Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) wird an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, z. B. auch Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Es sind Verdienste, die in der Regel unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht wurden.

Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson - Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson

Aushändigungen

Die erste Aushändigung der Verdienstkreuze am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2022 fand am 17. März in der Stadthalle Memmingen statt.

Miriam Friedmann

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Miriam Friedmann
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Miriam Friedmann

Frau Friedmann hat sich durch die Aufarbeitung und intensive Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus großartige Verdienste erworben.

Sie setzt sich dafür ein, dass die Menschen sich mit den Ereignissen der Vergangenheit befassen und die Taten unvergessen bleiben.

Sie hat dafür gesorgt, dass eine Gedenktafel am Martin-Luther-Platz in Augsburg angebracht wird. Diese erinnert daran, dass das heutige Gebäude ehemals im Besitz der Familie Friedmann war. Ihre Großeltern mussten das Anwesen aufgrund der „Arisierung“ verkaufen.

Gemeinsam mit Lehrern und Schulklassen arbeitet Frau Friedmann an zahlreichen Projekten, zum Beispiel zum Thema „Spurensuche am Maria-Theresia-Gymnasium während der NS-Zeit“.

Im Jahr 2019 hat sie gemeinsam mit Herrn Josef Pröll das Dokumentarfilmprojekt „Die Stille schreit“ realisiert. Der Film erzählt die Geschichte der jüdischen Augsburger Industriellenfamilien Friedmann und Oberdorfer während der nationalsozialistischen Verfolgung. Sie hat unglaublich viel Zeit, private Fotos und Energie in dieses Projekt gesteckt.

Dr. Jörg Gabler

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. Jörg Gabler
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. Jörg Gabler

Herr Dr. Gabler hat als erfolgreicher Unternehmer sowie in zahlreichen Ehrenämtern herausragende Verdienste für die Allgemeinheit erworben.

Er ist als einer der ältesten Privatbankiers der Welt seit über 60 Jahren Mitgestalter seines Familienunternehmens, der heutigen Gabler-Saliter Bankgesellschaft AG. Seit 1971 ist er geschäftsführender Teilhaber.

Die Bankgesellschaft hatte lange Zeit landwirtschaftlichen Bezug. Mit seiner Unterstützung war es möglich, viele Neu- und Umbauten im Allgäu durchzuführen und Landmaschinen zu finanzieren.

Daneben war Dr. Gabler geschäftsführender Teilhaber der „J.M. Gabler-Saliter Milchwerke Obergünzburg“ sowie Vorstandsmitglied im „Milchwirtschaftlichen Verein Allgäu-Schwaben“ und in der „Futtertrocknungsgenossenschaft Obergünzburg“.

Außerdem hat er sich viele Jahre ehrenamtlich in der Industrie- und Handelskammer Schwaben und in der Vertreterversammlung Kaufbeuren engagiert.

Darüber hinaus war er 20 Jahre lang Leiter des Vereins „Feuerschützen seit 1526 Obergünzburg“ sowie Jagdberater im Landkreis Ostallgäu.

Seit 2019 ist Dr. Gabler Vorstandsmitglied der Rupert-Gabler-Stiftung.

Brigitte Lehenberger

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Brigitte Lehenberger
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Brigitte Lehenberger

Frau Lehenberger engagiert sich vorbildlich und unermüdlich ehrenamtlich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Sie leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen Blutkrebs und hat sich dadurch bleibende Verdienste erworben.

Seit 2002 hat sie rund 330 Registrierungsaktionen organisiert. Es ist ihr zu verdanken, dass sich bereits über 44.600 Menschen als potenzielle Stammzellenspender bei der DKMS registriert haben.

Ihr Ehrenamt ist Frau Lehenberger eine wahre Herzensangelegenheit. Sie macht unermüdlich auf Stammzellenspende und Blutkrebs aufmerksam, leistet Aufklärungsarbeit und sensibilisiert die Menschen dafür.

Darüber hinaus engagiert sie sich seit 1989 im „Sportverein Münster am Lech“. Dank ihrer Initiative hat der Verein bereits die beiden Qualitätssiegel „Pluspunkt Gesundheit“ des „Deutschen Turner-Bundes“ und „Sport pro Gesundheit“ erhalten.

Peter Noll

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Peter Noll
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Peter Noll

Herr Noll hat sich als langjähriges Mitglied im Stadtrat von Neu-Ulm tatkräftig und verantwortungsbewusst für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger stark gemacht. Besonders sein Zugehörigkeitsgefühl zum und sein Wirken im Stadtteil Ludwigsfeld zeichnet ihn aus. Über Jahre hat er die verschiedensten Funktionen und Ämter bekleidet.

Darüber hinaus hat er dem Kreistag des Landkreises Neu-Ulm angehört.

Außerdem war Herr Noll 1. Vorsitzender der „Siedlervereinigung Ludwigsfeld“. Dabei hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass Ludwigsfeld im Jahr 1990 den Bundeswettbewerb „Die schönsten Kleinsiedlungen“ für sich entscheiden konnte.

Daneben war er Mitbegründer der „Union Ludwigsfelder Vereine“.

Weitere Verdienste hat er sich im Förderverein der Kindertagesstätte „Arche“ der Andreasgemeinde Neu-Ulm/Ludwigsfeld erworben. So ist es ihm zu verdanken, dass 2005 die Kinderkrippe eröffnet werden konnte.

Dr. Eberhard Pfeuffer

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. Eberhard Pfeuffer
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. Eberhard Pfeuffer

Dr. Pfeuffer engagiert sich langjährig, ehrenamtlich und überregional für den Schutz der Natur- und Kulturlandschaft: Seit 1987 ist er Mitglied im „Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben“. Eine ganze Zeit lang war er als 1. Vorsitzender aktiv. Seit 2013 ist Dr. Pfeuffer hochgeschätztes Ehrenmitglied sowie Ehrenvorsitzender.

1994 bis 2018 war er im Naturschutzbeirat der Stadt Augsburg engagiert.

Besonders am Herzen liegt ihm der Lech und seine Landschaften. Sei es im Naturschutzgebiet des Stadtwaldes Augsburg, in Bayern oder im österreichischen Tirol.

Er setzt sich unermüdlich gegen die Wasserkraftwerke am österreichischen Lech, dem größten nordalpinen Wildfluss, ein. Die ökologische Durchgängigkeit des Lechs soll bewahrt werden.

Dr. Pfeuffer kümmert sich intensiv darum, die wertgebenden Biotoptype durch geeignete Pflege- und Entwicklungsmaßahmen zu erhalten. Dazu hat er über 50 wissenschaftliche Publikationen verfasst.

Im Lechtal und in der Region Augsburg gilt er als namhafter Vertreter des nicht-amtlichen Naturschutzes, der stets sachlich und konstruktiv für die Interessen der Natur eintritt.

Prof. Dr. Günter Schlimok

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Günter Schlimok
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. Eberhard Pfeuffer

Herr Prof. Schlimok ist Internist, Hämatologe, internistischer Onkologe sowie Palliativmediziner und Facharzt für Transfusionsmedizin.

Seit vielen Jahren engagiert er sich im Bereich der Krebsforschung und der medizinischen Versorgung für Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen.

Als international anerkannter Krebsspezialist genießt er in höchsten medizinischen Fachkreisen einen exzellenten Ruf. Seit vielen Jahren ist er ständig in der „Focus“-Liste der besten Krebsspezialisten vertreten.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München forscht Prof. Schlimok nachhaltig an der Entwicklung einer neuen Generation von Krebsmedikamenten.

Neben seiner Tätigkeit als Chefarzt bekleidet er zahlreiche Ehrenämter in wissenschaftlichen Fachgesellschaften, wie zum Beispiel in

  • der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin,
  • der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie,
  • der „American Society of Clinical Oncology“ und
  • der „American Society of Hematology“.

Weiterhin kümmert er sich intensiv um die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen sowie die psychosoziale Betreuung seiner Patienten.

Seit 2003 engagiert er sich ehrenamtlich in der „Bayerischen Krebsgesellschaft“. Seit 2011 ist er mit großem Erfolg der amtierende Präsident.

Peter Schneider

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Peter Schneider
Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Peter Schneider

Herr Schneider engagiert sich auf vielfältige Weise in der Flüchtlingsarbeit und der Aufarbeitung der regionalen Geschichte.

Seit Jahrzehnten ist er beim „Maximilian-Kolbe-Werk“ aktiv. Das Hilfswerk kümmert sich um die Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschland und den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Er organisiert und begleitet gemeinsam mit seiner Frau Begegnungsaufenthalte von Konzentrationslager- und Ghetto-Überlebenden in Deutschland.

Außerdem engagiert sich Herr Schneider im „Historischen Verein Lindau“ und war Vorstandsmitglied im „Museum im Malhaus“.

Seit 2015 ist er im Helferkreis „Offene Türen“ der Asylkontaktgruppe Lindau aktiv.

Hochauflösende Bilder finden Sie in unserem Download-Bereich. Senden Sie uns dazu eine E-Mail an: download@stmgp.bayern.de. Sie erhalten dann in Kürze die Zugangsdaten.

Die zweite Aushändigung der Verdienstkreuze am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2022 fand am 23. März in der Allerheiligen-Hofkirche in der Residenz in München statt.

Dr. Hans Dworzak

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. Hans Dworzak
Aushändigung Bundesverdienstkreuz: Dr. Hans Dworzak

Als Chefarzt der Anästhesie und als Initiator der palliativmedizinischen Versorgung hat sich Herr Dr. Dworzak herausragende Verdienste erworben. Er hat sich unermüdlich für einen würdevollen Umgang mit Sterbenden und Trauernden eingesetzt.

1995 hat er den „Anna Hospizverein im Landkreis Mühldorf“ gegründet. Durch die Vereinsgründung und die gezielte Verbindung eines ambulanten Pflegedienstes mit ehrenamtlichen Hospizbegleitern, ist schnell eine tragfähige ambulante Palliativversorgung für den Landkreis entstanden.
Bis 2017 war Dr. Dworzak der ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins.

Einige seiner Modellprojekte haben als großartige Vorreiter für die Bundesebene gedient und konnten in die Regelversorgung etabliert werden. Diese sind zum Beispiel die Anerkennung des Palliativmedizinischen Dienstes am Krankenhaus Mühldorf, der Versorgungsvertrag „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung“ in Mühldorf sowie dessen Ausweitung auf weitere Landkreise.

Daneben ist er seit vielen Jahren Mitglied im „Arbeitskreis Vorsorge“ des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz. Der Arbeitskreis gibt regelmäßig die Vorsorge-Broschüre für Unfall, Alter und Krankheit heraus.

Ingeborg Pongratz

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Ingeborg Pongratz
Aushändigung Bundesverdienstkreuz: Ingeborg Pongratz

Frau Pongratz war über 30 Jahre lang kommunalpolitisch aktiv und hat sich stets für die Belange der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Und zwar als langjähriges Mitglied der CSU, als Kreisvorsitzende der Frauen-Union Landshut, als Bezirksvorsitzende der Frauen-Union Niederbayern, als Mitglied des Stadtrates Landshut sowie als Mitglied des Bayerischen Landtags.

Besonders für die Belange von Frauen hat sie sich stark gemacht. Als Initiatorin und Leiterin des „FrauenKulturKreises“ hat sie das Buch „Frauen im Licht – Frauen im Schatten“ verfasst.

Ferner ist Frau Pongratz Kreisvorsitzende des gesundheitspolitischen Arbeitskreises Landshut und Bevollmächtigte der Schwangerenberatungsstelle im Verein „Donum Vitae Bayern“.

Als Vorsitzende des „Kneipp-Bund Landesverbandes Bayern“ hat sie wesentlich dazu beigetragen, das Präventionskonzept über die Grenzen Bayerns hinaus zu verbreiten. Sie war jahrelang stellvertretende sowie später 1. Vorsitzende des „Kneipp-Vereins Landshut“ und Regionalvorsitzende sowie anschließend Vizepräsidentin des „Kneipp-Bund“. Seit 2017 ist Frau Pongratz Präsidentin des „Kneipp Worldwide“.

Dr. h.c. Ramona Schumacher

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Dr. h.c. Ramona Schumacher
Aushändigung Bundesverdienstkreuz: Dr. h.c. Ramona Schumacher

Frau Dr. Schumacher war Vorstandsmitglied der Charité-Universitätsmedizin Berlin, 1. Leitende Krankenschwester der Bundeswehr und 1. Inspizientin für Medizinalfachberufe des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr.

Zudem war sie Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe und Beiratsvorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Pflege.

Des Weiteren blickt Frau Dr. Schumacher auf ein langjähriges ehrenamtliches Engagement bei den Johannitern zurück. Sie ist Johanniteroberin und stellvertretende Vorsitzende der „Johanniter-Schwesternschaft“. Seit 2011 ist sie Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Johanniter Bildungs-GmbH in Bonn.

Darüber hinaus ist sie stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin.

Hochauflösende Bilder finden Sie in unserem Download-Bereich. Senden Sie uns dazu eine E-Mail an: download@stmgp.bayern.de. Sie erhalten dann in Kürze die Zugangsdaten.

Der Bayerische Verdienstorden

Seit 1957 werden mit dem Bayerischen Verdienstorden hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und die Bevölkerung geehrt. Verliehen wird der Bayerische Verdienstorden vom Ministerpräsidenten an Männer und Frauen, ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit.

Aushändigungen

Marga Perner hat ihr gesamtes Leben ihrer behinderten Tochter gewidmet und ist seit ihrer Geburt im Jahr 1968 rund um die Uhr für sie da.

Ihre Tochter kam schwerstbehindert zur Welt und benötigt Tag und Nacht Pflege. Ohne zu zögern hat sie diese Tätigkeit übernommen   und kümmert sich seit vielen Jahren aufopferungsvoll um ihre Tochter.

Die tägliche Pflege nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und auch die physische Anstrengung ist im Laufe der Jahre immer größer geworden.

Es ist ihr zu jeder Zeit eine Herzensangelegenheit gewesen, ihrer Tochter die Pflege und Versorgung in vertrauter Umgebung zuteilwerden zu lassen.

Seit September 2015 besucht die Tochter von Frau Perner wöchentlich für ein paar Stunden die Lebenshilfeeinrichtung Marktredwitz-Selb-Wunsiedel. In dieser Zeit schöpft sie neue Kräfte für die körperlich und seelisch belastende Aufgabe.  Es ist außerordentlich bewundernswert, dass Frau Perner dies mit über 70 Jahren noch immer so hervorragend meistert.

Marga Perner, Landrat Kalb Ministerin Huml

Foto: Frau Perner, Landrat Kalb und Ministerin Huml