Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) wird an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, z. B. auch Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Es sind Verdienste, die in der Regel unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht wurden.

Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson - Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson

Aushändigungen

Josef Kröner

Aushändigung der Verdienstmedaille an Herrn Kröner durch Staatsministerin Melanie Huml
Aushändigung der Verdienstmedaille an Herrn Kröner

Aushändigung am 26.07.2017

Herr Kröner stellt seine gesamte Freizeit in den Dienst verschiedener Ehrenämter. Sowohl im Bereich der Fischerei, als auch in kulturellen, kirchlichen und gemeindlichen Angelegenheiten hat er sich herausragende Verdienste erworben.

Seit 1980 gehört er dem erweiterten Vorstand der „Fischerzunft Bischberg“ an. Außerdem ist er seit 1985 als ehrenamtlicher Fischereiaufseher tätig. Besonders am Herzen liegt ihm der Erhalt der Arten und Populationen in den Gewässern.

Der Bau der oberfränkischen Fischputz- und Filetiereinrichtung im Zunfthaus der „Fischerzunft Bischberg“, die Müllsammelaktionen an Main und Regnitz und das regionale Projekt „Flussparadies Franken“ sind nur beispielgebend für die einzigartigen Leistungen.

Ferner war Herr Kröner 1998 maßgeblich an der Gründung des „Fördervereins Fränkisches Fischereimuseum e. V.“ beteiligt. Viele Jahre war er als erster Vorsitzender des Vereins tätig. In unermüdlicher Pionierarbeit wurde der Förderverein aufgebaut. Bereits im ersten Bauabschnitt wurde in einem attraktiven Heimatmuseum eine einmalige Kultureinrichtung geschaffen. Die Tradition der fränkischen Fischer- und Flößergeschichte wurde dadurch lebendig gemacht.

Ohne dieses beharrliche Wirken wären ein Großteil der jetzt ausgestellten Exponate und das Wissen der alten Fischer und Flößer unwiederbringlich verloren gegangen.

Herrn Kröner ist es auch immer wieder gelungen, erhebliche finanzielle Mittel für das Museum zu sammeln.

Außerdem hat der Preisträger in weiten Teilen der Bevölkerung großes Verständnis für die Fischerei geweckt.

Durch die Erweiterung des Fränkischen Fischereimuseums im Jahre 2015 konnte ein weiterer Schwerpunkt auf den Bereich Fischereiausübung gelegt werden. Der zweite Bauabschnitt des Museums wurde in fast 9.000 Arbeitsstunden vor allem durch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer errichtet.

Herr Kröner hat sich darüber hinaus stets in hohem Maße auch in die Gestaltung des Gemeinschaftslebens eingebracht. So belegte er von 1987 bis 1998 den ersten Vorsitz des „Ortskulturrings Bischberg“. Dies ist der Dachverband von über 40 örtlichen Vereinen und sonstigen Institutionen, die hier eine gemeinsame Plattform zur Unterstützung ihrer Aktivitäten finden. Bei den Jubiläen des Ortskulturrings in den Jahren 1993 und 1998 als Vorsitzender des Festausschusses wurde Herr Kröner mit der Organisation des umfangreichen Jahresfestprogramms betraut.

Nicht unerwähnt bleiben sollte das Engagement im kirchlichen Bereich. So hat der Preisträger im Festausschuss zum Erweiterungsbau der Kirche St. Markus und zum 250. Jubiläum der Pfarrkirche mitgewirkt. Zudem hat er mit großem persönlichem Einsatz Veranstaltungen organisiert, die zur Finanzierung der Kirchensanierung beigetragen haben.

Obendrein hat Herr Kröner viele Jahre lang dem Gemeinderat der Gemeinde Bischberg angehört und war als ehrenamtlicher Betreuer bestellt.

Ein besonderer Höhepunkt des ehrenamtlichen Wirkens war seine Mitarbeit im Festausschuss des Gemeindejubiläums „1000 Jahre Gemeinde Bischberg“ im Jahre 2013. Dank seiner hochrangigen Kontakte ist es ihm gelungen, dass Minister und Präsidenten den schönen Ort Bischberg besucht haben.

Gabriele Gründl

Verleihung an Frau Gründl
Verleihung an Frau Gründl am 11. Juli 2017

Aushändigung am 11.07.2017

Sie zeichnet sich durch ihren hohen persönlichen Einsatz für Patienten mit angeborenen Immundefekten aus. Bereits 1991 hat sie den Verein „Deutsche Selbsthilfe für angeborene Immundefekte“ – kurz „dsai“ – gegründet und ist seitdem dort äußerst aktiv. Seit 2001 ist sie sogar Bundesvorsitzende. Dem Verein gehören derzeit 720 Mitglieder an. Sein Hauptziel ist die frühzeitige Diagnose von angeborenen Immundefekten und die Suche nach entsprechenden Therapien. Er setzt sich aber auch für die Forschung und Versorgung auf diesem Gebiet ein. Finanziert wird der Verein hauptsächlich durch Spenden und Beiträge der Mitglieder. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile bundesweit zwölf Regionalgruppen.

Sie ist selbst Mutter eines betroffenen Kindes und setzt sich als Kämpferin mit Herz und Leidenschaft für eine optimale Versorgung der betroffenen Patienten ein. Mit ihrer empathischen Art hilft sie den Patienten und ihren Angehörigen dabei, mit der Krankheit besser umgehen zu können und steht ihnen in allen Lebenssituationen bei. Außerdem ist für Frau Gründl Aufklärung ganz wichtig. Seit vielen Jahren übernimmt sie tatkräftig umfangreiche Aufgabe bei der Presse- und Medienarbeit.

Sie macht sich außerdem dafür stark, die weltweite Forschung auf dem Gebiet der Immunologie voranzutreiben und fördert die Aus- und Weiterbildung auf diesem Sektor. So ist es nicht zuletzt ihr zu verdanken, dass sich Diagnoserate und Therapiemöglichkeiten für Patienten mit angeborenem Immundefekt inzwischen entscheidend verbessert haben.

Ihr Engagement kennt keine Grenzen. Sie ist auch Mitinitiatorin und Ideengeberin von „FIND-ID“. Eine Netzwerkinitiative, die die Frühdiagnose von primären Immundefekten verbessern soll. Regelmäßig organisiert sie hierfür die Ärzte-Treffen des Netzwerkes.

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Heinrich Bauhuber

Aushändigung an Herrn Bauhuber
Aushändigung an Herrn Bauhuber am 11. Juli 2017

Aushändigung am 11.07.2017

Im Jahr 1979 stellte sich heraus, dass seine Ehefrau Anneliese an Multipler Sklerose leidet. Seit 1994 ist der Rollstuhl als täglich notwendiges Hilfsmittel für seine Ehefrau nicht mehr wegzudenken. Herr Bauhuber hat sofort erkannt, dass die Vertrautheit und das Gefühl von Nähe im eigenen Zuhause für seine Ehefrau von unschätzbarem Wert sind. Dabei hat er die veränderte Situation immer akzeptiert, so wie sie ist. Er hat stets dafür gesorgt, dass im Haus und um das Haus herum ausreichende Hilfseinrichtungen den Alltag seiner Ehefrau erleichtern.

Aufopfernd und voller Liebe ist Herr Bauhuber Tag und Nacht für sie da. Vor allem seit seiner Pensionierung 1984 weicht er nicht von ihrer Seite. Mittlerweile sind es mehr als 38 Jahre, in denen er seine Ehefrau im Umgang mit der Krankheit unterstützt. 38 Jahre lang, ununterbrochen bis zum heutigen Tag. Eine Aufgabe, die mit vielen Entbehrungen verbunden ist.

Eigene Interessen sind bei ihm schon sehr lange in den Hintergrund gerückt. Auch wenn im zunehmenden Alter die Pflege beschwerlicher wird, übernimmt er vollumfänglich die Versorgung seiner Ehefrau. Und das ohne einen ambulanten Pflegedienst. Glücklicherweise hat er einen sehr starken Zusammenhalt in der Familie, die sich gegenseitig bei der Pflege unterstützen.

Neben seiner bewundernswerten Pflegeleistung, die in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist, sind er und seine Ehefrau Gründungsmitglieder der MS-Kontaktgruppe Rosenheim. Seit 1981 gehört er der Selbsthilfegruppe an und arbeitet bis heute an vorderster Front mit. Mit großem Einfühlungsvermögen gibt er seine Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit an andere weiter und ermutigt sie, ihre Lebensfreude nicht zu verlieren und wieder neue Stärke zu gewinnen. Seit 2008 hat Herr Bauhuber sogar die Leitung der Gruppe übernommen.

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Dr. Henner Krauss

Aushändigung an Herrn Dr. Krauss am 11. Juli 2017

Aushändigung am 11.07.2017

Herr Dr. Krauss hat sich auf beispielhafte Weise in unterschiedlichen Ehrenämtern engagiert. Die Bandbreite erstreckt sich vom sozialen über den kirchlichen bis hin zum gesundheitlichen Bereich. Ein paar besondere sollen hier dargestellt werden. Da ist zum einen sein Engagement bei der Bergwacht Bad Reichenhall. Fast drei Jahrzehnte war er Mitglied der Bergwacht und tatkräftig als Bergwachtarzt im Einsatz. Herr Dr. Krauss hat an zahlreichen Rettungseinsätzen, Vermisstensuchen und Totenbergungen teilgenommen – im Sommer wie im Winter. Dabei hat er sich in extremes Gelände begeben und das unter erheblicher Eigengefährdung.

Besonders anerkennenswert ist sein großes und über Jahrzehnte währendes Engagement als Ausbilder im Sanitätswesen und in der Notfallmedizin. Er galt stets als äußerst teamfähiger, bescheidener und weit überdurchschnittlich engagierter Bergwachtarzt. Seinen nachhaltigen Rettungswillen hat er immer wieder aufs Neue unter Beweis gestellt, um Menschen in Not zu helfen.

Ebenso herausragend ist, dass er sich seit vielen Jahren regional und international für bedürftige Menschen und in sozialen Projekten einsetzt hat. Von 2001 an bis Mitte dieses Jahres war er Sprecher von Hilfsprojekten des Rotary Clubs Bad Reichenhall-Berchtesgaden, die er initiiert hat.

Im Rahmen der „German Rotary Volunteers Doctors (GRVD)“ ist er regelmäßig nach Ghana gereist. Dort hat er federführend am Aufbau eines funktionierenden Krankenhaussystems mitgearbeitet und nicht weniger als zwölf Krankenhäuser betreut. In den letzten Jahren war er mehr als ein Dutzend Mal für jeweils vier bis sechs Wochen vor Ort.

Er hat die ehrenvolle Aufgabe des Koordinators für alle Arzteinsätze der „GRVD“ in Ghana gehabt. Damit war er verantwortlich für die Beurteilung, ob beziehungsweise wo ein Krankenhaus erweitert, erneuert oder umgebaut werden soll. Er hat sich aber auch um die entsprechende Finanzierung gekümmert. Sein Ehrenamt hat er erst vor ein paar Tagen beendet.

Ein weiteres Engagement war sein Vorsitz im Hospizverein Berchtesgadener Land, den er von 2006 an bis vor ein paar Wochen innehatte. Ein höchst forderndes Ehrenamt. Denn wo der Tod allgegenwärtig ist, ist die emotionale Belastung enorm.

Seine Tätigkeit war mit zahlreichen Aufgaben verbunden: das Arrangieren von Fortbildungen, die Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation der Vorstandssitzungen und die jährlichen Ausflüge – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Auch die „Brückenschwestern-Tätigkeit“ im Landkreis Berchtesgadener Land konnte er etablieren. Die Brückenschwestern übernehmen die Betreuung von schwerkranken Patienten im häuslichen Umfeld und begleiten die Angehörigen.

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Prof. Dr. Brachmann

Verleihung des Verdienstkreuzes an Prof. Dr. Brachmann durch Staatsministerin Melanie Huml in Coburg
Aushändigung an Prof. Dr. Johannes Brachmann

Aushändigung am 09.07.2017

Prof. Dr. Johannes Brachmann ist ein national wie international hoch geschätzter und anerkannter Kardiologe. Er zeichnet sich nicht nur durch sein herausragendes klinisches, sondern auch durch beispielhaftes außerklinisches Engagement aus. Seit 1998 ist er Chefarzt der Zweiten Medizinischen Klinik des Klinikums Coburg. Sein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Herz-, Gefäß und Lungenerkrankungen.

Durch seinen überdurchschnittlichen Einsatz hat er die zunächst recht kleine und unbekannte Abteilung zu einer der größten und profiliertesten kardiologischen Fachabteilungen in Deutschland ausgebaut. Um das Ganze in Zahlen zu veranschaulichen: Jährlich werden dort 9.000 kardiologische Eingriffe durchgeführt – und zwar 24 Stunden am Tag. Die Abteilung verfügt über eine „Stroke Unit“ und es verwundert nicht, dass Prof. Brachmann auch bei deren Aufbau maßgeblich beteiligt waren.

Er hat die Zweite Medizinische Klinik des Klinikums Coburg zu einem Zentrum für die Versorgung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen gemacht. Im Mittelpunkt steht die Diagnostik und Therapie von Vorhofflimmern mit hochmodernen und teilweise in Deutschland einmaligen bildgebenden Untersuchungsverfahren.

Regelmäßig ruft er international bekannte und angesehene Spezialisten und Wissenschaftler zu Konferenzen und Symposien nach Coburg. Er hat zusammen mit den Konferenzen in Chicago und Los Angeles einen festen Platz in den Terminplänen des Fachpublikums gefunden. Für ihn ist die Schulung von Nachwuchskräften ein wichtiges Anliegen. Hier reichen seine Kontakte bis nach China, in die USA und in die europäischen Länder. Regelmäßig führt ihn seine Vortragstätigkeit ins europäische und außereuropäische Ausland.

Er engagiert sich intensiv für die kardiologische Forschung und kooperiert dabei mit internationalen Partnern wie zum Beispiel der Universität in Utah. Dort ist eines der renommiertesten Zentren zur Erforschung und Behandlung des Vorhofflimmerns in den USA. Unter seiner Leitung laufen an der Zweiten Medizinischen Klinik des Klinikums Coburg verschiedene klinische Studien. Zahlreiche eigene Veröffentlichungen zu kardiologischen Spezialthemen zementierten seinen hervorragenden Ruf und seine internationale Spitzenposition auf seinem Fachgebiet.

Über seine Tätigkeit als Chefarzt einer großen klinisch-kardiologischen Abteilung hinaus hat er stets die Zeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit in wichtigen medizinischen und wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Institutionen gefunden. So war er im Jahr 2001 an der Gründung des Herzinfarktnetzwerks Nord-Oberfranken/Süd-Thüringen beteiligt und hat dessen Ausbau maßgeblich gestaltet. Die enge Kooperation der beteiligten Einrichtungen und der ständige Erfahrungsaustausch leisten einen wichtigen Beitrag zur Notfallversorgung der Herzpatienten in der Region.

Prof. Dr. Johannes Brachmanns Tatkraft ist unerschöpflich. Seit 2005 ist er Mitglied des Kuratoriums der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg und fördert deren Präsenz in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Er unterstützt die Hochschule bei der Weiterentwicklung des Studienangebots.

Mit außergewöhnlichem Einsatz bringt er sich in die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) ein. Bis heute arbeitet er ehrenamtlich in verschiedenen Gremien der sehr bedeutenden wissenschaftlichen Fachgesellschaft mit. Von 2005 bis 2009 gehörte er der Kommission für Klinische Kardiologie an und wirkte dort an der Entwicklung von Leitlinien mit. Derzeit ist er in der Programmkommission als Gutachter tätig und stellt das wissenschaftliche Programm der DGK-Tagungen zusammen. Er ist Mitglied der Projektgruppe „Leistungsbewertung in der Kardiologie“ und in vier weiteren DGK-Arbeitsgruppen.

In Kuratorien hat er an der Verleihung wissenschaftlicher Preise mitgewirkt. Bei Tagungen der Gesellschaft hält er Vorträge und leitet wissenschaftliche Sitzungen. Von 2011 bis 2013 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft leitender Krankenhauskardiologen und in dieser Funktion assoziiertes Mitglied des DGK-Vorstands. Als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung setzt er sich für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Herzinfarkt- und Notfallpatienten ein.

Dank seines herausragenden Engagements wurde die ambulante Nachsorge von Herzinfarktpatienten durch den Ausbau der Herzsportgruppen in Coburg erweitert. Regelmäßig hält er für Laien und Rettungskräfte Vorträge zur Verbesserung der Notfallversorgung in Stadt und Landkreis Coburg. Er hat außerdem die Aufstellung von Defibrillatoren zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes vorangetrieben. An der Organisation der Herzwoche in Coburg ist er seit Jahren maßgeblich beteiligt.

Gabriele Wolf

Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes an Frau Gabriele Wolf in Bayreuth
Aushändigung an Frau Gabriele Wolf

Aushändigung am 17.03.2017

Seit 2007 gehört sie dem Führungskreis des Katholischen Frauenbundes in Hirschaid an. Hier bringt sie sich vielfach ein, zum Beispiel gestaltet sie Andachten, organisiert den Weltgebetstag der Frauen, bereitet Vorträge bei der Adventsfeier vor und ist Vorbeterin bei der Buswallfahrt nach Gößweinstein.

Auch überörtlich ist sie sehr engagiert. Seit 2009 ist sie Delegierte für den Landesverband des Katholischen Frauenbundes. 2012 wurde sie zur Diözesanvorsitzenden der Landfrauenvereinigung des Katholischen Frauenbundes im Diözesanverband Bamberg gewählt.

Mit vorbildlichem und zielstrebigem Einsatz plant und leitet sie die Bildungsangebote der Landfrauenvereinigung mit dem Schwerpunkt „Leben im ländlichen Raum“. Sie gibt die Informationen über verbandspolitische Entwicklungen zuverlässig weiter und vertritt tatkräftig den Bamberger Verband in übergeordneten Gremien.

Regelmäßig besucht sie mit großem Interesse Fortbildungen zur Entwicklung der Verbandsarbeit. Bemerkenswert ist auch ihre ansteckende Begeisterung und ihr besonderes Engagement bei der Präsentation der Arbeit der Landfrauenvereinigung nach außen.

Darüber hinaus organisiert und leitet sie alle zwei Jahre die Delegiertenversammlung der Landfrauen.

In ihrer Pfarrgemeinde St. Vitus Hirschaid ist sie seit 2006 im Pfarrgemeinderat. Weiterhin engagiert sie sich dort seit 2007 als Lektorin und Kommunionhelferin. Zudem geht die Hirschaider Ehrenamtsbörse auf ihre Initiative zurück. Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde, die Hilfe bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben benötigen, finden hier wertvolle Unterstützung. Sei es beim Einkauf, bei der Gartenpflege oder bei der Kinderbetreuung. Ihr unermüdlicher Wille, etwas Gutes zu tun, wird nicht zuletzt an ihrem langjährigen ehrenamtlichen Engagement für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) deutlich. Von 1987 bis 2003 hat sie den Vorsitz der Bamberger Kontaktgruppe geführt. Die Gruppe hat sich unter ihrer Leitung zu einer festen Instanz und einer anerkannten Anlaufstelle für Patienten, Angehörige, Ärzte und sonstige Interessierte entwickelt.

Als Patientenbeirätin für den Bezirk Oberfranken hat sie von 1996 bis 2003 die Belange der oberfränkischen Patientinnen und Patienten in der Delegiertenversammlung des Landesverbandes der DMSG vertreten. Ebenso zu erwähnen ist ihr Wirken für den „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschland (VdK)“. Hier war sie Vertreterin der jüngeren Mitglieder im Ortsverband Hirschaid und Beisitzerin im VdK-Kreisvorstand Bamberg.

Horst Schlisio

Aushändigung an Herrn Horst Schlisio

Aushändigung am 17.03.2017

Herr Schlisio hat sich viele Jahre ehrenamtlich im Bereich des Sports für behinderte Kinder und Jugendliche engagiert. Seit 1986 ist er Übungsleiter beim „Faltbootclub Hof 1932 e.V.“. Dort hat er von 1997 bis 2010 zudem das Amt des Jugendwarts ausgeübt. Auf seine Initiative hin hat der Verein und das „Therapeutisch-Pädagogische Zentrum (TPZ) Hof“ im Jahr 2004 die erste Kanugruppe für Kinder mit überwiegend geistiger Behinderung gegründet. In dieser Gruppe werden derzeit circa zwölf Kinder betreut und gefördert, deren geistige Behinderung auch zu körperlichen Einschränkungen führt. Mit viel Sinn für den Sport und Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder leitet er das wöchentliche Training im Kajakfahren.

Er hat sogar an der deutschen Olympiade für geistig und mehrfach behinderte Menschen, der sogenannten „Special Olympics Deutschland“, teilgenommen. 2006 hat Herr Schlisio dort über eine Woche lang eine Gruppe von fünf Aktiven des „Faltbootclubs Hof“ bei den Kajak-Wettbewerben betreut. Seither nimmt er regelmäßig mit einer Gruppe an Wettkämpfen und an den „Special Olympics Deutschland“ teil. So ist er mit behinderten Sportlern bei der „HofRegatta“ angetreten. Bei dieser Veranstaltung wurden T-Shirts verkauft. Der Reinerlös konnte für ein Projekt von Kindern mit Behinderung eingesetzt werden. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die jungen Sportler des „Faltbootclubs Hof“ gemeinsam mit behinderten Kindern des „TPZ“ trainieren. Er hat ein Vorzeigeprojekt auf dem Gebiet der Integration geschaffen. Besonders erfreulich ist auch, dass seit 2012 Schüler der Mittelschule in Hof mit behinderten Jugendlichen des „TPZ“ im Kanusport trainieren.

Darüber hinaus wurde er im Jahr 2009 vom Präsidium des „Deutschen Kanu-Verbandes“ zum Koordinator für Behindertensport berufen, um die Interessen der behinderten Sportlerinnen und Sportler zu vertreten. In dieser Funktion hat er zur Gründung einer Sportgruppe in Jeßnitz in Sachsen-Anhalt beigetragen. 2011 hat ihn das Präsidium des DKV zum Referenten für Parakanu-Leistungssport berufen. Das ist Leistungssport in speziell angepassten Rennkanus. Diese Tätigkeit musste er leider Ende 2013 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Während seiner Zeit als Referent hat er wesentlich zur Entwicklung des Parakanu-Leistungssports beigetragen. Keiner hätte die geschlossene Kooperation zwischen dem „Deutschen Behindertensportverband“ und dem „Deutschen Kanu-Verband“ besser mit Leben erfüllen können als Herr Schlisio.

Auf seine Arbeit für den Kanu-Behindertensport sind die jüngsten Erfolge deutscher Parakanu-Athletinnen und -Athleten zurückzuführen. Außerdem hat er als Cheftrainer 2010 bis 2013 die Nationalmannschaft der behinderten Kanuten, genannt „Paracanoe“ betreut. Mit seinen Athleten hat er an den deutschen Meisterschaften, an den Europameisterschaften und sogar an den Weltmeisterschaften erfolgreich teilgenommen.

In Zusammenarbeit mit dem DKV hat er den Grundstein für Parakanu-Rennsport in Deutschland gelegt. Herr Schlisio hat erste Strukturen auf Verbandsebene geschaffen, die Sichtungsläufe zur Qualifikation im Nationalteam organisiert und Parakanu in die deutschen Meisterschaften integriert. Er war auch bei allen Workshops, Regatten und Parakanu-Wettkämpfen anwesend, um sich für die Parakanuten einzusetzen. Für die Landesverbände war er immer der Ansprechpartner. Er hat sich äußerst erfolgreich für die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher im Kanusport bemüht. Durch seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz hat er Brücken zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen gebaut.

Manfred Schönfelder

Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes an Herrn Manfred Schönfelder
Aushändigung an Herrn Manfred Schönfelder

Aushändigung am 17.03.2017

Herr Schönfelder ist im Jahre 1988 durch den Vortrag eines rumänischen Pastors auf die Armut der Menschen in Rumänien aufmerksam geworden. Der Vortrag hat ihn dazu veranlasst, für Rumänien Spenden und Hilfsgüter zu sammeln. Die Hilfsgüter hat er zunächst an der Seite des rumänischen Pastors in fast ganz Rumänien, das heißt von den Karpaten bis zum Donaudelta, verteilt. Die Dankbarkeit und Gastfreundschaft der Menschen in Rumänien hat ihn so berührt, dass er 1994 zusammen mit Herrn Friedrich Dorsch den Verein „Lasst uns gehen e.V.“ gegründet hat. Die immer größer werdende Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hat ihn auf die Idee gebracht, einen seiner Reisebusse in ein Transportfahrzeug umzubauen, um Hilfstransporte durchführen zu können.

Im Jahr 2000 hat er seinen eigenen Verein mit dem Namen „Maranatha – Hoffnung durch Hilfe e.V.“ gegründet. Der Verein hat das Ziel, bedürftigen Menschen mit Kleidung, Nahrungsmitteln oder einem Geldbetrag zu helfen. Diese Bedürftigen werden von großen Hilfsorganisationen nicht erreicht, da sie zu abseits wohnen. Maßgeblich für das Gelingen der Einsätze ist die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, wie den Bürgermeistern, den Sozialarbeitern, den Schulleitern und den Kirchen. So hat er 2008 eine rumänische Niederlassung seines Vereins in der Stadt Carei (Groß-Karol) im Nordwesten Rumäniens initiiert.

Neben vielen Projekten und der Betreuung von drei Waisenheimen kümmert er sich zusammen mit Frau Olga Marian, der ersten Vorsitzenden des dortigen Vereins „Maranatha Carei“, um Patenschaften. Durch die Patenschaft werden besonders bedürftige Familien und Kinder unterstützt. Erfreulicherweise haben mittlerweile 30 Kinder eine Patenfamilie in Deutschland gefunden. Die Versorgung der Kinder mit allem Lebenswichtigen kann so kontinuierlich gesichert werden. Die Kinder können nun auch medizinische und schulische Betreuung erhalten.

Besonders liegt es Herrn Schönfelder am Herzen, die Spendenbereitschaft aufrecht zu erhalten. Er sammelt in den Kindergärten und Schulen im Raum Erlangen und Forchheim regelmäßig Weihnachtspäckchen. 2013 konnten zahlreiche Schulranzen von Kindern aus der Baiersdorfer Grundschule mit Schulmaterial an rumänische Kinder verteilt werden. Bis zu fünfmal im Jahr gehen mehrere Tonnen Hilfsgüter in großen Containern auf die 1.200 km lange Reise. 2011 ist es ihm mit der Unterstützung der Erlanger Kliniken gelungen ist, einen Lastwagen mit Krankenhausbedarf zu beladen und nach Rumänien zu transportieren. Die Fracht bestand unter anderem aus ausrangiertem Krankenhausmobiliar sowie medizinischen Hilfsmitteln.

Dr. Jürgen Binder

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Seit über drei Jahrzehnten hat er sich über seine anspruchsvolle ärztliche Tätigkeit hinaus auch im Ehrenamt engagiert. Dabei hat er ein außerordentlich hohes Maß an Zeit und Kraft für die Versorgung der Bevölkerung im Bereich der Allgemeinmedizin aufgewendet. Seit 1980 ist er niedergelassener Hausarzt in Erlangen. Viele Jahre lang war er auch berufstätiger Lehrbeauftragter für das Fach Allgemeinmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Herausragenden Einsatz hat er vor allem bei der Errichtung eines Lehrstuhls für das Fach Allgemeinmedizin an der FAU bewiesen, an der er beteiligt war. Die praxisorientierte Lehre steht immer im Fokus seiner Motivation. Daher ist er aktuell für die hausärztliche Lehrpraxis der Universität engagiert. Mit viel Geduld und Erfahrung eröffnet er Studenten Einblicke in das Berufsleben eines niedergelassenen Hausarztes. Mit vielfältigen Aktivitäten kann er immer wieder Erlanger Hausärzte begeistern, sich ebenfalls ehrenamtlich für die Bevölkerung zu engagieren.

1995 hat Herr Dr. Binder zusammen mit seinen Kollegen Dr. Walter Otto den Verein „Hausärzte Erlangen und Umgebung“ gegründet. Mit unermüdlicher Energie und Dynamik verfolgen sie gemeinsam das Ziel, die hausärztliche Tätigkeit sowie die allgemeinmedizinische ambulante Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Von 1995 bis 2007 hatte er die Vorstandschaft inne. Seit 2007 ist er Ehrenvorsitzender des Vereins.

Besonders hervorzuheben ist, dass er als Vorsitzender der „Hausärzte Erlangen und Umgebung“ einen Kooperationsvertrag zwischen Hausärzten und dem Hospizverein Erlangen erarbeitet hat. Dadurch wurde die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und dem Hospizverein wesentlich verbessert. Seinem zielorientierten Engagement ist es zu verdanken, dass die aktive Arbeit des Vereins äußerst erfolgreich ist. Aus dem Verein hat sich unter anderem das „Hausärztekolleg Erlangen“ entwickelt. Dessen Gründung ist seinem unermüdlichen Bestreben nach Verbesserung zu verdanken. Das Kolleg organisiert eigene Fortbildungen für Hausärzte, schult Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten und bildet Medizinische Fachangestellte aus. Das „Hausärztekolleg“ stellt explizit auf die Belange der hausärztlichen Versorgung ab. Er war fünf Jahre lang Vorsitzender dieser Institution. Auch die 1997 ins Leben gerufene „Ärztliche Notfallpraxis Erlangen“ hat er mitgegründet. Sie war eine der ersten ihrer Art in Bayern. Die „Ärztliche Notfallpraxis Erlangen“ bietet der Bevölkerung kompetente Ansprechpartner in sprechstundenfreien Zeiten. Dadurch wurde sie zum festen Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region.

Seit 1997 ist er auch Mitglied im „Deutschen Hausärzteverband“. Der Verband ist inzwischen der größte Berufsverband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und Europa. Viele Jahre lang übernahm er für den Verband die Funktion des Bundesdelegierten. 2001 und 2012 konnte er den „Bayerischen Hausärztetag“ nach Erlangen holen. Er ist auch für den „Bayerischen Hausärzteverband“ mit sehr viel Eifer im Einsatz. Zunächst war er kommissarischer Vorsitzender für Mittelfranken. Seit 2012 ist er als stellvertretender Bezirksvorsitzender Mittelfrankens und kooptiertes Mitglied des Landesvorstandes sehr engagiert. Außerdem ist er noch Landes- und Bundesdelegierter.

Darüber hinaus war er in der „Bayerischen Landesärztekammer“ als Delegierter Erlangens im Ausschuss „Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte“ engagiert. Als Delegierter für Bayern war er auch auf den bayerischen und deutschen Ärztetagen vertreten. Er war im Vorstand des ärztlichen Kreisverbands Erlangens engagiert. Aktuell ist er in der „Gemeinsamen Kommission Prävention der Bayerischen Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern“ tätig. Zusätzlich bringt Herr Dr. Binder sich in vielen Vereinen und Institutionen als Sprecher der Erlanger Hausärzte ein. Seit 2011 ist er auch Mitglied der Vertreterversammlung der „Kassenärztlichen Vereinigung Bayern“. Besonders herausragende Leistung hat er vor allem im Ausschuss: „AG – ärztliche Versorgung im Pflegeheim“ geleistet. Hier hat er ganz besonders für eine Verbesserung in den Pflegeheimen gekämpft.

Darüber hinaus liegen ihm besonders die Städtepartnerschaften auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung am Herzen. Besonders pflegt er die Partnerschaft zur russischen Stadt „Wladimir“ im Bereich des ärztlichen Austausches.

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Gerhard Grötsch

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Herr Grötsch engagiert sich seit 37 Jahren für psychisch kranke Menschen und für Strafgefangene und hat sich dadurch auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Seit 1979 arbeitet er im Verein „KONTAKT – Vereinigung für psychosoziale Hilfen e.V.“ in Bayreuth und betreut seitdem mit großer Leidenschaft und Empathie psychisch Kranke und Strafgefangene. Über die unmittelbare Betreuungsarbeit hinaus hat er seit über 30 Jahren wichtige Funktionen im Verein wahrgenommen. Er wurde so zu einer unerlässlichen Stütze des Vereins. Er war Schriftführer des „KONTAKT e.V“ und Sprecher der Ehrenamtlichen in der Gefangenenarbeit. Seit 1987 ist er Mitglied des Anstaltsbeirats der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth. 1993 wurde er zum Schatzmeister von „KONTAKT e.V“ gewählt. Dieses wichtige Vorstandsamt führt er bis auf den heutigen Tag mit herausragendem Engagement und nicht nachlassender Sorgfalt aus.

Als Schatzmeister ist er für die höchst solide Finanzsituation des Vereins mit einem jährlichen Haushaltsvolumen von zwei Millionen Euro verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehören die finanzielle und auch vertragliche Führung von etwa 25 festangestellten Mitarbeitern. Ebenso die Verwaltung, Instandsetzung und Erhaltung eigener Immobilien sowie die Verwaltung der angemieteten Immobilien. Mit viel Präzision bereitet er den Haushalt vor und sorgt für die Einhaltung und die Überwachung des Budgets. Dafür hat er sich umfangreiche Kenntnisse über Finanzierungsmöglichkeiten und Immobilienfragen angeeignet. Diese setzt er in der täglichen Vereinsarbeit zum Wohl der Klientinnen und Klienten um. Zudem führt er die Verhandlungen mit dem Bezirk Oberfranken über die Finanzierung der Betreuungsleistungen, die von den Mitarbeitern des Vereins erbracht werden. Ohne seinen überdurchschnittlichen Einsatz von sehr viel Freizeit und Kraft wäre die Schatzmeistertätigkeit im Ehrenamt schon lange nicht mehr leistbar.

Er zeichnet sich durch enormes Verhandlungsgeschick und große Kompromissfähigkeit aus. Durch einen sinnvollen Interessenausgleich aller Verhandlungspartner gelingt es ihm immer wieder, gangbare Lösungen zur Durchsetzung der Vereinsinteressen zu erreichen. Zahlreiche Modellprojekte des Vereins „KONTAKT e.V.“ sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Zu erwähnen sind: die Eheseminare in der JVA St. Georgen-Bayreuth,      der „Arbeitsbeschaffungsverein für psychisch Kranke“ und die Wohngruppe für Borderline-Patienten.

Die segensreiche Arbeit des Vereins „KONTAKT e.V.“, seine Erfolge bei der Betreuung von psychisch Kranken und Strafgefangenen und sein hohes Ansehen in der Region sind undenkbar ohne das langjährige engagierte Wirken seines Schatzmeisters Gerhard Grötsch. Nicht zuletzt dank seiner Leistungen erlangten viele der Projekte Modellcharakter für andere Regionen und ähnlich strukturierte Vereine. Mit seinen Mitstreitern im Vorstand und Verein hat er Pionierarbeit für einen besonders sensiblen Personenkreis geleistet, die in vielfältiger Form Früchte getragen hat.

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Helga Knirsch

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt sich Frau Knirsch mit großer Fürsorge und Mitmenschlichkeit für Mitbürgerinnen und Mitbürger in schwierigen Lebenssituationen ein. Es war in den 90er Jahren, als ein schwerer Hörsturz sie und ihren Ehemann zwang, das eigene Lebensmittelgeschäft und folglich ihre gesamte Existenz aufzugeben. Die neue Lebenssituation war mit vielen Entbehrungen und Einschränkungen verbunden. Doch sie gab nie auf und begegnete der schwierigen Situation mit der Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben. Aus eigener Betroffenheit heraus wollte sie Menschen in ähnlicher Lage helfen.

Mit einigen Mitstreiterinnen und Mitstreitern hat sie 1991 die Selbsthilfegruppe Tinnitus gegründet. Die Gruppe hat sie bis zum Jahr 2006 geleitet. Dank ihrer fruchtbaren Aufbauarbeit nehmen viele Betroffene bis heute die Angebote der Selbsthilfegruppe wahr. 1993 hat sie einen weiteren tragischen Schicksalsschlag erlitten. Bei einem Wohnungsbrand ist ihr letztgeborener Sohn Wolfgang im Alter von nur 21 Jahren gestorben. In ihrem unvorstellbaren Leid hat sie die Gemeinschaft mit Eltern gesucht, die ein gleiches Los erfahren haben. Mit großer Empathie hat sie die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern Coburg“ aufgebaut. Bis zum heutigen Tag leitet sie diese höchst motiviert. Sie begleitet verwaiste Eltern einfühlsam durch die schweren ersten Wochen und Monate. Sie versteht es, Leid zu lindern und neue Hoffnung zu vermitteln. In zahlreichen Fortbildungen hat sie sich ein beträchtliches Wissen zum Thema Kindesverlust angeeignet.

Sie hat außerdem viele Ideen umgesetzt. Schon früh hat sie erfolgreich angeregt, dass auch für Totgeburten eine würdige Verabschiedung und Beerdigung auf dem Friedhof Coburg stattfinden kann. Die jährlichen Gedenkgottesdienste werden behutsam und sorgfältig von ihr vorbereitet. Auch die Öffentlichkeit ist eingeladen. Auf ihre Initiative hin entstanden in Coburg zwei „Regenbogenwälder“, in denen Eltern für ihre toten Kinder einen Baum pflanzen können. Die „Seelenbilder“ im Regenbogenwald zum Gedenken an die Kinder werden gemeinsam mit den Eltern gemalt. Dem Klinikum stellt sie liebevoll gestaltete „Moseskörbchen“ für tot geborene Kinder zur Verfügung. Darin werden die Kleinen gebettet, den Eltern wird ein würdiger Abschied ermöglicht. Mit ihren vielfältigen Initiativen unterstützt sie die trauernden Menschen darin, ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben, ohne die Kinder dabei zu vergessen.

Darüber hinaus engagiert sie sich seit 1996 ehrenamtlich im „Hospizverein Coburg“. Sie zählt zu den ersten und mittlerweile wertvollsten Hospizbegleiterinnen. Mit Vorträgen bringt sie auch Schülern und Heranwachsenden die Themen Sterben, Tod und Trauer nahe. Dabei berichtet sie in eindrucksvoller Weise über ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit sterbenden Menschen.

Ende der 90er Jahre hat sie Ihre damalige Arbeitsstelle aufgegeben, um ihre hochbetagten Eltern in ihren letzten Lebensjahren zu Hause zu pflegen. Auch ihren Schwiegervater hat sie bis zu dessen Tod bei sich aufgenommen und liebevoll gepflegt. Sie hat die Kraft gefunden, das ihr auferlegte Schicksal auf bewundernswerte Weise zu meistern.

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Lydia Köstner

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Sie hat sich durch ihre besondere Fürsorge in der Familie ausgezeichnet. Seit mehr als vier Jahrzehnten pflegt sie voller Liebe ihre körperlich und geistig schwerstbehinderte Tochter Martina. Martina ist ihr drittes Kind. Mit ihrer Geburt 1971 hat sich ihr Leben und das ihrer gesamten Familie schlagartig geändert. Martina ist mehrfachbehindert und bedurfte von Anfang an besonderer Zuwendung, intensiver Betreuung und umfassender Pflege. Mehr als sieben Monate hat Martina in ihren ersten beiden Lebensjahren in der Kinderklinik verbracht. In dieser Zeit ist Frau Köstner nie von ihrer Seite gewichen, hat sich fürsorglich um sie gekümmert und mit ihr gekämpft. Martina hat oft die Nahrungsaufnahme verweigert. Sie hatte große Mühe, das schwache Kind ausreichend zu ernähren. Doch sie hat nie aufgegeben und sie mit ihrer unermüdlichen Energie aufgepäppelt. Kraft und Unterstützung bekommt sie durch ihren Ehemann, den sie in den langen Jahren der Pflege stets an ihrer Seite wusste. Martina spricht nur wenige Worte. Für die Kommunikation mit ihr muss sie sich deshalb sehr viel Zeit nehmen. Bis heute umfasst die Betreuung und Pflege alle regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens. Der Pflegeaufwand ist enorm.

Bereitwillig hat sie das Schicksal ihrer Tochter als ihre Lebensaufgabe angenommen. Aufopfernd und voller Liebe ist Frau Köstner Tag und Nacht für sie da und ermöglicht ihr damit den Verbleib in der vertrauten häuslichen Umgebung. Das ist eine Aufgabe, die mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Selten kann sie durchschlafen, eigene Interessen sind seit langer Zeit in den Hintergrund gerückt. Erfreulicherweise kann Martina nun die Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen. So bleibt ihr tagsüber Zeit, die wichtigsten Besorgungen zu erledigen und gelegentlich etwas Ruhe zu finden. Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft sie immer wieder aufs Neue aufbringt. Von den Schmerzen, die manche Blicke und Gespräche über das Anderssein ihrer Tochter verursachen, ganz zu schweigen.

Sie ist ein großartiges Beispiel für tätige Fürsorge und bedingungslose Bejahung der Familie. Selbst eine schwere Erkrankung ihres Sohnes und letztendlich sein Tod hat sie am Sinn ihres vorbildlichen Tuns nicht zweifeln lassen. Ihr Sohn Werner, der sie ebenfalls bei der Pflege von Martina unterstützt hat, ist im November 2014 verstorben und hinterlässt zwei Kinder.

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Dr. Laura Krainz-Leupoldt

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Sie engagiert sich weit über das eigene Unternehmen hinaus für wirtschaftliche und kulturelle Belange. Zusammen mit ihrem Ehemann Franz führt sie als Prokuristin und Mitgesellschafterin die „PEMA Vollkorn-Spezialitäten Heinrich Leupoldt KG“. Das Unternehmen ist seit der Gründung im Jahr 1905 im Familienbesitz. „PEMA“ beschäftigt heute 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hat eine Tagesleistung von 35 – 40 Tonnen Vollkornbrot in höchster Qualität und exportiert in mehr als 80 Länder. Dank ihres großen Geschicks als Verantwortliche für Marketing und Finanzen ist das Unternehmen modern und zukunftsorientiert ausgerichtet. Vom unternehmerischen Erfolg profitieren nicht nur die eigenen Beschäftigten, sondern auch zahlreiche Vertragslandwirte aus der Region. Diese hat sie mit einer Abnahmegewähr und einer Mindestpreisgrenze abgesichert. Am Erfolgskurs des Familienbetriebs hat sie wesentlichen Anteil. Sie kommuniziert die Unternehmensphilosophie mit großer Präsenz und persönlichem Einsatz. Das Vollkornbrot aus dem Hause „PEMA“ hat sich mittlerweile auf dem deutschen und ausländischen Markt als Marke mit Wiedererkennungswert etabliert. Sie hat auch die Einrichtung des „PEMA-Concept-Stores“ am Firmensitz in Weißenstadt initiiert. In einer Erlebniswelt vermittelt sie den Besuchern unter dem Motto „Lust auf Vollkorn“ Information und Emotion.

Darüber hinaus nimmt sie seit 2007 wichtige und wesentliche ehrenamtliche Aufgaben und Funktionen in der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken wahr. Mit den Jahren hat sie ihr Engagement für die Belange der regionalen Wirtschaft stetig gesteigert. Erstmals in der 170-jährigen Geschichte der IHK Oberfranken, wurde mit ihr 2013 eine Frau zur Vizepräsidentin gewählt. In alle Gremien bringt sie stets neue Ideen zur Weiterentwicklung der oberfränkischen Wirtschaft ein.

Ihr Name ist zudem eng mit der Förderung von Kunst und Kultur in der Region verbunden. 2007 hat sie das „Kleine Museum – Kultur auf der Peunt“ gegründet. Es ist Anziehungspunkt für Kunstinteressierte und für Touristen. Das Museum bietet unter anderem Platz für Wechselausstellungen mit Werken nationaler und internationaler Künstler. Schwerpunkt ist die „Konkrete Kunst“. 1996 hat sie mit ihrem Ehemann zusammen die „Laura-Krainz-Leupoldt-Stiftung“ gegründet. Der Stiftungszweck ist die Förderung von Kultur und Völkerverständigung.

Mit dem Roggen-Informationszentrum „ROGG-IN“ hat sie 2014 in Weißenstadt eine weitere innovative Idee in die Realität umgesetzt. „ROGG-IN“ stellt den Anbau, die Verarbeitung und die Geschichte der im Fichtelgebirge wichtigsten Getreidesorte dar. Im Roggengarten finden die Besucher neben multimedialen Informationsangeboten auch Oasen der Ruhe und Entspannung. Dank ihrer authentischen Art und ihres sympathischen Auftretens wurde sie 2013 von der Regionalmarketing-Organisation „Oberfranken Offensiv – Forum Zukunft Oberfranken“ unter dem Motto „Oberfranke aus Leidenschaft“ zu einer der ersten Botschafterinnen Oberfrankens ernannt. Seit 2012 wirbt sie bereits als Botschafterin für den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Als Gründungsvorsitzende des „Coburger Designforums Oberfranken“ hat sie sich bis 2004 auch für die Stärkung des Wirtschaftsfaktors Design in der Region engagiert. Dabei war sie maßgeblich an der erfolgreichen Entwicklung des Designforums beteiligt. Außerdem war sie Gründungspräsidentin des „Soroptimist International Clubs Bayreuth“. Die Institution ist die weltweit größte Serviceorganisation berufstätiger Frauen. Das besondere Augenmerk gilt dabei benachteiligten Mädchen und Frauen. Dem Bayerischen Ableger stand sie von 1993 bis 1998 vor.

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Dr. Walter Otto

Foto: Wolgang Traßl

Aushändigung am 30.09.2016

Herr Otto hat sich sehr viele Jahre lang mit überaus großem Engagement für den Stand der Hausärzte und für seine Patientinnen und Patienten engagiert. Er hat dazu beigetragen, dass sich der Bereich Allgemeinmedizin maßgeblich verbessert hat. Als niedergelassener Hausarzt war er lange Zeit in Adelsdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt tätig. Er war nicht nur ein herausragender Mediziner, sondern hatte großes Talent, sein Wissen an Medizinstudentinnen und -studenten zu vermitteln. Neun Jahre lang war er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin. Medizinstudentinnen und -studenten konnten vor allem von seinen Erfahrungen aus der Praxis profitieren. So manche abstrakte Lehrbuchtheorie wurde von ihm durch Beispiele aus der Praxis lebhaft veranschaulicht. Er hat sich stets in hohem Maße für die Belange der Medizinstudierenden eingesetzt.

Eine Fortbildung für Allgemeinmedizin, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Jürgen Binder besucht hat, war letztlich die Initialzündung für seine weiteren ehrenamtlichen Engagements. Gemeinsam haben sie alte Strukturen und Ansichten in Frage gestellt und den festen Entschluss gefasst: „So kann es nicht weitergehen. Wir müssen was ändern.“ Den anfänglichen Gedanken folgten Taten!

Gemeinsam gründete er 1995 den Verein „Hausärzte Erlangen und Umgebung“. Ziel des Vereines es ist, die hausärztliche Tätigkeit sowie die allgemeinmedizinische, ambulante Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Erfolgreiche Referenzprojekte wie „Hausärztekolleg Erlangen“ und die „Notfallpraxis Erlangen“ haben sich aus dem Verein entwickelt. Mit Ausdauer, Zielstrebigkeit und großem Sachverstand ist es beiden gelungen, dass die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Fachärzten wesentlich verbessert werden konnte. Aber auch das Klima unter den Hausärzten und zwischen Haus- und Fachgebietsärzten hat sich dank seines unermüdlichen Einsatzes positiv entwickelt. Seine Taten waren also auch sehr erfolgreich.

Schon immer war er fest davon überzeugt, dass man gemeinsam im Bereich der Allgemeinmedizin vieles verbessern kann. Eine Verbesserung für die Ärzteschaft, für den einzelnen Patienten und somit zum Wohle der Allgemeinheit. Mit vielfältigen Aktivitäten hat er auch andere Erlanger Hausärzte motivieren können, über das normale Maß ihrer beruflichen Pflicht hinaus tätig zu werden. Außerdem ist er seit 1988 Vorstandsmitglied des „Ärztlichen Kreisverbandes Erlangen“. Von 2005 bis 2015 war er erster Vorsitzender und Geschäftsführer des Verbandes. Besonders verstand er es, mit Finanzen umzugehen und den Verband in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei hat er anfallende Aufgaben immer bis ins letzte Detail bearbeitet. Anliegen, die von niedergelassenen und angestellten Kollegen an ihn herangetragen wurden, machte er sich zu eigen. Patienten, die sich an den Ärztlichen Kreisverband wendeten, waren ihm gleichermaßen wichtig. Ihm gelang es immer wieder, Brücken zu bauen und neue Wege zu eröffnen.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit hatte er sich darauf fokussiert, für den Beruf des Medizinischen Fachangestellten zu werben. Ihm war es auch eine Herzensangelegenheit, die Auszubildenden bis zu deren Abschluss zu begleiten. Auch bei der Verwaltung der Finanzen des „Ärztlichen Kreisverbandes“ ha er Kompetenz und Organisationstalent bewiesen. Er hat stets mit Bedacht gewirtschaftet. Dadurch konnte er Kosten senken, stabil halten und zusätzlich Beitragssenkungen für die Mitglieder erreichen.

Darüber hinaus war er von 2005 bis 2015 zweiter Vorsitzender des „Ärztlichen Bezirksverband Mittelfrankens“ und als Geschäftsführer des Verbandes höchst engagiert.

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Otto Stadter

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Otto Stadter.
Foto: Jürgen Schraudner

Aushändigung am 03.11.2015

Otto Stadter setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten im Sozialverband VdK in vorbildlicher Weise ehrenamtlich für alte und sozial benachteiligte Menschen ein. Mit seinem Engagement auf Orts- Kreis-, und Bezirksebene ist er einer der Aktivposten des oberfränkischen VdK. So organisiert er zum Beispiel zahlreiche Veranstaltungen, wobei ihm besonders die Senioren- und Behindertentage am Herzen liegen. Er betreut und unterstützt die Mitglieder in den Ortsverbänden und führt Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen durch.

Daneben fördert er besonders die Jugendarbeit in den Ortsverbänden. Darüber hinaus gibt er auf Landesebene als Mitglied des Landesverbandsausschusses wichtige Impulse für die Verbandsarbeit. Als Vertreter der Sozialleistungsempfänger bringt er sich auch auf kommunalpolitischer Ebene beratend im Sozialhilfeausschuss des Hofer Kreistags ein. Durch seinen langjährigen, unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für alte und hilfsbedürftige Menschen hat er sich hervorragende Verdienste erworben, die mit einer Auszeichnung gewürdigt werden sollen.

Prof. Dr. Wilhelm Sebastian Kempgen

Staatsministerin Melanie Huml überreicht am 9. Mai 2016 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Professor Dr. Wilhelm Sebastian Kempgen.
Foto: Wolfgang Traßl

Aushändigung am 09.05.2016

Professor Dr. Wilhelm Sebastian Kempgen ist als Slawist von nationalem und internationalem Rang ein Philologe im besten Wortsinne. Seine Leidenschaft für die slawischen Sprachen hat er nicht nur zum Beruf, sondern zur Berufung gemacht. Er hat sich nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch in diversen Verbänden und Gremien um die Weiterentwicklung der Slawistik verdient gemacht. Sein umfangreiches wissenschaftliches Gesamtwerk kombiniert klassische Forschungsschwerpunkte mit innovativen Ansätzen. Das belegen nicht nur zahlreiche Publikationen zur slawischen Sprachgeschichte und zum altrussischen Schrifttum, sondern auch seine Tätigkeit als Herausgeber bedeutender Handbücher des Fachgebiets. Der von ihm initiierte Slawistik-Server Kodeks enthält zudem vielfältige Materialien zur Kulturgeschichte der slawischen Völker und Länder Südosteuropas und des Balkanraums.

Ob als Vorsitzender des Deutschen Slawistenverbandes (2006 bis 2010), als Vorsitzender der Slawistentagskommission oder als Herausgeber des wichtigsten Fachorgans seiner Disziplin (Bulletin der Deutschen Slawistik, seit 2006) – Professor Kempgen verleiht der Slawischen Sprachwissenschaft buchstäblich Stimme und Gesicht. In vielen weiteren Gremien hat er Verantwortung für wissenschaftliches Arbeiten auf höchstem Niveau getragen, zum Beispiel als Kommissionsmitglied des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes, als Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder als Mitglied im Beirat des „Gießener Zentrums Östliches Europa“. Daneben nimmt er schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verantwortungsvolle Funktionen in der akademischen Selbstverwaltung der Universität Bamberg ein. Seit 2008 ist er sogar Vizepräsident der Universität Bamberg und in diesem Amt verantwortlich für Lehre und Studierende.

Sein Wirken zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich nicht im wissenschaftlichen Elfenbeinturm versteckt, sondern sich immer für den Transfer in die Gesellschaft eingesetzt hat. Sichtbare Zeichen für dieses Engagement sind zahlreiche Exkursionen und der lebendige Austausch mit verschiedenen Partnerhochschulen. Darüber hinaus hat er an der Gründung der Trimberg Research Academy (TRAc) mitgewirkt. Diese Einrichtung hat das Profil der Universität Bamberg als Ort intensiver Forschung in den Bereichen Bildung, Gesellschaft und Kultur maßgeblich geschärft.

In Würdigung seiner Verdienste wurde ihm im Jahr 2013 von der mazedonischen Universität Bitola eine Honorarprofessur verliehen.

Sein vorbildliches Wirken verdient nun auch die hohe Anerkennung durch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Franziska Renner

Franziska Renner bei der Verleihung des Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Jürgen Schraudner

Aushändigung am 03.11.2015

Franziska Renner pflegt und betreut seit 27 Jahren in aufopfernder und selbstloser Weise ihren schwerstbehinderten Sohn Gerald, der seit einem Motorradunfall im Wachkoma liegt. Ihr Sohn ist rund um die Uhr auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen, da er in Folge des Unfalls jegliche Körperkontrolle verloren hat und sich aus eigenen Kräften weder bewegen, geschweige denn handeln kann. Diese Aufgabe erfüllt sie mit großer Hingabe und Fürsorge. Sie bietet ihrem Sohn seit fast dreißig Jahren ein liebevolles, gutes und mitmenschliches Zuhause.

Dabei wird sie von ihrem Ehemann Herrn Werner Renner und nach Möglichkeit auch von ihren beiden erwachsenen Töchtern unterstützt. Trotzdem könnte ihr Sohn ohne ihre Pflege nicht in der gewohnten Umgebung bleiben. Die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland soll ihre außerordentlichen Leistungen gebührend würdigen.

Heinrich Kattenbeck

Staatsministerin Melanie Huml überreicht am 9. Mai 2016 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Heinrich Kattenbeck.
Foto: Wolfgang Traßl

Aushändigung am 09.05.2016

Heinrich Kattenbeck bereichert mit ungezählten ehrenamtlichen Aktivitäten das gesellschaftliche Leben in und um Forchheim seit mehr als 50 Jahren. Verbunden mit einer tiefen Liebe zur Natur ist ihm soziales, kirchliches und politisches Engagement ein Herzensanliegen und eine Selbstverständlichkeit. Neben seiner langjährigen Tätigkeit in der Kolpingfamilie Forchheim und seinem leidenschaftlichen Einsatz in der Wasserwacht ist Herr Kattenbeck vor allem als Naturschützer bekannt und anerkannt.

Im Jahr 1998 hat Herr Kattenbeck den Vorsitz der Ortsgruppe des BUND Naturschutz Kirchehrenbach/Weilersbach übernommen. Zwei Jahre später kam der Vorsitz der Kreisgruppe Forchheim hinzu, den er 14 Jahre lang innehatten. Darüber hinaus ist er auf Landesebene als Revisor, Beirat und Bundesdelegierter aktiv.

Herr Kattenbeck ist immer dann zur Stelle, wenn die Natur der Region Forchheim Schaden zu nehmen droht. Mit großer Überzeugungskraft vertritt er seinen Standpunkt. Aber man schätzt auch seine Kompromissbereitschaft.
Dabei hat er immer mit angepackt – egal, ob es um Baumpflanzungen, Schutzaktionen für bedrohte Tierarten oder Infostände auf Märkten und Festen ging.

Darüber hinaus ist Herr Kattenbeck seit dem Jahr 2000 als Vorsitzender des Stiftungsausschusses der Sieglinde-Schöffl-Stiftung tätig. Damit trägt er die Mitverantwortung für die sachgerechte Verwendung der Stiftungserträge, beispielsweise zur Förderung von Schulprojekten oder Bachpatenschaften.

Mit bewundernswerter Energie kümmert sich Herr Kattenbeck aber auch um Menschen, die nicht nur die Sonnenseiten des Lebens kennengelernt haben. Seit über dreißig Jahren ist er Vorsitzender der Sozialtherapeutischen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Haus Odilia in Kirchehrenbach. Dank seiner Hilfe können psychisch kranke Erwachsene in dieser Langzeiteinrichtung ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen.

Fast zwanzig Jahre, von 1972 bis 1990, hat Herr Kattenbeck dem Gemeinderat von Kirchehrenbach angehört und sich während dieser Zeit vor allem für soziale Belange eingesetzt. Bis heute unterstützt und begleitet er aktiv die ehrenamtliche Arbeit in verschiedenen Vereinen der Gemeinde.

Aufgrund dieses jahrzehntelangen Engagements wird Herrn Kattenbeck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.