Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Schwaben

Am 21. November 2019 hat Staatsministerin Melanie Huml in Schwaben den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Hans und Hans-Jürgen Böttinger (Vater und Sohn)

Zusammenhalt wird in der Familie Böttinger ganz großgeschrieben. Denn Hans-Jürgen Böttinger und sein Vater Hans Böttinger haben über zehn Jahre lang Ehefrau und Mutter Gerlinde Böttinger auf höchst fürsorgliche Weise gepflegt.

Damals erkrankte Gerlinde Böttinger an Demenz und von dort an war sie auf ständige Hilfe im Alltag angewiesen. Gemeinsam haben sie beide die aufwändige 24-Stunden-Pflege übernommen und sie liebevoll versorgt und betreut.

Eine alles andere als einfache Aufgabe, denn die Demenz schritt mit der Zeit weiter voran. Immer wieder kam es daher zu unvorhersehbaren Situationen, auf die sie spontan reagieren mussten.

Als Sohn hat er sogar seine Arbeit aufgegeben, um seinem Vater bei der Pflege entlasten zu können. Ein großer Schritt, der keinesfalls selbstverständlich ist und der zeigt, wie wichtig es ihm war, für seine Mutter da zu sein.

Im April letzten Jahres ist seine Mutter im Alter von 73 Jahren verstorben. Gemeinsam mit seinem Vater hat er es ihr ermöglicht, ihre Zeit bis zuletzt in den eigenen vier Wänden und in Würde zu verbringen. Es war sein unbedingter Wille, dass seine Mutter immer das Gefühl einer vertrauten Umgebung und von Nähe spürt.

Statt mit dem Schicksal zu hadern, haben Hans und Hans-Jürgen Böttinger die Situation angenommen und versucht, das Beste daraus zu machen. Als Sohn hat er viel aufgegeben und seine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt, um die Pflege seiner Mutter leisten zu können.

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Verleihung Weißer Engel Schwaben Günzburg am 21.11.2019 an Hans-Jürgen Böttinger durch Staatsministerin Melanie Huml

Gertraud Echter-Burkhardt

Seit 2008 engagiert Gertraud Echter-Burkhardt sich als ehrenamtliche Hospizbegleiterin im Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu. Liebevoll begleitet sie schwer kranke und sterbende Menschen auf deren letzten Lebensweg. Sie führt behutsame Gespräche und findet immer wieder tröstende Worte, die sowohl den Betroffenen als auch den Angehörigen viel Kraft und neue Energie in dieser schweren Zeit geben. Oder sie ist einfach nur da – auch das kann für viele Menschen und Angehörige in dieser Situation ein Stück weit Trost bedeuten.

Auch die Verarbeitung der Trauer ist Frau Echter-Burkhardt ein sehr wichtiges Anliegen. Daher geht sie in ihrer Freizeit häufig in Altenheime, um mit Seniorinnen und Senioren zu reden, die eine geliebte Person verloren haben. Sie ist jederzeit für diese Menschen da und bietet ihnen ein offenes Ohr für ihren Kummer.

Seit März 2010 hat sie zudem den zweiten Vorsitz im Verein übernommen und dadurch den Hospizgedanken in leitender Funktion bis heute geprägt. Für die Mitglieder des Vereins ist sie die ständige Ansprechpartnerin für alle aufkommenden Fragen und Probleme.

Doch es sind nicht nur Erwachsene, die trauern und dabei Unterstützung brauchen. Manchmal sind es auch Kinder, die schon früh in ihrem Leben einen oder beide Elternteile verloren haben. Ein Schmerz, der für Außenstehende fast unvorstellbar ist. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es schwer zu begreifen, dass die wichtigste Bezugsperson nicht mehr da ist. Daher hat Frau Echter-Burkhardt im Jahr 2015 auch das Projekt „Hospiz macht Schule“ initiiert. Die Projektwochen im Rahmen von „Hospiz macht Schule“ werden von den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern gut und mit großem Interesse angenommen.

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Verleihung Weißer Engel Schwaben Günzburg am 21.11.2019 an Gertraud Echter-Burkhardt durch Staatsministerin Melanie Huml

Sabine Löffler-Niesner

Sabine Löffler-Niesner engagiert sich – wie Frau Echter-Burkhardt – seit 2008 als Hospizbegleiterin im Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, für die nicht jeder Mensch gemacht ist. Dank ihrer einfühlsamen Art gelingt es ihr, einen Zugang zu den schwerstkranken und sterbenden Menschen zu finden und mit ihnen über den Tod und das Sterben zu sprechen. In anderen Momenten ist sie einfach nur da und den Sterbenden und ihren Angehörigen ein stiller Beistand. Die Menschen vertrauen ihr.

Nachdem Sabine Löffler-Niesner viel in Alten- und Pflegeheimen Menschen im Sterben begleitet hat, geht sie seit rund zehn Jahren überwiegend zu den Menschen nach Hause. Wenn sie gebraucht wird, ist sie da. Denn für die Ausübung ihres Ehrenamts stellt sie ihre eigenen Interessen und ihre Freizeit weitgehend zurück.

Es liegt ihr sehr am Herzen, die Lebensqualität der Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt aktiv zu unterstützen und zu verbessern. Wann immer es ihr neben ihrer eigenen Berufstätigkeit möglich ist, ist sie tagsüber und auch in der Nacht für die Betroffenen erreichbar.

Auch Frau Löffler-Niesner gehört zum Team der „Hospiz macht Schule“-Projektwoche. Auch diese Arbeit ist ihr so wichtig und ans Herz gewachsen, dass sie dafür sogar einen Teil ihres Jahresurlaubes opfert.

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Verleihung Weißer Engel Schwaben Günzburg am 21.11.2019 an Sabine Löffler-Niesner durch Staatsministerin Melanie Huml

Rudolf Ottlik

Rudolf Ottlik konnte bei der Auszeichnung leider nicht dabei sein.

Aufopferungsvoll und voller Hingabe hat Rudolf Ottlik seine Ehefrau Magdalena über Jahre hinweg daheim gepflegt. Über zwölf Jahre kümmerte er sich um all das, was seine Ehefrau im täglichen Leben brauchte. Denn Magdalena Ottlik ist an Alzheimer erkrankt und wäre ohne die tägliche Hilfe ihres Mannes zu Hause nicht mehr zu Recht gekommen. Doch für ihn war es eine Selbstverständlichkeit, seiner Frau beizustehen und sie nicht alleine zu lassen.

Magdalena Ottlik wurde Pflegegrad 4 zuerkannt. Das bedeutet, dass sie auf eine Rundum-Betreuung angewiesen ist. Ohne zu klagen hat Rudolf Ottlik diese Aufgabe Tag für Tag aus liebender Fürsorge heraus angenommen. Meistens war er dabei auf sich alleine gestellt. Das ist vor allem dann nicht selbstverständlich, wenn man sich das Alter vor Augen hält: Denn mittlerweile ist er stolze 96 Jahre alt.

Seit September vergangenen Jahres lebt Magdalena Ottlik in einem Pflegeheim in Diedorf. Nun kann Rudolf Ottlik sich vor allem im Hinblick auf sein eigenes Alter daheim ab und an eine kleine Auszeit gönnen und dennoch im Pflegeheim für seine Frau da sein.

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Brigitte Weißenburger

Seit 2006 engagiert sich Brigitte Weißenburger für Menschen, die an Depressionen oder starken Selbstzweifeln leiden. Seit dieser Zeit ist sie erste Ansprechpartnerin und Leiterin der Donnerstagsgruppe der „Selbsthilfegruppe Depressionen Dillingen“.

Was ihr Engagement so besonders macht, ist vor allem die Tatsache, dass sie selbst Erfahrungen mit Depressionen gemacht hat – dieser so heimtückischen Erkrankung, die einem jedes Gefühl von Energie und Sinnhaftigkeit im Leben nehmen kann. Gerade deshalb kann sie sich sehr gut in die Sorgen und Probleme der Mitglieder ihrer Selbsthilfegruppe einfühlen und ist eine absolut vertrauenswürdige Bezugsperson.

Immer wieder erleben wir, dass es Angehörigen oder anderen Menschen im persönlichen Umfeld schwerfällt, angemessen auf einen depressiven Menschen zuzugehen. Oft führt das dazu, dass sich frühere Bezugspersonen zurückziehen – oft nicht aus Desinteresse, sondern aus Überforderung. Dadurch verstärkt sich die Isolation der Betroffenen – ein Teufelskreis entsteht. Umso wichtiger und wertvoller ist es daher, dass es Menschen wie Brigitte Weißenburger gibt. Denn gerade wenn man ähnliche Erfahrungen teilt, wird die Unterstützung einer hilfebedürftigen Person noch einmal gewinnbringender.

Die medizinische Betreuung durch Ärzte bei einer Depression ist sehr wichtig, aber eben auch nicht alles. Über den Arzt hinaus brauchen Menschen mit einer Depression andere Menschen, denen sie sich einerseits anvertrauen können, die aber andererseits auch nicht ungeduldig werden, wenn der Betroffene über Stunden, Tage oder Wochen hinweg keine Worte für das findet, was in ihm vorgeht. Brigitte Weißenburger gelingt es, Kontakt zu den Menschen aufzubauen, auch durch Aktivitäten wie Malen, „Lach-Yoga“ oder Klangschalen-Meditation. Wenn es ihr gelingt, einen an einer Depression erkrankten Menschen zum Lachen zu bringen, ist das ein wertvoller Moment und manchmal ein erster Schritt dazu, die Erkrankung anzunehmen und allmählich zu lernen, mit ihr umzugehen.

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Verleihung Weißer Engel Schwaben Günzburg am 21.11.2019 an Brigitte Weißenburger durch Staatsministerin Melanie Huml

Bernt Winter

Seit 2012 pflegt Bernt Winter seine Ehefrau Gudrun Winter. Vor rund sieben Jahren änderte sich ihr gemeinsames Leben schlagartig. Seine Ehefrau erlitt plötzlich und unvorhergesehen eine Gehirnblutung und ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Mit tiefer Hingabe und viel Liebe kümmert er sich seitdem um alles, was seine Ehefrau braucht, denn Gudrun Winter ist voll und ganz auf seine Unterstützung angewiesen.

Doch auch Bernt Winter hat nicht das Schicksal verflucht, sondern diese Aufgabe aus Liebe zu seiner Ehefrau angenommen. Fürsorglich ist er Tag und Nacht für sie da. Die Pflege ist eine Aufgabe, die nicht nur mit körperlicher Anstrengung, sondern auch mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Selbst sein großes Hobby Tennis, das er früher mit seiner Ehefrau gemeinsam mit großer Begeisterung ausgeübt hat, hat er mittlerweile aufgegeben. Denn Bernt Winter hat sich dazu entschieden, seine Zeit voll und ganz seiner Ehefrau zu widmen. Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Motivation er jeden Tag aufs Neue aufbringen muss und vor allem, was er jeden Tag leistet.

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Rita Zollikofer

Rita Zollikofer ist eine äußerst engagierte und soziale Frau. Bereits seit vielen Jahren setzt sie sich für Menschen ein, die ihre Hilfe dringend benötigen. Einige Jahre hat sie damals ihre demente Mutter bei sich zuhause aufgenommen – und das, obwohl sie parallel ihre drei Kinder zu versorgen hatte. Bereitwillig und liebevoll hat sie sich um ihre Mutter gekümmert, bis sie im Jahr 1995 schließlich verstorben ist.

Auch die Cousine ihres Schwiegervaters hat Rita Zollikofer über zehn Jahre lang bis 2006 betreut. Denn sie war an Demenz erkrankt und damit auf Hilfe angewiesen. Dank ihr hat sie diese Hilfe bekommen.

Darüber hinaus war Rita Zollikofer im Jahr 2002 Mitbegründerin des Initiativkreises „Helfende Hände“ des Obergünzburger Pfarrgemeinderats. Seither besteht der Initiativkreis aus freiwillig und ehrenamtlich mitarbeitenden Bürgerinnen und Bürgern, die sich aus innerer Überzeugung für Hilfsbedürftige einsetzen. Auch Rita Zollikofer ist ein solcher Mensch. Es ist ihr bis heute eine besondere Herzensangelegenheit, Menschen in Notsituationen zu helfen. Sie bietet ihre Hilfe an für ältere und kranke Menschen bei Einkäufen, Arztbesuchen oder Behördengängen. Auch pflegende Angehörige werden durch sie entlastet. Sie schenkt den Menschen auch ihre Zeit, indem sie Spaziergänge mit ihnen unternimmt oder ihnen etwas vorliest.

Weiterhin liefert Frau Zollikofer regelmäßig Essen an Seniorinnen und Senioren aus. Momentan beliefert sie rund 30 Personen im Umkreis. Auch bei gelegentlichen Bitten nach Unterstützung im Haushalt sagt sie nicht Nein und ist zur Stelle. Durch die Betreuung sind bereits wertvolle Freundschaften entstanden. Das ist nicht nur ein wichtiges Fundament für eine harmonische Gemeinde, sondern auch ein Zeichen der Anerkennung für Rita Zollikofer.

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Verleihung Weißer Engel Schwaben Günzburg am 21.11.2019 an Rita Zollikofer durch Staatsministerin Melanie Huml

Ehepaar Barbara und Erich Jenner

Barbara und Erich Jenner konnten bei der Auszeichnung leider nicht dabei sein.

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