Krankenhausbetreiber und Ärztin im Gespräch.

Die Kran­ken­haus­planung in Bayern

Die Kran­ken­haus­planung hat das Ziel, die bedarfs­ge­rechte Versorgung der Bevöl­kerung durch ein funk­tional abge­stuftes und effi­zient struk­tu­riertes Netz einander ergän­zender Kran­ken­häuser sicher­zu­stellen.

Die Länder sind bundes­ge­setzlich verpflichtet, Kran­ken­haus­pläne aufzu­stellen (§ 6 Abs. 1 Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rungs­gesetz). Der Kran­ken­hausplan hat das Ziel, die Versorgung der Bevöl­kerung durch ein funk­tional abge­stuftes und effi­zient struk­tu­riertes Netz einander ergän­zender Kran­ken­häuser sicher­zu­stellen. Er beinhaltet daher Entschei­dungen zu Standort, Fach­rich­tungen, Versor­gungs­stufe und Bettenzahl der Kran­ken­häuser.

Wich­tiges Indiz für die Bedarfs­ge­rech­tigkeit eines Kran­ken­hauses, seiner Kapa­zi­täten und seiner Fach­ab­tei­lungen ist der Grad der Inan­spruch­nahme durch die Pati­en­tinnen und Pati­enten. Der Kran­ken­hausplan soll die Voraus­setzung dafür schaffen, dass die Kran­ken­häuser durch Zusam­men­arbeit und Aufga­ben­teilung unter­ein­ander die Versorgung in wirt­schaft­lichen Betriebs­ein­heiten sicher­stellen können. Das bedeutet aber auch, dass aus Kosten- und Quali­täts­gründen nicht jedes Kran­kenhaus ein breites Spektrum an Fach­rich­tungen vorhalten oder seltener auftre­tende bzw. sehr schwer­wie­gende Krank­heiten diagnos­tisch und thera­peu­tisch bewäl­tigen kann. Der Frei­staat Bayern setzt sich deshalb verstärkt für Koope­ra­tionen zwischen einzelnen Kran­ken­häusern ein, um deren Wett­be­werbs­fä­higkeit zu stärken.

Kran­ken­haus­planung ist Länder­sache – und das muss auch in Zukunft so bleiben.
Melanie Huml, Staats­mi­nis­terin

Kran­ken­haus­pla­nungs­be­hörde und Kran­ken­haus­pla­nungs­aus­schuss

Im Frei­staat Bayern ist das Gesund­heits­mi­nis­terium die Kran­ken­haus­pla­nungs­be­hörde (Art. 22 Abs. 1 Baye­ri­sches Kran­ken­haus­gesetz). Das Gesund­heits­mi­nis­terium stellt unter Mitwirkung des Baye­ri­schen Kran­ken­haus­pla­nungs­aus­schusses den Kran­ken­hausplan für den Frei­staat Bayern auf. Der Baye­rische Kran­ken­haus­pla­nungs­aus­schuss ist ein vom Baye­ri­schen Gesetz­geber vorge­se­henes Exper­ten­gremium, das sich aus Mitgliedern der Kran­ken­haus­trä­ger­seite, der Ärzte­schaft und den Kran­ken­kassen als Kosten­träger zusam­men­setzt. Bei den kran­ken­haus­pla­ne­ri­schen Entschei­dungen ist Einver­nehmen mit dem Kran­ken­haus­pla­nungs­aus­schuss anzu­streben. Das Letz­tent­schei­dungs­recht liegt beim  Gesund­heits­mi­nis­terium.

Der Baye­rische Kran­ken­hausplan

Der Baye­rische Kran­ken­hausplan stellt die für die bedarfs­ge­rechte Versorgung der Bevöl­kerung erfor­der­lichen Kran­ken­häuser nach Standort, Zahl der Betten und teil­sta­tio­nären Plätzen, Fach­rich­tungen sowie Versor­gungs­stufe dar. Außerdem enthält der Baye­rische Kran­ken­hausplan folgende Fach­pro­gramme:

Der Baye­rische Kran­ken­hausplan wird jährlich fort­ge­schrieben. Dadurch ist es dem Gesund­heits­mi­nis­terium möglich, flexibel auf regionale Verän­de­rungen in puncto Einwoh­nerzahl, Alters­struktur, Kran­ken­haus­häu­figkeit, Pati­en­ten­wan­de­rungen, Verweil­dauer der Pati­enten im Kran­kenhaus sowie auf den medi­zi­ni­schen Fort­schritt zu reagieren. Die Grafik  zeigt die Auswir­kungen dieser Faktoren auf die Kran­ken­haus­si­tuation seit dem Jahr 2000.

Diagramm vergrößert sich bei Mausklick: Die Grafik zeigt die Veränderung der Einwohnerzahl, Belegungstage, durchschnittliche Verweildauer, Anzahl Krankenhäuser, stationäre Fälle, Bettenanzahl und Bettennutzung von 2000 bis 2014. Einzeldaten finden Sie im Krankenhausplan.

Diagramm vergrößert sich bei Maus­klick: Verän­derung der Einwoh­nerzahl, Bele­gungstage, durch­schnitt­liche Verweil­dauer, Anzahl Kran­ken­häuser, stationäre Fälle, Betten­anzahl und Betten­nutzung von 2000 bis 2014. Einzel­daten finden Sie im Kran­ken­hausplan.

Die Kran­ken­häuser, die in den Kran­ken­hausplan aufge­nommen sind, können öffent­liche Inves­ti­ti­ons­kos­ten­för­derung bean­tragen. Durch diese öffent­lichen Mittel und durch die von den Kran­ken­kassen vergü­teten Kran­ken­haus­leis­tungen wird die bedarfs- und leis­tungs­ge­rechte Kran­ken­haus­ver­sorgung finan­ziert.