Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) wird an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, z. B. auch Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Es sind Verdienste, die in der Regel unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht wurden.

Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson - Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.Foto: Bundesregierung / Susanne Eriksson

Aushändigungen

Dr. Christian Alex

Dr. Christian Alex, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml und Dr. Christian Alex

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Dr. Christian Alex hat sich in herausragender Weise Verdienste in der Gesundheits- und Kommunalpolitik erworben.

Seit 1996 ist er bereits Mitglied im Kreistag des Landkreises Ostallgäu und bringt dort sein Wissen ein – als ordentliches Mitglied im Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, aber auch als erster Stellvertreter im Ausschuss für Familie und Soziales.

Außerdem war Herr Dr. Alex lange für den Zweckverband der Sparkasse Kaufbeuren aktiv, war zweiter Stellvertreter im Kreisausschuss sowie im Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt.

Von 2002 bis 2008 war er Fraktionsvorsitzender der CSU im Kreistag Ostallgäu und von 1990 bis 2008 Mitglied des Marktgemeinderates Waal. Von 1996 bis 2002 hat er außerdem das Amt des zweiten Bürgermeisters in Waal ausgeübt. Erst vor zwei Monaten hat er seinen Vorsitz des CSU-Ortsverbandes Waal beendet.

Im Jahr 2004 war Herr Dr. Alex bei der Gründung des Fördervereins des „TV 1897 Waal“ maßgeblich beteiligt. Der Verein wurde zum Zweck der Förderung und Unterstützung des Sports und der Jugendarbeit gegründet. 2016 konnte er allein 7.500 Euro für Baumaßnahmen am Sportheim spenden. Und die Jugendarbeit finanziert er jedes Jahr mit mehreren hundert Euro. Erst kürzlich konnte durch eingenommene Spenden eine neue Vereinsfahne beschafft werden. Seit der Gründung fungiert er als erster Vorsitzender des Fördervereins und engagiert sich mit viel Herzblut für diese gute Sache.

Ein ganz besonderer Schwerpunkt des umfassenden Engagements von Herrn Dr. Alex ist die soziale Ausrichtung der Gesundheitspolitik. Auf Bundes- und Landesebene und vor Ort entwickelt er langfristige und nachhaltige Strategien. Sei es in der Krankenhausrestrukturierung auf Kreisebene oder als Unterstützung der Prävention für die Heilbäder in Bayern. Unermüdlich und mit großem Herzen ist er unterwegs, um mit Blick auf das Ganze die entscheidenden Probleme im Gesundheitswesen anzugehen. Was alle sehr schätzen, die mit ihm zusammenarbeiten: Er äußert seine konstruktive Meinung und begründet sie mit Fakten.

Seit 1989 – also seit über drei Jahrzehnten – gehört Herr Dr. Alex bereits dem Gesundheitspolitischen Arbeitskreis (GPA) der CSU an. 1993 wurde er in den Landesvorstand gewählt. Seit 1995 ist er als stellvertretender Bezirksvorsitzender des GPA Schwaben-Augsburg aktiv. Durch sein herausragendes Engagement kam es dazu, dass er 1997 zum stellvertretenden GPA-Landesvorsitzenden gewählt wurde. Seit 2007 ist er als Landesvorsitzender des GPA engagiert. Sein enormes Wissen wird von den anderen Mitgliedern sehr geschätzt. In Kürze wird er seinen GPA-Vorsitz nach langer und erfolgreicher Zeit beenden.

Für Herrn Dr. Alex steht eine Politik, die die bestmögliche gesundheitliche und medizinische Betreuung der Bevölkerung sichert, immer im Vordergrund. Auch die Pflege ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Durch seine langjährige Erfahrung als Arzt kann er sich hervorragend in die Fachthemen einbringen.

Außerdem ist Herr Dr. Alex für den „Bayerischen Heilbäder-Verband“ als ärztlicher Berater tätig und unterstützt den Verband fachkundig bei Marketingmaßnahmen und politischer Lobbyarbeit.

Weitere Verdienste hat er sich als Mitglied des erweiterten Vorstandes und als Sprecher des Fachbereiches II „Praktische Sozialmedizin und Rehabilitation“ der „Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention“ (DGSMP) und als Mitglied des Prüfungsausschusses „Sozialmedizin“ der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) erworben. Außerdem war er lange Zeit leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) in Bayern. Bis heute ist er noch im Beirat der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ tätig und fungiert als Mitglied im Landesgesundheitsrat.

Franziskus Badura

Franziskus Badura, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml und Franziskus Badura

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Franziskus Badura arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten ehrenamtlich und äußerst engagiert für den Verein „PRO RETINA Deutschland“. Der Verein setzt sich seit der Gründung 1977 für Menschen ein, die von der Krankheit Retinitis Pigmentosa betroffen sind. Das ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der die Sehfähigkeit allmählich nachlässt, bis hin zur kompletten Erblindung.

Deutschlandweit zählt der Verein rund 6.000 Mitglieder. Er fördert in vielfältiger Weise – auch finanziell – Forschungsarbeiten im Bereich der erblichen Netzhautdegenerationen und der Altersbedingten Makuladegeneration.

Herr Badura selbst ist von der Krankheit betroffen und hat im Rahmen des „PRO RETINA Deutschland“ wegweisende Konzepte für die Verbesserung der Situation von Patienten mit erblichen Netzhautdegenerationen entwickelt.

Seit Anfang der 90er Jahre setzt er sich bereits im Arbeitskreis „Klinische Fragen“ des Wissenschaftlich Medizinischen Beirates von PRO RETINA ein, um versorgungsrelevante Fragestellungen und neueste Therapieansätze kritisch zu hinterfragen und zu diskutieren. Seit Mitte der 90er Jahre ist er als ständiger Vertreter für die Patientenorganisation im Wissenschaftlich Medizinischen Beirat aktiv und koordinieren dieses Gremium.

Von 2003 bis 2008 hat Herr Badura den Fachbereich Forschung und Therapie geleitet und ist seit der Gründung 2007 zunächst Vorstandsmitglied für den Bereich Forschung und seit 2017 stellvertretender Vorsitzender der dazugehörigen PRO RETINA-Stiftung. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass eine Stiftungsprofessur für erbliche Netzhautdegenerationen in Regensburg und eine weitere Stiftungsprofessur für Altersbedingte Makuladegeneration in Bonn eingerichtet werden konnte. Solche Stiftungsprofessuren sind in dieser Form an deutschen Medizinischen Fakultäten einmalig.

Zudem ist Herr Badura innerhalb des „PRO RETINA“ mit der Arbeit in zahlreichen Kommissionen und Gremien betraut, um die Weiterentwicklung der Patientenorganisation mit voranzutreiben. Seit 2012 leitet er als Vorstandsvorsitzender die Organisation mit ihren zahlreichen Aufgaben.

Hervorzuheben ist vor allem auch sein Einsatz wenn es darum geht, Fördergelder für die ophthalmologische Forschung im Rahmen der „Albrecht Maier Stiftung für Netzhautforschung“ – von der er Treuhänder ist – einzuwerben.

Ein weiterer Meilenstein seines herausragenden Engagements war die Leitung des Organisationskomitees für den 17. Weltkongress von RETINA International, dem internationalen Dachverband von über 40 Patientenorganisationen. Dieser fand 2012 mit über 700 Teilnehmern und großem Erfolg in Hamburg statt.

Weiterhin engagiert sich Herr Badura seit über zehn Jahren als themenbezogener Patientenvertreter für das Gebiet der Augenheilkunde beim Gemeinsamen Bundesausschuss in Berlin und ist Mitorganisator der jährlichen Preisverleihung des „Retinitis Pigmentosa-Preises“ und des „Makula-Preises“ der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Besonders am Herzen liegt ihm die Forschungs- und Nachwuchsförderung, die er in enger Kooperation mit den Patientenorganisationen betreibt. Es ist zum Beispiel sein Verdienst, dass jeweils bis zu zehn junge Wissenschaftler an den internationalen Symposien zu Netzhautdegenerationen mit einem durch „PRO RETINA Deutschland“ gesponserten „Travel Award“ fast gratis teilnehmen können.

Richard Bär

Richard Bär, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml mit Richard Bär

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Richard Bär hat sich sowohl auf örtlicher als auch auf überörtlicher Ebene herausragende Verdienste erworben.

Seit fast 50 Jahren gehört er äußerst engagiert der Wasserrettung an. 1970 war er Mitbegründer des Kreisverbandes Kronach der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft – kurz DLRG. Aufgrund seines eigenen Badeunfalls in Kindertagen hat ihn der Grundgedanke der DLRG begeistert – den eigenen sportlichen Leistungswillen dem Wohl der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Nachdem acht DLRG-Stützpunkte im Landkreis Kronach gegründet wurden, hat Herr Bär die Initiative ergriffen und die Rettungsschwimmausbildung für die Stützpunkte übernommen. Es bestand zu dieser Zeit ein großer Bedarf. So konnten dank ihm allein in Kronach über 1.000 Personen zu Rettungsschwimmern ausgebildet werden. Hunderte Kinder und auch Erwachsene haben bei ihm Schwimmunterricht erhalten.

Darüber hinaus war Herr Bär Mitbegründer der Tauchergruppe im damaligen Ortsverband Kronach. Seit 1979 hat er als engagierter Tauchlehrer etwa 150 Taucher aus dem gesamten Bezirk Oberfranken ausgebildet. Bis heute leistet er auf vorbildliche Weise regelmäßig Rettungswachdienst im Kronacher Schwimmbad und am Ölschnitzsee in Windheim.

Außerdem war Herr Bär als Kampfrichter aktiv. Bei unzähligen Schwimmwettkämpfen der DLRG auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene hat er dieses wichtige Amt gewissenhaft ausgeübt.

Im DLRG-Kreisverband Kronach hat Herr Bär das Amt des Technischen Leiters und des stellvertretenden Tauchwarts inne. Darüber hinaus ist er seit 1983 Revisor beim DLRG-Ortsverband Steinbach am Wald. Von 2000 bis 2015 stand er als Vorsitzender an der Spitze des DLRG-Kreisverbandes Kronach, den er zu einer der größten DLRG-Gliederungen in Bayern ausgebaut haben. Dabei hat er immer ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, den Kreisverband zu einer echten Wasserrettungsorganisation zu entwickeln.

Außerdem hat Herr Bär folgende Tätigkeiten im Kreisverband Kronach bis heute inne: seit 2004 Ausbilder und Prüfer des Wasserrettungsdienstes, seit 2009 Erste Hilfe-Ausbilder und Prüfungsretter II. Weiterhin ist er AED-Ausbilder, BOS-Sprechfunker und Gruppenführer im Katastrophenschutz.

All die Jahre hat Herrn Bär die Jugendarbeit stets besonders am Herzen gelegen. Gemeinsam mit den Nachwuchsrettern war er auf Jugendzeltlagern, Radtouren, Jugendfahrten, Fußballturnieren und Skiausflügen. Er hat die DLRG-Jugend zu den Wettkämpfen auf Oberfrankenebene, zu Bayerischen Meisterschaften und zu den Deutschen Meisterschaften begleitet und war immer als ihr Ansprechpartner da.

Seit 2015 bis heute ist er für die Betreuung der beiden Bundesfreiwilligendienstleistenden im Kreisverband Kronach verantwortlich. Auch auf überörtlicher Ebene hat er sich in herausragender Weise für die Allgemeinheit eingebracht. Von 1981 bis 2014 war er stellvertretender Tauchreferent im DLRG-Bezirksverband Oberfranken und hat im Rahmen dieser Tätigkeit die neue Prüfungsordnung im Tauchwesen umgesetzt.

Im DLRG-Landesverband Bayern war Herr Bär von 1993 bis 2005 als stellvertretender Revisor aktiv. Im Jahr 2005 wurde er erstmals zum Vizepräsidenten des DLRG-Landesverbandes Bayern gewählt und hat das Amt bis 2009 hervorragend ausgeübt. Im Jahr 2017 wurde er erneut zum Vizepräsidenten gewählt – und ist es bis heute. Die Wiederwahl ist vor allem seiner langjährigen und weitsichtigen Erfahrung und Kompetenz zu verdanken.

Weiterhin hat Herr Bär auf der Ebene des Landesverbandes in vielfältigen Gremien mitgewirkt. So war er beispielsweise Mitglied im Schieds- und Ehrengericht und als Vertreter der DLRG bei der Landesstelle für den Schulsport. Dort war er für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern zum Erwerb des Lehrscheines zuständig. Außerdem leistet er seit 1973 beeindruckende Arbeit als Ausbilder im DLRG-Landesverband für den Fachübungsleiter Rettungsschwimmen und Schwimmen.

Als DLRG-Vertreter hat Herr Bär von 1976 bis 1986 dem Vorstand des Kreisjugendrings (KJR) Kronach angehört. Von 1986 bis 2016 war er im KJR auch als Revisor tätig. Darüber hinaus hat er von 1983 bis 1995 den KJR im Jugendwohlfahrtsausschuss des Landkreises Kronach vertreten. Beim „TSV 1869 Stockheim“ war er der Übungsleiter von 1982 bis 1995 für den Bereich Skigymnastik und ist dort heute als Kampfrichter für Sportabzeichen zuständig.

Maria Dotzler

Maria Dotzler, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml mit Maria Dotzler

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Maria Dotzler setzt sich selbstlos und unermüdlich für die Versorgung von Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung – zum Beispiel nach einem Schlaganfall – in Regensburg und Umgebung ein.

Beruflich ist sie Diplom-Sozialpädagogin und leitet den Sozialdienst in der Klinik für Neurologische Rehabilitation am Bezirksklinikum Regensburg. Dabei ist ihr besonders die soziale Integration und die nachsorgende Betreuung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen ein Herzensanliegen. Ihr ist aufgefallen, dass in der Vergangenheit Menschen mit schweren Hirnverletzungen oftmals zu lebenslangen Pflegefällen wurden. Ein Grund dafür ist, dass nach wie vor gravierende Schwachstellen zwischen der Entlassung aus der Rehabilitation und der Rückkehr in den Alltag bestehen. Eine qualifizierte Anschlussversorgung fehlt leider meist.

Aus diesen Überlegungen heraus wurde im Jahr 2000 der Verein „zweitesLEBEN“ gegründet, bei dem Frau Dotzler zum Kreis der Gründungsmitglieder zählt. Sie war zuerst als zweite Vorsitzende und seit 2015 als erste Vorsitzende aktiv.

Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen zu unterstützen, ihre Teilhabemöglichkeiten zu verbessern, und fehlende Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen. Das wichtigste Projekt war die Finanzierung und Errichtung eines Neurologischen Nachsorgezentrums mit 40 Halbtagsplätzen im Jahr 2006. Dank ihres hohen Verantwortungsbewusstseins und ihrer umfangreichen fachlichen Erfahrung konnte das Haus „zweitesLEBEN“ in der Nähe des Klinikums 2008 in Betrieb genommen werden. Das Haus wurde ausschließlich von Spendengeldern finanziert und dient als Tagesstätte zur Förderung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.

Das von Frau Dotzler ins Leben gerufene Projekt hat bundesweit überzeugt, denn es wird als Modellprojekt verwendet.

Besonders wichtig war es ihr, einen Kreis aus ehrenamtlichen Helfern zur Unterstützung der Patienten der Klinik aufzubauen. Außerdem wurden zusätzlich zwei Selbsthilfegruppen gegründet. Zum einen die Selbsthilfegruppe „Lebensfreu(n)de“, zum anderen die Selbsthilfegruppe „Die jungen Lebendigen“. Ihr Einsatz für den Verein ist in jeder Hinsicht äußerst vorbildlich. Sie ist der Motor und die Seele des Vereins und kümmern sich fast täglich um die Vereinsbelange.

Zudem ist Frau Dotzler als Beauftragte für das Café „zweitesLEBEN“ in der Klinik für Neurologische Rehabilitation aktiv. Dort haben betroffene Menschen und ihre Angehörigen die Möglichkeit, vor Ort ein Lokal zu besuchen und in unkomplizierter Umgebung zu essen, zu trinken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Außerdem wurde auf ihre Initiative hin im Neurologischen Nachsorgezentrum eine Beratungsstelle für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung und ihre Angehörige eingerichtet. Dort können sich Betroffene unabhängig und kostenlos Rat und Unterstützung holen.

Weiterhin ist sie die treibende Kraft für das jüngste Projekt des Vereins: „Wohnen im zweitenLEBEN“. Ein Projekt, um betroffenen Menschen einen barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Es ermöglicht den Betroffenen, wieder an der Gesellschaft teilzuhaben. Der Wohnraum befindet sich in der Nähe der Innenstadt, sodass für die ehemaligen Patientinnen und Patienten optimale Bedingungen bestehen. Einkäufe und Besorgungen können unmittelbar erledigt werden. Außerdem können die Betroffenen das Nachsorgezentrum „Haus zweitesLEBEN“ gut erreichen. Das Richtfest des „Wohnen im zweitenLEBEN“ wurde am 12. September 2019 gefeiert.

Besonders am Herzen liegt Frau Dotzler die Beratungsstelle im „Haus zweitesLEBEN“, die für Menschen mit erworbener Hirnschädigung konzipiert ist und von Betroffenen aus Regensburg und der Region gut angenommen wird.

Dr. Barbara Dünzl

Dr. Barbara Dünzl, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml mit Dr. Barbara Dünzl

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Seit vielen Jahren ist Dr. Barbara Dünzl nun im medizinischen Bereich tätig und leisten Bewundernswertes.

Sie ist im St. Barbara Krankenhaus Schwandorf als Oberärztin in der Anästhesie tätig. Einen Großteil ihrer Freizeit und ihres Jahresurlaubs engagiert sie sich im „pro interplast Seligenstadt – Verein zur Förderung medizinischer und sozialer Hilfe in Entwicklungsländern“ und erbringt hier ausschließlich ehrenamtliche und unentgeltliche Arbeit. „pro interplast Seligenstadt“ leistet direkte Hilfe in Entwicklungsländern. Ärzteteams reisen dafür regelmäßig mit den notwendigen Gerätschaften, Verbandsmitteln und Medikamenten in Entwicklungsländer und operieren dort kostenlos solche Patienten, die sonst keine Chance auf Versorgung hätten.

„Pro interplast“ finanziert die Flüge, Medikamente und medizinische Hilfsmittel. Mittlerweile konnten über 2.200 Patientinnen und Patienten operiert und medizinisch versorgt werden – meist waren es Kinder. Die operativen Schwerpunkte der Einsätze liegen bei Verbrennung und orthopädischen Fehlbildungen wie zum Beispiel Klumpfüßen.

Der Verein hat seinen Sitz in Seligenstadt und zählt heute rund 900 Mitglieder. Neben der Finanzierung von jährlich circa 25 Ärzteeinsätzen unterstützt der Verein eine Vielzahl von begleitenden humanitären Hilfsmaßnahmen vor Ort. Und einmal im Jahr ist Frau Dr. Dünzl vor Ort dabei.

Ihr erster Hilfseinsatz war im Jahr 2008 in Indien. 2018 ist sie zu ihrem zehnten und durch einen Doppeleinsatz elften Einsatz in Folge geflogen. Ihr Team besteht aus Anästhesisten, Chirurgen sowie OP- und Anästhesieschwestern. Außerdem wird sie von Technikern begleitet.

In Indien wird noch häufig auf offenem Feuer oder mit Kerosinbrennern gekocht. Unachtsamkeit oder Explosionen führen meist zu schwersten Verletzungen. Teilweise müssen bis zu 120 Personen pro Einsatz operiert werden.

In ihrer Heimat Regensburg und auch in Schwandorf wirbt Frau Dr. Dünzl stark für den Verein „pro interplast“ und sammelt Spenden. Sie organisiert unter anderem Weihnachtsbasare mit verschiedenen Artikeln und lässt den Erlös daraus dem Verein zukommen. Außerdem hat sie auch schon aus eigenen privaten Mitteln neue Geräte für die Einsätze beschafft. Ihr ehrenamtliches Engagement geht weit über das normale Maß des Ehrenamts hinaus, denn für ihre Einsätze im Ausland verwendet sie hauptsächlich ihren Jahresurlaub. Ein paar Tage im Jahr wird sie von ihrem Arbeitgeber auch freigestellt.

Ihre Einsätze in Indien beschäftigen Frau Dr. Dünzl meist das gesamte Jahr über. „Nach Indien“ bedeutet für sie gleichzeitig „vor Indien“. Für jeden Einsatz müssen zahlreiche logistische Probleme gelöst werden. Dabei gilt es, Arbeitserlaubnisse für Indien einzuholen und Visa für die Team-Mitglieder zu beantragen, Material zu sammeln, einzukaufen und ordnungsgemäß zu verpacken. Das alles erledigt sie ausschließlich in ihrer Freizeit.

Vor ihrer aktiven und vorbildlichen Mitarbeit bei „pro interplast“ war Frau Dr. Dünzl für die „Hilfsaktion Noma“ tätig. Noma ist eine bakterielle Erkrankung, bei der das Gesicht weg fault, und die fast ausschließlich unterernährte Kinder betrifft. Von 1997 bis 2003 war sie 2. Vorsitzende des Vereins. In dieser Zeit organisierte sie zwei Mal jährlich Operationseinsätze im Niger und hat als Anästhesistin die Narkosen für die Operationen geleitet. Zudem betreut sie die Patientinnen und Patienten, die aus Niger zur fachlichen Betreuung nach Deutschland gebracht wurden.

Maria Gröger

Maria Gröger, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml mit Maria Gröger

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Maria Gröger widmet sich seit über zwei Jahrzehnten aufopferungsvoll und mit bewundernswerter Energie der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Forchheim.

Das ist ein psychisch anspruchsvolles Ehrenamt, das nicht jeder leisten kann. Und Frau Gröger meistert dieses außerordentliche Engagement mit so viel Liebe und Empathie.

Im Jahr 1996 war sie Gründungsmitglied des Hospizvereins für den Landkreis Forchheim und arbeitet seitdem ehrenamtlich in der Sterbebegleitung mit. Sie hört sich die Sorgen und Ängste der schwerstkranken und sterbenden Menschen an, nimmt sich viel Zeit für Gespräche oder hält einfach ihre Hand, wenn Worte fehl am Platz sind. Sie ist für die Menschen da, lässt sie nicht allein und begleitet sie auf ihrem letzten Lebensweg.

Die Begleitung und Beratung erfolgt sowohl zuhause, als auch im Heim oder in der Klinik. Und nicht nur für die Betroffenen selbst ist Frau Gröger eine überaus große Stütze. Auch für die Angehörigen ist sie da und schenkt ihnen Begleitung und ein offenes Ohr.

Hauptsächlich ist sie für die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter verantwortlich und gehört in diesem Zusammenhang der Arbeitsgruppe „Ausbildung von zukünftigen Hospizbegleitern“ an. Als Ansprechpartnerin steht sie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und auch den hauptberuflichen Koordinatorinnen zur Verfügung. Sie pflegt wertvolle Kontakte zu benachbarten Hospizvereinen und hat ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut.

Die Weiterbildungskurse leitet sie zum Teil selbst. Sie legt dabei sehr hohe Maßstäbe an die fundierte Ausbildung der Ehrenamtlichen an, die mit einem theoretischen Grund- und Aufbaukurs sowie einem Praktikum rund ein Jahr in Anspruch nimmt. Doch diese Zeit braucht es, um die angehenden Hospizbegleiterinnen und -begleiter auf diesen nicht immer einfachen Weg umfassend vorzubereiten.

Darüber hinaus hat Frau Gröger viele Jahre den Vorstand des Hospizvereins Forchheim übernommen und damit große Verantwortung getragen. Von 2001 bis 2018 war sie als zweite Vorsitzende aktiv und hat im letzten Jahr kommissarisch das Amt der ersten Vorsitzenden mitübernommen.

Sie gilt als die Seele des Hospizvereins Forchheim und setzt sich mit viel Herzblut und herausragenden Engagement innerhalb und auch nach außen ein. Für keine einzige Aufgabe ist sie sich zu schade. Hochmotiviert arbeitet sie an der Verbreitung des Grundgedankens, Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Dadurch hat sich die Zahl der Begleitungen und der ehrenamtlich geleisteten Stunden stetig nach oben entwickelt.

Dank Frau Grögers enormen Einsatzes und ihrer selbstlosen Initiative ist der Hospizverein Forchheim führend in Oberfranken bei der Umsetzung des 2015 in Kraft getretenen Hospiz- und Palliativgesetzes. Zahlreiche Kooperationsverträge mit Ärzten und Pflegeeinrichtungen zur engeren Zusammenarbeit und besseren Vernetzung hat sie geschlossen. Dadurch wurde eine noch umfassendere Palliativversorgung im Raum Forchheim möglich.

Außerdem hat Frau Gröger erkannt, dass es sehr wichtig ist, auch junge Menschen mit den Themen Tod und Sterben vertraut zu machen. Diese Themen sollten kein Tabu für uns alle sein. Mit ihrer Initiative „Hospiz – (k)ein Thema für die Schule“ besucht sie mit ihren Hospizhelferinnen und -helfern Unterrichtsstunden und teilt ihre Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden.

Dr. Winfried Strauch

Dr. Winfried Strauch, Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Melanie Huml am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf
Staatsministerin Melanie Huml mit Dr. Winfried Strauch

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 2019 in Schloss Seehof, Memmelsdorf

Dr. Winfried Strauch hat sich über sein dienstliches Wirken hinaus in besonders anerkennenswerter Weise Verdienste für das Gemeinwohl erworben.

Von 1988 bis Februar 2017 hat er erfolgreich das Staatliche Gesundheitsamt Bamberg geleitet. Darüber hinaus ist er seit 1983 aktives ehrenamtliches Mitglied des „Malteser Hilfsdienstes“ der Stadtgliederung Bamberg. Bereits kurz nach seinem Eintritt wurde er zum Diözesanarzt des „Malteser Hilfsdienstes“ im Erzbistum Bamberg berufen und üben diese Funktion bis auf den heutigen Tag mit großem Verantwortungsbewusstsein aus. Zugleich gehört er dem Diözesanvorstand der Malteser im Erzbistum an.

Weiterhin steht Herr Dr. Strauch seit 1995 als Stadt- und Kreisbeauftragter an der Spitze der Malteser in Bamberg. Etwas später fiel auch die Gliederung der Malteser des Landkreises Bamberg in seine Zuständigkeit. Gerade in der schwierigen Zeit der Umgestaltung zu einer Stadt- und Kreisgliederung hat er sein umfassendes Wissen und seine langjährige Erfahrung als Mediziner und Verwaltungsexperte konstruktiv mit eingebracht. Seit 2008 führt er als Ortsbeauftragter ehrenamtlich die Malteser in der Stadt und im Landkreis Bamberg.

Herr Dr. Strauch hat zudem die Zusatzqualifikation als Notarzt. Das hat ihn auch befähigt, seit 1988 an allen großen nationalen und internationalen Einsätzen der Malteser teilzunehmen. Er hat mit seinen Kenntnissen stets die Sanitäreinsatzkräfte wissend unterstützt.

Von seinen unzähligen Einsätzen sind vor allem die Katholikentage, der Weltjugendtag in Köln und Papstbesuche in Deutschland hervorzuheben. Aber auch Auslandsaufenthalte wie der Sanitätsdienst zum Heiligen Jahr 2000 in Rom, die ärztliche Betreuung der Ministranten-Wallfahrten nach Rom und der ärztliche Bereitschaftsdienst bei großen Wallfahrten in Bosnien-Herzegowina und weitere Großeinsätze in Albanien und Russland.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Evelyn war Herr Dr. Strauch der Hauptinitiator der Aktion „Hilfe für St. Petersburg“. Bei der Aktion haben von 1990 bis 2010 die Malteser Bamberg und Würzburg eine Suppenküche für Obdachlose, verarmte Rentner und Behinderte in St. Petersburg aufgebaut und finanziert. Besonders hilfreich war auch die vor allem von seiner Frau ins Leben gerufene Kleidersammelaktion. Noch heute werden Malteser und Caritas bei diesem Projekt tatkräftig von ihm unterstützt.

Zudem arbeitet Herr Strauch seit über 15 Jahren ehrenamtlich auf Bundesebene in der Hygiene-Kommission der Malteser mit. Er fungiert als einer der federführenden Ärzte der Malteser bundesweit. Das liegt vor allem auch an seiner Erfahrung als Leiter des Gesundheitsamtes Bamberg.

Neben seinem umfangreichen Engagement beim Malteser Hilfsdienst nimmt er sich auch für die wichtigen Institutionen der öffentlichen Gesundheitsversorgung Zeit. Von 2006 bis 2018 war er Vorsitzender des „Ärzteverbandes Öffentlicher Gesundheitsdienst Bayern“. 2018 wurden er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der Ärzteverband setzt sich hauptsächlich dafür ein, dass die Fachleute im Öffentlichen Gesundheitsdienst angemessene Rahmenbedingungen für die Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben im Gesundheitswesen vorfinden.

Herr Dr. Strauch war außerdem Mitglied im Bayerischen Landesgesundheitsrat und im Planungs- und Koordinierungsausschuss für den Regierungsbezirk Oberfranken

Außerdem ist er seit 16 Jahren Mitglied im Vorstand der Lebenshilfe in Bamberg.

Hochauflösende Bilder finden Sie in unserem Download-Bereich. Senden Sie uns dazu eine E-Mail an: download@stmgp.bayern.de. Sie erhalten dann in Kürze die Zugangsdaten.

Der Bayerische Verdienstorden

Seit 1957 werden mit dem Bayerischen Verdienstorden hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und die Bevölkerung geehrt. Verliehen wird der Bayerische Verdienstorden vom Ministerpräsidenten an Männer und Frauen, ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit.

Aushändigungen

Marga Perner hat ihr gesamtes Leben ihrer behinderten Tochter gewidmet und ist seit ihrer Geburt im Jahr 1968 rund um die Uhr für sie da.

Ihre Tochter kam schwerstbehindert zur Welt und benötigt Tag und Nacht Pflege. Ohne zu zögern hat sie diese Tätigkeit übernommen   und kümmert sich seit vielen Jahren aufopferungsvoll um ihre Tochter.

Die tägliche Pflege nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und auch die physische Anstrengung ist im Laufe der Jahre immer größer geworden.

Es ist ihr zu jeder Zeit eine Herzensangelegenheit gewesen, ihrer Tochter die Pflege und Versorgung in vertrauter Umgebung zuteilwerden zu lassen.

Seit September 2015 besucht die Tochter von Frau Perner wöchentlich für ein paar Stunden die Lebenshilfeeinrichtung Marktredwitz-Selb-Wunsiedel. In dieser Zeit schöpft sie neue Kräfte für die körperlich und seelisch belastende Aufgabe.  Es ist außerordentlich bewundernswert, dass Frau Perner dies mit über 70 Jahren noch immer so hervorragend meistert.

Marga Perner, Landrat Kalb Ministerin Huml

Foto: Frau Perner, Landrat Kalb und Ministerin Huml