Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) wird an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, z. B. auch Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Es sind Verdienste, die in der Regel unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht wurden.

Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson - Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson

Aushändigungen

Prof. Dr. Dr. Walter Zieglgänsberger

Verleihung des Verdienstordens an Prof. Dr. Dr. Walter Zieglgänsberger durch Ministerin Melanie Huml

Aushändigung am 17. Juli 2018

Die Schmerzforschung ist untrennbar mit seinem Namen verbunden, denn Herr Prof. Dr. Dr. Zieglgänsberger ist einer der führenden Schmerzforscher international. Er hat sich nicht nur durch seine außergewöhnlichen, wissenschaftlichen Errungenschaften auf dem Gebiet der Schmerzforschung besondere Verdienste erworben, sondern auch durch sein ehrenamtliches Engagement.

Bereits 1965 ist er in das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München eingetreten, um seine Dissertation anzufangen. Nach erfolgreich abgeschlossener Habilitation und einigen Jahren in den USA, wurde er 1983 zum apl. Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München ernannt. Von 1984 bis zu seiner Pensionierung 2008 hat er die Arbeitsgruppe „Klinische Neuropharmakologie“ am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München geleitet. Er ist zwar offiziell in den Ruhestand gegangen, doch zur Ruhe hat sich Prof. Dr. Dr. Zieglgänsberger nicht gesetzt. Seit 2005 hat er einen Emeritierungs-Status am Max-Planck-Institut für Psychiatrie.

Auf seinen Forschungsgebieten von Schmerzwahrnehmung, Drogenmissbrauch, Narkose und neuronaler Plastizität ist er weiterhin sehr aktiv. Auch seinen ehrenamtlichen, berufsständischen und wissenschaftlichen Aufgaben kommt er weiterhin mit voller Tatkraft nach.

Zu seinen Hauptarbeitsgebieten zählen molekularbiologische, elektrophysiologische und pharmakologische Aspekte neurohumoraler Übertragungsmechanismen im Zentralnervensystem. Wobei er seinen Fokus schon von Anbeginn auf die Schmerz- und Suchtforschung gerichtet hat.

Dank Prof. Dr. Dr. Zieglgänsberger wissen wir heute, dass chronischer Schmerz kein Symptom einer Krankheit, sondern eine komplexe Erkrankung ist. Durch eine Therapie, die den Schmerz kontinuierlich unter Kontrolle hält, kann man chronischen Schmerzpatienten die Angst vor der nächsten Attacke nehmen. Die Betroffenen entwickeln Vertrauen in die schmerztherapeutischen Maßnahmen und erkennen, dass sie diesen Prozess auch durch eigenes Verhalten steuern können.
Mit seinen weltweit erstmals durchgeführten Untersuchungen über L-Glutamat und Substanz-P-Wirkungen auf Rückenmarksneuronen hat er Grundlagen für das heutige Verständnis von neuronaler Plastizität und Chronifizierungsmechanismen gelegt. Seine Forschungsergebnisse sind zur Basis rationaler Therapieansätze der Prophylaxe und Therapie chronifizierter Schmerzzustände geworden.

Er ist zweifellos einer der Begründer der modernen Schmerzforschung in Deutschland mit internationaler Reputation. Diese Einschätzung trifft sowohl auf die Grundlagenforschung als auch auf die klinische Anwendung in der Schmerztherapie zu. Eindrucksvoll ist sie in weit mehr als 300 wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.

Außerdem ist er Mitglied in zahlreichen internationalen Fachgesellschaften und Herausgeber-Gremien. Darüber hinaus ist er bis heute ein gefragter Gutachter bei Fachzeitschriften und Institutionen der Wissenschaftsförderung. Er ist auch als Berater in gesundheits- und wissenschaftspolitischen Fragen auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene tätig.

Schmerzgedächtnis und Suchtgedächtnis haben gemeinsame Grundlagen. An dieser Erforschung hat er maßgeblichen Anteil. Diese Entdeckungen haben einerseits den Krankheitswert abhängigen Verhaltens hirnphysiologisch belegt, andererseits auch substantiell zur modernen Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen beigetragen.

Prof. Dr. Dr. Zieglgänsberger hat es stets in herausragender Weise verstanden, die Erkenntnisse der neurobiologischen Forschung sowohl einer breiten Öffentlichkeit anschaulich zu vermitteln, als auch erfolgreich in Fachgremien einzubringen. Das hat erfreulicherweise zu einem veränderten Verständnis von Schmerz- und Abhängigkeitserkrankungen geführt. Das wiederum hilfreich ist, um soziale Stigmatisierungen zu reduzieren.

Zudem hat er sich vor allem durch seine langjährige Tätigkeit in der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer bleibende Verdienste erworben. Seine Beiträge in den Sitzungen der Ethikkommission sind sehr hoch geschätzt, da er seine Meinung für alle Mitglieder, auch die nicht-medizinischen, gut verständlich macht.
Nicht unerwähnt sollten seine ausgedehnte Vortrags- und Gutachtertätigkeiten für die Deutsche Forschungsgemeinschaft und seine vielen Fernsehinterviews bleiben.

Mit sehr viel Herzblut und Zeit widmet er sich den Vorlesungen und der Betreuung von Doktoranden als „Member der Core Faculty of the Graduate School of Systemic Neuroscience“ der LMU München.

Schließlich wirkt er auch als sehr kompetenter und hoch geschätzter Ansprechpartner als Mitglied des Sachverständigenausschusses nach §1 Abs. 2 Betäubungsmittelgesetz beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und bei der Bundesopiumstelle mit.

Außerdem war er als Präsident der „European Winter Conference on Brain Research“ tätig. Er hat das Amt bis zu seiner Auflösung inne gehabt. Aktuell ist er als Präsident des „Wissenschaftlichen Vereins Muskel und Schmerz e. V.“ sehr aktiv.

Dass Prof. Dr. Dr. Zieglgänsberger nicht nur ein exzellenter Forscher, sondern auch ein herausragender Mediziner ist, wird daran deutlich, dass er derzeit kostenlos Patientinnen und Patienten berät und sie zu den ihm bekannten Spezialistinnen und Spezialisten vermittelt.

Siegmund Schauer

Ministerin Melanie Huml und Herr Siegmund Schauer

Aushändigung am 13. Juli 2018

Herr Schauer engagiert sich seit vielen Jahrzehnten auf örtlicher und überörtlicher Ebene für Wohneigentum und für seine Mitmenschen.

Im Jahr 1985 wurde er zum ehrenamtlichen Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Bamberg-Gartenstadt gewählt. Seit 2015 ist er als Ehrenvorsitzender aktiv.

Sein intensives und weitreichendes Engagement hinsichtlich der Siedlergemeinschaften erstreckt sich auf der Ebene des Bezirksverbandes Oberfranken. So war Herr Schauer von 2005 bis 2010 als Bezirksvorsitzender und ab 2007 als Vorsitzender des „Verbandes Wohneigentum Landesverband Bayern“ tätig. Seit 2011 ist er der Präsident des Landesverbandes.

Des Weiteren gehört er seit dem Jahr 2007 als erster Vizepräsident dem Präsidium des „Bundesverbandes Wohneigentum“ an. Auf allen Ebenen bringt er seine umfangreiche Erfahrung und Kompetenz ein und er steht bereitwillig für zahlreiche Aufgaben zur Verfügung.

Die Verbesserung des Wohnumfeldes ist ihm ein wichtiges Anliegen. Dabei geht es Ihm nicht nur um Ortsverschönerung als solches, sondern auch um Belange des Umwelt- und Naturschutzes. Mit seinem Verband veranstaltet er Blumenschmuckwettbewerbe und fördert den Freizeitgartenbau.

Beim 26. Bundeswettbewerb „Wohneigentum – heute für morgen. Nachhaltig – Ökologisch – Sozial engagiert“ im Jahr 2016 hat auch die Jury in Plößberg sein herausragendes Engagement gewürdigt.

Besonders liegt Herrn Schauer am Herzen, dass junge Menschen bezahlbaren Wohnraum erwerben können. Dafür ist er seit vielen Jahren mit großem Einsatz in Politik und Gesellschaft aktiv. Zudem setzt er sich dafür ein, geschaffenes Wohneigentum als Alterssicherung zu erhalten.

Darüber engagiert er sich in der Brauchtums- und Heimatpflege. Als begeisterter Hobbykoch hat er bereits zwei Kochbücher für die Siedlergemeinschaft Gartenstadt herausgebracht. Außerdem gehörte er von 2002 bis 2008 dem Bamberger Stadtrat an.

Neben seinem Sachverstand und seiner wohnungspolitischen Erfahrung sind es vor allem seine Zuverlässigkeit und seine Einsatzfreude, die ihn auszeichnen. Seine zupackende Art, sich für die Siedler und Eigenheimbesitzer einzusetzen, hat ihm ein hohes Maß an Anerkennung eingebracht.

Günter Schulz-Hess

Ministerin Melanie Huml überreicht Herrn Günter Schulz-Hess den Verdienstorden
Ministerin Melanie Huml und Herr Günter Schulz-Hess

Aushändigung am 26. März 2018

Es war im Jahre 1968 als Herr Schulz-Hess in das Familienunternehmen seines Großonkels in Bamberg eingetreten ist. Bereits zwei Jahre später hat er die Leitung der „Kaspar Schulz Brauereimaschinenfabrik & Apparatebauanstalt“ übernommen. Mit einem guten Gespür für neue Techniken hat er 1974 die ersten Brauanlagen automatisiert. Ebenfalls war er maßgeblich an der Entwicklung der rahmenorientierten Kompaktbrauereien beteiligt. Mit seinem großem unternehmerischen Geschick und seinem hohen persönlichen Einsatz hat er das Unternehmen im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut. Das hat erfreulicherweise dazu geführt, dass die Zahl der Mitarbeiter von weniger als 20 auf rund 125 gestiegen ist. Besonders war ihm die Ausbildung der jüngeren Generationen wichtig. Insgesamt hat er seit 1970 mehr als 120 Lehrlinge ausgebildet. Fast alle wurden in ein Dauerarbeitsverhältnis übernommen.

Neben der Leitung seines Unternehmens war er von 1995 bis 2007 Mitglied des Industrie- und Handelsgremiums Bamberg. Dort hat er mit großer Einsatzbereitschaft die Belange der Industrie vertreten.

Er ist zwar mittlerweile im wohlverdienten Ruhestand, doch zur Ruhe hat er sich nicht gesetzt. Aktuell ist er noch im Kuratorium der Volkshochschule Bamberg engagiert. Besonders liegt ihm die Kirchengemeinde Bamberg am Herzen. Seit 2006 ist er Mitglied der Kirchenverwaltung der Pfarrei „Unsere Liebe Frau“ in Bamberg oder auch Obere Pfarre genannt. Mit sehr viel Engagement und großem Einsatz hat er als Kirchenpfleger in den vergangen Jahren dafür gesorgt, dass die Sanierungsarbeiten stetig vorankamen. Von Anfang an war er die treibende Kraft dieser wichtigen Maßnahme. Seiner außergewöhnlichen Initiative und Tatkraft ist es zu verdanken, dass das Sanierungsvorhaben ermöglicht werden konnte. Nur so konnte das Denkmal der Kirchengemeinde und der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

Bei der ebenfalls dringend notwendigen Sanierung der teilweise geschlossenen Martinskirche in Bamberg wurde er als Ratgeber für öffentliche Zuschüsse sehr geschätzt.

Josef Leicht

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Herrn Josef Leicht

Aushändigung am 19.10.2017 in Bamberg

Er zeichnet sich als verantwortungsbewusster Unternehmer und durch ehrenamtliches Wirken im wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich aus. Als Maschinenbaumeister hat er 1965 in Gaustadt die Firma Maschinenbau Leicht gegründet. Die Firma wurde 1970 nach Hallstadt verlegt, seither kontinuierlich weiterentwickelt und operiert letztendlich am Weltmarkt. Im Jahr 2015 hat Herr Leicht seine Tätigkeit als Unternehmer beendet und die Firma verkauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits einen starken Grundstein für nachhaltiges weiteres Wachstum gelegt.

Zu seinen herausragenden Leistungen als Unternehmer gehört besonders die Ausbildung junger Menschen. Mehr als 300 junge Auszubildende durften eine Lehre in der Firma Maschinenbau Leicht absolvieren und bekamen nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eine Festanstellung in der Firma. Damit hat Herr Leicht auch der Jugendarbeitslosigkeit entscheidend entgegen gewirkt.

Er war ehrenamtlich in vorbildlicher Weise für die Region Hallstadt engagiert. Seit dem Jahr 1978 ist er ordentliches beziehungsweise stellvertretendes Mitglied im Prüfungsausschuss der Feinwerkmechaniker der Metallinnung Bamberg. 17 Jahre davon war er Vorsitzender des Ausschusses.

29 Jahre lang war er stellvertretendes Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer für Oberfranken, weitere sechs Jahre engagiertes Verwaltungsratsmitglied bei der Sparkasse in Bamberg.

Besonders hervorzuheben ist die große Unterstützung die Herr Leicht für die Theatergruppe in Hallstadt bietet. Regelmäßig stellt er der Gruppe technische Geräte aus dem Betrieb zur Verfügung. Auch finanziell unterstützt er die Theatergruppe, um ihre jährlichen Aufführungen und das hohe Niveau weiterhin zu sichern.

Des Weiteren fördert Herr Leicht die Städtepartnerschaft zwischen Hallstadt und dem französischen Lempdes. Durch seine finanzielle Förderung trägt er zur Beibehaltung der Partnerschaft bei und erweist sich als überzeugter Europäer.

Petra Thümmler de Yalico Campos

Aushändigung Bundesverdienstkreuz an Frau Petra Thümmler de Yalico Campos

Aushändigung am 19.10.2017 in Bamberg

Seit über zwei Jahrzehnten leistet Frau Thümmler de Yalico Campos aufopferungsvoll individuelle Missions- und Entwicklungsarbeit und hilft den Ärmsten. Sie ist quasi „Botschafterin“ der Bundesrepublik Deutschland und verkörpert in Peru Hilfsbereitschaft und soziale Verantwortung für notleidende Menschen.

Ihr Mann stammt aus Peru und schon kurz nach der Heirat ist das Paar nach Peru gegangen um dort Entwicklungshilfe zu leisten.

Aus einer kleinen Landwirtschaft im Urwald wurde durch herausragendes und unermüdliches Engagement ein umfangreiches privates Netzwerk zur Unterstützung der Einheimischen geschaffen. Seit 25 Jahren besteht das Netzwerk nun schon.

Zur finanziellen Unterstützung und zur Bündelung der Spenden wurde 1990 der gemeinnützige Verein „Peru Hilfe Beit Shalom“ gegründet. Den Vorsitz des Vereins hat ihr Vater, Lothar Thümmler, übernommen.

Der Verein mit zwölf Mitgliedern und einem Freundeskreis von rund 100 Menschen bildet die Grundlage, die Organisation und die Struktur des Hilfssystems.

„Anleitung zur Selbsthilfe“, das will Frau Thümmler de Yalico Campos geben, und das gelingt. Sie erreicht eine nachhaltige Veränderung und Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung. Sie hilft im Krankenhaus und unterstützt Bewohnerinnen und Bewohner bei Bau von Brücken und Straßen.

Auch den unzähligen Kleinbauern greift sie unter die Arme. Sie hilft bei der Umstellung auf nachhaltige Landwirtschaft und leistet finanzielle Anschubhilfe. Besonders fördert sie den Anbau von Kaffee, Bananen und Zitrusfrüchten.

Zudem legt sie großen Wert auf die dauerhafte Verbesserung der Einkommenssituation der Einwohner. Mit eingenommenen Spenden werden die Einnahmen der Bewohner aufgestockt. So kann sich, beispielsweise, der kleine Imbissbetreiber einen Ofen oder die Schneiderin eine Nähmaschine kaufen.

Ebenfalls durch Spendengelder finanziert sie notwendige Operationen, Therapien und Medikamente für Kinder und Erwachsene. Petra Thümmler de Yalico Campos und ihr Ehemann Juan pflegen, versorgen und betreuen Patientinnen und Patienten wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden psychisch und physisch.

Irmgard Gunzelmann

Aushändigung Bundesverdienstkreuz Frau Gunzelmann (Einzelfoto)

Aushändigung am 13.09.2017 in Bayreuth

Sie pflegt ihren schwerstbehinderten Sohn Thomas und hat sich durch ihre besondere Fürsorge für ihre Familie ausgezeichnet.

Thomas kam 1990 als Frühgeburt zur Welt. Leider verstarb seine Zwillingsschwester bereits im Mutterleib. Thomas ist von Geburt an schwerstbehindert und auf ständige Pflege und Betreuung angewiesen – und das am Tag und in der Nacht.

Aufopfernd und voller Liebe kümmert sich Frau Gunzelmann seit mehr als 27 Jahren um ihren Sohn. Auch bei den vielen Krankenhaus- und Therapieaufenthalten ist sie nicht von seiner Seite gewichen.

Um Thomas mit seinem Rollstuhl im Auto transportieren zu können, hat sie das Familienauto behindertengerecht umbauen lassen.

Nur ihrer großen Hingabe und Liebe ist es zu verdanken, dass ihr Sohn in vertrauter familiärer Umgebung bleiben darf. Für Frau Gunzelmann stand immer außer Frage, dass für Thomas die Vertrautheit und das Gefühl der Nähe im eigenen Heim wichtig sind.

Ein Außenstehender kann nur erahnen, mit welchen körperlichen und seelischen Belastungen sie täglich umgeht. Nur sie und ihre Familie wissen, was es bedeutet, Tag und Nacht die Verantwortung für Thomas zu tragen, rund um die Uhr für ihn da zu sein, für alle Belange und Bedürfnisse. Sie wissen, welche körperlichen und seelischen Belastungen damit verbunden sind, wie viel Rücksicht und Opferbereitschaft man tagtäglich braucht.

Deshalb ist es umso beeindruckender, dass Sie und Ihre Familie es trotz aller Schwierigkeiten geschafft haben, Thomas in ihr Sozial- und Alltagsleben einzubinden. Und das, neben der Erziehung ihrer weiteren zwei Kinder. Eine Herausforderung, die Frau Gunzelmann mit Bravour gemeistert hat.

Sie hat einen bewundernswerten Familiensinn und ist ein großartiges Beispiel für tätige Fürsorge und Verantwortung. Die Pflege im häuslichen Bereich ist keine Selbstverständlichkeit. Ganz im Gegenteil. Man kann ihre große Bedeutung nicht oft genug betonten und hervorheben.

Günther Meyer

Aushändigung Bundesverdienstkreuz Herr Meyer-einzelfoto
Aushändigung Bundesverdienstkreuz Herr Meyer-einzelfoto

Aushändigung am 13.09.2017 in Bayreuth

Seit fünf Jahrzehnten engagiert er sich ehrenamtlich für den Kanu-Rennsport. Auszeichnungswürdige Verdienste hat er sich dabei vor allem in der Jugendarbeit erworben. Herr Meyer ist seit 1962 aktives Mitglied des Kanu-Rennsportvereins „Faltboot-Club Hof e. V. 1932“. Viele Jahre lang war er dort als Jugendwart, Jugendtrainer und Schriftführer aktiv.

Außerdem hat er das Amt des Sportwarts übernommen und war bis 2014 leitender Trainer des Vereins. Als Sportwart hat er über Jahrzehnte die positive Entwicklung und die sportlichen Erfolge des Vereins geprägt.

Besonders beeindruckend ist, dass er viele Jugendliche über die Jahre hinweg vom Kanurennsport überzeugen konnten. Er istnicht nur sehr sportlich, sondern hat auch ein großes Organisationstalent. Für den „Faltboot Club Hof“ hat er jährlich Wettkämpfe, Trainings- und Skilager organisiert. Nicht ohne Grund wird er von den Vereinsmitgliedern bis heute liebevoll „Mister Faltboot-Club“ genannt.

Den Kindern und Jugendlichen war Herr Meyer mehr als nur ein Trainer. Er hat nicht nur die sportlichen Fähigkeiten der jungen Menschen unterstützt, sondern sie auch bei der Entwicklung wichtiger sozialer Kompetenzen gefördert.

Außerdem hat er sich unermüdlich für die Nachwuchsförderung eingesetzt. Es freut mich sehr, dass er mit seinen „Schützlingen“ unzählige Erfolge bei bayerischen, süddeutschen und deutschen Meisterschaften feiern konnte. Eine seiner jungen Sportlerinnen konnte 1989 sogar die erste Goldmedaille für den Nachwuchs des Deutschen Kanu-Verbandes bei einer Junioren-Weltmeisterschaft gewinnen.

Darüber hinaus war er über 18 Jahre lang für den Stützpunkt Oberfranken Landestrainer des „Bayerischen Kanu-Verbandes“.

Einige seiner Ehrenämter hat er altersbedingt bereits niedergelegt. Aber so ganz hat er sich aus dem Kanurennsport noch nicht zurückgezogen und zur Ruhe gesetzt.

Noch immer ist er Hauptverantwortlicher für den sportlichen Bereich der internationalen „HofRegatta“ auf dem Quellitzsee in Tauperlitz. Mit über 1.000 Startern handelt es sich bei der Veranstaltung um die größte im Kanurennsport in Süddeutschland und eine der größten Kanusprintregatten in Europa mit völkerverbindendem Charakter.

Außerdem ist er noch als Bezirkssportwart im Bezirk Oberfranken und als Vizepräsident des Hofer Sportverbandes aktiv.

Weit über die Sportlerkreise hinaus genießt er einen ausgezeichneten Ruf. In großen Teilen der Hofer Bevölkerung ist er bekannt und beliebt.

Josef Kröner

Aushändigung der Verdienstmedaille an Herrn Kröner durch Staatsministerin Melanie Huml
Aushändigung der Verdienstmedaille an Herrn Kröner

Aushändigung am 26.07.2017

Herr Kröner stellt seine gesamte Freizeit in den Dienst verschiedener Ehrenämter. Sowohl im Bereich der Fischerei, als auch in kulturellen, kirchlichen und gemeindlichen Angelegenheiten hat er sich herausragende Verdienste erworben.

Seit 1980 gehört er dem erweiterten Vorstand der „Fischerzunft Bischberg“ an. Außerdem ist er seit 1985 als ehrenamtlicher Fischereiaufseher tätig. Besonders am Herzen liegt ihm der Erhalt der Arten und Populationen in den Gewässern.

Der Bau der oberfränkischen Fischputz- und Filetiereinrichtung im Zunfthaus der „Fischerzunft Bischberg“, die Müllsammelaktionen an Main und Regnitz und das regionale Projekt „Flussparadies Franken“ sind nur beispielgebend für die einzigartigen Leistungen.

Ferner war Herr Kröner 1998 maßgeblich an der Gründung des „Fördervereins Fränkisches Fischereimuseum e. V.“ beteiligt. Viele Jahre war er als erster Vorsitzender des Vereins tätig. In unermüdlicher Pionierarbeit wurde der Förderverein aufgebaut. Bereits im ersten Bauabschnitt wurde in einem attraktiven Heimatmuseum eine einmalige Kultureinrichtung geschaffen. Die Tradition der fränkischen Fischer- und Flößergeschichte wurde dadurch lebendig gemacht.

Ohne dieses beharrliche Wirken wären ein Großteil der jetzt ausgestellten Exponate und das Wissen der alten Fischer und Flößer unwiederbringlich verloren gegangen.

Herrn Kröner ist es auch immer wieder gelungen, erhebliche finanzielle Mittel für das Museum zu sammeln.

Außerdem hat der Preisträger in weiten Teilen der Bevölkerung großes Verständnis für die Fischerei geweckt.

Durch die Erweiterung des Fränkischen Fischereimuseums im Jahre 2015 konnte ein weiterer Schwerpunkt auf den Bereich Fischereiausübung gelegt werden. Der zweite Bauabschnitt des Museums wurde in fast 9.000 Arbeitsstunden vor allem durch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer errichtet.

Herr Kröner hat sich darüber hinaus stets in hohem Maße auch in die Gestaltung des Gemeinschaftslebens eingebracht. So belegte er von 1987 bis 1998 den ersten Vorsitz des „Ortskulturrings Bischberg“. Dies ist der Dachverband von über 40 örtlichen Vereinen und sonstigen Institutionen, die hier eine gemeinsame Plattform zur Unterstützung ihrer Aktivitäten finden. Bei den Jubiläen des Ortskulturrings in den Jahren 1993 und 1998 als Vorsitzender des Festausschusses wurde Herr Kröner mit der Organisation des umfangreichen Jahresfestprogramms betraut.

Nicht unerwähnt bleiben sollte das Engagement im kirchlichen Bereich. So hat der Preisträger im Festausschuss zum Erweiterungsbau der Kirche St. Markus und zum 250. Jubiläum der Pfarrkirche mitgewirkt. Zudem hat er mit großem persönlichem Einsatz Veranstaltungen organisiert, die zur Finanzierung der Kirchensanierung beigetragen haben.

Obendrein hat Herr Kröner viele Jahre lang dem Gemeinderat der Gemeinde Bischberg angehört und war als ehrenamtlicher Betreuer bestellt.

Ein besonderer Höhepunkt des ehrenamtlichen Wirkens war seine Mitarbeit im Festausschuss des Gemeindejubiläums „1000 Jahre Gemeinde Bischberg“ im Jahre 2013. Dank seiner hochrangigen Kontakte ist es ihm gelungen, dass Minister und Präsidenten den schönen Ort Bischberg besucht haben.

Gabriele Gründl

Verleihung an Frau Gründl
Verleihung an Frau Gründl am 11. Juli 2017

Aushändigung am 11.07.2017

Sie zeichnet sich durch ihren hohen persönlichen Einsatz für Patienten mit angeborenen Immundefekten aus. Bereits 1991 hat sie den Verein „Deutsche Selbsthilfe für angeborene Immundefekte“ – kurz „dsai“ – gegründet und ist seitdem dort äußerst aktiv. Seit 2001 ist sie sogar Bundesvorsitzende. Dem Verein gehören derzeit 720 Mitglieder an. Sein Hauptziel ist die frühzeitige Diagnose von angeborenen Immundefekten und die Suche nach entsprechenden Therapien. Er setzt sich aber auch für die Forschung und Versorgung auf diesem Gebiet ein. Finanziert wird der Verein hauptsächlich durch Spenden und Beiträge der Mitglieder. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile bundesweit zwölf Regionalgruppen.

Sie ist selbst Mutter eines betroffenen Kindes und setzt sich als Kämpferin mit Herz und Leidenschaft für eine optimale Versorgung der betroffenen Patienten ein. Mit ihrer empathischen Art hilft sie den Patienten und ihren Angehörigen dabei, mit der Krankheit besser umgehen zu können und steht ihnen in allen Lebenssituationen bei. Außerdem ist für Frau Gründl Aufklärung ganz wichtig. Seit vielen Jahren übernimmt sie tatkräftig umfangreiche Aufgabe bei der Presse- und Medienarbeit.

Sie macht sich außerdem dafür stark, die weltweite Forschung auf dem Gebiet der Immunologie voranzutreiben und fördert die Aus- und Weiterbildung auf diesem Sektor. So ist es nicht zuletzt ihr zu verdanken, dass sich Diagnoserate und Therapiemöglichkeiten für Patienten mit angeborenem Immundefekt inzwischen entscheidend verbessert haben.

Ihr Engagement kennt keine Grenzen. Sie ist auch Mitinitiatorin und Ideengeberin von „FIND-ID“. Eine Netzwerkinitiative, die die Frühdiagnose von primären Immundefekten verbessern soll. Regelmäßig organisiert sie hierfür die Ärzte-Treffen des Netzwerkes.

Die Zugangsdaten zu den Bildern der Veranstaltung in höherer Auflösung erhalten Sie wenn Sie uns eine E-Mail an download@stmgp.bayern.de senden.

Heinrich Bauhuber

Aushändigung an Herrn Bauhuber
Aushändigung an Herrn Bauhuber am 11. Juli 2017

Aushändigung am 11.07.2017

Im Jahr 1979 stellte sich heraus, dass seine Ehefrau Anneliese an Multipler Sklerose leidet. Seit 1994 ist der Rollstuhl als täglich notwendiges Hilfsmittel für seine Ehefrau nicht mehr wegzudenken. Herr Bauhuber hat sofort erkannt, dass die Vertrautheit und das Gefühl von Nähe im eigenen Zuhause für seine Ehefrau von unschätzbarem Wert sind. Dabei hat er die veränderte Situation immer akzeptiert, so wie sie ist. Er hat stets dafür gesorgt, dass im Haus und um das Haus herum ausreichende Hilfseinrichtungen den Alltag seiner Ehefrau erleichtern.

Aufopfernd und voller Liebe ist Herr Bauhuber Tag und Nacht für sie da. Vor allem seit seiner Pensionierung 1984 weicht er nicht von ihrer Seite. Mittlerweile sind es mehr als 38 Jahre, in denen er seine Ehefrau im Umgang mit der Krankheit unterstützt. 38 Jahre lang, ununterbrochen bis zum heutigen Tag. Eine Aufgabe, die mit vielen Entbehrungen verbunden ist.

Eigene Interessen sind bei ihm schon sehr lange in den Hintergrund gerückt. Auch wenn im zunehmenden Alter die Pflege beschwerlicher wird, übernimmt er vollumfänglich die Versorgung seiner Ehefrau. Und das ohne einen ambulanten Pflegedienst. Glücklicherweise hat er einen sehr starken Zusammenhalt in der Familie, die sich gegenseitig bei der Pflege unterstützen.

Neben seiner bewundernswerten Pflegeleistung, die in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist, sind er und seine Ehefrau Gründungsmitglieder der MS-Kontaktgruppe Rosenheim. Seit 1981 gehört er der Selbsthilfegruppe an und arbeitet bis heute an vorderster Front mit. Mit großem Einfühlungsvermögen gibt er seine Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit an andere weiter und ermutigt sie, ihre Lebensfreude nicht zu verlieren und wieder neue Stärke zu gewinnen. Seit 2008 hat Herr Bauhuber sogar die Leitung der Gruppe übernommen.

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Der Bayerische Verdienstorden

Seit 1957 werden mit dem Bayerischen Verdienstorden hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und die Bevölkerung geehrt. Verliehen wird der Bayerische Verdienstorden vom Ministerpräsidenten an Männer und Frauen, ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit.

Aushändigungen

Marga Perner hat ihr gesamtes Leben ihrer behinderten Tochter gewidmet und ist seit ihrer Geburt im Jahr 1968 rund um die Uhr für sie da.

Ihre Tochter kam schwerstbehindert zur Welt und benötigt Tag und Nacht Pflege. Ohne zu zögern hat sie diese Tätigkeit übernommen   und kümmert sich seit vielen Jahren aufopferungsvoll um ihre Tochter.

Die tägliche Pflege nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und auch die physische Anstrengung ist im Laufe der Jahre immer größer geworden.

Es ist ihr zu jeder Zeit eine Herzensangelegenheit gewesen, ihrer Tochter die Pflege und Versorgung in vertrauter Umgebung zuteilwerden zu lassen.

Seit September 2015 besucht die Tochter von Frau Perner wöchentlich für ein paar Stunden die Lebenshilfeeinrichtung Marktredwitz-Selb-Wunsiedel. In dieser Zeit schöpft sie neue Kräfte für die körperlich und seelisch belastende Aufgabe.  Es ist außerordentlich bewundernswert, dass Frau Perner dies mit über 70 Jahren noch immer so hervorragend meistert.

Marga Perner, Landrat Kalb Ministerin Huml

Foto: Frau Perner, Landrat Kalb und Ministerin Huml