Imagebild mit Ärztehand, die verschiedene medizinische Symbole zu halten scheint, Headerbild der StMGP-Seite zur Digitalisierung

Digitalisierung in Gesundheit und Pflege

Digitale Technik kann Pflegekräfte und pflegende Angehörige entlasten, Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, noch präziser zu behandeln und durch Vernetzung von Daten neues Wissen über Zusammenhänge erschließen. Digitalisierung und Zuwendung schließen sich dabei nicht gegenseitig aus – im Gegenteil. Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium fördert daher eine Vielzahl von Projekten, damit Bürgerinnen und Bürger künftig noch besser medizinisch und pflegerisch versorgt werden können.

Es ist mir ein Anliegen, Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber der modernen Technik abzubauen. Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen der digitalen Anwendungen überzeugen. Klar ist dabei: Technische Unterstützung ist nur dann sinnvoll, wenn sie nicht zulasten des persönlichen Kontakts geht. Moderne Technik soll assistieren – nicht ersetzen.
Klaus Holetschek, Staatsminister, MdL

Damit Medizin individuell zugeschnitten werden kann.

Projekt „DigiMed Bayern – Pilotprojekt zur P4 Medizin in Bayern“

Die Personalisierte Medizin (auch „P4-Medizin“: prädiktiv, präventiv, personalisiert, partizipatorisch) gilt als eine der weltweit erfolgversprechendsten medizinischen Entwicklungen unter Verwendung digitaler Technologien. Dieser datenbasierte Ansatz lässt einen Quantensprung im Verständnis von Krankheiten und den daraus resultierenden therapeutischen und präventiven Ansätzen erwarten. In den USA, England, Frankreich und China wurden dazu umfangreiche Programme aufgelegt.

Das Pilotprojekt „DigiMed Bayern– Pilotprojekt zur P4 Medizin in Bayern“ ( kurz: „DigiMed Bayern“) ist ein bayerisches Leuchtturmprojekt zur Weiterentwicklung der datenbasierten Medizin. Es wurde am 26. Februar 2019 im Ministerrat vorgestellt. Im Zentrum des Projekts steht die Atherosklerose – die in Bayern und weltweit am häufigsten zum Tode führende Erkrankung.

Von zentraler Bedeutung für das Projekt ist die Verknüpfung von klinischen und epidemiologischen Datensätzen mit individuellen Patientendaten und die Erweiterung durch molekulare Charakterisierung (Omics-Analysen). Zudem soll eine übertragbare, integrierte digitale Infrastruktur geschaffen werden. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen – so die Erwartung – die Anzahl von schicksalhaften und dramatischen Verläufen als Folge von Herzinfarkten und Schlaganfällen nachhaltig senken.

Das Projekt berücksichtigt auch ethische, rechtliche und soziale Auswirkungen der Arbeitsergebnisse.

Logo vom Projekt DigiMed im Überblick

Geplante Laufzeit: Q4/2018 bis Q4/2023 (5 Jahre)

Wissenschaftliche Leitung: Deutsches Herzzentrum München

Projektkoordinator: BioM Biotech Cluster Development GmbH

Projektträger: Bayern Innovativ GmbH

Fördernehmer: Deutsche Herzzentrum München, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum der Universität München, Helmholtz Zentrum München, Max-Planck-Institut für Biochemie, Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Noch mehr Infos auf einen Blick: Flyer zum Projekt

Damit Brustkrebspatientinnen besser versorgt werden.

Projekt „digiOnko – Integratives Konzept zur personalisierten Präzisionsmedizin in Prävention, Früherkennung, Therapie und Rückfallvermeidung am Beispiel von Brustkrebs“

Logo des Projekts digiOnko
© A. Wünsche

Brustkrebs ist die insgesamt häufigste Krebsart in Bayern. Von den Ergebnissen des Projekts  „digiOnko – Integratives Konzept zur personalisierten Präzisionsmedizin in Prävention, Früherkennung, Therapie und Rückfallvermeidung am Beispiel von Brustkrebs“ sollen möglichst viele Betroffene und deren Angehörige (Fokus Nordostbayern) profitieren.

Zu den Arbeitspaketen von digiOnko zählen im Wesentlichen die Implementierung der integrierten Versorgung im Rahmen der Früherkennung und des Screenings, die Einrichtung von „Digital Home Healthcare Centern“ (Nutzung von medizinischen Daten, die im häuslichen Umfeld erhoben werden), die Entwicklung von neuen und die Einbindung von bestehenden spezifischen Health Apps, die Auswertung von bestehenden Daten mittels Künstlicher Intelligenz (KI) und der Aufbau einer interoperablen Vernetzungsinfrastruktur für Kliniken, Praxen und Früherkennungseinrichtungen sowie die Entwicklung eines integrierten Patientenportals.

Fördernehmer des Projekts sind das Universitätsklinikum Erlangen, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Medical Valley EMN e.V., die Siemens Healthcare GmbH, das Universitätsklinikum Würzburg sowie das Universitätsklinikum Regensburg. Daneben finden Kooperationen mit Dritten statt (Novartis Pharma GmbH) oder sind im Projektverlauf angedacht (z.B. mit der Bayerischen Krebsgesellschaft oder den Krankenkassen). „digiOnko“ hat eine geplante Laufzeit von vier Jahren bis 2024.

Damit Pflege nachhaltig und zukunftsorientiert gestaltet wird.

Projekt „CARE REGIO“

Imagebild zeigt Würfel, die verschiedene medizinische Symbole abbilden und aufeinandergestapelt werden

Der Pflegesektor sieht sich einem wachsenden Fachkräftemangel und einer gleichzeitig steigenden Anzahl unterstützungs- und versorgungsbedürftiger Menschen gegenüber gestellt. Die Nutzung digitaler Gesundheitstechnologien wird in diesem Zusammenhang als große Chance verstanden, um einen erheblichen Mehrwert für den Pflegebereich zu schaffen. Gleichzeitig ist digitale Technik auch in der Pflege kein Selbstzweck, sondern soll zu Pflegende und Pflegende bestmöglich unterstützen.

Das Projekt „CARE REGIO“ in der Region Bayerisch-Schwaben ist ein Verbundprojekt, das die Möglichkeiten der digitalen Gesundheitstechnologie nutzen möchte. So sollen Ideen und Technologien entwickelt werden, die Pflegende und zu Pflegende mit neuen technisch-digitalen Prozessen und Systemen unterstützen können. Hauptziel des Projekts ist die Entlastung der Pflegekräfte durch Zeit- und Arbeitsersparnis bei gleichzeitig verbesserter Pflegequalität und damit einhergehend einer Erhöhung der Lebensqualität, sowohl für die Pflegenden als auch diejenigen, die gepflegt werden.

Die Konsortialführerschaft und wissenschaftliche Gesamtleitung hat die Hochschule Kempten inne, Projektträger ist die Bayern Innovativ GmbH. Die vier weiteren Konsortialpartner sind die Hochschule Neu-Ulm, die Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg und die Hochschule Augsburg.

Aufgrund der Komplexität wurde das Gesamtprojekt in zwei Phasen unterteilt: In Phase 1 wurden seit 2019 die bestehenden Versorgungsprozesse und -stationen analysiert und die für Phase 2 relevanten Handlungsfelder konstituiert. Das so erarbeitete Transferkonzept befindet sich seit Ende 2020 in der Umsetzungsphase; die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre.

Zentrale Handlungsfelder sind die Digitalisierung des Pflegeüberleitungsberichts mit Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI), der Einsatz von technischen Assistenzsystemen in der Pflege (Assistive Systeme), die Schaffung eines digitalen Wissens-Repository („Pflege-Wiki“), die Etablierung eines für die Pflege angepassten Daten-Pools („Pflege Data Lake“), eine wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens, sowie ethischer, sozialer und rechtlicher Vorgaben, sowie die Vernetzung relevanter Akteure und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Damit Pflegebedürftige länger zu Hause bleiben können.

Imagebild zeigt älteren Herren mit kleinem Jungen, die beide auf eine virtuelle Oberfläche schauen und damit ihr Smarthome steuern

Projekt „Dein Haus 4.0“

Intelligente Technik kann im Alltag helfen. Sie kann dazu beitragen, dass pflegebedürftige Menschen länger in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld verbleiben können, wenn sie das möchten. Aber auch pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte sollen damit entlastet werden.

Um aufzuzeigen, wie Pflegebedürftige mittels intelligenter Assistenztechnik möglichst lange zuhause selbstbestimmt leben können, wurde das Projekt „Vorbildliches Pflegewohnumfeld für Pflegebedürftige“ ins Leben gerufen: „Dein Haus 4.0”. Hierzu soll intelligente Technik erlebbar und sichtbar gemacht werden. Dazu wird beispielsweise in Mustereinrichtungen für unterschiedliche Wohnformen vom Haus über die Wohnung bis hin zu Pflegeeinrichtungen nicht nur veranschaulicht, was technisch möglich ist, sondern vor allem auch, ob es einen tatsächlichen Nutzen für die Anwender gibt. Jedes „DeinHaus 4.0“-Projekt setzt dabei eigene Schwerpunkte bei Forschung und Technik.

Pilotprojekte in verschiedenen Regionen:

Länger Leben Zuhause – NIEDERBAYERN

Das erste „DeinHaus 4.0“ setzt die Technische Hochschule Deggendorf seit Sommer 2018 mit einer Laufzeit bis Ende 2023 um. An mehreren Standorten werden Mustereinrichtungen erlebbar gemacht. Die erste Mustereinrichtung wurde in Osterhofen und in Deggendorf umgesetzt. Auch in Roding im Landkreis Cham wird es eine Mustereinrichtung geben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde zunächst im BRK Pflegeheim ein kleines „Gaming Center“ vermittelt, das es ermöglicht spielerisch Bewegungen durchzuführen. Sobald es die Situation zulässt, soll das BRK Pflegeheim mit weiteren Sensoren ausgestattet werden.

Selbstbestimmt leben – OBERBAYERN

Das Rosenheimer Forschungsprojekt „Dein Haus 4.0 – Oberbayern Wohnkompetenzzentrum an den Standorten Freilassing und Rosenheim“ hat eine Laufzeit bis Anfang 2024. Es erprobt die Wirksamkeit von technischen Assistenzsystemen und evaluiert die Zufriedenheit der Nutzer. Untersucht wird dabei, wie in Zukunft ein Smart Home aussehen könnte, das den speziellen Bedürfnissen von älteren Menschen, aber auch ihrer Pflege- und Therapiekräfte gerecht wird.

Technik im Alltag – Technik zum Leben – OBERPFALZ

Die OTH Regensburg erprobt bis Ende 2023 so genannte Telepräsenz-Roboter im häuslichen Umfeld von Schlaganfallpatienten. Dazu sollen rund 100 Projektteilnehmer die Möglichkeit erhalten, ein halbes Jahr lang zu Hause ihre persönlichen Unterstützungsmöglichkeiten durch Telepräsenzroboter zu erleben. Die OTH wird dabei unter anderem Akzeptanz und Folgen erforschen, gesundheits- und pflegewissenschaftliche Potentialstudien erstellen und Fragen des Datenschutzes klären.

Zuhause besser Leben – UNTERFRANKEN

Das Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Bad Kissingen und der ZTM GmbH informiert und berät über digitale Wohnassistenzsysteme: Zentral in einer Erlebnis- und Beratungswelt vor Ort in Bad Kissingen, aufsuchend im Rahmen einer Wanderausstellung, die durch ganz Unterfranken unterwegs sein wird, sowie digital unter www.deinhaus4punkt0.de. Das Projekt läuft bis Ende 2024.

Video zum Projekt „Dein Haus 4.0 – Oberbayern“

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Ja

Damit Lebensverhältnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen verbessert werden.

Projekt „Digitales Demenzregister Bayern“ (digiDEM BAYERN)

Das Forschungsvorhaben „Digitales Demenzregister Bayern“ (digiDEM BAYERN) hat sich das Ziel gesetzt, die Lebensverhältnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu verbessern. Ziele sind die Bereitstellung digitaler Angebote für Menschen mit Demenz sowie die Einrichtung eines digitalen Wegweisers Demenz für Betroffene und deren pflegende Angehörige. Zusätzlich zielt digiDEM BAYERN darauf ab, eine digitale Unterstützungs- und Partizipationsplattform für das bürgerschaftliche Engagement in der Betreuung von Menschen mit Demenz aufzubauen. Dazu wird ein flächendeckendes bayerisches Demenzregister mit einer zugehörigen Onlineplattform entwickelt. DigiDEM BAYERN ist als ein digital aufgesetztes, bevölkerungsbasiertes Patientenregister konzipiert und wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Universitätsklinikum Erlangen im Verbund mit Medical Valley EMN e.V. durchgeführt.

Auf der Webseite des Projektes können Angebote genutzt werden, die Betroffenen im Alltag helfen und die Lebensqualität verbessern. Da Hörverlust zu Steigerung des Demenzrisikos führen kann, bietet digiDEM BAYERN ein digitales Hörscreening an. Mit Hilfe der „Angehörigenampel“ können pflegende Angehörige darin unterstützt werden das Ausmaß ihrer körperlichen und seelischen Belastung zu realisieren. Sie werden über mögliche gesundheitliche Folgen informiert und auf Beratungs- sowie Unterstützungsangebote aufmerksam gemacht. Außerdem stehen die Webinare „Science Watch LIVE“ und die Artikel aus dem „Science Watch“ – Newsletter auf der Internetseite zur Verfügung.

Das Forschungsprojekt wird in der Zeit vom 01.01.2019 bis 31.12.2023 durchgeführt.

Älteres Paar, dass lächelnd vor einem Laptop sitzt

Damit Reha nachhaltig wirkt.

Projekt „Digitales Rehabilitationskonsil mit Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) – Reha- /TI-Konsil“

Ziel des Projekts „Reha- /TI-Konsil“ ist es, die Vor- und Nachsorge von Reha-Patientinnen und Patienten zu verbessern – mit Hilfe der digitalen Vernetzung aller Akteure. Das Vorhaben setzt dabei beim bundesweit geplanten Anschluss von Reha-Einrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) an. TI ist die „Datenautobahn“, die alle Akteure im Gesundheitswesen verbindet und den hochsicheren Austausch gesundheitsbezogener Daten ermöglicht.

So werden in den am Projekt beteiligten Reha-Einrichtungen Kernanwendungen der TI getestet. Die elektronische Patientenakte, das elektronische Rezept oder ein elektronischer Medikationsplan sollen so auch in der Reha verfügbar werden. Im Projekt wird zudem eine E-Health-Anwendung – das Reha-Konsil – entwickelt. Die Anwendung ermöglicht ärztliche Telekonsile zwischen Hausärztinnen und Hausärzten und den ausgewählten Reha-Einrichtungen für die Vor- und Nachsorge. Darüber hinaus wird eine Bestandsaufnahme über den Grad der Digitalisierung von Reha-Einrichtungen in Bayern erstellt. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen zur Steigerung des Digitalisierungs- und Vernetzungsgrades der bayerischen Reha-Einrichtungen abgeleitet.

Das Projekt „Reha- /TI-Konsil“ hat eine geplante Laufzeit von 1,5 Jahren (01.10.2020 – 30.04.2022) und die Fördernehmer sind die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg sowie das Unternehmen Monks – Ärzte-im-Netz GmbH mit Sitz in München.

Damit die Chancen für die medizinische und pflegerische Versorgung erkannt werden.

Projekt „Digitales Gesundheitsdorf Oberes Rodachtal im Landkreis Kronach – DIGI-ORT”

Das Projekt „DIGI-ORT” gehört zur Projektreihe der Digitalen Dörfer Bayerns, ebenso wie das bereits erfolgreich abgeschlossene Projekt „MeDiLand”. Ziel dieser Projektreihe ist es, in ländlichen Regionen die Vorteile der Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen. Das „Digitale Gesundheitsdorf Oberes Rodachtal im Landkreis Kronach“, kurz “DIGI-ORT”, ist bereits das zweite digitale Gesundheitsdorf, welches seit Sommer 2018 durch bayerische Gesundheitsministerium gefördert wird.

Die Idee: Um die medizinische und pflegerische Versorgung zu verbessern, werden Daten in elektronischen Akten erfasst. Hausärztinnen und Hausärzte und Pflegedienste können darauf zugreifen, sofern der Besitzer seine Zustimmung erteilt. Dadurch erhöht sich der Informationsfluss, wodurch die Versorgung weiter verbessert und die Lebensqualität erhöht werden soll.

Konkret entwickelt und erprobt das Fraunhofer-IIS (Institut für Integrierte Schaltungen) eine Plattform, die einen Datenaustausch zwischen allen Beteiligten ermöglicht. Dazu gehören die häusliche Umgebung, Hausärztinnen und Hausärzte, ambulante Pflegedienste, eine lokale Anlaufstelle und ein ehrenamtlicher Begleitdienst.

Die Einrichtung des ehrenamtlichen Begleitdienstes und der zentralen Anlaufstelle ist ebenfalls Projektinhalt. Die Anlaufstelle wurde bei der bestehenden Wohnberatung eingerichtet. Sie soll interessierte Privathaushalte sowohl über digitale Assistenzsysteme als auch über allgemeine Fragen rund um die Digitalisierung in Gesundheit und Pflege informieren. Der ehrenamtliche Begleitdienst soll Personen mit Betreuungsbedarf unterstützen (zum Beispiel bei Arzt- und Apothekenbesuchen).

Daneben werden neun Haushalte mit sogenannter AAL-Technik (Assistend Ambient Living) ausgestattet, zum Beispiel mobiler Notruf, Sturzerkennung und Geo-Fencing. Das Fraunhofer-IIS versucht, die Strukturen zu nutzen, die in der Region bereits durch das Projekt etabliert wurden, und sie in die Datenplattform von DIGI-ORT zu integrieren. Dazu laufen Abstimmungsgespräche mit den Projektverantwortlichen von Gesundheitsversorgung 4.0. Zudem wird die Komptabilität der im Projekt entwickelten Datenplattform mit der Telematikinfrastruktur (TI) angestrebt.

©Fraunhofer IIS

Hinweis: Zum Vergrößern der Grafik klicken Sie einfach auf das Bild oder hier.

Abgeschlossene Projekte

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat bereits zahlreiche Projekte gefördert, die mithilfe digitaler Methoden und Hilfsmitteln Patientinnen und Patienten sowie dem betreuenden Pflegepersonal helfen soll. Hier finden Sie einige der Projekte in einer Kurzvorstellung:

  • Projekt zur Verbesserung der Versorgungsqualität von Menschen mit Diabetes
    Hände eines älteren Menschen, die sich mit einem entsprechenden Werkzeug Blut für einen Glukose-Test entnehmen

    Um die Behandlung von Menschen mit Diabetes zu verbessern, förderte das StMGP ein bayernweites Telemedizinprojekt, welches zum 31.12.2019 erfolgreich abgeschlossen wurde. Dazu übermittelten in dem Projekt knapp 100 Patientinnen und Patienten sechs Monate lang automatisiert ihr Glukoseprofil in ein Portal. Die Evaluation des Projekts zeigte: Bei den Projektteilnehmern hat sich der Hämoglobinwert (HbA1 c) signifikant verbessert, ohne Zunahme des Körpergewichts. Außerdem konnte die sog. „Time-in-Range“, also der Anteil der Zeit, in dem der Blutzucker weder im hypo- noch im hyperglykämischen Bereich war, während der Projektlaufzeit vergrößert werden. Die beteiligten Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte gaben an, dass die Umsetzung im Alltag einfach und praktikabel war.

  • Projekt „BaTeleS“
    Imagebild zeigt schwangere Frau auf dem Sofa, die via Laptop mit einem Arzt spricht und sich dabei Notizen auf einem Block macht

    Das Projekt „Telemedizinische Betreuung in der Schwangerschaft – BaTeleS“, das am 30.06.2020 erfolgreich ausgelaufen ist, hat erforscht, ob durch eine frühzeitige telemetrische Überwachung und Betreuung der schwangeren Patientinnen zuhause Behandlungen im Krankenhaus reduziert bzw. verkürzt werden können. Hierfür erhielten die Patientinnen spezielle telemetrische Geräte zur Erfassung von Gewicht, Blutdruck und Puls. Die von der Schwangeren selbst gemessenen Werte wurden automatisiert und verschlüsselt auf den Rechner des Telemedizinzentrums übertragen und dort ausgewertet. Unter- bzw. überschritten die Daten die individuell festgelegten Blutdruck- und Gewichtsgrenzen, wurde das betreuende Personal im Telemedizinzentrum alarmiert und nahm Kontakt zur Schwangeren auf. Erste Vorab-Auswertungen zeigen, dass das Projektziel erreicht werden konnte: So ist das Geburtsgewicht bei den telemedizinisch betreuten besser und Frühgeburten nehmen ab.

  • Projekt „MeDiLand”
    Das mobile Telemonitoring-Gerät vor dem

    Das Projekt „Medizin Digital zur Verbesserung der Versorgung auf dem Land“, kurz „MeDiLand“, gehörte zur Projektreihe der Digitalen Dörfer Bayerns und ist am 31.10.2020 erfolgreich ausgelaufen. Ein Fazit können Sie auf der Webseite des Projektes nachlesen.

    Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stand die digitale Vernetzung von Pflegeheimen, Pflegediensten und Versorgungsassistentinnen (VERAHs) mit Hausärzten und Krankenhäusern in der Region Spiegelau-Frauenau. Erprobt wurde, wie Patientinnen und Patienten und Pflegebedürftige über Distanzen mit telemedizinischer Unterstützung versorgt werden können. Das Projekt unterstützte zudem die Bevölkerung bei der Nutzung elektronischer Gesundheitsakten im Alltag. Darüber hinaus erfolgte auch die probeweise Vernetzung mit einer Bergschutzhütte.

Projekt zur Verbesserung der Versorgungsqualität von Menschen mit Diabetes

Um die Behandlung von Menschen mit Diabetes zu verbessern, förderte das StMGP ein bayernweites Telemedizinprojekt, welches zum 31.12.2019 erfolgreich abgeschlossen wurde. Dazu übermittelten in dem Projekt knapp 100 Patientinnen und Patienten sechs Monate lang automatisiert ihr Glukoseprofil in ein Portal. Die Evaluation des Projekts zeigte: Bei den Projektteilnehmern hat sich der Hämoglobinwert (HbA1 c) signifikant verbessert, ohne Zunahme des Körpergewichts. Außerdem konnte die sog. „Time-in-Range“, also der Anteil der Zeit, in dem der Blutzucker weder im hypo- noch im hyperglykämischen Bereich war, während der Projektlaufzeit vergrößert werden. Die beteiligten Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte gaben an, dass die Umsetzung im Alltag einfach und praktikabel war.

imagebild_diabetes_glukose_messen

Projekt „BaTeleS“

Das Projekt „Telemedizinische Betreuung in der Schwangerschaft – BaTeleS“, das am 30.06.2020 erfolgreich ausgelaufen ist, hat erforscht, ob durch eine frühzeitige telemetrische Überwachung und Betreuung der schwangeren Patientinnen zuhause Behandlungen im Krankenhaus reduziert bzw. verkürzt werden können. Hierfür erhielten die Patientinnen spezielle telemetrische Geräte zur Erfassung von Gewicht, Blutdruck und Puls. Die von der Schwangeren selbst gemessenen Werte wurden automatisiert und verschlüsselt auf den Rechner des Telemedizinzentrums übertragen und dort ausgewertet. Unter- bzw. überschritten die Daten die individuell festgelegten Blutdruck- und Gewichtsgrenzen, wurde das betreuende Personal im Telemedizinzentrum alarmiert und nahm Kontakt zur Schwangeren auf. Erste Vorab-Auswertungen zeigen, dass das Projektziel erreicht werden konnte: So ist das Geburtsgewicht bei den telemedizinisch betreuten besser und Frühgeburten nehmen ab.

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Projekt „MeDiLand”

Das Projekt „Medizin Digital zur Verbesserung der Versorgung auf dem Land“, kurz „MeDiLand“, gehörte zur Projektreihe der Digitalen Dörfer Bayerns und ist am 31.10.2020 erfolgreich ausgelaufen. Ein Fazit können Sie auf der Webseite des Projektes nachlesen.

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stand die digitale Vernetzung von Pflegeheimen, Pflegediensten und Versorgungsassistentinnen (VERAHs) mit Hausärzten und Krankenhäusern in der Region Spiegelau-Frauenau. Erprobt wurde, wie Patientinnen und Patienten und Pflegebedürftige über Distanzen mit telemedizinischer Unterstützung versorgt werden können. Das Projekt unterstützte zudem die Bevölkerung bei der Nutzung elektronischer Gesundheitsakten im Alltag. Darüber hinaus erfolgte auch die probeweise Vernetzung mit einer Bergschutzhütte.

telemonitoring-geraet_waldschmidthaus

Thema Datensicherheit

Die digitale Vernetzung bringt weitreichende Möglichkeiten für Gesundheit und Pflege. Klar ist aber auch: Wer die Vorteile digitaler Anwendungen nutzt, gibt personenbezogene Daten von sich preis. Entscheidend ist deshalb, dass Digitalisierung und der Schutz personenbezogener Daten Hand in Hand gehen. Gerade sensible Daten zur Gesundheit des Einzelnen müssen wirksam vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Ziel des Freistaats Bayern ist es deshalb, die Vernetzung von Gesundheitsdaten verantwortungsbewusst mitzugestalten. Aus diesem Grund fördert das bayerische Gesundheitsministerium ausschließlich Projekte, bei denen die Fördernehmer selbst nachweisen, dass sie die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllen.