­ähn­liche Allge­mein­re­ak­tionen und aller­gische Reak­tionen auf. Schwere Neben­wir­kungen sind selten.

Kann man gegen Borre­liose impfen? 

Nein.

Gibt es Risi­ko­ge­biete für Borre­liose?

Nein. Borrelien kommen in Deutschland überall vor, wo Schild­zecken, auch „gemeiner Holzbock“ genannt, vorkommen. Lokal unter­schiedlich sind etwa 5 bis 35 Prozent der Zecken mit Borrelien infi­ziert.

Was genau ist Borre­liose (Lyme-Borre­liose)?

Borre­liose ist eine bakte­rielle Erkrankung, hervor­ge­rufen durch das Schrau­ben­bak­terium Borrelia burg­dorferi. Nach einem Zecken­stich ist bei den Gesto­chenen mit einer Erkrankung zu rechnen, wenn die Zecke den Erreger in sich trägt und er beim Biss auch über­tragen wird. Die mit Abstand häufigste Erkran­kungsform ist die Wanderröte (Erythema migrans). Die Borre­liose kann außer­or­dentlich viel­ge­staltig verlaufen . Betei­ligung von Haut, Nerven­system, Herz und Gelenken möglich. Eine Behandlung mit Anti­biotika ist in der Regel wirksam, je früher desto besser. Ansonsten besteht die Gefahr von blei­benden Schäden.

Wie häufig ist die Borre­liose?

Gibt es für das thera­peu­tische Vorgehen zuver­lässige Empfeh­lungen?

Für Empfeh­lungen zur anti­bio­ti­schen Therapie bieten Leit­linien von medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaften zuver­lässige Orien­tierung. Von deut­schen Fach­ge­sell­schaften gibt es Leit­linien der Neuro­logen und der Haut­ärzte, deren Empfeh­lungen vergleichbar auch in vielen anderen Leit­linien euro­päi­scher Länder zu finden sind.

Zika­virus

Was ist das Zika­virus?

Das Virus wurde 1947 erstmals bei einem Affen einer Forschungs­station im Zikawald in Uganda, Afrika, nach­ge­wiesen und nach dem Ort benannt. Das Virus gehört zu den Arbo­viren (Akronym für engl. arthropod-borne virus). Die Grup­pen­zu­ge­hö­rigkeit ergibt sich allein durch den Über­tra­gungsweg durch Arthro­poden (Glie­der­füßer). Zu der Gruppe gehören auch zum Beispiel das Gelb­fieber- oder das FSME-Virus.

Welche Länder sind aktuell vom Zika­virus betroffen? 

Derzeit ist das Virus in über 40 Ländern in Mittel- und Südamerika zu finden. Auch im tropi­schen Afrika, Asien und den Inseln des Pazi­fi­schen Ozeans kommen Zika­virus- Infek­tionen beim Menschen vor. Infor­mieren Sie sich vor Reise­an­tritt in Ländern, in denen das Zika­virus lokal über­tragen wird, über den aktu­ellen Stand der Infek­tionen mit dem Virus. Eine aktuelle Liste der in den vergan­genen Monaten betrof­fenen Gebiete ist auf der Website des Euro­päi­schen Zentrums für Seuchen­prä­vention (ECDC) abrufbar.

Wie wird das Zika­virus über­tragen?

Neben dem Haupt­über­tra­gungsweg durch Steck­mücken sind die sexuelle Über­trag­barkeit des Virus von Mensch zu Mensch und die Über­tragung während der Schwan­ger­schaft von Mutter auf Kind möglich.

Wie macht sich eine Infektion beim Menschen bemerkbar? 

Eine Zika­virus-Infektion beim Menschen macht sich durch Symptome wie Kopf-, Gelenk-, Muskel­schmerzen, Binde­haut­ent­zündung, Fieber und Haut­aus­schlag bemerkbar.

Was wird Schwan­geren bei Reisen in Gebiete mit dem Zika­virus empfohlen? 

Bereits schwan­geren Frauen rät das Auswärtige Amt von einer Reise in dekla­rierte Ausbruchs­ge­biete ab oder, wenn ein Rück­tritt der Reise nicht mehr möglich ist, sollte nach Rückkehr ein Gynä­kologe konsul­tiert und infor­miert werden. Hinter­grund ist der mitt­ler­weile belegte Zusam­menhang zwischen Häufungen von Kopf­fehl­bil­dungen mit abnorm kleinem Kopf­umfang bei Neuge­bo­renen (soge­nannte Mikro­ze­phalien), zum Teil in Verbindung mit neuro­lo­gi­schen Symptomen und einer Zika­vi­rus­in­fektion der Mutter während der Schwan­ger­schaft.

Was wird Reisenden in Gebiete mit dem Zika­virus empfohlen? 

Für männ­liche Reise­rück­kehrer ist zu über­legen, ob die Dauer des Aufent­haltes und das persön­liche Risi­ko­profil vor Ort es recht­fer­tigen, nach Rückkehr seinen Sexu­al­partner generell für die Dauer von 8 Wochen durch Kondom­ge­brauch zu schützen. Männer, die Symptome einer Zika­virus-Infektion entwi­ckeln, sollten laut Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation sechs Monate lang „Safer Sex“ prak­ti­zieren.  Beim Geschlechts­verkehr mit schwan­geren Frauen wird der Kondom­ge­brauch bis zum Ende der Schwan­ger­schaft empfohlen. Weib­lichen Reise­rück­keh­re­rinnen wird empfohlen, eine Schwan­ger­schaft bis zwei Monate nach Rückkehr aus den Ausbruchs­ge­bieten zu vermeiden.

Detail­lierte konkrete Empfeh­lungen für Reisende in die betrof­fenen Gebiete finden Sie im Merk­blatt des Auswär­tigen Amtes.

Was müssen Reisende zu den Olym­pi­schen Spielen 2016 in Brasilien beachten? 

Wo findet man weitere Informationen zum Zika­virus?

Wie kann man einer Zika­virus-Infektion vorbeugen?