Depressionen

Eine Depression ist mehr als eine vorübergehende Traurigkeit, die jeder kennt: Depressionen gehören zu den häufigsten seelischen Erkrankungen überhaupt. Für Betroffene und ihre Angehörigen sind sie eine schwere Belastung. Aber es gibt Hilfe!

Depression ist ein Oberbegriff für Störungen der Gemütslage, die sich in tiefer Niedergeschlagenheit, in Schlafstörungen und Energielosigkeit, dem Verlust von Interessen und einem Gefühl der Wertlosigkeit äußern können. Sie rauben den Betroffenen alle Lebensfreude. In manchen Fällen geht das bis zum Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Nicht selten äußert sich eine Depression auch in körperlichen Zeichen, etwa durch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Kopf- oder Kreuzschmerzen. Die Schwere einer depressiven Erkrankung wird in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzt.

Jeder von uns kann aktiv dazu beitragen, depressiven Menschen beizustehen – indem wir genauer hinsehen und sie nicht alleine lassen, sie im Sinne unserer Schwerpunktkampagne „stören“ und immer wieder den Kontakt zu ihnen suchen.
Melanie Huml, Staatsministerin

Depressionen sind häufig

Depressionen sind keine Seltenheit. Sie treten oft ohne erkennbare Ursache auf, können aber auch die Folge einer schweren seelischen Belastung oder einer anderen Grunderkrankung sein. Wichtig zu wissen ist: Depression kann jeden treffen. Mit zunehmendem Alter werden Depressionen häufiger, bleiben aber leicht unerkannt, weil Antriebs- oder Hoffnungslosigkeit dem natürlichen Alterungsprozess zugeschrieben werden. Das kann unter anderem dazu führen, dass die Zeichen einer Depression im Alter als Demenz fehlgedeutet werden.

Einen Überblick zur Lage in Bayern bietet der Bericht „Psychische Gesundheit von Erwachsenen in Bayern, Schwerpunkt Depression“.

Auch über Depressionen zu reden, ist nicht leicht. Ist der Betroffene wirklich krank, oder will er sich nur nicht „zusammenreißen“?

Depressionen haben mehr als eine Ursache

Depression hat etwas mit der Veranlagung zu tun. Aber auch mit der individuellen Lebens- und Lerngeschichte und nicht zuletzt mit den privaten und beruflichen Belastungen.

In einer von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Gewichtung können diese Faktoren dazu führen, dass sich Depressionen manifestieren.

Depressionen können gut behandelt werden!

Wichtig ist, Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Mit der Frage, wie man Depressionen am besten behandelt, beschäftigt sich die Wissenschaft seit langem. Forschungsergebnisse wurden in Therapieleitlinien zusammengefasst. Diese geben den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und Therapeutinnen und Therapeuten eine wichtige Hilfestellung, lassen aber den Weg für individuelle Behandlungspläne offen. Im Mittelpunkt steht ausschließlich das Wohl der Patientin  und des Patienten.

Leichtgradige Depressionen

Leichtgradige Depressionen bessern sich oft von alleine. Informationen, Hilfe bei der Lösung aktueller Probleme und stützende Formen von Psychotherapie kommen zum Einsatz.

Mittel- und schwergradige Depressionen

Bei mittel- und schwergradigen Depressionen, zumal dann, wenn sonst nichts mehr hilft, sind Medikamente / Antidepressiva indiziert. Dabei ist wichtig, diese in ausreichender Dosis und Dauer (die Wirkung setzt frühestens nach zwei Wochen ein!) einzunehmen.

Therapieformen

Oft steht Psychotherapie im Vordergrund. Tiefenpsychologische oder kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren? Wirksam ist beides, Verhaltenstherapie oft schneller. In jedem Fall sollte die Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten stimmen!

Begleitende Maßnahmen wie etwa Sport können sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Wenn man realisiert, dass Depression eine „dunkle Brille“ ist und nicht die Wahrheit, wenn man sich trotz der schlechten Stimmung aufrafft, aktiv zu sein und eigene Muster, die zur Überlastung beitragen können, entschärft, kann dies zur Genesung beitragen.

Wege aus der Depression – Hier finden Sie Hilfe

Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Beratungsstellen, sozialpsychiatrische Dienste und auch Kliniken betreuen Betroffene langfristig. Für viele Menschen ist zudem der Austausch in Selbsthilfegruppen eine wichtige Unterstützung. Die Gesundheitsämter informieren über Hilfen und Angebote vor Ort. Zu den Suchdiensten für Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern leiten unsere Notfall- und Suchdienste weiter. Telefon- Hotlines sind überregional erreichbar. In Krisensituationen bieten auch Notdienste von Krankenhäusern sowie die Telefonseelsorge Rat und Hilfe:

08001110-111 oder 08001110-222

Bündnisse gegen Depression

Bündnisse gegen Depression haben das Ziel, Hilfsangebote besser bekannt zu machen, untereinander zu vernetzen und es Betroffenen leichter zu machen, sich an die genannten Stellen zu wenden. Inzwischen gibt es in Bayern 13 Bündnisse gegen Depression Ihren Ursprung haben die Bündnisse gegen Depression in Nürnberg, wo 2001 ein bundesweit einzigartiges Modellprojekt gestartet wurde. Im Rahmen des „Nürnberger Bündnisses gegen Depression“ gelang es, die Zahl der Selbsttötungen (Suizide) und der Suizidversuche innerhalb von zwei Jahren fast um ein Viertel zu senken. Das war Anlass für weitere Kommunen, das Bündnis-Konzept zu übernehmen. Heute sind in Bayern neben Nürnberg, Nürnberg-Land, Erlangen, Fürth, Würzburg, Cham, Regensburg, Ingolstadt, Dillingen, die Landkreise Memmingen-Unterallgäu, Rottal-Inn, Kempten und München dabei. Bundesweit haben sich mehr als 50 Städte und Regionen im Deutschen Bündnis gegen Depression e.V. zusammengeschlossen.

Depression bei Kindern und Jugendlichen

Depressionen können bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten, wobei die Krankheitszeichen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Wird die Erkrankung rechtzeitig festgestellt, sind die Behandlungsaussichten günstig.

Informationen zur Vorbeugung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen und die Möglichkeit der Teilnahme an der PRODO Studie finden Sie hier.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Projektseite der Studie.

Projekte

Paul ganz unten

Screeninginstrumente ChilD-S und DesTeen

Das Gesundheitsministerium hat die Entwicklung von zwei kurzen Fragebögen zur Früherkennung depressiver Erkrankungen bei Kindern oder Jugendlichen speziell für den Einsatz in der Haus- und Kinderarztpraxis gefördert. Diese, an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Ludwig-Maximilians-Universität entwickelten Sceeninginstrumente wurden an sechs Kliniken evaluiert. Mit diesen Fragebögen ist die Früherkennung einer depressiven Erkrankung bei Kindern (ChilD-S) oder Jugendlichen (DesTeen) möglich. Hier können sich interessierte Ärztinnen und Ärzte über die neu entwickelten und evaluierten Fragebögen zur Früherkennung depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter informieren und Fragebögen erhalten.

PRODO

Lehrerfortbildung der Universität Würzburg

Die Lehrerfortbildung der Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften der Universität Würzburg unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen dabei, depressive Erkrankungen bei Jugendlichen zu erkennen und Hilfe zu vermitteln.

Praxis Mensch - Thema Depressionen

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Praxis Mensch – Thema Depressionen

Depressionen können jeden treffen. Daher ist es wichtig, dass jeder einzelne mehr über diese Krankheit weiß. Die Sendung Praxis Mensch widmet sich in dieser Ausgabe dem Thema Depression.

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PRODO - Ein Modellprojekt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München. Im Video erzählen Kinder von ihren Erfahrungen mit depressiven Eltern.
Bitte stör mich! - Aktiv gegen Depression

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Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression

Depressionen sind für Betroffene und ihre Angehörigen eine schwere Belastung. „Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression“ lautet daher unsere Schwerpunktkampagne 2016/17.