Presse­mitteilung

Gerlach informiert sich nächste Woche in Helsinki über Finnlands Gesundheitssystem – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin: Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung wird immer wichtiger

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach wird sich in der nächsten Woche bei einem Besuch in Finnland über die dortige Digitalisierung im Gesundheitsbereich informieren. Gerlach betonte am Freitag mit Blick auf die am Montag beginnende Reise: „Finnland ist bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens Vorreiter in Europa. Der Aufbau von großen Datenbanken für die Forschung und Versorgung ist hier bereits etabliert. In Deutschland gibt es in diesem Bereich noch Nachholbedarf. Damit der Einsatz neuer Technologien erfolgreich ist, müssen wir Gesundheitsdaten besser nutzen. Für die Forschung und Versorgung von morgen werden diese immer wichtiger.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Digitalisierung im Gesundheitswesen ist mir ein Kernanliegen. Wir setzen im Rahmen der HighMed Agenda und der HighCare Agenda auf eine umfassende Digitaloffensive, die Bayern entscheidend voranbringen soll. Digitalisierung ist ein effizientes Werkzeug, wenn es darum geht, Prozesse zu vereinfachen und das Leben von Menschen spürbar zu verbessern.“ Gerlach ergänzte: „Für mich ist es wichtig, den Blick nach außen zu richten und Impulse aufzunehmen: Was läuft wo gut und warum? Lässt sich ein gut laufendes System auch bei uns in gewisser Weise umsetzen?“

Gerlach erläuterte: „Der Besuch in Finnland soll insbesondere dafür genutzt werden, um sich in Gesprächen und bei Anschauungsbeispielen zu informieren, wie dort die Digitalisierung des Gesundheitswesens und deren Akzeptanz vorangetrieben wurde und welche Schritte – gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz – in Planung sind. Darüber hinaus will ich ausloten, wo es weitere Kooperationsmöglichkeiten zwischen Bayern und Finnland geben könnte. Klar ist für mich, dass deutschlandweit die Digitalisierung stärker als bisher vorangetrieben werden muss.“

Gerlach betonte zudem: „Wir haben in Bayern 2024 eine Reihe von Projekten begonnen, die technisch wegweisend sind und gleichzeitig zeigen, welche Vorteile Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bieten. So schaffen wir – ausgehend vom bereits Ende 2023 begonnenen Projekt ‚Health Care BY Your Side‘ – ein digitales Ökosystem, das Patienten und Pflegebedürftige sowie Ärzte und Pflegekräfte bestmöglich bei den Veränderungen durch Digitalisierung und Innovation begleitet. Das gilt insbesondere bei wichtigen Schritten in Deutschland wie dem E-Rezept, der elektronischen Patientenakte für alle und anderen Anwendungen der Telematikinfrastruktur unseres digitalen Ökosystems.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Eines unserer bayerischen Leuchtturm-Projekte ist ‚DigiMed Bayern‘, das die Nutzung von Gesundheitsdaten im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verbessern soll. Mit den Erkenntnissen daraus wollen wir die Anzahl von dramatischen Verläufen als Folge von Herzinfarkten und Schlaganfällen nachhaltig senken – in Deutschland, Europa und weltweit. Besonders freut mich, dass im Rahmen dieses Projekts seit Jahren ein intensiver fachlicher Austausch mit Finnland besteht, den ich auf dieser Reise noch vertiefen will.“

Gesundheitsministerin Gerlach wird am Dienstag wie ihre finnische Amtskollegin Sanni Grahn-Laasonen eine Eröffnungsrede auf einer internationalen Gesundheitsmesse halten, zu der mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und -teilnehmer aus mehr als 35 Ländern erwartet werden. Auf dem Programm stehen zudem unter anderem ein Gespräch mit der Sonderbeauftragten für Gesundheit und Wohlbefinden des finnischen Ministeriums für Soziales und Gesundheit, Dr. Päivi Sillanaukee, sowie ein Besuch des Helsinki University Hospitals.