Drei Schwarz-Weiß-Fotos in den Händen einer älteren Person.

Der Bayerische Demenzpreis 2018

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verleiht jährlich den Bayerischen Demenzpreis. Er dient dazu, herausragende innovative Projekte für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen auszuzeichnen und diese bekannt zu machen und bayernweit Anregungen für neue Aktivitäten zu geben. Der Bayerische Demenzpreis ist Teil der Bayerischen Demenzstrategie. Die Preisverleihung 2018 fand am 14. Mai in Landshut statt. Der Preis wurde in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben.

Demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen sind auf Unterstützung angewiesen. Sie brauchen ein Umfeld, das sie auffängt und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Wir sind also alle gefragt!
Melanie Huml, Staatsministerin

Vorstellung der ausgezeichneten Projekte

Hochauflösende Bilder der Verleihung finden Sie in unserem Downloadbereich. Die Zugangsdaten erhalten Sie umgehend unter: download@stmgp.bayern.de

  • Den ersten Preis gewann das Projekt "Begegnung der Generationen", eine Kooperation zwischen dem Evangelischen Seniorenheim Neumühle und der Schule im Aischgrund, Förderzentrum II in Bad Windsheim. Hier verbringen Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe Zeit mit demenziell erkrankten Bewohnern. Die Schüler können dadurch Kompetenzen im Umgang mit Menschen mit Demenz erwerben, gleichzeitig profitieren die Heimbewohner von den Aktivitäten mit den jungen Besuchern.

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  • Mit dem 2. Platz wurde das Projekt "Überleitungshilfe Demenz" der Kliniken Kreis Mühldorf a. Inn in Oberbayern ausgezeichnet. Ziel des Projekts ist es, die Lebensqualität von demenziell erkrankten Patienten sowohl während des Krankenhausaufenthalts als auch zuhause zu verbessern. Mitarbeiter des Krankenhaussozialdienstes unterstützen durch Hausbesuche die Versorgung im häuslichen Umfeld.

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  • Der 3. Preis ging an das Projekt "Erlebniswelten – Erfahrungsschatz" des BRK-Wohn- und Pflegeheims "Am Staffelberg" im oberfränkischen Bad Staffelstein. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen fahren demenziell erkrankte Menschen mit besonderen zweisitzigen Fahrrädern auf Wegen, die sie von früher kennen. Dies ruft Erinnerungen wach und ermöglicht den betroffenen Menschen Teilhabe am öffentlichen Leben. Die körperliche Betätigung wirkt sich zugleich positiv aus.

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  • Eine der beiden diesjährig verliehenen Anerkennungsurkunden ging an die Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege – Diakonisches Werk Bamberg für das Projekt "Demenz(hilfen) für Alle".

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  • Auch das Projekt "AGMaktiv für Menschen mit Demenz in jungen Jahren und im frühen Stadium" der Alzheimer Gesellschaft München e.V. erhielt eine der heuer verliehenen Anerkennungsurkunden.

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  • Gruppenbild mit Dame: Ministerin Melanie Huml im Kreis der Preisträger und Laudatoren.

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  • Ehrenvolle Worte sprachen auf der feierlichen Veranstaltung (v. links): Dr. Winfried Teschauer, Ingenium Stiftung (2. Preis); Christine Leike, Bayerisches Gesundheitsministerium (Urkunde Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege); Birgit Haserer, Landes-Caritasverband Bayern (Urkunde Alzheimergesellschaft München); Matthias Gack, AOK Bayern (3. Preis); Prof. Elmar Gräßel, Universitätsklinikum Erlangen (1. Preis)

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  • Landshuts Bürgermeister Thomas Keyssner mit Moderatorin Melitta Varlam, die durch den Abend führte.

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  • Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml und Moderatorin Melitta Varlam vom Bayerischen Rundfunk

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Erster Preis – Projekt „Begegnung der Generationen“ des Evangelischen Seniorenheims Neumühle aus Bad Windsheim und der Schule im Aischgrund

Im Vordergrund des Projektes steht der Bewusstseinswandel in der Generation der Heranwachsenden, bei denen ein vertieftes Verständnis für die Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz im direkten Umgang miteinander entsteht. Dies ist ein wichtiges Element in deren persönlicher Entwicklung.

Personengruppen, die sonst kaum ein Begegnungsfeld haben, kommen zusammen: Viele Kinder der Förderschule haben kaum mehr Bezug zu Großeltern. Die Heimbewohner werden selten von Enkelkindern besucht.

Das Projekt führt zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität der Menschen mit Demenz durch die gemeinsamen, positiv erlebten Aktivitäten, die von Spielen bis zum Erzählen reichen.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben praktische Kompetenzen im Umgang mit Menschen mit einer Behinderung – Stichwort „Rollstuhlführerschein“.

Die Maßnahme wird von der Schule als Unterrichtsfach „Sozialprojekt“ begleitet. Dabei werden die Kinder bei der Reflexion ihrer Begegnungen mit Menschen mit Demenz unterstützt. Die praktischen Erfahrungen im Umgang mit älteren, pflegebedürftigen Menschen können darüber hinaus für manche Schülerinnen und Schüler bereits richtungsweisend für die spätere Berufswahl sein.

Das Projekt „Begegnung der Generationen“ hat sich seit 2012 bewährt und ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Insbesondere hat es Vorbildcharakter für Maßnahmen, die einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz fördern. Die Grundidee, „Alt und Jung“, „Demenzbetroffene und Nichtbetroffene“ zusammenzubringen, und zwar in einer Umgebung, die es ermöglicht, gemeinsam Aktivitäten zu erleben, die allen Beteiligten Freude bereiten – ist gut übertragbar auf andere Schulen und überall in Bayern umsetzbar.

  • Erster Preis des Bayerischen Demenzpreises  Neumühle - Projektbild
    Erster Preis des Bayerischen Demenzpreises Neumühle - Projektbild

Zweiter Preis – Projekt „Überleitungshilfe Demenz“ der Klinik Haag in Oberbayern

Die Klinik Haag in Oberbayern ist ein Fachkrankenhaus für Altersmedizin und Innere Medizin und hat sich auf eine Patientengruppe eingestellt, die neben den somatischen Diagnosen kognitive Veränderungen oder eine Demenz aufweist.

Patienten mit kognitiven Veränderungen werden durch eine zusätzliche Betreuung stabilisiert um die bekannten Folgeerscheinungen, wie die Entstehung von herausforderndem Verhalten, Delirien oder den Drehtüreffekt besser zu beherrschen. Das ganz Besondere am Konzept aber ist, dass fünf „Patienten-Assistenten“ zur Verfügung stehen. Auch die Station – oder zumindest einen Bereich darin – wurde für Menschen mit Demenz umgestaltet. Das Konzept zur besseren Versorgung von Menschen mit Demenz umfasst auch das Projekt „Überleitungshilfe Demenz“. Die Zeit unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Hier setzt die „Überleitungshilfe Demenz“ an. Im Rahmen des Projektes kümmert sich eine besonders ausgebildete Fachkraft um die betroffenen Patienten mit bis zu drei kostenlosen Besuchen in den Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt. Ziel ist eine Stabilisierung der Erkrankten sowie der Angehörigen durch das Angebot einer Ansprechpartnerin für vielfältige Fragen und Probleme im Umfeld der Pflege. Die Basis dafür wurde im Krankenhaus gelegt, denn auch dort fand die Beratung bereits statt. Die „Überleitungspflege Demenz“ trägt insbesondere zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und ihren Angehörigen bei und unterstützt den längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit.

  • Zweiter Preis des Bayerischen Demenzpreises für die Demenzklinik Haag - Projektbild
    Zweiter Preis des Bayerischen Demenzpreises für die Demenzklinik Haag - Projektbild

Dritter Preis – Projekt „Erlebniswelten – Erfahrungsschatz erleben“ des BRK Wohn- und Pflegeheims „Am Staffelberg“ in Bad Staffelstein

Mit dem Ziel, den Bewohnerinnen und Bewohnern eine Möglichkeit zu geben, für ein paar Stunden einen Ausflug in die Natur und an die frische Luft machen zu können, wurden von der Einrichtung insgesamt drei spezielle Fahrräder mit Hilfsmotor angeschafft. Hierdurch können die Initiatoren auch den unterschiedlichen gesundheitlichen Bedürfnissen der Nutzer dieser Fahrräder gerecht werden.

Dabei handelt es sich zum einen um ein spezielles Fahrrad, an dem vorne ein Rollstuhl angebracht ist, zum zweiten um ein Fahrrad mit Arm- und Beinantrieb. Beim dritten Fahrrad handelt es sich um einen Doppelsitzer, bei dem durch die oder den Pflegeheimbewohner und einem Betreuer abwechselnd oder gemeinsam in die Pedale getreten werden kann und ähnlich wie in einem Fahrschulauto der Betreuer alleinverantwortlich das Steuer übernehmen kann.

Die Bewohner freuen sich immer sehr darüber, bei passendem Wetter gemeinsam mit den Betreuungskräften des Pflegeheims, Schülern des freiwilligen sozialen Schuljahres und Ehrenamtlichen Ausflüge von circa 20-30 Minuten mit diesen Fahrrädern zu machen.

Menschen mit Demenz können entsprechend ihrer Fähigkeiten das Steuer übernehmen. Die Möglichkeit, den Bewegungsdrang ausleben zu können, wirkt sich positiv aus. Darüber hinaus bringen die Ausflüge im Rahmen des begleiteten Radfahrens beispielsweise Begegnungen mit Bekannten außerhalb der Pflegeeinrichtung mit sich.

Das Projekt verbessert die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und bietet die Möglichkeit zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

  • Dritter Preis des Bayerischen Demenzpreises 2018 für Staffelberg - Projektbild
    Dritter Preis des Bayerischen Demenzpreises 2018 für Staffelberg - Projektbild

Anerkennungsurkunde – Projekt „AGM aktiv“ der Alzheimer Gesellschaft München

Die Alzheimer Gesellschaft München bietet Menschen mit Demenz in jungen Jahren mehrfach wöchentlich stattfindende Freizeit- und Aktivangebote im Rahmen des Programms „AGM aktiv“ an. Diese Angebote tragen dazu bei das Selbstwertgefühl zu stärken, bestehende Fähigkeiten zu erhalten und soziale Kontakte und Teilhabe zu fördern. Dadurch können sich diese jüngeren Betroffenen aktiv mit dem kontinuierlichen Verlust eigener Fähigkeiten auseinandersetzen und sowohl praktische als auch emotionale Bewältigungsstrategien entwickeln. „AGM aktiv“ bietet Angebote wie z.B. Kunst und Bewegung oder Qi Gong an, die speziell für diese Gruppe an Betroffenen zugeschnitten sind. Die Lebensqualität wird durch die regelmäßige Möglichkeit des Austauschs untereinander und die Stärkung der vorhandenen Kompetenzen gesteigert. Durch bewusst gewählte „öffentliche“ Angebote wie z. B. Museumsbesuch oder Tanzcafé nimmt die Gruppe am gesellschaftlichen Leben teil und fördert damit einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft.

  • Anerkennung des Bayerischen Demenzpreises 2018 für die Alzheimer Gesellschaft München - Projektbild
    Anerkennung des Bayerischen Demenzpreises 2018 für die Alzheimer Gesellschaft München - Projektbild

Anerkennungsurkunde – Projekt „Demenz(hilfen) für Alle“ der Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege des Diakonischen Werks Bamberg

Das Projekt läuft im Rahmen einer fächerübergreifenden Demenzwoche, die in der didaktischen Jahresplanung der Berufsfachschule einen festen Platz einnimmt.

Die Schülerinnen und Schüler wenden im Fach „Deutsch und Kommunikation“ ihr krankheitsspezifisches Wissen an, in dem sie Schulungen für besondere Personengruppen (z. B. Reinigungs- und Küchenpersonal) sowie Informationsangebote und Beratungsgespräche für Angehörige von Menschen mit Demenz vorbereiten und durchführen.

Das Projekt stellt nicht nur einen modernen, kompetenzorientierten Unterricht dar, sondern insbesondere auch einen Gewinn für die pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz, welche die niedrigschwellige Hilfestellung der Schülerinnen und Schüler in Anspruch nehmen. Im Gespräch mit ihnen suchen sie gemeinsam nach individuellen Lösungen. Ziel dabei ist es, Kardinalfehler im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen zu vermeiden und damit der Entstehung von Konflikten vorzubeugen.

Das Projekt trägt durch die Schulungen verschiedener Personengruppen zum Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz bei und verbessert durch die Anleitungsgespräche die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörige.

  • Anerkennungsurkunde des Bayerischen Demenzpreises 2018 für die Berufsfachschule Bamberg - Projektbild
    Anerkennungsurkunde des Bayerischen Demenzpreises 2018 für die Berufsfachschule Bamberg - Projektbild
Flyer zur Ausschreibung des Bayerischen Demenzpreises 2018

Wer konnte teilnehmen?

Zum Wettbewerb um den Bayerischen Demenzpreis aufgefordert sind

  • Verbände
  • Vereine
  • Kommunen
  • Schulen
  • Organisationen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Unternehmen.
Logo Bayerische Demenzstrategie: Festhalten, was verbindet.

Wann war Bewerbungsschluss?

Der Bewerbungsschluss war am 30. Oktober 2017.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

Das Projekt

  • verfolgt insbesondere eine der folgenden Zielsetzungen:
    • Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz
    • Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität für Menschen mit
      Demenz und ihre Angehörigen
    • Verbesserung der Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für
      Betroffene und Angehörige
  • wurde in Bayern entwickelt und realisiert.
  • wird zum Zeitpunkt der Bewerbung seit mindestens sechs Monaten erfolgreich umgesetzt.

Preise

Es werden drei Preise mit Zweckbindung zugunsten von Aktivitäten im Sinne der umseitig genannten Zielsetzung verliehen:

1. Preis: 3.000 Euro
2. Preis: 2.000 Euro
3. Preis: 1.000 Euro

Bewerbung

Bewerbungen sind ausschließlich online und unter Verwendung des Bewerbungsformulars an demenzpreis@stmgp.bayern.de möglich. Postalisch eingehende Bewerbungen werden nicht berücksichtigt.

Falls erforderlich, kann der E-Mail eine PDF-Datei mit maximal einer Seite angefügt werden. (Darüber hinausgehende Seiten werden von der Jury nicht gesichtet.)

Eine Fachjury bewertet die eingereichten Projekte. Die Entscheidungen der Jury sind nicht anfechtbar.

Eine erneute Bewerbung ist nicht ausgeschlossen.

Publikationen zum Thema

  • Die Bayerische Demenzstrategie

  • Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz – Faltblatt zur Wanderausstellung

  • Begleitung von Pfle­ge­be­dürf­tigen – Ein Ehrenamt für mich?

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