Arzt betrachtet Röntgenbild.

Organspende und Transplantationsmedizin

Organspende findet im Krankenhaus statt. Denn im Krankenhaus entscheidet es sich letztlich, ob es zur Organspende kommt. Lebensrettende Transplantationen können nur durchgeführt werden, wenn in den Krankenhäusern potentielle Organspender erkannt und gemeldet werden. Das Transplantationsgesetz (TPG) erklärt daher die Organentnahme zur gemeinschaftlichen Aufgabe aller Krankenhäuser.

Entnahmekrankenhäuser

Seit dem 1. August 2012 konkretisiert das TPG die Anforderungen an die Entnahmekrankenhäuser und stellt klar, dass die Entnahme von Organen grundsätzlich allen Krankenhäusern obliegt, die nach ihrer räumlichen und personellen Ausstattung in der Lage sind, Organentnahmen von potentiellen Spendern zu ermöglichen. Als Entnahmekrankenhäuser nach § 9a Abs. 1 Satz 1 TPG kommen demnach alle Krankenhäuser in Betracht, die über eine Intensivstation mit Beatmungsbetten und einen Operationssaal verfügen.

Der Gesetzgeber hat daher die Beteiligung an der Organentnahme nach § 11 Abs. 1 Satz 1 sowie Abs. 4 Satz 1 TPG als Bestandteil des Versorgungsauftrages jedes Entnahmekrankenhauses festgelegt.

Die Entnahmekrankenhäuser sind danach verpflichtet, den endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms von Patienten, die nach ärztlicher Beurteilung als Organspender in Betracht kommen, festzustellen und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) als Koordinierungsstelle unverzüglich mitzuteilen. Sofern diese Patienten auch als Gewebespender in Betracht kommen, ist das gleichzeitig mitzuteilen.

Den Entnahmekrankenhäusern obliegt es zudem sicherzustellen, dass die Entnahme in einem Operationssaal durchgeführt wird, der dem Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik entspricht. Um die Qualität und Sicherheit der entnommenen Organe zu gewährleisten müssen sie ferner sicherstellen, dass das von ihnen eingesetzte medizinische Personal für seine Aufgaben qualifiziert ist und die Regelungen zur Organentnahme eingehalten werden.

Transplantationsbeauftragte

Den Transplantationsbeauftragten und dem Personal auf den Intensivstationen kommt bei der Gemeinschaftsaufgabe Organspende eine besondere Schlüsselposition zu.

Daher sieht § 9b Abs. 1 TPG vor, dass an allen Entnahmekrankenhäusern mindestens ein Transplantationsbeauftragter zu bestellen ist.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Transplantationsbeauftragten gehören:

  • Die Sicherstellung der Meldung potentieller Organspender.
  • Die angemessene Begleitung und Betreuung der Angehörigen von Organspendern.
  • Die Erstellung von Zuständigkeiten und Handlungsabläufen für den Bereich Organspende und Organentnahme im Krankenhaus.
  • Die regelmäßige Aufklärung und Information des ärztlichen und pflegerischen Personals im Entnahmekrankenhaus über die Bedeutung und den Prozess der Organspende.

Der Transplantationsbeauftragte ist unmittelbar der ärztlichen Leitung des Entnahmekrankenhauses unterstellt, bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben unabhängig und unterliegt keinen Weisungen. Für die Durchführung seiner Aufgaben ist der Transplantationsbeauftragte im erforderlichen Maße freizustellen.

Diese Regelungen entsprechen im Wesentlichen den bereits bestehenden landesrechtlichen Vorgaben des Bayerischen Gesetzes zur Ausführung des Transplantationsgesetzes (AGTPG). So sieht Art. 6 Abs. 2 AGTPG bereits seit dem Jahr 2000 vor, dass in Bayern alle Krankenhäuser mit Intensivbetten mindestens einen im Bereich der Intensivmedizin erfahrenen Facharzt (bzw. eine Fachärztin) als Transplantationsbeauftragten bestellen müssen. Hat ein Krankenhaus mehrere eigenständige fachbezogene Intensivstationen, so soll für jede dieser Stationen ein eigener Transplantationsbeauftragter bestellt werden. Als Intensivbetten im Sinne dieser Regelung gelten hierbei Beatmungsbetten, nicht hingegen reine Überwachungsbetten.

Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten

Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten

Seit 2001 veranstaltet das Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) – Region Bayern die Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten. Mit der Veranstaltung werden die Arbeit und das Engagement der Transplantationsbeauftragten in Bayern gewürdigt. Die Fachtagung wird von der Bayerischen Landesärztekammer als Fortbildungsveranstaltung anerkannt und bietet den Transplantationsbeauftragten Gelegenheit zum Gedanken- und Informationsaustausch. Im Rahmen der Jahrestagung wird auch der Bayerische Organspendepreis verliehen.

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