Header zum Thema Masern. Nackter Fuß tritt auf Spielzeug.

Masern

Masern sind eine hoch anste­ckende Krankheit. Sie wird durch Viren verur­sacht. An Masern erkranken nicht nur unge­impfte Kinder, sondern auch zunehmend nicht oder nicht ausrei­chend geimpfte (junge) Erwachsene. Eine Impfung ist das wirkungs­vollste Mittel, dieser Krankheit vorzu­beugen.

Was sind Masern?

Masern sind eine weltweit verbreitete, hoch­an­ste­ckende Virus­er­krankung. In den Entwick­lungs­ländern gehört sie zu den zehn häufigsten Infek­ti­ons­krank­heiten mit einem hohen Anteil an tödlichen Verläufen. Über­tragen wird diese Erkrankung haupt­sächlich über die Luft oder durch Kontakt mit Körper­flüs­sig­keiten wie Sekrete aus Nase oder Rachen. Wer sich in der Nähe eines Erkrankten aufhält, ohne selbst gegen das Virus geimpft zu sein oder die Krankheit schon durch­ge­macht zu haben, wird mit hoher Wahr­schein­lichkeit ange­steckt.

Masern gehören laut Infek­ti­ons­schutz­gesetz zu den melde­pflich­tigen Erkran­kungen. Das heißt, dass der Verdacht, die tatsäch­liche Erkrankung oder der Tod an Masern dem Gesund­heitsamt gemeldet werden muss.

Symptome und Krank­heits­verlauf

Die Krankheit verläuft in zwei Phasen. Sie beginnt mit Fieber, Binde­haut­ent­zündung, Schnupfen, Husten und charak­te­ris­ti­schen kalk­sprit­zer­ar­tigen Flecken an der Mund­schleimhaut. Nach ungefähr drei bis sieben Tagen tritt der für Masern typische Haut­aus­schlag mit bräunlich-rosa­far­benen inein­ander über­ge­hende Flecken auf, zuerst im Gesicht und hinter den Ohren und dann am ganzen Körper. Er bleibt vier bis sieben Tage bestehen. Danach schuppt sich die Haut oft  kleie­artig. Neben der teil­weise schweren Beein­träch­tigung durch die Erkrankung selbst, kann es bei den Betrof­fenen durch eine vorüber­ge­hende Schwä­chung der körper­lichen Abwehr zu Kompli­ka­tionen kommen. Diese reichen von Mittel­ohr­ent­zündung, über Lungen­ent­zündung bis hin zu einer Gehirn­ent­zündung, welche dauerhaft Schäden hinter­lassen kann. Kompli­ka­tionen können in jedem Alter auftreten. Insbe­sondere sind kleine Säug­linge sehr gefährdet, aber auch Erwachsene sind oft davon betroffen.

Zudem kann nach einer Masern­er­krankung, insbe­sondere im Säug­lings- und Kindes­alter, Jahre später eine seltene, aber folgen­schwere Form einer Gehirn­ent­zündung auftreten, die schlei­chend verläuft und immer tödlich endet (Subakute skle­ro­sie­rende Panen­ze­pha­litis, SSPE). Die Krankheit hinter­lässt lebens­lange Immu­nität. Das heißt, wer das Virus einmal hatte wird kein zweites Mal daran erkranken.

Was gilt es zu beachten, wenn ein Kind an Masern erkrankt ist?

Falls ein Kind an Masern erkrankt ist oder man den Verdacht hat, darf es nach § 34 Abs. 1 Infek­ti­ons­schutz­gesetz (IfSG) Gemein­schafts­ein­rich­tungen (zum Beispiel Kinder­garten, Schule) nicht besuchen, damit andere Kinder nicht ange­steckt werden. Personen ohne ausrei­chende Immu­nität, die in derselben Wohn­ge­mein­schaft wie ein an Masern Erkrankter oder Erkran­kungs­ver­däch­tiger leben (zum Beispiel Geschwister), dürfen nach § 34 Abs. 3 IfSG eine Gemein­schafts­ein­richtung eben­falls nicht besuchen. Der behan­delnde Arzt teilt den Eltern mit, wann eine Anste­ckungs­gefahr nicht mehr besteht und das Kind wieder in den Kinder­garten oder die Schule gehen kann. Darüber hinaus sind Leiter von Gemein­schafts­ein­rich­tungen nach § 34 Abs. 6 IfSG verpflichtet, das Auftreten von Masern an das Gesund­heitsamt zu melden.

Todes­fälle kommen auch in Deutschland vor.

Entgegen der häufig verbrei­teten Meinung sind Masern nicht nur eine Kinder­krankheit. Das zeigt die stei­gende Zahl an Masern­er­kran­kungen bei (jungen) Erwach­senen in Deutschland deutlich. Über die aktuelle Zahl der Masern­er­kran­kungen infor­miert das Baye­rische Landesamt für Gesundheit und Lebens­mit­tel­si­cherheit.

Beim Thema Impfen geht es nicht nur um den Selbst­schutz, sondern auch um das Allge­meinwohl. Insbe­sondere müssen sehr kleine Kinder geschützt werden, die noch nicht geimpft werden können.
Melanie Huml, Staats­mi­nis­terin

Masern - Keine harmlose Kinder­krankheit

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Ja

Die Ständige Impf­kom­mission am Robert Koch Institut empfiehlt allen nach 1970 gebo­renen Erwach­senen eine Über­prüfung ihres Impf­status und gege­be­nen­falls die Impfung. Wichtige Informationen zur Impfung erhalten Sie in unserem Impf­ka­lender.

Schutz­impfung: Masern

Lesen Sie mehr über die Masern­impfung in unserem Impf­ka­lender – wer und wann man sich impfen lassen soll und was die häufigsten Impf­re­ak­tionen sind.

Häufig gestellte Fragen

Können Masern für Kinder gefährlich sein? 

Masern ist eine hoch­an­ste­ckende Virus­er­krankung. Neben der teil­weise schweren Beein­träch­tigung durch die Erkrankung selbst kann es auch durch das vorüber­gehend geschwächte Immun­system bei den Betrof­fenen zu schwer­wie­genden Kompli­ka­tionen kommen. Todes­fälle kommen auch in Deutschland vor. An Masern erkrankte Säug­linge haben ein erhöhtes Risiko, ca. fünf bis zehn Jahre später eine chro­nisch schlei­chende Hirn­ent­zündung zu entwi­ckeln, die immer tödlich endet.

Wie können Kinder vor Masern geschützt werden? 

Ein nahezu voll­stän­diger Schutz kann mit der von der Stän­digen Impf­kom­mission am Robert Koch-Institut (STIKO) für Deutschland empfoh­lenen zwei­fachen Impfung gegen Masern (in der Regel in Kombi­nation mit Mumps- und Röteln­impfung und ggf. Wind­po­cken­impfung) erzielt werden.

Falls Ihr Kind noch nicht gegen Masern geimpft ist bzw. nur eine Erst­impfung erhalten hat, sollten Sie es jetzt impfen lassen, um es zu schützen und eine Weiter­ver­breitung der Masern zu verhindern. Auch bei einem schon statt­ge­fun­denen Kontakt zu einem Masern­er­krankten kann der Ausbruch der Erkrankung durch eine Impfung innerhalb von 3 Tagen noch verhindert werden.

Bestehen Gefahren durch die Masern­impfung für Kinder? 

Einige Eltern lassen ihre Kinder aus Sorge vor möglichen Neben­wir­kungen und Kompli­ka­tionen nicht impfen. Kompli­ka­tionen durch Impfungen sind sehr selten und keineswegs vergleichbar mit den Kompli­ka­ti­ons­raten nach Masern­er­kran­kungen. Der Verdacht auf lang­fristige Schäden (Autismus, entzünd­liche Darm­er­kran­kungen) nach Masern­impfung konnte in umfang­reichen Studien nicht bestätigt werden. Im Vergleich mit den schweren und relativ häufigen Kompli­ka­tionen der Masern­in­fektion ergibt sich eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung der Masern­impfung.

Wo kann man sich impfen lassen? 

Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Haus- bzw. Kinderarzt. Zusätzlich können Sie auch beim Gesund­heitsamt weitere Informationen erhalten, wenn Sie Fragen haben.

Familie informiert sich über das Impfen zum thema Masern.