Patientin mit Impfbuch bei Arzt.

Impfungen - Gut zu wissen

In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Das bedeutet, dass jede Einzelne/ jeder Einzelne die Verantwortung für den eigenen Impfschutz und den der Familie trägt. Nur gut informiert kann jeder für sich selbst entscheiden, ob und wogegen er sich impfen lassen möchte.

In Bayern übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die meisten Schutzimpfungen. Auch Privatkassen erstatten in der Regel die Kosten für Schutzimpfungen. Bei bestimmten Impfungen (wie Hepatitis A, Hepatitis B oder Tollwutschutz-Impfung) kommt unter Umständen der Arbeitgeber als Kostenträger in Frage. Die sogenannten Reiseimpfungen müssen Sie in der Regel selbst bezahlen.

Bitte bedenken Sie, dass auch fälschlicherweise als „harmlos“ angesehene Kinderkrankheiten wie Masern oder Mumps gravierende Folgen haben können. Das Risiko, an einer schweren Impfnebenwirkung zu erkranken, ist dagegen äußerst gering, moderne Impfstoffe sind sehr gut verträglich.

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sollten Sie auf einen rechtzeitigen und vollständigen Impfschutz achten; für Erwachsene ist es wichtig, regelmäßig an die Auffrischung der Impfungen zu denken. Umfassende Informationen und Entscheidungshilfen zum Thema Impfen bieten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Apotheken und das Gesundheitsamt an.

Drei Mädchen lachen zusammen.

Individuelle Vorsorgemaßnahmen gegen Infektionskrankheiten

Es ist ratsam, sich regelmäßig entsprechend den jeweils gültigen Impfempfehlungen impfen zu lassen. Außerdem sollten Sie erhöhte Infektionsrisiken nach Möglichkeit meiden. Beachten Sie beispielsweise allgemeine Hygieneregeln wie Händewaschen und vermeiden Sie unnötigen Kontakt mit Erkrankten.

Arzt klärt zum Thema Impfen auf.

Maßnahmen in Bayern

Impfungen sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bayern setzt hier weiterhin auf die Freiwilligkeit von Impfungen. Traditionell unterstützen die Gesundheitsämter die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in ihren Bemühungen, vorhandene Impflücken zu schließen. Sie beraten und klären die Bevölkerung über Impfungen auf (zum Beispiel im Rahmen von Gesundheitstagen, Einschulungsuntersuchungen und Impfsprechstunden).

Bayerische Impfstrategie

Im August 2012 stellte das Bayerische Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen die Bayerische Impfstrategie vor. Die Situation der Verbreitung von Erkrankungen, gegen die man impfen kann, hat sich seit 2006 verändert. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts hat seither mehrere neue Impfempfehlungen veröffentlicht. Entsprechend musste das erfolgreiche Bayerische Impfkonzept von 2006 angepasst und weiterentwickelt werden.

Die Bayerische Impfstrategie steht auf vier Säulen:

  • Zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit
  • Verstärkte Vernetzung der am Impfen beteiligten Akteure
  • Ausbau des Impfmanagements und
  • Erweiterung der Datengrundlage.

Ziel der Strategie ist es, die Impfraten zu steigern und dadurch einen verbesserten Impfschutz der bayerischen Bevölkerung zu erhalten. Lesen Sie mehr in der Erklärung zur Bayerischen Impfstrategie sowie zur Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung des Konzepts zur Verbesserung der Impfraten in Bayern.

Konsequente Fortentwicklung des Bayerischen Impfkonzepts von 2006

Die Bayerische Impfstrategie knüpft an das 2006 entwickelte bayerische Impfkonzept an. Es zielt darauf ab, die Aktivitäten auf dem Gebiet des Impfwesens noch besser zu bündeln und dafür die Institutionen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der niedergelassenen Ärzteschaft besser zu vernetzen. Darüber hinaus soll die Datenlage zu Impfungen verbessert werden.

Unter anderem wurde ein Impf-Erinnerungssystem für Kinder mit Impflücken im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen aufgebaut. Gleichzeitig wurden die bereits von vielen Gesundheitsämtern durchgeführten Impfaktionen in Schulen neu gestaltet und auf die sechsten Schulklassen ausgerichtet. Hierbei wird das Impfbuch auf Vollständigkeit überprüft. Die Amtsärzte beraten darüber hinaus, wann die ersten Auffrischungsimpfungen notwendig sind und gehen teilweise auf das Impfangebot der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ein.

Zusammenarbeit des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege mit der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen

Um die Zusammenarbeit  der verschiedenen Experten und Fachverbände wirkungsvoll zu fördern, wurde eine Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) gegründet. Sie ist am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) angesiedelt. Beispiele für das Zusammenwirken der in der LAGI vertretenen Experten und Fachverbände sind der Masernaktionsplan und die Bayerischen Impfwochen. Erklärtes Ziel ist zum Beispiel eine Steigerung der Durchimpfungsraten auf die von der Weltgesundheitsorganisation geforderten 95 Prozent, um die Ausrottung der Masern zu erreichen.

Ein weiteres Beispiel ist das gemeinsame Faltblatt über die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die seit März 2007 von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut für Mädchen von neun bis 14 Jahren empfohlen wird. Die Impfung gegen HPV ist die erste Impfung, die nicht nur eine Infektionskrankheit verhindern kann, sondern auch die daraus entstehenden Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses.

Publikationen zum Thema

  • geimpft – geschützt. Ein Ratgeber rund um die wichtigsten Schutzimpfungen

  • Masernimpfung auch für Erwachsene

  • Wirksamer Schutz für junge Mädchen – Im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen!

  • Wie schütze ich mich vor Infektionsgefahren in freier Natur?

  • Impfen – Die beste Vorbeugung für ein gesundes Leben

  • Impfen – eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Berichtsband zur 3. Nationalen Impfkonferenz