Paar schaut aus dem Fenster.

Alkohol: Genuss mit Verantwortung

Alkohol ist „kein gewöhnliches Konsumgut“: So urteilen die internationale Gesundheitswissenschaft über einen Stoff, der in unserem gesellschaftlichen Leben bei vielen Gelegenheiten eine Rolle spielt. Den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu stärken, ist Ziel der bayerischen Gesundheitspolitik.

Alkohol wird ausgeschenkt.

Genuss und Risiko

Alkohol hat in unserer Kultur eine lange Geschichte, er ist Genuss- und Suchtmittel zugleich: In geringer Menge getrunken, kann Alkohol anregend wirken; gemeinsames Trinken ist oft ein Ausdruck von Geselligkeit oder Gastfreundschaft. Bei übermäßigem Konsum jedoch birgt Alkohol Risiken: kurzfristig das Risiko der Trunkenheit mit all ihren Folgen, langfristig das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Leberkrankheiten und einige Krebsarten sowie das Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln, also süchtig nach Alkohol zu werden.

Risikoarmer Alkoholkonsum

Ob Alkoholkonsum negative Folgen hat, hängt von den Umständen ab, unter denen getrunken wird: vom individuellen Gesundheitszustand, von der Situation, und von der konsumierten Menge. Einen Alkoholkonsum ganz ohne gesundheitliches Risiko gibt es nach Ansicht der Wissenschaft heute nicht, wohl aber Mengen, die als „risikoarm“ gelten.

Grafik Mann und Frau - Alkohol Gramm.
  • 01 EMPFEHLUNG

    Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt:

    Frauen sollten pro Tag nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol trinken

    Das entspricht ca. 0,3 Liter Bier oder 0,15 Liter Wein/Sekt oder ca. 4 Zentiliter einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut etc.)

  • 02 EMPFEHLUNG

    Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt:

    Männer sollten pro Tag nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol trinken

    Das entspricht ca. 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein/Sekt oder ca. 8 Zentiliter einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut etc.)

  • 03 EMPFEHLUNG

    Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt:

    An mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche sollte ganz auf Alkohol verzichtet werden

Die Bayerische Staatsregierung hat den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu einem Schwerpunktthema ihrer Initiative „Gesund.Leben.Bayern.“ gemacht. Ziele sind insbesondere die Förderung eines verantwortlichen Umgangs mit alkoholischen Getränken und die Ächtung des Rauschtrinkens („Komatrinkens“) bei Jugendlichen, eine Trendwende beim Einstiegsalter in den Alkoholkonsum und der konsequenten Vollzug des Jugendschutz- und Gewerberechts. Mit dem Bayerischen Präventionsplan bekräftigt das Bayerische Gesundheitsministerium dieses Engagement.

Wann ganz verzichten?

Nüchtern sein, wenn es drauf ankommt: Bei der Einnahme von Medikamenten, bei der Arbeit und bei der Teilnahme am Straßenverkehr sollte auf Alkohol verzichtet werden; Gesundheitsexperten sprechen von „Punktnüchternheit“. Daneben gibt es Lebensphasen, in denen Alkoholkonsum immer ein Risiko ist. Dazu gehört in erster Linie die Schwangerschaft: Trinkt eine werdende Mutter Alkohol, kann sie ihrem Baby schwere Schädigungen zufügen. Auch für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist Alkohol tabu, denn er hat im sich entwickelnden Organismus deutlich schwerere Folgen als bei Erwachsenen. Kinder könnten zum Beispiel schon bei einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille bewusstlos werden. Dem trägt das Jugendschutzgesetz mit seinen Bestimmungen zum Alkohol Rechnung. Doch das Gehirn ist bis zum 21. Lebensjahr im „Umbau“ und somit bis dahin besonders gefährdet. Bei Übermäßigem Konsum sollte man sich also den Folgen für Konzentration und Gedächtnis bewusst sein.

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Darüber hinaus kann Alkoholkonsum die gesundheitliche Belastung bei verschiedenen chronischen Krankheiten deutlich verstärken, etwa bei Erkrankungen der Niere oder bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Wenn Alkohol krank macht

In Bayern leben schätzungsweise 260.000 alkoholabhängige Menschen, bundesweit geht man von rund 1,7 Millionen Betroffenen aus. Weitaus mehr trinken Alkohol in gesundheitlich riskanter oder schädlicher Weise. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehrere zehntausend Menschen vorzeitig infolge ihres Alkoholkonsums, mehrere hunderttausend müssen im Krankenhaus behandelt werden. Hinzu kommen soziale Folgen, etwa durch Gewalttaten unter Alkoholeinfluss, und wirtschaftliche Auswirkungen. Die volkswirtschaftlichen Kosten infolge alkoholbezogener Krankheiten in Deutschland werden auf mehr als 26 Milliarden Euro beziffert. Dem gegenüber stehen Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,22 Milliarden Euro (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen).

Positive Entwicklungen

In den vergangenen Jahren hatten Berichte über massiven Alkoholkonsum bei Jugendlichen immer wieder Besorgnis hervorgerufen. Etwas mehr als die Hälfte (54,4 Prozent) der 11- bis 17-Jährigen hat schon einmal Alkohol getrunken. Doch in Bayern hat man darauf in mehrfacher Hinsicht mit Erfolg reagiert. Neben verstärkten Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, die Kommunen landesweit engagiert unterstützen, wurden Programme für Jugendliche und junge Erwachsene ins Leben gerufen, etwa das multimediale Projekt „Starker Wille statt Promille“ und die Aktion „HaLT“, die direkt auf junge Menschen mit gesundheitsschädlichem Alkoholkonsum zugeht und zugleich für eine verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema wirbt. Bundesweit machen Kampagnen wie „Kenn dein Limit“ riskanten Alkoholkonsum zum Thema.

Logo der Kampagne Starker Wille statt Promille.
Jugendliche haben Spaß ohne Alkohol.

All dies zeigt Wirkung: Nach der jüngsten Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist das Einstiegsalter für den ersten Alkoholkonsum in Deutschland weiter angestiegen. Jugendliche und junge Erwachsene trinken insgesamt weniger Alkohol, auch das Rauschtrinken ist zurückgegangen. Dennoch: Bundesweit konsumieren durchschnittlich 12,9 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat so viel Alkohol, dass sie in einen Rausch geraten, bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 35,4 Prozent.

Erfreulich ist, dass immer mehr Jüngere zwischen 12 bis 17 Jahren vollständig auf Alkohol verzichten: 33 Prozent in dieser Altersgruppe geben an, noch nie Alkohol getrunken zu haben, 2001 waren es lediglich 13 Prozent gewesen.