Veranstaltungsrückblick
Ob Fachthema oder Aktionstag: Die Themen des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sind Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Hier finden Sie einen Rückblick auf die der jüngsten Vergangenheit.
9. Jahrestagung zur Hospiz- und Palliativversorgung
Bereits zum neunten Mal fand am 19. Mai 2026 in Nürnberg die Jahrestagung Hospiz- und Palliativversorgung statt. Unter dem Motto „Gemeinschaftlich, vielfältig und nachhaltig: Herausforderungen und Chancen in der Hospiz- und Palliativversorgung“ wurde vor allem die große Offenheit und der Einfallsreichtum gewürdigt, mit denen Haupt- und Ehrenamtliche in der hospizlichen Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen immer wieder neue Wege gehen. Wie auch in den vergangenen Jahren führte die Moderatorin Sybille Giel mit viel Empathie und Sachverstand durch den Tag.
Zu Beginn stellte Anne Baumann vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln dem Publikum vor, wie Ungleichheiten, die im Leben bestanden haben, auch bei schwerer Krankheit und im Sterben erhalten bleiben können und zeigte Lösungswege auf, wie eine diversitätssensible Hospiz- und Palliativversorgung in der Praxis aussehen könnte.
Im Anschluss daran präsentierte Karin Ohler, Projektleiterin der Caring Community Köln, die Möglichkeiten einer Caring beziehungsweise mitfühlenden Community für die Gesellschaft am Beispiel der Stadt Köln. Sie unterstrich, wie wichtig Kompetenzen in der Allgemeinbevölkerung im Umgang mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer im Alltag sind, und erklärte praxisnah, wie Wissen, Sicherheit und gegenseitige Unterstützung gefördert werden können.
Nach der Mittagspause begeisterte Sarah Bartholomäus unter der Rubrik „Best Practice-Beispiele“ mit ihrer lebendigen Vorstellung ihrer Arbeit in der Fachstelle Palliativversorgung in der stationären Altenhilfe in Stadt und Landkreis München und legte den Fokus dabei auf Menschen mit Demenz. Es wurde deutlich, wie wichtig eine einfühlsame, beobachtungsbasierte Einschätzung für die palliative Versorgung von Menschen mit Demenz ist, da sich die Ausdrucksformen von Bedürfnissen, Schmerzen und Belastungen verändern können.
Am Nachmittag stellten Diakon Dirk Münch (Hospiz- und Palliativzentrum Nürnberg) und Dr. Gritt Braeseke (IGES Institut GmbH) den Einsatz und die Verbreitung eines einheitlichen Notfallbogens für die gesundheitliche Versorgungsplanung in der Modellregion Nürnberg vor und den damit verbundenen Kommunikations-Marathon, um möglichst alle Menschen, die an der Versorgungskette beteiligt sind, mit ins Boot zu holen.
Im Anschluss folgte ein Vortrag von Hermann Reigber (Christophorus Akademie, LMU Klinikum), Ricarda Scheiner (Klinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum) und Dr. Elisabeth Jentschke (Uniklinikum Würzburg) zu einem Schulungsprojekt im Umgang mit Todeswünschen. Dabei betonten sie, dass beim Äußern von Todeswünschen die Betroffenen häufig damit aussagen wollen, dass sie so, wie ihre jetzige Lebenssituation ist, nicht weiterleben wollen und weniger, das Leben tatsächlich aktiv beenden zu wollen. Meist verbirgt sich dahinter eine bestehende oder befürchtete Symptomlast auf körperlicher, psychischer, sozialer und/oder spiritueller Ebene. Ziel der Schulung ist es, Sicherheit im professionellen Umgang mit Todeswünschen zu fördern, Todeswünsche differenziert einzuordnen und eine würdezentrierte, suizidpräventive Haltung zu stärken. Der Vortrag beleuchtete sowohl zentrale inhaltliche Module der Schulung (unter anderem Differenzierung von Todeswünschen, ethische und rechtliche Rahmenbedingungen, kommunikative Strategien, Selbstfürsorge) als auch die begleitende Evaluation.
Abgerundet wurde die Tagung von Alexander Kulla vom Hospiz am Ohmplatz, Erlangen, der der Frage nachging, was ein Team in der Hospiz- und Palliativversorgung braucht, um während der täglich herausfordernden Arbeit Teamspirit, Haltung und Kraft aus gelingenden Begegnungen zu erfahren. Er kam dabei zu dem Schluss, dass niemand allein die Herausforderungen annehmen und bewältigen muss, sondern dass es stets ein respekt- und vertrauensvolles Miteinander braucht, um ein Team zu entwickeln und dieses durch die alltäglichen Aufgaben zu tragen.
Wir freuen uns schon jetzt darauf, Sie bei der Jahrestagung nächstes Jahr erneut begrüßen zu dürfen.
Impressionen von der 9. Jahrestagung Hospiz- und Palliativversorgung
Präsentationen
Die Präsentationen zu den Vorträgen finden Sie in unserer Download-Cloud.
2. Fachtag Geriatrie: „Alter(n) aktiv gestalten – Herausforderungen und Wege in der Geriatrie“
Am 15. Oktober 2025 fand in der Hanns-Seidl-Stiftung der 2. Fachtag Geriatrie unter dem Motto „Alter(n) aktiv gestalten: Herausforderungen und Wege in der Geriatrie“ statt. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bildeten sich zu aktuellen Entwicklungen in Praxis und Wissenschaft im Bereich der Altersmedizin fort.
Staatsministerin Judith Gerlach drückte in ihrem Grußwort ihre Wertschätzung für die Arbeit der Geriaterinnen und Geriater aus und würdigte die höchst anspruchsvolle Fachlichkeit im Umgang mit älteren und hochbetagten Menschen. In einem Impulsvortrag machte Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf (Professorin für Gesundheitsförderung und Prävention, Hochschule Furtwangen) darauf aufmerksam, warum wir für eine gelingende Gesundheitsförderung und Prävention eine positive Kultur des Alterns brauchen.
Im Anschluss berichtete Dr. med. Matthias Weniger (Geschäftsführer Institut für Stressmedizin Rhein Ruhr) zum Umgang mit Stress und Stressreduktion im (klinischen) Alltag. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde von unterschiedlichen Blickpunkten aus der Frage nachgegangen, ob und warum wir ein neues Altersbild brauchen.
Am Nachmittag gab Prof. Dr. Christine von Arnim (Direktorin Klinikum Geriatrie an der Universitätsmedizin Göttingen) einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten der neu zugelassenen Demenz-Medikamente für Patientinnen und Patienten mit geriatrischem Versorgungsbedarf. Im weiteren Verlauf informierte Prof. Dr. Andreas Simm (Gründungsdirektor des Interdisziplinären Zentrum für Altern in Halle (IZAH) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) anhand eines Mausmodells über Forschungsansätze, die individuelle Zellalterung zu beeinflussen. Es folgte Dr. med. Eckard Krüger (Ärztliche Leitung und Geschäftsführung der MoRe-Life GmbH – Mobile Rehabilitation) mit einem Vortrag über „Dos and Don’ts“ bei der Gründung und dem Betrieb einer MoGeRe.
Danach informierte Stefan Matzelsberger (Referent für Geriatrie im Referat Hospiz, Palliativversorgung, Geriatrie des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention) über den aktuellen Bettenaufwuchs im Bereich der stationären geriatrischen Versorgung in Bayern. Dr. Kerstin van Rüth (Ärztliche Gutachterin Krankenhaus bei MD Bayern) berichtete über die Tätigkeitsfelder des Medizinischen Dienstes Bayern im Bereich der geriatrischen Versorgung in Bayern. In einem weiteren Fachvortrag stellte Dr. med. Saskia Maria Rupp (Chefärztin der Akutgeriatrie) den neu eingerichteten sogenannten „Waldtherapiepfad“ der geriatrischen Fachklinik in Wartenberg und seine positiven gesundheitlichen Wirkungen auf die Gesundheit geriatrischer Patientinnen und Patienten vor.

