Junges Paar schaut aus dem Fenster.

Rauchfrei leben – besser leben!

Das Wissen um die Gefahren des Tabakkonsums motiviert immer mehr Menschen das Rauchen aufzuhören. Gerade Jugendliche greifen dann häufiger zur elektronischen Zigarette, die vermeintlich weniger gesundheitsschädlich ist. Aber Rauchen birgt in jedem Fall erhebliche Gesundheitsgefahren. Dabei ist das Rauchen der vermeidbarste Faktor des Lebensstils solange noch keine Sucht besteht.

Rauchen birgt erhebliche Gefahren für die Gesundheit. Wer sich selbst als „Gelegenheitsraucher“  bezeichnet, sollte bedenken: Auch wer „nur“ in Stresssituationen, an den Wochenenden oder regelmäßig zur Zigarette greift, ist Raucher. Dabei ist Rauchen der vermeidbarste Risikofaktor für die Gesundheit, denn hier hat jeder selbst in der Hand, wie er den eigenen Lebensstil gestaltet.

Es ist erfreulich, dass die Raucherrate in Bayern seit einigen Jahren abnimmt. Bayern hatte im Jahr 2013 sogar mit 22,1 Prozent die niedrigste Raucherrate aller Bundesländer. Damit können wir uns aber nicht zufrieden geben. Mit Präventionskampagnen will das Bayerische Gesundheitsministerium insbesondere Kinder und Jugendliche schützen. Wir beteiligen uns an zahlreichen Projekten.
Melanie Huml, Staatsministerin

Raucherquote

Gruppe der 25- bis 69-Jährigen:

  • Männer 35 Prozent
  • Frauen 28 Prozent

Ergebnisse des Gesundheitssurveys des RKI 1990 – 2012

Demnach betrug die Rauchquote 2012 bei den 25- bis 69-jährigen Männer 35 Prozent, bei den 25- bis 69-jährigen Frauen 28 Prozent.

Unter Bayerns Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ist der Anteil der Raucher in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden. Nur noch jeder Zwölfte greift zur Zigarette. Auch bei den Erwachsenen geht der Tabakkonsum in letzter Zeit zurück.

Sie sind also in bester Gesellschaft, wenn Sie jetzt anfangen, aufzuhören.

Risikofaktor Rauchen

Fast jeder weiß, dass Tabakkonsum das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen erhöht. Allen voran: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege und Krebserkrankungen.

Rauchen gilt als Ursache für 23 Prozent aller Krebsfälle. Den größten Einfluss hat das Rauchen für Lungenkrebs, Krebserkrankungen der Harnblase, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Darms sowie im Kopf- und Halsbereich. Ein erheblicher Teil dieser Fälle ist durch Prävention und die Änderung des Lebensstils vermeidbar!

Fast ein Viertel aller Krebsfälle gehen auf Tabakkonsum zurück!

Rauchfrei leben – Paar mit Pusteblumen.
Shishas im Schaufenster.

Neue Risiken

Das Rauchen von E-Zigaretten und E-Shishas wird immer beliebter. Bei Jugendlichen ist insbesondere der Gebrauch von elektronischen Wasserpfeifen, den E-Shishas, zunehmend verbreitet. Da die elektronische Alternative zur herkömmlichen Zigarette i.d.R. ohne Tabak auskommt, glauben viele, sie wäre weniger gesundheitsschädigend. Das ist ein Trugschluss. E-Zigaretten und E-Shishas sind nicht harmlos. Sie enthalten beispielsweise schädliche Chemikalien und Substanzen, die zu Reizungen der Atemwege führen können. Außerdem enthalten auch E-Zigaretten und E- Shishas giftiges und abhängig machendes Nikotin. Über die Langzeitwirkungen des Konsums dieser elektronischen Alternative zur Zigarette ist noch wenig bekannt. Dass E-Zigaretten und E-Shishas keineswegs die gesündere Alternative zur Zigaretten sind, hat sich bereits deutlich gezeigt. Informieren Sie sich hier über die Produkteigenschaften und gesundheitlichen Auswirkungen.

Seit dem 01.04.2016 gilt für E-Zigaretten und E-Shishas: Sie dürfen nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden und Minderjährige dürfen sie nicht in der Öffentlichkeit konsumieren. Diese Änderungen des Jugendschutzgesetzes waren schon seit längerem von der Bayerischen Staatsregierung gefordert worden.

E-Zigaretten – unterschätztes Gesundheitsrisiko

Produkteigenschaften

Seit in Deutschland ein weitgehender Nichtraucherschutz gilt, greifen immer mehr Menschen zu E-Zigaretten oder E-Shishas, darunter viele Jugendliche. Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits jeder neunte in der Altersgruppe von 12 bis 17, der noch keine Tabakzigarette geraucht hat, schon einmal eine E-Zigarette oder E-Shisha „gedampft“ hat. Das bedeutet, dass deutschlandweit etwa 534. 000 Jugendliche bereits Erfahrung im Konsum von E- Zigaretten oder E- Shishas haben.

E-Zigaretten und E-Shishas bestehen aus einem Mundstück aus Kunststoff, einem Verdampfer und einem Akku. Die Mundstücke die bei E- Shishas verwendet werden, ähneln häufig den Mundstücken von Wasserpfeifenschläuchen.
Anders als die herkömmliche Zigarette enthalten die elektronischen Produkte i .d. R. keinen Tabak. Stattdessen werden sogenannte Liquids, also Flüssigkeiten, über ein batteriebetriebenes Heizelement erwärmt und verdampft. Die Produkte gibt es in vielen Varianten und Geschmacksrichtungen. Daher ist Genaueres über die einzelnen Inhaltsstoffe oft unbekannt. In der Regel werden allerdings Vernebelungsmittel, Aromen und Geschmacksstoffe beigefügt. E- Zigaretten enthalten, anders als E-Shishas, zusätzlich Nikotin. Nachgewiesen wurde Nikotin aber auch schon in Liquids, die laut Hersteller nikotinfrei sind.

Die Produkte sind in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich wie beispielsweise Vanille, Apfel, Schokolade oder Zuckerwatte.

Gesundheitliche Auswirkungen

Da bei E-Zigaretten und E-Shishas kein Verbrennungsprozess stattfindet, werden sie häufig als gesündere Alternative zum Rauchen beworben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sowohl nikotinhaltige E-Zigaretten als auch nikotinfreie E-Shishas gesundheitliche Risiken bergen. Es gibt Hinweise darauf, dass beim Dampfen dieser Produkte krebserzeugende Stoffe entstehen, die eingeatmet werden. Außerdem enthalten die Aerosole feine und ultrafeine Partikel. Diese können tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen auslösen. Da das Wachstum der Lunge erst im jungen Erwachsenenalter endet, könnte daher die Lungenentwicklung bei Kindern und Jugendlichen beeinträchtigt werden. Auch haben die aromatisierten Liquids zellschädigende Eigenschaften, was sich nachteilig auf die Regeneration des Lungengewebes nach Atemwegsinfektionen auswirken könnte.

Ein weiterer gesundheitlicher Risikofaktor bei nikotinhaltigen E-Zigaretten ist das Nikotin mit seiner gesundheitsschädlichen und suchterzeugenden Wirkung.

Der anfängliche Gebrauch von vermeintlich harmlosen nikotinfreien E-Shishas könnte dazu verleiten, auf herkömmliche Zigaretten umzusteigen. Insbesondere Jugendliche können das Rauchritual einüben und der Einstieg ins Rauchen kann begünstigt werden. Auf diesen sogenannten “ Gateway-Effekt“ deutet eine wachsende Zahl von E-Dampfern hin, die vorher keine Tabakerzeugnisse geraucht haben.

Generell ist eine gesundheitliche Bewertung jedoch schwierig. Aufgrund der großen Produktvielfalt ist nicht bekannt, welche Stoffe im Einzelnen in den Liquids enthalten sind. Auch besteht bei nachfüllbaren Produkten die Möglichkeit, sie mit jeder beliebigen Substanz zu befüllen.

Regulierung

Seit dem 01.04.2016 gilt für E-Zigaretten und E-Shishas: Sie dürfen nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden und Minderjährige dürfen sie nicht in der Öffentlichkeit konsumieren. Diese Änderungen des Jugendschutzgesetzes waren schon seit längerem von der Bayerischen Staatsregierung gefordert worden.

Am 20.05.2016 wird das Gesetz zur Umsetzung der Tabakprodukt-Richtlinie vom 04.04.2016 in Kraft treten. Geregelt werden unter anderem die Zusatzstoffe für E-Zigaretten und Anforderungen an die
Produktsicherheit. Außerdem ist ein Verbot der Außenwerbung und ein weitgehendes Verbot der Kinowerbung auch für elektronische Zigaretten vorgesehen.

Heute über Rauchentwöhnung informieren

Viele Raucherinnen und Raucher wünschen sich, das Rauchen aufzugeben. Ein Versuch auf eigene Faust ist oft schwierig.

Sie können sich bei Ihrer Krankenkasse über Hilfemöglichkeiten informieren.

Nichtraucherschutz in Bayern: Zeichen setzen – für eine rauchfreie Umwelt

Am 1. August 2010 trat in Bayern das mit Volksentscheid vom 4. Juli 2010 angenommene Gesetz zum Schutz der Gesundheit (Gesundheitsschutzgesetz GSG) in Kraft.

Frau zerbricht eine Zigarette.

Folgende Vollzugshinweise werden für die gesetzlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörden gegeben:

Rauchverbot in Behörden (Art. 2 Nr. 1 GSG)

Zu den öffentlichen Gebäuden zählen alle Gebäude der Behörden des Freistaates Bayern, der Gemeinden und Gemeindeverbände und alle Gebäude der sonstigen der Aufsicht des Freistaates Bayern unterstehenden juristischen Personen des öffentlichen Rechts im Sinn des Art. 1 Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz (BayVwVfG) sowie die Gebäude der Gerichte des Freistaates Bayern.

Nicht erfasst sind insbesondere Gebäude der Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften sowie der in Privatrechtsform betriebenen Unternehmen (wie z. B. AG, GmbH), an denen der Staat beteiligt ist. Für diese Unternehmen gilt Art. 4 Gesundheitsschutzgesetz (GSG).

In den genannten öffentlichen Gebäuden besteht das Rauchverbot unabhängig davon, ob Publikumsverkehr stattfindet oder die Büros als Einzelbüros genutzt werden. In Gebäuden und abgeschlossenen Gebäudeteilen mit bis zu 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann ein Raucherraum eingerichtet werden. In Gebäuden mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können mehrere Raucherräume eingerichtet werden. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung eines Raucherraums besteht nicht. Der Raucherraum muss baulich so abgetrennt sein, dass kein ständiger Luftaustausch mit dem übrigen Gebäude stattfindet. Zur Verbesserung der Raumluft können lüftungstechnische Anlagen zweckmäßig sein. In nicht vollständig abgeschlossenen Freibereichen eines Gebäudes ist das Rauchen erlaubt, etwa in offenen Innenhöfen. Die Behördenleitung kann aufgrund des Hausrechts Regelungen für diese Bereiche, gegebenenfalls auch für die übrigen Außenbereiche sowie zum Aufsuchen des Raucherraums treffen.

Ein Verstoß gegen das Rauchverbot ist bußgeldbewehrt. Die Behördenleitung hat durch organisatorische Maßnahmen sicher zu stellen, dass das Rauchverbot beachtet wird. Verstöße hiergegen können arbeits- und dienstrechtliche Konsequenzen haben. Bei Beschwerden an die Behördenleitung hat diese auf die Einhaltung des Rauchverbots hinzuwirken.

Rauchverbot in Kinder- und Jugendeinrichtungen (Art. 2 Nr. 2 GSG)

Zu den Kinder- und Jugendeinrichtungen zählen:

  • Schulen und schulische Einrichtungen,
  • Schullandheime,
  • räumlich abgegrenzte und vom Träger gewidmete Kinderspielplätze,
  • Kindertageseinrichtungen im Sinn des Bayerischen Gesetzes zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindergärten,
  • anderen Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege (Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz BayKiBiG),
  • sonstige Einrichtungen und Räume, in denen Kinder ganztägig oder für einen Teil des Tages betreut werden. Insbesondere:
    • Mütterzentren,
    • Tagespflege,
    • Krabbelstuben,
    • Einkaufszentren mit Kinderbetreuungsangebot.

Auf Spielplätzen gilt das Rauchverbot unabhängig davon, ob der Spielplatz räumlich und organisatorisch zu einer Einrichtung gehört.

Zu den Schulen im Sinn des Art. 2 Nr. 2 Buchst. a GSG gehören alle öffentlichen und privaten Schulen einschließlich der beruflichen Schulen. Sonstige Bildungseinrichtungen, die sich ausschließlich oder überwiegend an Erwachsene richten, fallen unter Art. 2 Nr. 3 GSG.

In Kinder- und Jugendeinrichtungen gilt das Rauchverbot unabhängig von Trägerschaft und Eigentumsverhältnissen sowohl in den Innenräumen als auch auf dem gesamten zu der Einrichtung gehörenden Freigelände. Zudem ist das Rauchen in der Öffentlichkeit für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgrund der Vorschriften des Jugendschutzgesetzes verboten.

Eine Ausnahme vom umfassenden Rauchverbot in Innenräumen von Kinder- und Jugendeinrichtungen gilt nach Art. 6 Abs. 1 Satz 1 und 2 GSG nur für Einrichtungen der ambulanten und stationären Suchttherapie sowie der Erziehungs- und Eingliederungshilfe für Jugendliche und junge Volljährige, die eine Erlaubnis nach § 45 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII benötigen. In diesen Einrichtungen kann das Rauchen in einem Nebenraum gestattet werden. Zudem kann der oder die Verantwortliche nach Art. 7 GSG für diese Einrichtungen abweichend von Art. 3 Abs. 1 Satz 2 GSG das Rauchen in einem ausgewiesenen untergeordneten Bereich des Außengeländes gestatten. Dieser Bereich ist als Raucherbereich zu kennzeichnen. Es werden nur Einrichtungen der Erziehungs- und Eingliederungshilfe nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) erfasst, insbesondere Jugendwohngruppen, Heime und sonstige betreute Wohnformen.

Rauchverbot in Gaststätten (Art. 2 Nr. 8 GSG)

In den Innenräumen aller Gaststätten gilt ein absolutes Rauchverbot.

Zu den Gaststätten gehören:

  • alle Speise- und Schankwirtschaften einschließlich der Betriebe des Reisegewerbes,
  • Diskotheken,
  • Straßenwirtschaften,
  • Cafés,
  • Bars und
  • vergleichbare Einrichtungen.

Das Rauchverbot gilt unabhängig davon, ob die Gaststätte einer Erlaubnis bedarf oder nicht. Eine Unterscheidung nach dem Speise- oder Getränkeangebot, der Größe, der Gastfläche oder der Sitzplatzanzahl wird nicht getroffen. In Beherbergungsbetrieben gilt das Rauchverbot vorbehaltlich anderweitiger unter Art. 2 GSG fallenden Nutzungen im Bereich der Gaststätten.

Gaststätten sind für jedermann zugänglich, das heißt der Allgemeinheit oder einem bestimmten Personenkreis (das heißt einer Mehrzahl von Personen, die ein bestimmtes Merkmal einer Gruppenzugehörigkeit aufweisen, zum Beispiel Betriebsangehörige oder Mitglieder eines Vereins).

Nur im Fall einer echten geschlossenen Gesellschaft, die einen abgetrennten Raum oder die gesamte Gaststätte ausschließlich nutzt und bei der die Öffentlichkeit insoweit räumlich ausgeschlossen ist, greift das gesetzliche Rauchverbot in Gaststätten nicht.

Bei echten geschlossenen Gesellschaften ist der Kreis der Teilnehmer in der Regel von vorneherein auf eine meist kleine Zahl feststehender, namentlich geladener Personen begrenzt. Der Zutritt wird grundsätzlich nur diesen, im Vorhinein bestimmten, also nicht beliebig wechselnden Einzelpersonen gewährt. Beispiele sind private Familienfeiern mit persönlicher Einladung, wie Hochzeit, Geburtstag, Taufe oder eine unter solchen engen Voraussetzungen einberufene Vorstandssitzung einer Gesellschaft. Hier werden nur bestimmte Einzelpersonen bewirtet.

Durch die Gründung sogenannter Raucherclubs kann das Rauchverbot nicht umgangen werden. Raucherclubs haben eine offene Mitgliederstruktur, das heißt ein Wechsel der Mitglieder ist jederzeit möglich. Sogenannte Raucherclubs sind keine geschlossene Gesellschaft.

In allen Gaststätten einschließlich Diskotheken und Tanzlokalen darf kein Rauchernebenraum für die Gäste eingerichtet werden (vgl. Art. 6 Abs. 1 Satz 2 GSG).

Rauchverbot in Kultur- und Freizeiteinrichtungen (Art. 2 Nr. 6 GSG)

Zu den Kultur- und Freizeiteinrichtungen zählen Einrichtungen, die der:

  • Bewahrung,
  • Vermittlung,
  • Aufführung und Ausstellung künstlerischer, unterhaltender oder historischer Inhalte oder Werke oder
  • der Freizeitgestaltung

dienen. Hierzu gehören insbesondere:

  • Kinos,
  • Museen,
  • Bibliotheken,
  • Theater,
  • Vereinsräumlichkeiten und
  • Spielhallen.

Für Gaststätten in Kultur- und Freizeiteinrichtungen gilt die Regelung des Art. 2 Nr. 8 GSG. Für die Abgrenzung der Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu den Gaststätten ist im Übrigen auf die maßgebliche Zweckbestimmung abzustellen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen unterfallen dem absoluten Rauchverbot, soweit sie öffentlich zugänglich sind. Dieser Halbsatz „soweit sie öffentlich zugänglich sind“ ist im Sinn der Intention des Gesetzes, strikten Nichtraucherschutz zu gewährleisten, weit auszulegen. Öffentlicher Zugang ist demnach nur dann nicht gegeben, wenn die Kultur- und Freizeiteinrichtung ausschließlich von einer echten geschlossenen Gesellschaft genutzt wird. Die Ausführungen zur geschlossenen Gesellschaft und zu den sogenannten Raucherclubs bei den Gaststätten gelten insoweit entsprechend.

In Kultur- und Freizeiteinrichtungen, in denen ein Rauchverbot gilt, darf auch kein Rauchernebenraum eingerichtet werden, vergleiche Art. 6 Abs. 1 Satz 2 GSG. Für Kultur- und Freizeiteinrichtungen, die zumindest überwiegend von Kindern und Jugendlichen genutzt werden (Art. 2 Nr. 2 Buchst. g GSG), ist nach Art. 3 Abs. 1 Satz 2 GSG das Rauchen auch auf dem Gelände der Einrichtung verboten.

Rauchverbot in Bier-, Wein- und Festzelten (Art. 2 Nr. 8 GSG)

Bier-, Wein- und Festzelte sowie Festhallen sind Gaststätten, unabhängig davon, ob sie vorübergehend oder dauerhaft betrieben werden. Es besteht ein Rauchverbot ohne Ausnahme (Art. 2 Nr. 8, Art. 3 GSG).

Rauchverbot in Sportstätten (Art. 2 Nr. 7 GSG)

Das Rauchverbot im Innenbereich von Sportstätten gilt unabhängig davon, ob die Sportstätte nur von Mitgliedern eines Vereins oder theoretisch von jedermann genutzt wird. Umfasst sind Einrichtungen und Anlagen, die der Ausübung des Sports dienen, also insbesondere:

  • Sporthallen,
  • Hallenbäder und
  • vollständig geschlossene Sportstadien.

Da das Rauchverbot in geschlossenen Sportstätten dem besonderen Schutz der Sportler dient, sind auch räumlich und sachlich mit der Ausübung des Sports eng verbundene Räume, wie insbesondere Umkleidekabinen, Flure und Foyers erfasst. Nach Art. 6 Abs. 1 Satz 2 GSG darf in Sportstätten kein Rauchernebenraum eingerichtet werden. Für Gaststätten in Sportstätten findet Art. 2 Nr. 8 GSG Anwendung.

Allgemeine Hinweise zur Kontrolle des Rauchverbots

Für den Vollzug des Gesundheitsschutzgesetzes sind die Kreisverwaltungsbehörden zuständig (Art. 8 Nr. 2 GSG).

Rauchende Gäste verstoßen gegen das Gesetz, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig entgegen einem Rauchverbot rauchen. Der Gastwirt kann in zweifacher Hinsicht gegen das Gesundheitsschutzgesetz verstoßen:

  • Zum einen, indem er in der Gaststätte selbst raucht,
  • zum anderen, indem er nicht einschreitet, wenn ein Gast raucht.

Für die Beurteilung, ob der Gastwirt seine Hinwirkungs- oder Handlungspflichten vorwerfbar unterlassen hat, kommt es auf die Gesamtumstände des Einzelfalls an. Sobald ein Gast gegen das Rauchverbot verstößt, hat der Gastwirt die ihm zustehenden Mittel zur Unterbindung des Rauchens zu ergreifen. Notfalls muss er die zuständigen Behörden rufen.

Für die ordnungsrechtlichen Fragen gelten die allgemeinen Vorschriften des Ordnungswidrigkeitenrechts. Der gesetzliche Bußgeldrahmen von 5 bis 1000 Euro kann ausgeschöpft werden. Bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten können anstelle des Bußgeldverfahrens durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltungsbehörden Verwarnungsgelder in Höhe von 5 bis 35 Euro verhängt werden. Die Einnahmen aus Bußgeldern sowie den Verwaltungsgebühren fließen den Kreisverwaltungsbehörden gemäß Art. 7 Abs. 2 FAG in voller Höhe zu.

Das Gesundheitsschutzgesetz gibt keine Vorgaben zu Art, Umfang und Häufigkeit ordnungsrechtlicher Kontrollen. In der Regel werden anlassbezogene Kontrollen, etwa bei (mehrmaligen) Beschwerden über den Gastwirt oder die Gäste eines bestimmten Lokals, ausreichen.