Kinder benutzen Tablets und Smartphones

Mit neuen Medien gekonnt und souverän umgehen

Das Internet begleitet uns täglich. Das Medium ist rund um die Uhr verfügbar - und das an nahezu jedem Ort. Smartphone, Computer, Tablets und WLAN sind zweifelsohne sinnvolle, für viele Menschen unverzichtbare Alltagsbegleiter. Problematisch wird es häufig dann, wenn der virtuellen Welt unverhältnismäßig viel Zeit gewidmet wird.

Ungesunder Internetgebrauch – Internetsucht?

Der Begriff „Internetsucht“ wird häufig gebraucht und soll das Verhalten derjenigen beschreiben, die das Medium Internet in bedenklichem Maße nutzen. Einige Experten sehen starke Parallelen zum Verhalten von Personen mit stoffgebundenen Süchten und finden den Begriff Internetsucht daher durchaus passend. Anders als beim Begriff selbst herrscht in Bezug auf die Symptome und die Auswirkungen Einigkeit.

Symptome

  • 01 SYMPTOM

    Woran erkennt man problematisches Verhalten oder eine Abhängigkeit vom Internet?

    Betroffene halten sich bevorzugt und auffallend häufig in der virtuellen Welt des Internets auf.

    Hier ergeben sich viele Möglichkeiten: Manche pflegen Online-Freundschaften, andere nehmen an Spielen teil, kaufen im Internet ein oder bewegen sich in verschiedenen Foren.

  • 02 SYMPTOM

    Woran erkennt man problematisches Verhalten oder eine Abhängigkeit vom Internet?

    „Internetsüchtige“ wissen nicht, wie lange sie im Internet unterwegs sind. Sie verlieren die Kontrolle.

  • 03 SYMPTOM

    Woran erkennt man problematisches Verhalten oder eine Abhängigkeit vom Internet?

    Haben Betroffene keine Möglichkeit, online zu sein, können Entzugserscheinungen auftreten (z.B. schlechte Laune, Reizbarkeit, Langeweile).

  • 04 SYMPTOM

    Woran erkennt man problematisches Verhalten oder eine Abhängigkeit vom Internet?

    Andere Aktivitäten und persönliche soziale Kontakte werden vernachlässigt. Das Internet wird wichtiger als Freunde, der Arbeitsplatz, die Familie oder die Schule.

  • 05 Symptom

    Woran erkennt man problematisches Verhalten oder eine Abhängigkeit vom Internet?

    Wer zu wenig schläft, weil es ihm oder ihr schwerfällt, sich nachts vom Computer, Smartphone oder Tablet zu trennen, verliert an Leistungsfähigkeit und gefährdet die eigene Gesundheit.

Personen, die ungefähr 35 Stunden in der Freizeit und zum Vergnügen pro Woche online sind, gelten als suchtgefährdet.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beobachtet die Zunahme der Personen, die einen bedenklichen Umgang mit dem Internet pflegen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind gefährdet. Deswegen unterstützt das Staatsministerium Ansätze und Konzepte, die Internetabhängigkeit analysieren und der Vorbeugung dieser Verhaltensauffälligkeit dienen – beispielsweise das Projekt „Netzgänger”.

Computer- und Onlinespiele

Computerspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein Blick durch die Spiele-Abteilung von Elektromärkten zeigt, wie groß die Nachfrage und auch das Angebot in diesem Bereich sind. Viele Jugendliche sind in ihrer Freizeit nicht mehr auf dem Fußballplatz oder im Freibad anzutreffen. Sie sitzen vor dem Computer, alleine oder verabreden sich virtuell mit anderen Spiele-Begeisterten und tauchen ein in die Welt hinter dem Bildschirm.

Gelegentlich gilt die mediale Aufmerksamkeit dem Einfluss von Spielen, die zum Teil extreme Gewaltdarstellungen enthalten. In der Darstellung von Gewalt liegt allerdings nicht die einzige Gefahr von Computerspielen. Das Suchtpotential dieser Beschäftigung erscheint nach wissenschaftlicher Erkenntnis weit größer als häufig vermutet wird.

Für manche Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene haben vor allem Online-Rollenspiele ein beachtliches Suchtpotential. Sie werden in der Regel in der Online-Gemeinschaft gespielt, in denen sich die Jugendlichen zu virtuellen Treffen verabreden. Wer nicht online ist, bekommt das Gefühl, etwas zu verpassen. Dadurch steigt zum Teil der psychische Druck, „dabei sein“ zu müssen.

Junge beim Computerspielen.
Angespanntes Mädchen vor dem Laptop auf dem Sofa.

Cybermobbing

Der Begriff Mobbing bezeichnet bestehendes aggressives Verhalten gegenüber einer Person und über einen längeren Zeitraum. Das Phänomen ist nicht neu. Mobbing kann sich überall entwickeln, wo Menschen zusammen leben, arbeiten oder lernen. Selten gibt es nur eine Täterin oder einen Täter. Ein Merkmal des Mobbings ist die Beteiligung mehrerer Personen an der Anfeindung eines anderen Menschen. Gründe, „gemobbt“ zu werden, gibt es viele, häufig sind Banalitäten der Auslöser.

Eine Sonderform des Mobbings ist das „Cybermobbing“. Darunter leiden insbesondere Jugendliche. Der oder die Täter schädigen ihr Opfer über das Internet und soziale Netzwerke. Dort fällt es einigen besonders leicht, bloßstellende oder verletzende Nachrichten oder Fotos zu verbreiten. Damit erreicht Mobbing eine neue Qualität. Wird ein Bild beispielsweise in einem sozialen Netzwerk hochgeladen, ist es nahezu ungehindert verfügbar und verbreitet sich rasend schnell. Funktionen wie das „Teilen“ von Inhalten mit anderen, machen Inhalte einer unüberschaubaren Anzahl von Personen zugänglich. An dieser rasanten und weitreichenden Verbreitung zum Beispiel von Beleidigungen und Bildern leiden viele Opfer am meisten.

Kinder und Jugendliche, aber auch einige Erwachsene, nutzen die scheinbare Anonymität des Internets, um anderen zu schaden. Dabei ist den Tätern manchmal nicht bewusst, was sie dem Opfer damit antun können.

Anzeichen

  • 01 ANZEICHEN

    Welche Verhaltensänderungen zeigen Opfer von Cybermobbing häufig?

    Der oder die Betroffene geht ungern zur Schule. Häufig treten vor der Schule körperliche Beschwerden auf.

  • 02 ANZEICHEN

    Welche Verhaltensänderungen zeigen Opfer von Cybermobbing häufig?

    Der oder die Betroffene möchte von den Eltern in die Schule gebracht und wieder abgeholt werden, statt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

  • 03 ANZEICHEN

    Welche Verhaltensänderungen zeigen Opfer von Cybermobbing häufig?

    Der oder die Betroffene wird selten zu Veranstaltungen von Klassenkameraden (zum Beispiel Geburtstagsfeiern) eingeladen.

  • 04 ANZEICHEN

    Welche Verhaltensänderungen zeigen Opfer von Cybermobbing häufig?

    Der oder die Betroffene äußert sich nicht gegenüber anderen, speziell den Eltern, wie schwer die Situation für ihn/sie ist.

Betroffene können zu ihrem Schutz rechtliche Schritte einleiten, zum Beispiel wegen Beleidigung, Nötigung und Verleumdung.

Im Internetauftritt der Polizeiberatung finden Sie weitere wichtige Informationen zum Thema Cybermobbing für Opfer, Täter und Lehrer.