Für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) wird neben der ambulanten und stationären Patientenversorgung auch als die „dritte Säule“ des Gesundheitswesens bezeichnet. Gesundheit betrifft nicht nur jeden einzelnen ganz individuell, sondern stellt auch einen öffentlichen Wert dar. Gesundheitsfürsorge und -schutz sind in diesem Sinn auch öffentliche beziehungsweise staatliche Aufgaben, die durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst wahrgenommen werden.

Weichenstellung für den ÖGD in Bayern – Abschlussbericht zur Organisationsanalyse
Wie krisenfest ist unser Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) wirklich? Um das herauszufinden, hat das bayerische Gesundheitsministerium den ÖGD genau unter die Lupe nehmen lassen. Das Ziel: den ÖGD in Bayern moderner, attraktiver und krisenfester aufzustellen. Die coramentum Organisationsberatung GmbH hat diese Aufgabe übernommen und eine umfassende Organisationsanalyse erstellt.
Der nun veröffentlichte Abschlussbericht des StMGP benennt und bewertet die Ergebnisse dieser Untersuchung und prüft konkrete Umsetzungsschritte. Neben der Expertise des Ministeriums flossen auch die praktischen Erfahrungen der Gesundheitsbehörden, der Berufsverbände sowie der kommunalen Spitzenverbände in den Bericht ein.
Gute Nachricht für die Praxis: Viele der fachlichen Empfehlungen befinden sich bereits in der aktiven Umsetzung, um den ÖGD nachhaltig fit für die Zukunft zu machen. In diesem Sinne gilt unser Dank allen Beteiligten, die mit ihrer Expertise und ihrem Engagement zu einem starken Gesamtbild des ÖGD beitragen.
Unsere Rahmenstrategie: Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern
Unsere aktualisierte Rahmenstrategie zur Digitalisierung des ÖGD in Bayern verfolgt ein klares Ziel: Wir möchten eine einheitliche und modulare Fachanwendungslandschaft schaffen, die die Arbeit in den Gesundheitsämtern vereinfacht. Digitale Lösungen sollen die Arbeitsabläufe beschleunigen, die Zusammenarbeit verbessern und den Service für Bürgerinnen und Bürger spürbar erleichtern.
Das Einheitliche Digitale Ökosystem ÖGD (EDÖ²) im Überblick
Mit dem Einheitlichen Digitalen Ökosystem (EDÖ²) geht Bayern einen großen Schritt in Richtung einer modernen, digitalen Verwaltung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Das EDÖ² verbindet und vernetzt verschiedene digitale Anwendungen, Fachverfahren und Dienste. Unser Ziel ist es, die Prozesse im Gesundheitsdienst durchgängig digital zu gestalten, die Zusammenarbeit zu stärken und für alle Nutzerinnen und Nutzer – sowohl Mitarbeitende als auch Bürgerinnen und Bürger – eine hohe Bedienfreundlichkeit zu garantieren.
Das EDÖ² ist mehr als nur eine Sammlung einzelner Software-Lösungen. Es ist ein klug verzahntes System, das bestehende und neue digitale Anwendungen miteinander verbindet und für die Zukunft rüstet. So entsteht eine gemeinsame digitale Plattform, auf der die Arbeit der Gesundheitsämter, die Kommunikation mit anderen Behörden und die Services für Bürgerinnen und Bürger effizient und sicher ablaufen können.

Das Einheitliche Digitale Ökosystem ÖGD sorgt dafür, dass Sie als Mitarbeitende im ÖGD in Bayern (und darüber hinaus) auf eine moderne, vernetzte und zukunftssichere IT-Landschaft bauen können. Bei Fragen oder Interesse an der Umsetzung sprechen Sie uns gerne an: Digitalisierung-oegd@stmgp.bayern.de
Im EDÖ² werden folgende zentrale Komponenten gebündelt
Weitere zentrale Komponenten des EDÖ²
- OZG-Dienste: Digitale Verwaltungsleistungen nach dem Onlinezugangsgesetz, zum Beispiel für Wasserversorgungsanlagen oder Infektionsschutz-Belehrungen.
- EMIGA: Das Elektronische Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter – aktuell in Vorbereitung durch den Bund, um schrittweise die bisherige „SurvNet@RKI“-Software abzulösen.
Interoperabilität und bundesweite Zusammenarbeit
Wir legen großen Wert darauf, dass unsere digitalen Lösungen auch über die Landesgrenzen hinaus funktionieren und im Sinne der digitalen Souveränität angepasst werden können. Deshalb setzen wir auf Interoperabilität – also darauf, dass unsere Software mit anderen Systemen zusammenarbeiten kann. Ein Beispiel des Bundes für ein solches System ist „EMIGA“, das Elektronische Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter im Bereich Infektionsschutz.
Bayern und Baden-Württemberg entwickeln zentrale Teile des EDÖ² gemeinsam weiter. So entstehen beispielsweise die Fachanwendung ÖGD (unter Federführung von Baden-Württemberg), die Wasserfachanwendung (Federführung Bayern) und das Bürgerportal (Federführung Bayern) als gemeinsame Lösungen. Zusammen mit EMIGA deckt das Ökosystem nahezu das gesamte Aufgabenspektrum der Gesundheitsämter ab. Das sorgt für einheitliche Abläufe und erleichtert die Zusammenarbeit – auch über Ländergrenzen hinweg.
Der Lernraum Digitalisierung: Zusammenarbeit, Schulungen & Wissenschaft
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die enge Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsämtern, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. In unserem „Lernraum Digitalisierung“ fördern wir gezielte Schulungen und den Austausch von Best Practices, um die digitale Kompetenz im ÖGD zu stärken und voneinander zu lernen.










