Patientin mit Impfbuch bei Arzt.

Impfungen - Gut zu wissen

In Deutschland besteht keine generelle Impfpflicht. Nur gut informiert kann jeder für sich selbst entscheiden, ob und wogegen er sich impfen lassen möchte. Seit 1. März 2020 gilt das Masernschutzgesetz. Es soll vor allem Kinder in Kindertagesstätten und Schulen sowie Patienten in medizinischen Einrichtungen und Menschen in Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber und Flüchtlinge wirksam vor Masern schützen.

In Bayern übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die meisten Schutzimpfungen. Auch Privatkassen erstatten in der Regel die Kosten für Schutzimpfungen. Bei bestimmten Impfungen (wie Hepatitis A, Hepatitis B oder Tollwutschutz-Impfung) kommt unter Umständen der Arbeitgeber als Kostenträger in Frage. Die sogenannten Reiseimpfungen müssen Sie in der Regel selbst bezahlen.

Bitte bedenken Sie, dass auch fälschlicherweise als „harmlos“ angesehene Kinderkrankheiten wie Masern oder Mumps gravierende Folgen haben können. Das Risiko, an einer schweren Impfnebenwirkung zu erkranken, ist dagegen äußerst gering, moderne Impfstoffe sind sehr gut verträglich.

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sollten Sie auf einen rechtzeitigen und vollständigen Impfschutz achten; für Erwachsene ist es wichtig, regelmäßig an die Auffrischung der Impfungen zu denken. Umfassende Informationen und Entscheidungshilfen zum Thema Impfen bieten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Apotheken und das Gesundheitsamt an.

Drei Mädchen lachen zusammen.

Individuelle Vorsorgemaßnahmen gegen Infektionskrankheiten

Es ist ratsam, sich regelmäßig entsprechend den jeweils gültigen Impfempfehlungen impfen zu lassen. Außerdem sollten Sie erhöhte Infektionsrisiken nach Möglichkeit meiden. Beachten Sie beispielsweise allgemeine Hygieneregeln wie Händewaschen und vermeiden Sie unnötigen Kontakt mit Erkrankten.

Arzt klärt zum Thema Impfen auf.

Maßnahmen in Bayern

Impfungen sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Traditionell unterstützen die Gesundheitsämter die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in ihren Bemühungen, vorhandene Impflücken zu schließen. Sie beraten und klären die Bevölkerung über Impfungen auf (zum Beispiel im Rahmen von Gesundheitstagen, Einschulungsuntersuchungen und Impfsprechstunden).

Bayerische Impfstrategie: Konsequente Fortentwicklung des Bayerischen Impfkonzepts

Die Bayerische Impfstrategie, die im August 2012 vom Bayerische Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen vorgestellt wurde, knüpft an das 2006 entwickelte bayerische Impfkonzept an und wird konsequent fortgeführt.
Dieses zielt darauf ab, die Aktivitäten auf dem Gebiet des Impfwesens noch besser zu bündeln und dafür die Institutionen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der niedergelassenen Ärzteschaft besser zu vernetzen.

Die Bayerische Impfstrategie steht auf vier Säulen:

  • Zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit
  • Verstärkte Vernetzung der am Impfen beteiligten Akteure
  • Ausbau des Impfmanagements und
  • Erweiterung der Datengrundlage.

Ziel der Strategie ist es, die Impfraten zu steigern und dadurch einen verbesserten Impfschutz der bayerischen Bevölkerung zu erhalten. Darüber hinaus soll die Datenlage zu Impfungen verbessert werden. Lesen Sie mehr in der Erklärung zur Bayerischen Impfstrategie sowie zur Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung des Konzepts zur Verbesserung der Impfraten in Bayern.

Zusammenarbeit des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege mit der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen

Um die Zusammenarbeit  der verschiedenen Experten und Fachverbände wirkungsvoll zu fördern, wurde eine Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) gegründet. Sie ist am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) angesiedelt. Beispiele für das Zusammenwirken der in der LAGI vertretenen Experten und Fachverbände sind der Masernaktionsplan und die Bayerischen Impfwochen. Erklärtes Ziel ist zum Beispiel eine Steigerung der Masern-Impfquoten auf die von der Weltgesundheitsorganisation geforderten 95 Prozent, um die Ausrottung der Masern zu erreichen.

Ein weiteres Beispiel ist das gemeinsame Faltblatt über die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die seit März 2007 von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut für Mädchen von neun bis 14 Jahren empfohlen wird. Die Impfung gegen HPV ist die erste Impfung, die nicht nur eine Infektionskrankheit verhindern kann, sondern auch die daraus entstehenden Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses.

Publikationen zum Thema

  • geimpft – geschützt. Ein Ratgeber rund um die wichtigsten Schutzimpfungen

  • Masernimpfung auch für Erwachsene

  • Wirksamer Schutz gegen Krebs. Im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen!

  • Wie schütze ich mich vor Infektionsgefahren in freier Natur?

  • Impfen – Die beste Vorbeugung für ein gesundes Leben

  • Impfen – eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Berichtsband zur 3. Nationalen Impfkonferenz