Korpulenter Mann mit Messer und Gemüse.

Volks­krankheit Diabetes mellitus 

Diabetes mellitus betrifft in Bayern bereits bis zu 1,2 Millionen Menschen. Die meisten Betrof­fenen leiden an der soge­nannten Typ-2-Erkrankung, die viel mit unserem Lebensstil zu tun hat. Hier erfahren Sie Näheres über die "Zucker­krankheit" sowie zu Ange­boten des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­riums für Gesundheit und Pflege im Hinblick auf diese häufige Volks­krankheit.

Diabetes mellitus ist wahr­scheinlich eine der ältesten bekannten Volks­krank­heiten. Schon in der Antike war diese Erkrankung bekannt, doch gab es nur sehr einfache Methoden, sie zu erkennen: eine Geruchs- oder Geschmacks­probe des Urins. Denn der Harn von Menschen mit Diabetes mellitus roch bezie­hungs­weise schmeckte  süßlich. Daher auch der Name Diabetes mellitus – er bedeutet „honig­süßer Durch­fluss“.

Diabetes bewegt mich, weil viele Menschen diese Krankheit vermeiden oder als Betroffene zumindest günstig beein­flussen können. Gemeinsam mit zahl­reichen Partnern wollen wir aus verschie­denen Perspek­tiven über die Krankheit Diabetes mellitus infor­mieren und die baye­rische Bevöl­kerung bei der Entscheidung für eine gesunde Lebens­weise unter­stützen. Denn wer gesund lebt, steigert die eigene Lebens­qua­lität, senkt sein persön­liches Diabe­tes­risiko und verbessert aktiv die Behand­lungs­mög­lich­keiten.
Melanie Huml, Staats­mi­nis­terin

Diabetes mellitus: wenn der Stoff­wechsel streikt 

Zentrales Merkmal der Erkrankung ist ein Mangel an Insulin oder dessen unzu­rei­chende Wirk­samkeit. Dieses Stoff­wech­sel­hormon wird in den Langerhans-Inseln der Bauch­spei­chel­drüse produ­ziert und ist für die Senkung des Zucker­ge­halts im Blut verant­wortlich.
Wenn es zu einem Insu­lin­mangel kommt, werden Kohlen­hy­drate (Zucker) aus der Nahrung nicht normal verwertet und der Blut­zu­cker­spiegel steigt über­mäßig an. Auf Dauer schädigt das vor allem Blut­gefäße und Nerven.

Folgen 

Die häufigsten Folgen des Diabetes mellitus sind Herz-Kreislauf-Krank­heiten wie Herz­in­farkt oder Schlag­anfall, Erkran­kungen der Nieren und Augen sowie Durch­blu­tungs­stö­rungen an den Beinen, die im schlimmsten Fall zu einer Ampu­tation führen können.

Warum Volks­krankheit Diabetes mellitus? 

Heute ist allein in Bayern bei bis zu einer Million Menschen ein Diabetes mellitus bereits bekannt. Bis zu 200.000 weitere Menschen im Frei­staat leiden an der Erkrankung und wissen es zum Beispiel aufgrund noch fehlender Beschwerden noch nicht. Weltweit hat sich die Zahl der Erkrankten in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Bis 2040 rechnen Fach­leute mit einer weiteren Zunahme der Erkran­kungen um 60 Prozent.
Deswegen ist es wichtig, Diabetes mellitus früh­zeitig zu erkennen und damit auch den Folge­krank­heiten vorzu­beugen. Darüber hinaus kann jeder Mensch durch einfache Maßnahmen wie ausrei­chend Bewegung und gesunde Ernährung sein Erkran­kungs­risiko an der häufigsten Erkran­kungsform, dem soge­nannten Diabetes mellitus Typ 2, senken.

Erkran­kungs­formen

Beim Diabetes mellitus unter­scheidet man mehrere Erkran­kungs­formen. Die beiden wich­tigsten sind der Diabetes mellitus Typ 1 und der Typ-2-Diabetes.
Beim Typ-1-Diabetes produ­ziert die Bauch­spei­chel­drüse kein oder zu nur unzu­rei­chend Insulin. Schuld daran ist ein Auto­im­mun­prozess: Das Immun­system stößt die körper­ei­genen insu­lin­bil­denden Zellen ab. Die Folge ist ein „abso­luter Mangel“ des Hormons.
Bei der Entstehung dieses Prozesses spielen gene­tische Faktoren und Umwelt­ein­flüsse eine Rolle. Nur 5 bis 10 Prozent aller Erkran­kungen entfallen auf den Typ-1-Diabetes. Auftreten kann diese Erkran­kungsform schon in der Kindheit und Jugend. Der Typ-2-Diabetes ist am weitesten verbreitet und tritt über­wiegend bei Erwach­senen auf. Bei dieser Form der Erkrankung ist zwar Insulin vorhanden, es wirkt aber nur einge­schränkt. Daher spricht man von „rela­tivem Insu­lin­mangel“. Ursachen sind sowohl gene­tische Faktoren als auch der persön­liche Lebensstil. Eine besondere Rolle spielen Bewe­gungs­mangel, starkes Über­ge­wicht und das Rauchen.

Vorsorge 

Das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken, kann durch aktive Vorbeugung mit einer gesund­heits­för­der­lichen Lebens­weise merklich gesenkt werden.
Eine weitere Erkran­kungsform ist der Schwan­ger­schafts­dia­betes, der bei etwa jeder 20. Schwan­geren diagnos­ti­ziert wird. Bei den meisten betrof­fenen Frauen verschwinden die auffäl­ligen Blut­zu­cker­werte nach der Schwan­ger­schaft aber wieder. Das Risiko der Frauen, nach der Schwan­ger­schaft auch später einen Diabetes mellitus zu entwi­ckeln, ist aller­dings erhöht.

Daten und Fakten aus dem Baye­ri­schen Diabe­tes­be­richt 2014

  • 01 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass sich die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus in den letzten 30 Jahren weltweit verdoppelt hat?

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  • 02 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass in Bayern ca. 7,5 Prozent der Menschen an Diabetes mellitus erkrankt sind und Bayern damit knapp unter dem Bundes­durch­schnitt (8 Prozent) liegt?

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  • 03 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass in Bayern bis zu 200.000 Menschen an Diabetes mellitus erkrankt sind, ohne es zu wissen?

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  • 04 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass sich die direkten Krank­heits­kosten des Diabetes mellitus alleine in Bayern auf etwa 1,9 bis 2,6 Milli­arden Euro pro Jahr belaufen?

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  • 05 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass Typ-1-Diabetes die häufigste chro­nische Erkrankung im Kindes- und Jugend­alter ist?

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  • 06 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass alleine in Bayern zwischen 3.500 und 4.500 Kinder und Jugend­liche unter 20 Jahren von Diabetes mellitus (Typ 1) betroffen sind?

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  • 07 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass neue Behand­lungs­an­sätze bei Diabetes mellitus Typ 1 noch besser greifen, wenn ein Erkran­kungs­risiko früh­zeitig erkannt wird?

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  • 08 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass Sie mit einem einfachen Test Ihr persön­liches Erkran­kungs­risiko selbst bestimmen können?

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  • 09 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass Fach­leute empfehlen, Säug­lingen erst zwischen dem fünften und siebten Lebens­monat getrei­de­haltige Produkte zu geben, um das Diabetes-Risiko zu redu­zieren?

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  • 10 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass starkes Über­ge­wicht das Risiko eines Typ-2-Diabetes erheblich erhöht?

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  • 11 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass Sie mit Bewegung und gesunder Ernährung Ihr Erkran­kungs­risiko senken können?

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  • 12 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass schon zwei­einhalb Stunden körper­liche Akti­vität pro Woche das Risiko eines Typ-2-Diabetes senken kann?

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  • 13 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass auch Rauchen das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um etwa 50 Prozent erhöhen kann?

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  • 14 FACT

    Wussten Sie schon…?

    …dass in Früh­stadien der Erkrankung eine Änderung des Lebens­stils den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes hinaus­zögern kann?

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  • 15 FAKT

    Wussten Sie schon…?

    …dass es in ganz Bayern flächen­de­ckend etwa 30 Selbst­hil­fe­kon­takt­stellen gibt, in denen sich Menschen mit Diabetes zusam­men­ge­schlossen haben?

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„Diabetes bewegt uns!“ – Jahres­schwer­punkt 2014 des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­riums für Gesundheit und Pflege

Der Jahres­schwer­punkt des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­riums für Gesundheit und Pflege hat sich 2014 ganz dem Diabetes mellitus gewidmet. Unter dem Motto „Diabetes bewegt uns!“ fanden mit etwa 130 Partnern aus dem Gesund­heits­wesen, der Politik, der Wirt­schaft und dem Sport in ganz Bayern mehr als 500 Veran­stal­tungen rund um diese häufige Volks­krankheit statt.

Zum Auftakt des Jahres­schwer­punkts hat Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml am 16. Mai 2014 in Nürnberg den Baye­ri­schen Diabe­tes­be­richt vorge­stellt. Dieser ist nicht nur eine Bestands­auf­nahme, sondern weist umfassend auf Risi­ko­fak­toren hin und bietet einen Über­blick zum aktu­ellen Stand der Forschung. Hinzu kommen zahl­reiche Hinweise auf Unter­stüt­zungs­an­gebote für Betroffene.

Für den Baye­ri­schen Diabe­tes­be­richt hatten das Baye­rische Landesamt für Gesundheit und Lebens­mit­tel­si­cherheit und die PMV forschungs­gruppe Köln  Daten ausge­wertet, die von der AOK Bayern und der Kassen­ärzt­lichen Verei­nigung Bayerns zur Verfügung gestellt wurden.

Zu den zentralen Veran­stal­tungen des Jahres­schwer­punkts „Diabetes bewegt uns!“ gehörten der Tag der offenen Tür am 5. Juli 2014 in der Baye­ri­schen Staats­kanzlei und ein Akti­onstag am 12. Juli 2014 auf dem Odeons­platz in München.

Logo Diabetes bewegt uns.
Die Ski-Stars Rosi Mittermaier und Christian Neureuther führten in die Sportart Nordic Walking ein.

Projekte

Darüber hinaus wurden verschiedene Projekte auf den Weg gebracht, zum Beispiel die im Rahmen der Initiative Gesund.Leben.Bayern. geför­derten Modell­vor­haben „FR1DA – Typ 1 Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln“ und „GeliS – Gesund leben in der Schwan­ger­schaft“.

Fr1da-Studie

Einige wenige Tropfen Blut reichen aus, um ein frühes Stadium des Typ 1-Diabetes zu entdecken: Das Pilot­projekt „Fr1da“ testet diese Früh­erken­nungs­mög­lichkeit für Kinder.

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„Gesund leben in der Schwan­ger­schaft“ (GeliS)

Ziel des Projekts GeliS ist es, Frauen im Rahmen der üblichen Schwan­ge­ren­be­treuung über richtige Ernährung, Bewegung und gesunde Lebens­führung zu beraten, um so letztlich zu einer besseren Gesundheit für Mutter und Kind beizu­tragen.

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App Gesund ohne Diabetes 

Die App „Gesund ohne Diabetes“ wurde von der Deut­schen Diabetes-Stiftung in Zusam­men­arbeit mit dem Baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­terium entwi­ckelt und hilft Ihnen, mögliche Anzeichen der Krankheit früh­zeitig zu erkennen und aktiv etwas für Ihre Gesundheit zu tun.

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Aus dem Bayerischen<br />
Präventionsplan

Aus dem Baye­ri­schen
Präven­ti­onsplan

„Analog zu anderen modernen Indus­trie­ge­sell­schaften wird die größte Krank­heitslast in Bayern durch die soge­nannten Zivi­li­sa­tions- oder Volks­krank­heiten verur­sacht. Hierzu zählen Herz-Kreislauf-Erkran­kungen, Krebs, Atem­wegsleiden, Erkran­kungen des Muskel- und Skelett­systems, Stoff­wech­sel­krank­heiten wie Diabetes mellitus, psychische Störungen und Such­ter­kran­kungen. Da diese Krank­heiten durch ähnliche Risi­ko­fak­toren begünstigt werden, besteht in deren Vermeidung bzw. Verrin­gerung ein großes Potential zur Verbes­serung der Gesundheit der Bevöl­kerung.“

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