Kampagnenmotiv Mit Sicherheit besser (Jugendliche küssen sich)

HIV und AIDS

Dank der modernen Medizin verläuft die Immun­schwä­che­krankheit AIDS heut­zutage meist chro­nisch. Dennoch sind HIV und AIDS längst nicht besiegt. Die Infek­ti­ons­zahlen steigen. Betroffene haben immer noch mit Vorur­teilen zu kämpfen. Bayern setzt auf Prävention, Beratung und Hilfe für Betroffene.

Das Humane-Immun­de­fi­zienz-Virus, kurz HIV, schädigt die körper­ei­genen Abwehr­kräfte, die auch Immun­system genannt werden.

So kann der Körper eindrin­gende Krank­heits­er­reger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Im schlimmsten Fall treten dann lebens­be­droh­liche Erkran­kungen auf, zum Beispiel schwere Lungen­ent­zün­dungen. Dann spricht man von AIDS -„Acquired Immune Defi­ciency Syndrome“ (Erwor­benes Abwehr­schwäche-Syndrom).

Ende 2013 lebten in Bayern etwa 2.100 Frauen und 8.700 Männer mit HIV. In ganz Deutschland waren es rund 80.000 Menschen. Nach aktu­ellen Schät­zungen des Robert Koch-Instituts infi­zierten sich 2013 400 Männer und Frauen in Bayern neu mit dem HI-Virus.

Weltweit waren Ende des Jahres 2013 ca. 35 Millionen Menschen HIV-positiv – mit Afrika als Schwer­punkt der Epidemie. Derzeit steigen die HIV-Infek­tionen in Osteuropa und in Süd-Ostasien mit besorg­nis­er­re­gender Dynamik an.

Ange­sichts der deutlich höheren  Anzahl HIV-Infi­zierter in anderen Regionen der Welt, droht HIV/AIDS hier­zu­lande aus dem Blickfeld zu geraten. Zudem gibt es seit Mitte der 1990er Jahre Thera­pie­optionen, die die Lebens­dauer und Lebens­qua­lität von HIV-Infi­zierten deutlich verbessern. Dadurch wird die Anste­ckungs­gefahr in der Bevöl­kerung immer weniger ernst genommen. Eine gefähr­liche Tendenz, denn AIDS ist nach wie vor nicht heilbar und es gibt keine wirksame Schutz­impfung dagegen!

Jedes Jahr infi­zieren sich Schät­zungen zufolge rund 400 Menschen in Bayern neu mit dem HI-Virus. Mit unserer neuen baye­ri­schen Präven­ti­ons­kam­pagne „Mit Sicherheit besser“ wollen wir wieder mehr Aufmerk­samkeit für die AIDS-Gefahr erreichen. Denn offen­sichtlich wird AIDS in der Bevöl­kerung immer weniger als Bedrohung wahr­ge­nommen – obwohl die Krankheit nach wie vor nicht heilbar ist.
Melanie Huml, Staats­mi­nis­terin

Bayern – Spit­zen­reiter bei Maßnahmen gegen HIV und AIDS

In Bayern steht seit mehr als 25 Jahren flächen­de­ckend ein bundesweit einzig­ar­tiges Hilfe­system für Betroffene zur Verfügung. Es setzt auf drei Kompo­nenten: Prävention, Beratung und Hilfe. 76 Gesund­heits­ämter infor­mieren fach­kundig über Möglich­keiten, das Anste­ckungs­risiko zu mini­mieren und bieten kosten­freie, anonyme HIV-Tests an. Zehn psycho­so­ziale AIDS-Bera­tungs­stellen beraten über­re­gional und begleiten Betroffene und Ange­hörige. Eine Vielzahl staatlich geför­derter Maßnahmen rundet das Präven­tions- und Hilfs­an­gebot ab. Ehren­amt­liche Helfe­rinnen und Helfer leisten hierbei einen unver­zicht­baren Beitrag, da sie gefährdete Ziel­gruppen besonders gut erreichen. Mit jährlich 3,5 Millionen Euro stellt das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium im bundes­weiten Vergleich die höchste Summe für Maßnahmen zur Eindämmung von HIV/AIDS und zur Unter­stützung der Betrof­fenen bereit.

Kampagne „Mit Sicherheit besser“ 

Ende 2014 stellte Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml die bayern­weite Präven­ti­ons­kam­pagne „Mit Sicherheit besser“ vor. Die Kampagne wirbt für konse­quenten Schutz vor einer Infektion mit dem HI-Virus oder einer anderen sexuell über­trag­baren Krankheit und soll die Bereit­schaft zu einem Test erhöhen. Außerdem setzt sie sich gegen eine Stig­ma­ti­sierung und für mehr Soli­da­rität mit Betrof­fenen ein.

Mehr

Baye­rische HIV-Test­woche

Seit 2012 findet einmal im Jahr eine HIV Akti­ons­woche statt. In dieser Zeit werden zusätz­liche HIV-Test­mög­lich­keiten und Bera­tungen rund um HIV/AIDS ange­boten. Wie ein HIV-Test abläuft und wo die Angebote zu finden sind, darüber infor­miert Sie das Baye­rische Zentrum für Prävention und Gesund­heits­för­derung. Daneben bieten alle Gesund­heits­ämter, AIDS-Hilfen und einige AIDS-Bera­tungs­stellen in Bayern ganz­jährig HIV-Tests sowie Beratung und Hilfe an.

Kampagnenmotiv zur . Bayerischen HIV-Testwoche mit springendem Mann. Schriftzug: Ben war eigentlich immer treu. Slogan: Jetzt bin ich mir sicher.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann ich mich auf HIV testen lassen? Welche Bera­tungs­mög­lich­keiten gibt es zu HIV? 

Baye­ri­sches Präven­tions- und Hilfs­netzwerk für HIV/AIDS

Seit mehr als 25 Jahren stellt das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium flächen­de­ckend ein bundesweit einma­liges drei­glied­riges System von Prävention und Ange­boten zur Beratung und Hilfe zur Verfügung:

  • 76 Gesund­heits­ämter infor­mieren fach­kundig über Risi­ko­mi­ni­mierung und bieten kostenfrei und anonym HIV-Tests an.
  • 10 psycho­so­ziale AIDS-Bera­tungs­stellen beraten über­re­gional und begleiten Betroffene und deren Ange­hörige. Dieses Konzept ist das Kern­element des baye­ri­schen Maßnah­men­bündels zur Eindämmung von HIV und AIDS und bundesweit einmalig.
  • Staatlich geför­derte Maßnahmen von Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­tionen runden das Präven­tions- und Hilfs­an­gebot ab. Ehren­amt­liche Helfer leisten hierbei einen wich­tigen Beitrag, da sie gefährdete Ziel­gruppen besonders gut erreichen.

Nieder­ge­lassene Ärzte

Selbst­ver­ständlich können Sie sich auch an den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens wenden. Nieder­ge­lassene Ärzte veran­lassen den HIV-Test entweder

  • im Rahmen der Klärung von Gesund­heits­stö­rungen auf Kosten der Kran­ken­kasse oder
  • auf Ihren Wunsch gegen Kosten­rechnung.

Tele­fon­be­ratung zu HIV und AIDS

Für tele­fo­nische Beratung steht Ihnen zudem die Tele­fon­be­ratung zu HIV und AIDS der Bundes­zen­trale für gesund­heit­liche Aufklärung (BZgA) zur Verfügung.

  • Telefon: 01805 555444

Öffnungs­zeiten:

Weiter­füh­rende Informationen