Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) wird an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, z. B. auch Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Es sind Verdienste, die in der Regel unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht wurden.

Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson - Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson

Aushändigungen

Gabriele Wolf

Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes an Frau Gabriele Wolf in Bayreuth
Aushändigung an Frau Gabriele Wolf

Aushändigung am 17.03.2017

Seit 2007 gehört sie dem Führungskreis des Katholischen Frauenbundes in Hirschaid an. Hier bringt sie sich vielfach ein, zum Beispiel gestaltet sie Andachten, organisiert den Weltgebetstag der Frauen, bereitet Vorträge bei der Adventsfeier vor und ist Vorbeterin bei der Buswallfahrt nach Gößweinstein.

Auch überörtlich ist sie sehr engagiert. Seit 2009 ist sie Delegierte für den Landesverband des Katholischen Frauenbundes. 2012 wurde sie zur Diözesanvorsitzenden der Landfrauenvereinigung des Katholischen Frauenbundes im Diözesanverband Bamberg gewählt.

Mit vorbildlichem und zielstrebigem Einsatz plant und leitet sie die Bildungsangebote der Landfrauenvereinigung mit dem Schwerpunkt „Leben im ländlichen Raum“. Sie gibt die Informationen über verbandspolitische Entwicklungen zuverlässig weiter und vertritt tatkräftig den Bamberger Verband in übergeordneten Gremien.

Regelmäßig besucht sie mit großem Interesse Fortbildungen zur Entwicklung der Verbandsarbeit. Bemerkenswert ist auch ihre ansteckende Begeisterung und ihr besonderes Engagement bei der Präsentation der Arbeit der Landfrauenvereinigung nach außen.

Darüber hinaus organisiert und leitet sie alle zwei Jahre die Delegiertenversammlung der Landfrauen.

In ihrer Pfarrgemeinde St. Vitus Hirschaid ist sie seit 2006 im Pfarrgemeinderat. Weiterhin engagiert sie sich dort seit 2007 als Lektorin und Kommunionhelferin. Zudem geht die Hirschaider Ehrenamtsbörse auf ihre Initiative zurück. Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde, die Hilfe bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben benötigen, finden hier wertvolle Unterstützung. Sei es beim Einkauf, bei der Gartenpflege oder bei der Kinderbetreuung. Ihr unermüdlicher Wille, etwas Gutes zu tun, wird nicht zuletzt an ihrem langjährigen ehrenamtlichen Engagement für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) deutlich. Von 1987 bis 2003 hat sie den Vorsitz der Bamberger Kontaktgruppe geführt. Die Gruppe hat sich unter ihrer Leitung zu einer festen Instanz und einer anerkannten Anlaufstelle für Patienten, Angehörige, Ärzte und sonstige Interessierte entwickelt.

Als Patientenbeirätin für den Bezirk Oberfranken hat sie von 1996 bis 2003 die Belange der oberfränkischen Patientinnen und Patienten in der Delegiertenversammlung des Landesverbandes der DMSG vertreten. Ebenso zu erwähnen ist ihr Wirken für den „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschland (VdK)“. Hier war sie Vertreterin der jüngeren Mitglieder im Ortsverband Hirschaid und Beisitzerin im VdK-Kreisvorstand Bamberg.

Horst Schlisio

Aushändigung an Herrn Horst Schlisio

Aushändigung am 17.03.2017

Herr Schlisio hat sich viele Jahre ehrenamtlich im Bereich des Sports für behinderte Kinder und Jugendliche engagiert. Seit 1986 ist er Übungsleiter beim „Faltbootclub Hof 1932 e.V.“. Dort hat er von 1997 bis 2010 zudem das Amt des Jugendwarts ausgeübt. Auf seine Initiative hin hat der Verein und das „Therapeutisch-Pädagogische Zentrum (TPZ) Hof“ im Jahr 2004 die erste Kanugruppe für Kinder mit überwiegend geistiger Behinderung gegründet. In dieser Gruppe werden derzeit circa zwölf Kinder betreut und gefördert, deren geistige Behinderung auch zu körperlichen Einschränkungen führt. Mit viel Sinn für den Sport und Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder leitet er das wöchentliche Training im Kajakfahren.

Er hat sogar an der deutschen Olympiade für geistig und mehrfach behinderte Menschen, der sogenannten „Special Olympics Deutschland“, teilgenommen. 2006 hat Herr Schlisio dort über eine Woche lang eine Gruppe von fünf Aktiven des „Faltbootclubs Hof“ bei den Kajak-Wettbewerben betreut. Seither nimmt er regelmäßig mit einer Gruppe an Wettkämpfen und an den „Special Olympics Deutschland“ teil. So ist er mit behinderten Sportlern bei der „HofRegatta“ angetreten. Bei dieser Veranstaltung wurden T-Shirts verkauft. Der Reinerlös konnte für ein Projekt von Kindern mit Behinderung eingesetzt werden. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die jungen Sportler des „Faltbootclubs Hof“ gemeinsam mit behinderten Kindern des „TPZ“ trainieren. Er hat ein Vorzeigeprojekt auf dem Gebiet der Integration geschaffen. Besonders erfreulich ist auch, dass seit 2012 Schüler der Mittelschule in Hof mit behinderten Jugendlichen des „TPZ“ im Kanusport trainieren.

Darüber hinaus wurde er im Jahr 2009 vom Präsidium des „Deutschen Kanu-Verbandes“ zum Koordinator für Behindertensport berufen, um die Interessen der behinderten Sportlerinnen und Sportler zu vertreten. In dieser Funktion hat er zur Gründung einer Sportgruppe in Jeßnitz in Sachsen-Anhalt beigetragen. 2011 hat ihn das Präsidium des DKV zum Referenten für Parakanu-Leistungssport berufen. Das ist Leistungssport in speziell angepassten Rennkanus. Diese Tätigkeit musste er leider Ende 2013 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Während seiner Zeit als Referent hat er wesentlich zur Entwicklung des Parakanu-Leistungssports beigetragen. Keiner hätte die geschlossene Kooperation zwischen dem „Deutschen Behindertensportverband“ und dem „Deutschen Kanu-Verband“ besser mit Leben erfüllen können als Herr Schlisio.

Auf seine Arbeit für den Kanu-Behindertensport sind die jüngsten Erfolge deutscher Parakanu-Athletinnen und -Athleten zurückzuführen. Außerdem hat er als Cheftrainer 2010 bis 2013 die Nationalmannschaft der behinderten Kanuten, genannt „Paracanoe“ betreut. Mit seinen Athleten hat er an den deutschen Meisterschaften, an den Europameisterschaften und sogar an den Weltmeisterschaften erfolgreich teilgenommen.

In Zusammenarbeit mit dem DKV hat er den Grundstein für Parakanu-Rennsport in Deutschland gelegt. Herr Schlisio hat erste Strukturen auf Verbandsebene geschaffen, die Sichtungsläufe zur Qualifikation im Nationalteam organisiert und Parakanu in die deutschen Meisterschaften integriert. Er war auch bei allen Workshops, Regatten und Parakanu-Wettkämpfen anwesend, um sich für die Parakanuten einzusetzen. Für die Landesverbände war er immer der Ansprechpartner. Er hat sich äußerst erfolgreich für die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher im Kanusport bemüht. Durch seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz hat er Brücken zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen gebaut.

Manfred Schönfelder

Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes an Herrn Manfred Schönfelder
Aushändigung an Herrn Manfred Schönfelder

Aushändigung am 17.03.2017

Herr Schönfelder ist im Jahre 1988 durch den Vortrag eines rumänischen Pastors auf die Armut der Menschen in Rumänien aufmerksam geworden. Der Vortrag hat ihn dazu veranlasst, für Rumänien Spenden und Hilfsgüter zu sammeln. Die Hilfsgüter hat er zunächst an der Seite des rumänischen Pastors in fast ganz Rumänien, das heißt von den Karpaten bis zum Donaudelta, verteilt. Die Dankbarkeit und Gastfreundschaft der Menschen in Rumänien hat ihn so berührt, dass er 1994 zusammen mit Herrn Friedrich Dorsch den Verein „Lasst uns gehen e.V.“ gegründet hat. Die immer größer werdende Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hat ihn auf die Idee gebracht, einen seiner Reisebusse in ein Transportfahrzeug umzubauen, um Hilfstransporte durchführen zu können.

Im Jahr 2000 hat er seinen eigenen Verein mit dem Namen „Maranatha – Hoffnung durch Hilfe e.V.“ gegründet. Der Verein hat das Ziel, bedürftigen Menschen mit Kleidung, Nahrungsmitteln oder einem Geldbetrag zu helfen. Diese Bedürftigen werden von großen Hilfsorganisationen nicht erreicht, da sie zu abseits wohnen. Maßgeblich für das Gelingen der Einsätze ist die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, wie den Bürgermeistern, den Sozialarbeitern, den Schulleitern und den Kirchen. So hat er 2008 eine rumänische Niederlassung seines Vereins in der Stadt Carei (Groß-Karol) im Nordwesten Rumäniens initiiert.

Neben vielen Projekten und der Betreuung von drei Waisenheimen kümmert er sich zusammen mit Frau Olga Marian, der ersten Vorsitzenden des dortigen Vereins „Maranatha Carei“, um Patenschaften. Durch die Patenschaft werden besonders bedürftige Familien und Kinder unterstützt. Erfreulicherweise haben mittlerweile 30 Kinder eine Patenfamilie in Deutschland gefunden. Die Versorgung der Kinder mit allem Lebenswichtigen kann so kontinuierlich gesichert werden. Die Kinder können nun auch medizinische und schulische Betreuung erhalten.

Besonders liegt es Herrn Schönfelder am Herzen, die Spendenbereitschaft aufrecht zu erhalten. Er sammelt in den Kindergärten und Schulen im Raum Erlangen und Forchheim regelmäßig Weihnachtspäckchen. 2013 konnten zahlreiche Schulranzen von Kindern aus der Baiersdorfer Grundschule mit Schulmaterial an rumänische Kinder verteilt werden. Bis zu fünfmal im Jahr gehen mehrere Tonnen Hilfsgüter in großen Containern auf die 1.200 km lange Reise. 2011 ist es ihm mit der Unterstützung der Erlanger Kliniken gelungen ist, einen Lastwagen mit Krankenhausbedarf zu beladen und nach Rumänien zu transportieren. Die Fracht bestand unter anderem aus ausrangiertem Krankenhausmobiliar sowie medizinischen Hilfsmitteln.

Dr. Jürgen Binder

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Seit über drei Jahrzehnten hat er sich über seine anspruchsvolle ärztliche Tätigkeit hinaus auch im Ehrenamt engagiert. Dabei hat er ein außerordentlich hohes Maß an Zeit und Kraft für die Versorgung der Bevölkerung im Bereich der Allgemeinmedizin aufgewendet. Seit 1980 ist er niedergelassener Hausarzt in Erlangen. Viele Jahre lang war er auch berufstätiger Lehrbeauftragter für das Fach Allgemeinmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Herausragenden Einsatz hat er vor allem bei der Errichtung eines Lehrstuhls für das Fach Allgemeinmedizin an der FAU bewiesen, an der er beteiligt war. Die praxisorientierte Lehre steht immer im Fokus seiner Motivation. Daher ist er aktuell für die hausärztliche Lehrpraxis der Universität engagiert. Mit viel Geduld und Erfahrung eröffnet er Studenten Einblicke in das Berufsleben eines niedergelassenen Hausarztes. Mit vielfältigen Aktivitäten kann er immer wieder Erlanger Hausärzte begeistern, sich ebenfalls ehrenamtlich für die Bevölkerung zu engagieren.

1995 hat Herr Dr. Binder zusammen mit seinen Kollegen Dr. Walter Otto den Verein „Hausärzte Erlangen und Umgebung“ gegründet. Mit unermüdlicher Energie und Dynamik verfolgen sie gemeinsam das Ziel, die hausärztliche Tätigkeit sowie die allgemeinmedizinische ambulante Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Von 1995 bis 2007 hatte er die Vorstandschaft inne. Seit 2007 ist er Ehrenvorsitzender des Vereins.

Besonders hervorzuheben ist, dass er als Vorsitzender der „Hausärzte Erlangen und Umgebung“ einen Kooperationsvertrag zwischen Hausärzten und dem Hospizverein Erlangen erarbeitet hat. Dadurch wurde die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und dem Hospizverein wesentlich verbessert. Seinem zielorientierten Engagement ist es zu verdanken, dass die aktive Arbeit des Vereins äußerst erfolgreich ist. Aus dem Verein hat sich unter anderem das „Hausärztekolleg Erlangen“ entwickelt. Dessen Gründung ist seinem unermüdlichen Bestreben nach Verbesserung zu verdanken. Das Kolleg organisiert eigene Fortbildungen für Hausärzte, schult Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten und bildet Medizinische Fachangestellte aus. Das „Hausärztekolleg“ stellt explizit auf die Belange der hausärztlichen Versorgung ab. Er war fünf Jahre lang Vorsitzender dieser Institution. Auch die 1997 ins Leben gerufene „Ärztliche Notfallpraxis Erlangen“ hat er mitgegründet. Sie war eine der ersten ihrer Art in Bayern. Die „Ärztliche Notfallpraxis Erlangen“ bietet der Bevölkerung kompetente Ansprechpartner in sprechstundenfreien Zeiten. Dadurch wurde sie zum festen Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region.

Seit 1997 ist er auch Mitglied im „Deutschen Hausärzteverband“. Der Verband ist inzwischen der größte Berufsverband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und Europa. Viele Jahre lang übernahm er für den Verband die Funktion des Bundesdelegierten. 2001 und 2012 konnte er den „Bayerischen Hausärztetag“ nach Erlangen holen. Er ist auch für den „Bayerischen Hausärzteverband“ mit sehr viel Eifer im Einsatz. Zunächst war er kommissarischer Vorsitzender für Mittelfranken. Seit 2012 ist er als stellvertretender Bezirksvorsitzender Mittelfrankens und kooptiertes Mitglied des Landesvorstandes sehr engagiert. Außerdem ist er noch Landes- und Bundesdelegierter.

Darüber hinaus war er in der „Bayerischen Landesärztekammer“ als Delegierter Erlangens im Ausschuss „Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte“ engagiert. Als Delegierter für Bayern war er auch auf den bayerischen und deutschen Ärztetagen vertreten. Er war im Vorstand des ärztlichen Kreisverbands Erlangens engagiert. Aktuell ist er in der „Gemeinsamen Kommission Prävention der Bayerischen Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern“ tätig. Zusätzlich bringt Herr Dr. Binder sich in vielen Vereinen und Institutionen als Sprecher der Erlanger Hausärzte ein. Seit 2011 ist er auch Mitglied der Vertreterversammlung der „Kassenärztlichen Vereinigung Bayern“. Besonders herausragende Leistung hat er vor allem im Ausschuss: „AG – ärztliche Versorgung im Pflegeheim“ geleistet. Hier hat er ganz besonders für eine Verbesserung in den Pflegeheimen gekämpft.

Darüber hinaus liegen ihm besonders die Städtepartnerschaften auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung am Herzen. Besonders pflegt er die Partnerschaft zur russischen Stadt „Wladimir“ im Bereich des ärztlichen Austausches.

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Gerhard Grötsch

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Herr Grötsch engagiert sich seit 37 Jahren für psychisch kranke Menschen und für Strafgefangene und hat sich dadurch auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Seit 1979 arbeitet er im Verein „KONTAKT – Vereinigung für psychosoziale Hilfen e.V.“ in Bayreuth und betreut seitdem mit großer Leidenschaft und Empathie psychisch Kranke und Strafgefangene. Über die unmittelbare Betreuungsarbeit hinaus hat er seit über 30 Jahren wichtige Funktionen im Verein wahrgenommen. Er wurde so zu einer unerlässlichen Stütze des Vereins. Er war Schriftführer des „KONTAKT e.V“ und Sprecher der Ehrenamtlichen in der Gefangenenarbeit. Seit 1987 ist er Mitglied des Anstaltsbeirats der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth. 1993 wurde er zum Schatzmeister von „KONTAKT e.V“ gewählt. Dieses wichtige Vorstandsamt führt er bis auf den heutigen Tag mit herausragendem Engagement und nicht nachlassender Sorgfalt aus.

Als Schatzmeister ist er für die höchst solide Finanzsituation des Vereins mit einem jährlichen Haushaltsvolumen von zwei Millionen Euro verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehören die finanzielle und auch vertragliche Führung von etwa 25 festangestellten Mitarbeitern. Ebenso die Verwaltung, Instandsetzung und Erhaltung eigener Immobilien sowie die Verwaltung der angemieteten Immobilien. Mit viel Präzision bereitet er den Haushalt vor und sorgt für die Einhaltung und die Überwachung des Budgets. Dafür hat er sich umfangreiche Kenntnisse über Finanzierungsmöglichkeiten und Immobilienfragen angeeignet. Diese setzt er in der täglichen Vereinsarbeit zum Wohl der Klientinnen und Klienten um. Zudem führt er die Verhandlungen mit dem Bezirk Oberfranken über die Finanzierung der Betreuungsleistungen, die von den Mitarbeitern des Vereins erbracht werden. Ohne seinen überdurchschnittlichen Einsatz von sehr viel Freizeit und Kraft wäre die Schatzmeistertätigkeit im Ehrenamt schon lange nicht mehr leistbar.

Er zeichnet sich durch enormes Verhandlungsgeschick und große Kompromissfähigkeit aus. Durch einen sinnvollen Interessenausgleich aller Verhandlungspartner gelingt es ihm immer wieder, gangbare Lösungen zur Durchsetzung der Vereinsinteressen zu erreichen. Zahlreiche Modellprojekte des Vereins „KONTAKT e.V.“ sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Zu erwähnen sind: die Eheseminare in der JVA St. Georgen-Bayreuth,      der „Arbeitsbeschaffungsverein für psychisch Kranke“ und die Wohngruppe für Borderline-Patienten.

Die segensreiche Arbeit des Vereins „KONTAKT e.V.“, seine Erfolge bei der Betreuung von psychisch Kranken und Strafgefangenen und sein hohes Ansehen in der Region sind undenkbar ohne das langjährige engagierte Wirken seines Schatzmeisters Gerhard Grötsch. Nicht zuletzt dank seiner Leistungen erlangten viele der Projekte Modellcharakter für andere Regionen und ähnlich strukturierte Vereine. Mit seinen Mitstreitern im Vorstand und Verein hat er Pionierarbeit für einen besonders sensiblen Personenkreis geleistet, die in vielfältiger Form Früchte getragen hat.

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Helga Knirsch

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt sich Frau Knirsch mit großer Fürsorge und Mitmenschlichkeit für Mitbürgerinnen und Mitbürger in schwierigen Lebenssituationen ein. Es war in den 90er Jahren, als ein schwerer Hörsturz sie und ihren Ehemann zwang, das eigene Lebensmittelgeschäft und folglich ihre gesamte Existenz aufzugeben. Die neue Lebenssituation war mit vielen Entbehrungen und Einschränkungen verbunden. Doch sie gab nie auf und begegnete der schwierigen Situation mit der Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben. Aus eigener Betroffenheit heraus wollte sie Menschen in ähnlicher Lage helfen.

Mit einigen Mitstreiterinnen und Mitstreitern hat sie 1991 die Selbsthilfegruppe Tinnitus gegründet. Die Gruppe hat sie bis zum Jahr 2006 geleitet. Dank ihrer fruchtbaren Aufbauarbeit nehmen viele Betroffene bis heute die Angebote der Selbsthilfegruppe wahr. 1993 hat sie einen weiteren tragischen Schicksalsschlag erlitten. Bei einem Wohnungsbrand ist ihr letztgeborener Sohn Wolfgang im Alter von nur 21 Jahren gestorben. In ihrem unvorstellbaren Leid hat sie die Gemeinschaft mit Eltern gesucht, die ein gleiches Los erfahren haben. Mit großer Empathie hat sie die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern Coburg“ aufgebaut. Bis zum heutigen Tag leitet sie diese höchst motiviert. Sie begleitet verwaiste Eltern einfühlsam durch die schweren ersten Wochen und Monate. Sie versteht es, Leid zu lindern und neue Hoffnung zu vermitteln. In zahlreichen Fortbildungen hat sie sich ein beträchtliches Wissen zum Thema Kindesverlust angeeignet.

Sie hat außerdem viele Ideen umgesetzt. Schon früh hat sie erfolgreich angeregt, dass auch für Totgeburten eine würdige Verabschiedung und Beerdigung auf dem Friedhof Coburg stattfinden kann. Die jährlichen Gedenkgottesdienste werden behutsam und sorgfältig von ihr vorbereitet. Auch die Öffentlichkeit ist eingeladen. Auf ihre Initiative hin entstanden in Coburg zwei „Regenbogenwälder“, in denen Eltern für ihre toten Kinder einen Baum pflanzen können. Die „Seelenbilder“ im Regenbogenwald zum Gedenken an die Kinder werden gemeinsam mit den Eltern gemalt. Dem Klinikum stellt sie liebevoll gestaltete „Moseskörbchen“ für tot geborene Kinder zur Verfügung. Darin werden die Kleinen gebettet, den Eltern wird ein würdiger Abschied ermöglicht. Mit ihren vielfältigen Initiativen unterstützt sie die trauernden Menschen darin, ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben, ohne die Kinder dabei zu vergessen.

Darüber hinaus engagiert sie sich seit 1996 ehrenamtlich im „Hospizverein Coburg“. Sie zählt zu den ersten und mittlerweile wertvollsten Hospizbegleiterinnen. Mit Vorträgen bringt sie auch Schülern und Heranwachsenden die Themen Sterben, Tod und Trauer nahe. Dabei berichtet sie in eindrucksvoller Weise über ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit sterbenden Menschen.

Ende der 90er Jahre hat sie Ihre damalige Arbeitsstelle aufgegeben, um ihre hochbetagten Eltern in ihren letzten Lebensjahren zu Hause zu pflegen. Auch ihren Schwiegervater hat sie bis zu dessen Tod bei sich aufgenommen und liebevoll gepflegt. Sie hat die Kraft gefunden, das ihr auferlegte Schicksal auf bewundernswerte Weise zu meistern.

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Lydia Köstner

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Sie hat sich durch ihre besondere Fürsorge in der Familie ausgezeichnet. Seit mehr als vier Jahrzehnten pflegt sie voller Liebe ihre körperlich und geistig schwerstbehinderte Tochter Martina. Martina ist ihr drittes Kind. Mit ihrer Geburt 1971 hat sich ihr Leben und das ihrer gesamten Familie schlagartig geändert. Martina ist mehrfachbehindert und bedurfte von Anfang an besonderer Zuwendung, intensiver Betreuung und umfassender Pflege. Mehr als sieben Monate hat Martina in ihren ersten beiden Lebensjahren in der Kinderklinik verbracht. In dieser Zeit ist Frau Köstner nie von ihrer Seite gewichen, hat sich fürsorglich um sie gekümmert und mit ihr gekämpft. Martina hat oft die Nahrungsaufnahme verweigert. Sie hatte große Mühe, das schwache Kind ausreichend zu ernähren. Doch sie hat nie aufgegeben und sie mit ihrer unermüdlichen Energie aufgepäppelt. Kraft und Unterstützung bekommt sie durch ihren Ehemann, den sie in den langen Jahren der Pflege stets an ihrer Seite wusste. Martina spricht nur wenige Worte. Für die Kommunikation mit ihr muss sie sich deshalb sehr viel Zeit nehmen. Bis heute umfasst die Betreuung und Pflege alle regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens. Der Pflegeaufwand ist enorm.

Bereitwillig hat sie das Schicksal ihrer Tochter als ihre Lebensaufgabe angenommen. Aufopfernd und voller Liebe ist Frau Köstner Tag und Nacht für sie da und ermöglicht ihr damit den Verbleib in der vertrauten häuslichen Umgebung. Das ist eine Aufgabe, die mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Selten kann sie durchschlafen, eigene Interessen sind seit langer Zeit in den Hintergrund gerückt. Erfreulicherweise kann Martina nun die Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen. So bleibt ihr tagsüber Zeit, die wichtigsten Besorgungen zu erledigen und gelegentlich etwas Ruhe zu finden. Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft sie immer wieder aufs Neue aufbringt. Von den Schmerzen, die manche Blicke und Gespräche über das Anderssein ihrer Tochter verursachen, ganz zu schweigen.

Sie ist ein großartiges Beispiel für tätige Fürsorge und bedingungslose Bejahung der Familie. Selbst eine schwere Erkrankung ihres Sohnes und letztendlich sein Tod hat sie am Sinn ihres vorbildlichen Tuns nicht zweifeln lassen. Ihr Sohn Werner, der sie ebenfalls bei der Pflege von Martina unterstützt hat, ist im November 2014 verstorben und hinterlässt zwei Kinder.

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Dr. Laura Krainz-Leupoldt

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Sie engagiert sich weit über das eigene Unternehmen hinaus für wirtschaftliche und kulturelle Belange. Zusammen mit ihrem Ehemann Franz führt sie als Prokuristin und Mitgesellschafterin die „PEMA Vollkorn-Spezialitäten Heinrich Leupoldt KG“. Das Unternehmen ist seit der Gründung im Jahr 1905 im Familienbesitz. „PEMA“ beschäftigt heute 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hat eine Tagesleistung von 35 – 40 Tonnen Vollkornbrot in höchster Qualität und exportiert in mehr als 80 Länder. Dank ihres großen Geschicks als Verantwortliche für Marketing und Finanzen ist das Unternehmen modern und zukunftsorientiert ausgerichtet. Vom unternehmerischen Erfolg profitieren nicht nur die eigenen Beschäftigten, sondern auch zahlreiche Vertragslandwirte aus der Region. Diese hat sie mit einer Abnahmegewähr und einer Mindestpreisgrenze abgesichert. Am Erfolgskurs des Familienbetriebs hat sie wesentlichen Anteil. Sie kommuniziert die Unternehmensphilosophie mit großer Präsenz und persönlichem Einsatz. Das Vollkornbrot aus dem Hause „PEMA“ hat sich mittlerweile auf dem deutschen und ausländischen Markt als Marke mit Wiedererkennungswert etabliert. Sie hat auch die Einrichtung des „PEMA-Concept-Stores“ am Firmensitz in Weißenstadt initiiert. In einer Erlebniswelt vermittelt sie den Besuchern unter dem Motto „Lust auf Vollkorn“ Information und Emotion.

Darüber hinaus nimmt sie seit 2007 wichtige und wesentliche ehrenamtliche Aufgaben und Funktionen in der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken wahr. Mit den Jahren hat sie ihr Engagement für die Belange der regionalen Wirtschaft stetig gesteigert. Erstmals in der 170-jährigen Geschichte der IHK Oberfranken, wurde mit ihr 2013 eine Frau zur Vizepräsidentin gewählt. In alle Gremien bringt sie stets neue Ideen zur Weiterentwicklung der oberfränkischen Wirtschaft ein.

Ihr Name ist zudem eng mit der Förderung von Kunst und Kultur in der Region verbunden. 2007 hat sie das „Kleine Museum – Kultur auf der Peunt“ gegründet. Es ist Anziehungspunkt für Kunstinteressierte und für Touristen. Das Museum bietet unter anderem Platz für Wechselausstellungen mit Werken nationaler und internationaler Künstler. Schwerpunkt ist die „Konkrete Kunst“. 1996 hat sie mit ihrem Ehemann zusammen die „Laura-Krainz-Leupoldt-Stiftung“ gegründet. Der Stiftungszweck ist die Förderung von Kultur und Völkerverständigung.

Mit dem Roggen-Informationszentrum „ROGG-IN“ hat sie 2014 in Weißenstadt eine weitere innovative Idee in die Realität umgesetzt. „ROGG-IN“ stellt den Anbau, die Verarbeitung und die Geschichte der im Fichtelgebirge wichtigsten Getreidesorte dar. Im Roggengarten finden die Besucher neben multimedialen Informationsangeboten auch Oasen der Ruhe und Entspannung. Dank ihrer authentischen Art und ihres sympathischen Auftretens wurde sie 2013 von der Regionalmarketing-Organisation „Oberfranken Offensiv – Forum Zukunft Oberfranken“ unter dem Motto „Oberfranke aus Leidenschaft“ zu einer der ersten Botschafterinnen Oberfrankens ernannt. Seit 2012 wirbt sie bereits als Botschafterin für den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Als Gründungsvorsitzende des „Coburger Designforums Oberfranken“ hat sie sich bis 2004 auch für die Stärkung des Wirtschaftsfaktors Design in der Region engagiert. Dabei war sie maßgeblich an der erfolgreichen Entwicklung des Designforums beteiligt. Außerdem war sie Gründungspräsidentin des „Soroptimist International Clubs Bayreuth“. Die Institution ist die weltweit größte Serviceorganisation berufstätiger Frauen. Das besondere Augenmerk gilt dabei benachteiligten Mädchen und Frauen. Dem Bayerischen Ableger stand sie von 1993 bis 1998 vor.

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Dr. Walter Otto

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Herr Otto hat sich sehr viele Jahre lang mit überaus großem Engagement für den Stand der Hausärzte und für seine Patientinnen und Patienten engagiert. Er hat dazu beigetragen, dass sich der Bereich Allgemeinmedizin maßgeblich verbessert hat. Als niedergelassener Hausarzt war er lange Zeit in Adelsdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt tätig. Er war nicht nur ein herausragender Mediziner, sondern hatte großes Talent, sein Wissen an Medizinstudentinnen und -studenten zu vermitteln. Neun Jahre lang war er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin. Medizinstudentinnen und -studenten konnten vor allem von seinen Erfahrungen aus der Praxis profitieren. So manche abstrakte Lehrbuchtheorie wurde von ihm durch Beispiele aus der Praxis lebhaft veranschaulicht. Er hat sich stets in hohem Maße für die Belange der Medizinstudierenden eingesetzt.

Eine Fortbildung für Allgemeinmedizin, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Jürgen Binder besucht hat, war letztlich die Initialzündung für seine weiteren ehrenamtlichen Engagements. Gemeinsam haben sie alte Strukturen und Ansichten in Frage gestellt und den festen Entschluss gefasst: „So kann es nicht weitergehen. Wir müssen was ändern.“ Den anfänglichen Gedanken folgten Taten!

Gemeinsam gründete er 1995 den Verein „Hausärzte Erlangen und Umgebung“. Ziel des Vereines es ist, die hausärztliche Tätigkeit sowie die allgemeinmedizinische, ambulante Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Erfolgreiche Referenzprojekte wie „Hausärztekolleg Erlangen“ und die „Notfallpraxis Erlangen“ haben sich aus dem Verein entwickelt. Mit Ausdauer, Zielstrebigkeit und großem Sachverstand ist es beiden gelungen, dass die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Fachärzten wesentlich verbessert werden konnte. Aber auch das Klima unter den Hausärzten und zwischen Haus- und Fachgebietsärzten hat sich dank seines unermüdlichen Einsatzes positiv entwickelt. Seine Taten waren also auch sehr erfolgreich.

Schon immer war er fest davon überzeugt, dass man gemeinsam im Bereich der Allgemeinmedizin vieles verbessern kann. Eine Verbesserung für die Ärzteschaft, für den einzelnen Patienten und somit zum Wohle der Allgemeinheit. Mit vielfältigen Aktivitäten hat er auch andere Erlanger Hausärzte motivieren können, über das normale Maß ihrer beruflichen Pflicht hinaus tätig zu werden. Außerdem ist er seit 1988 Vorstandsmitglied des „Ärztlichen Kreisverbandes Erlangen“. Von 2005 bis 2015 war er erster Vorsitzender und Geschäftsführer des Verbandes. Besonders verstand er es, mit Finanzen umzugehen und den Verband in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei hat er anfallende Aufgaben immer bis ins letzte Detail bearbeitet. Anliegen, die von niedergelassenen und angestellten Kollegen an ihn herangetragen wurden, machte er sich zu eigen. Patienten, die sich an den Ärztlichen Kreisverband wendeten, waren ihm gleichermaßen wichtig. Ihm gelang es immer wieder, Brücken zu bauen und neue Wege zu eröffnen.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit hatte er sich darauf fokussiert, für den Beruf des Medizinischen Fachangestellten zu werben. Ihm war es auch eine Herzensangelegenheit, die Auszubildenden bis zu deren Abschluss zu begleiten. Auch bei der Verwaltung der Finanzen des „Ärztlichen Kreisverbandes“ ha er Kompetenz und Organisationstalent bewiesen. Er hat stets mit Bedacht gewirtschaftet. Dadurch konnte er Kosten senken, stabil halten und zusätzlich Beitragssenkungen für die Mitglieder erreichen.

Darüber hinaus war er von 2005 bis 2015 zweiter Vorsitzender des „Ärztlichen Bezirksverband Mittelfrankens“ und als Geschäftsführer des Verbandes höchst engagiert.

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Otto Stadter

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Otto Stadter.
Foto: Jürgen Schraudner

Aushändigung am 03.11.2015

Otto Stadter setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten im Sozialverband VdK in vorbildlicher Weise ehrenamtlich für alte und sozial benachteiligte Menschen ein. Mit seinem Engagement auf Orts- Kreis-, und Bezirksebene ist er einer der Aktivposten des oberfränkischen VdK. So organisiert er zum Beispiel zahlreiche Veranstaltungen, wobei ihm besonders die Senioren- und Behindertentage am Herzen liegen. Er betreut und unterstützt die Mitglieder in den Ortsverbänden und führt Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen durch.

Daneben fördert er besonders die Jugendarbeit in den Ortsverbänden. Darüber hinaus gibt er auf Landesebene als Mitglied des Landesverbandsausschusses wichtige Impulse für die Verbandsarbeit. Als Vertreter der Sozialleistungsempfänger bringt er sich auch auf kommunalpolitischer Ebene beratend im Sozialhilfeausschuss des Hofer Kreistags ein. Durch seinen langjährigen, unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für alte und hilfsbedürftige Menschen hat er sich hervorragende Verdienste erworben, die mit einer Auszeichnung gewürdigt werden sollen.

Prof. Dr. Wilhelm Sebastian Kempgen

Staatsministerin Melanie Huml überreicht am 9. Mai 2016 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Professor Dr. Wilhelm Sebastian Kempgen.
Foto: Wolfgang Traßl

Aushändigung am 09.05.2016

Professor Dr. Wilhelm Sebastian Kempgen ist als Slawist von nationalem und internationalem Rang ein Philologe im besten Wortsinne. Seine Leidenschaft für die slawischen Sprachen hat er nicht nur zum Beruf, sondern zur Berufung gemacht. Er hat sich nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch in diversen Verbänden und Gremien um die Weiterentwicklung der Slawistik verdient gemacht. Sein umfangreiches wissenschaftliches Gesamtwerk kombiniert klassische Forschungsschwerpunkte mit innovativen Ansätzen. Das belegen nicht nur zahlreiche Publikationen zur slawischen Sprachgeschichte und zum altrussischen Schrifttum, sondern auch seine Tätigkeit als Herausgeber bedeutender Handbücher des Fachgebiets. Der von ihm initiierte Slawistik-Server Kodeks enthält zudem vielfältige Materialien zur Kulturgeschichte der slawischen Völker und Länder Südosteuropas und des Balkanraums.

Ob als Vorsitzender des Deutschen Slawistenverbandes (2006 bis 2010), als Vorsitzender der Slawistentagskommission oder als Herausgeber des wichtigsten Fachorgans seiner Disziplin (Bulletin der Deutschen Slawistik, seit 2006) – Professor Kempgen verleiht der Slawischen Sprachwissenschaft buchstäblich Stimme und Gesicht. In vielen weiteren Gremien hat er Verantwortung für wissenschaftliches Arbeiten auf höchstem Niveau getragen, zum Beispiel als Kommissionsmitglied des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes, als Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder als Mitglied im Beirat des „Gießener Zentrums Östliches Europa“. Daneben nimmt er schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verantwortungsvolle Funktionen in der akademischen Selbstverwaltung der Universität Bamberg ein. Seit 2008 ist er sogar Vizepräsident der Universität Bamberg und in diesem Amt verantwortlich für Lehre und Studierende.

Sein Wirken zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich nicht im wissenschaftlichen Elfenbeinturm versteckt, sondern sich immer für den Transfer in die Gesellschaft eingesetzt hat. Sichtbare Zeichen für dieses Engagement sind zahlreiche Exkursionen und der lebendige Austausch mit verschiedenen Partnerhochschulen. Darüber hinaus hat er an der Gründung der Trimberg Research Academy (TRAc) mitgewirkt. Diese Einrichtung hat das Profil der Universität Bamberg als Ort intensiver Forschung in den Bereichen Bildung, Gesellschaft und Kultur maßgeblich geschärft.

In Würdigung seiner Verdienste wurde ihm im Jahr 2013 von der mazedonischen Universität Bitola eine Honorarprofessur verliehen.

Sein vorbildliches Wirken verdient nun auch die hohe Anerkennung durch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Franziska Renner

Franziska Renner bei der Verleihung des Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Jürgen Schraudner

Aushändigung am 03.11.2015

Franziska Renner pflegt und betreut seit 27 Jahren in aufopfernder und selbstloser Weise ihren schwerstbehinderten Sohn Gerald, der seit einem Motorradunfall im Wachkoma liegt. Ihr Sohn ist rund um die Uhr auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen, da er in Folge des Unfalls jegliche Körperkontrolle verloren hat und sich aus eigenen Kräften weder bewegen, geschweige denn handeln kann. Diese Aufgabe erfüllt sie mit großer Hingabe und Fürsorge. Sie bietet ihrem Sohn seit fast dreißig Jahren ein liebevolles, gutes und mitmenschliches Zuhause.

Dabei wird sie von ihrem Ehemann Herrn Werner Renner und nach Möglichkeit auch von ihren beiden erwachsenen Töchtern unterstützt. Trotzdem könnte ihr Sohn ohne ihre Pflege nicht in der gewohnten Umgebung bleiben. Die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland soll ihre außerordentlichen Leistungen gebührend würdigen.

Heinrich Kattenbeck

Staatsministerin Melanie Huml überreicht am 9. Mai 2016 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Heinrich Kattenbeck.
Foto: Wolfgang Traßl

Aushändigung am 09.05.2016

Heinrich Kattenbeck bereichert mit ungezählten ehrenamtlichen Aktivitäten das gesellschaftliche Leben in und um Forchheim seit mehr als 50 Jahren. Verbunden mit einer tiefen Liebe zur Natur ist ihm soziales, kirchliches und politisches Engagement ein Herzensanliegen und eine Selbstverständlichkeit. Neben seiner langjährigen Tätigkeit in der Kolpingfamilie Forchheim und seinem leidenschaftlichen Einsatz in der Wasserwacht ist Herr Kattenbeck vor allem als Naturschützer bekannt und anerkannt.

Im Jahr 1998 hat Herr Kattenbeck den Vorsitz der Ortsgruppe des BUND Naturschutz Kirchehrenbach/Weilersbach übernommen. Zwei Jahre später kam der Vorsitz der Kreisgruppe Forchheim hinzu, den er 14 Jahre lang innehatten. Darüber hinaus ist er auf Landesebene als Revisor, Beirat und Bundesdelegierter aktiv.

Herr Kattenbeck ist immer dann zur Stelle, wenn die Natur der Region Forchheim Schaden zu nehmen droht. Mit großer Überzeugungskraft vertritt er seinen Standpunkt. Aber man schätzt auch seine Kompromissbereitschaft.
Dabei hat er immer mit angepackt – egal, ob es um Baumpflanzungen, Schutzaktionen für bedrohte Tierarten oder Infostände auf Märkten und Festen ging.

Darüber hinaus ist Herr Kattenbeck seit dem Jahr 2000 als Vorsitzender des Stiftungsausschusses der Sieglinde-Schöffl-Stiftung tätig. Damit trägt er die Mitverantwortung für die sachgerechte Verwendung der Stiftungserträge, beispielsweise zur Förderung von Schulprojekten oder Bachpatenschaften.

Mit bewundernswerter Energie kümmert sich Herr Kattenbeck aber auch um Menschen, die nicht nur die Sonnenseiten des Lebens kennengelernt haben. Seit über dreißig Jahren ist er Vorsitzender der Sozialtherapeutischen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Haus Odilia in Kirchehrenbach. Dank seiner Hilfe können psychisch kranke Erwachsene in dieser Langzeiteinrichtung ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen.

Fast zwanzig Jahre, von 1972 bis 1990, hat Herr Kattenbeck dem Gemeinderat von Kirchehrenbach angehört und sich während dieser Zeit vor allem für soziale Belange eingesetzt. Bis heute unterstützt und begleitet er aktiv die ehrenamtliche Arbeit in verschiedenen Vereinen der Gemeinde.

Aufgrund dieses jahrzehntelangen Engagements wird Herrn Kattenbeck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Norbert Rainer Goßler

Staatsministerin Melanie Huml händigt Norbert Rainer Goßler am 9. Mai 2016 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.
Foto: Wolfgang Traßl

Aushändigung am 09.05.2016

Norbert Rainer Goßler hat sich als ehemaliger Vorstand der Kliniken HochFranken weit über seine beruflichen Pflichten hinaus durch sein ehrenamtliches Engagement hervorragende Verdienste um das Gesundheits- und Krankenhauswesen erworben. Vor allem die Umwandlung der Hofer Kreiskrankenhäuser in das Kommunalunternehmen „Kliniken HochFranken“ fiel unter seine Ägide. Damit hat er nicht nur den beiden Häusern in Münchberg und Naila die Zukunft gesichert, sondern auch maßgeblich dazu beigetragen, viele Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten. Nach der Wiedervereinigung hat Herr Goßler als ehrenamtlicher Berater bei der Neugestaltung der Krankenhausstrukturen im Freistaat Sachsen buchstäblich Aufbauarbeit geleistet. In vielfältiger Weise engagiert sich Herr Goßler auch für den beruflichen Nachwuchs, beispielsweise als Vorsitzender im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Oberfranken für Fachwirte im Sozial- und Gesundheitswesen oder in diversen Ausschüssen und Expertenkreisen auf Landes- und Bundesebene.

Ob als Mitglied der Schiedsstelle für die Festsetzung der Krankenhauspflegesätze in Bayern oder als Vorsitzender des Förderkreises Notfallversorgung in Stadt und Landkreis Hof – Herr Goßler war und ist ein wichtiger Akteur des regionalen und überregionalen Gesundheitswesens. Daneben hat er immer auch Zeit für sein zweites Steckenpferd gefunden – die Heimatgeschichte der Region Hof.  Nicht nur als langjähriger Kassenrevisor beim Nordoberfränkischen Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde in Hof, sondern auch als Autor zahlreicher heimatgeschichtlicher Bücher und kundiger Referent der Hofer Geschichte hat er sich einen Namen gemacht.

Daher soll die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland seine außerordentlichen Leistungen nun gebührend würdigen.

Kreszentia Kopp

Staatsministerin Melanie Huml verleiht Kreszentia Kopp das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 9. Mai 2016.
Foto: Wolfgang Traßl

Aushändigung am 09.05.2016

Kreszentia Kopp hat sich in besonderem Maße durch eine außergewöhnliche Pflegetätigkeit ausgezeichnet. Seit mittlerweile 22 Jahren pflegt sie in aufopferungsvoller Weise und mit viel Hingabe ihren schwerstbehinderten Ehemann Heinz Kopp, der in Folge mehrerer Schlaganfälle und Gehirnblutungen rund um die Uhr auf ihre Unterstützung angewiesen ist. Trotz intensiver Reha-Maßnahmen kann er bis heute weder gehen noch sprechen, sondern seine Wünsche und Bedürfnisse nur mit einfacher Mimik und Gestik artikulieren.

Nur Frau Kopp ist in der Lage, auf diese Art und Weise mit ihrem Mann zu kommunizieren. Das ist auch der Grund, warum andere Personen die Betreuung nur für kurze Zeit übernehmen können.  Auch nachts muss sie stets achtsam sein, um sofort eingreifen zu können, wenn der Blutdruck ihres Mannes gefährlich steigt. Nur dank ihrer fürsorglichen Pflege und Betreuung konnte ihr Ehemann in der vertrauten familiären Umgebung verbleiben. Sie ermöglicht ihm auch am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, in dem sie ihn zu Spielen des örtlichen Fußballvereins begleitet.

Dieses unermüdliche Engagement erfährt durch die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland eine gebührende Würdigung.

Otto Schuhmann

Otto Schuhmann (Mitte) bei der Aushändigung des Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Andreas Grosch

Aushändigung am 15.01.2016

Otto Schuhmann hat sich über vier Jahrzehnte lang in herausragender Weise für die Belange und Interessen der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt.

Von 1984 bis 2014 engagierte er sich als Gemeinderat in Altenkunstadt und brachte sein großes Fachwissen in viele Ausschüsse ein. Seine kommunalpolitische Tätigkeit begann er aber als Stadtratsmitglied in Burgkunstadt und als Kreisrat des Kreistages Lichtenfels (beide Funktionen auch bis 2014). Nach Zugehörigkeit zum Bayer. Landtag von 1974 bis 1994 engagierte sich Otto Schuhmann von 1994 bis 2003 auch als Mitglied des Bezirkstags Oberfranken.

Sein persönlicher Einsatz galt aber auch zahlreichen Vereinen und Interessensgruppen, so zum Beispiel dem Flechthandwerk, der Geschichte der Obermainregion, der Drogenklinik Hochstadt a. Main, dem regionalen Zweckverband für Abfallwirtschaft und dem Kindergarten der AWO in Mannsgereuth.

Die Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – nach vielen anderen Ehrungen – ist Zeichen des Dankes und der Achtung vor dem bisherigen Lebenswerk von Otto Schuhmann.

Irma-Lies Dippold

Überreichung des Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Irma-Lies Dippold am 3. November 2015.
Foto: Jürgen Schraudner

Aushändigung am 03.11.2015

Irma-Lies Dippold engagiert sich seit zwei Jahrzehnten ehrenamtlich für Menschen mit Diabetes sowie für blinde und sehbehinderte Menschen. Selbst an Diabetes erkrankt und stark sehbehindert, widmet Sie sich tatkräftig dem Ehrenamt im Deutschen Diabetiker Bund e.V. und im Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. Ob als Beisitzerin im Bezirksgruppenausschuss Oberfranken, als Leiterin der BBSB-Selbsthilfegruppe Hof oder als Blinden- und Sehbehindertenberaterin – sie ist die Ansprechpartnerin für Diabetikerinnen und Diabetiker sowie für blinde und sehbehinderte Menschen in ihrer Region und in ganz Bayern.

Ihr Ideenreichtum kennt dabei keine Grenzen. Sie organisiert Ausflüge und Freizeiten, moderiert Gesprächsrunden und stemmt publikumswirksame Informationstage. Auf lokaler Ebene macht Sie Hausbesuche bei den oft mobilitätseingeschränkten Klienten, bietet Beratungstermine für Blinde und Sehbehinderte an, hat spezielle Gymnastikangebote initiiert und bildet sich selbst ständig bei Fortbildungsmaßnahmen weiter. Zudem betreut sie als Diabetesreferentin des Blindenbundes seit 1998 etwa 600 blinde und sehbehinderte Diabetiker in ganz Bayern, hält den Kontakt zu anderen Verbänden und Ärzten und geht einer landesweiten Vortragstätigkeit nach.

Ungeachtet ihrer eigenen Behinderung und mancher gesundheitlicher Probleme setzt sie sich, mit ganzer Kraft für kranke, blinde und sehbehinderte Menschen ein. Diesen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist sie eine wertvolle Unterstützung in theoretischen wie praktischen Fragen. Damit verhilft Frau Dippold ihnen zu mehr Lebensqualität. Ihr vorbildliches Wirken für die Gesellschaft verdient hohe Anerkennung durch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Ägidius Jakob

Ägidius Jakob bei der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Jürgen Schraudner

Aushändigung am 03.11.2015

Ägidius Jakob hat sich in besonderem Maße durch eine außergewöhnliche Pflegetätigkeit ausgezeichnet. Mit bewundernswerter Liebe pflegt und versorgt er seine schwerstbehinderte Tochter Tanja seit nunmehr 38 Jahren. Aufgrund einer schweren geistigen Behinderung wird seine Tochter zu Hause gepflegt und betreut. Im Alltag ist sie stets auf seine Hilfe angewiesen.

Seit dem Tod seiner Ehefrau vor fünf Jahren leistet er als vertrauter Ansprechpartner die Pflege in der häuslichen Umgebung alleine – mit bewundernswerter Geduld, Bescheidenheit, Umsicht und mit einem unerschütterlichen Glauben. Dieses unermüdliche Engagement erfährt durch die Auszeichnung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland eine gebührende Würdigung.