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Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten im ländlichen Raum

Eine möglichst flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der bayerischen Bevölkerung hat für die Bayerische Staatsregierung hohe Priorität. Einen wichtigen Beitrag leistet hier die Niederlassungsförderung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in ländlichen Gegenden des Freistaats.

Eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung auf qualitativ hohem Niveau ist der Bayerischen Staatsregierung ein wichtiges Anliegen. Die Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in ländlichen Regionen ist ein Instrument zum Auf- und Ausbau dieser Versorgung. Ziel ist, die Entscheidung für eine ärztliche oder psychotherapeutische Niederlassung im ländlichen Raum zu erleichtern. Hierfür hat die Bayerische Staatsregierung bereits im Jahr 2012 das Förderprogramm für die Niederlassung und Filialbildung von Hausärztinnen und Hausärzten gestartet. Im Dezember 2014 und Dezember 2015 haben wir diese Unterstützung auf weitere familiennahe Arztgruppen, zum Beispiel Kinder- und Frauenärzte, ausgeweitet. Gefördert werden aktuell über 150 Niederlassungen und Filialen. Diese Zahlen zeigen den Erfolg der Förderung.

Die Förderung der Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten im ländlichen Raum ist eine von drei Säulen des Förderprogramms zum Erhalt der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum des Bayerischen Gesundheitsministeriums.

Bislang haben wir bereits die Niederlassung von Hausärzten und familiennahen Fachärzten wie Kinder- und Frauenärzten auf dem Land gefördert. Altersbedingt werden aber auch viele andere Fachärzten in den nächsten Jahren ihre Praxen aufgeben. Die Nachbesetzung wird dadurch vor allem in ländlichen Regionen zunehmend schwieriger. Deshalb unterstützen wir künftig zum Beispiel auch Augenärzte, Hautärzte, HNO-Ärzte und Orthopäden.
Melanie Huml, Staatsministerin

Wesentliche Voraussetzungen

  • Niederlassung beziehungsweise Filialbildung als ambulant vertragsärztlich tätige/r
    • Hausärztin / Hausarzt,
    • Kinderärztin / Kinderarzt,
    • Frauenärztin / Frauenarzt,
    • Vertragspsychotherapeutin / Vertragspsychotherapeut oder
    • Kinder- und Jugendpsychiaterin / Kinder- und Jugendpsychiater
    • Augenärztin / Augenarzt
    • Chirurgin / Chirurg
    • Hautärztin / Hautarzt
    • HNO-Ärztin / HNO-Arzt
    • Nervenärztin / Nervenarzt
    • Orthopädin / Orthopäde
    • Urologin / Urologe
  • Niederlassung bzw. Filialbildung in Gemeinden mit nicht mehr als 20.000 Einwohnern; bei Kinder- und Jugendpsychiaterinnen/-psychiatern in Gemeinden mit nicht mehr als 40.000 Einwohnern
  • Übereinstimmung der Niederlassung bzw. Filialbildung mit der ärztlichen Bedarfsplanung und Vorliegen der zulassungsrechtlichen Entscheidung
  • Verpflichtung der Zuwendungsempfängerin, des Zuwendungsempfängers die ärztliche Tätigkeit innerhalb von sechs Monaten nach der zulassungsrechtlichen Entscheidung aufzunehmen
  • Verpflichtung der Zuwendungsempfängerin bzw. des Zuwendungsempfängers, die Niederlassung bzw. Filialbildung für mindestens 60 Monate aufrechtzuerhalten und dort die ärztliche Tätigkeit in diesem Zeitraum auch tatsächlich auszuüben (im Falle der Filialbildung im Umfang von mindestens zehn Stunden pro Woche an mehreren Tagen in der Filialpraxis)
  • Zeitpunkt der Niederlassung beziehungsweise Filialbildung nicht vor Bewilligung

Höhe der Förderung

  • Bei einer Niederlassung beträgt die Förderung bis zu 60.000 Euro (Vertragspsychotherapeutinnen/-therapeuten bis zu 20.000 Euro),
  • bei Gründung einer Filialpraxis bis zu 15.000 Euro (Vertragspsychotherapeutinnen und -therapeuten bis zu 5.000 Euro)

Antragstellung

Den Antrag können Sie beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit – Bayerische Gesundheitsagentur stellen:

Antragsformular zur Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum herunterladen

Näheres zu den Bedingungen der Förderung können Sie der Förderrichtlinie entnehmen.

Die Bayerische Gesundheitsagentur ist für die Durchführung des Förderprogramms zuständig.

Weitere Fördermöglichkeiten

Neben dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in unterversorgten und drohend unterversorgten Planungsbereichen.

200. Förderbescheid überreicht

Im Januar 2015 hatte die Gesundheitsministerin Melanie Huml den 100. Förderbescheid überreicht – und zwar an einen Allgemeinmediziner aus Ottobeuren (Landkreis Unterallgäu). Den 150. Bescheid erhielt am 26. Juni 2015 die Hausärztin Claudia Jungkunz aus Teuschnitz (Landkreis Kronach). Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab am Donnerstag, den 4. Februar 2016 den 200. Bescheid im Rahmen der Niederlassungsförderung für Ärzte und Psychotherapeuten. Huml besuchte aus diesem Anlass die Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie von Franziska Schwartz im unterfränkischen Bad Neustadt an der Saale.

  • Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab am Donnerstag, den 4. Februar 2016 den 200. Bescheid im Rahmen der Niederlassungsförderung für Ärzte und Psychotherapeuten. Huml besuchte aus diesem Anlass die Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie von Franziska Schwartz im unterfränkischen Bad Neustadt an der Saale.

    Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab den 200. Förderbescheid an Franziska Schwartz.

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  • Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab in Teuschnitz den 150. Förderbescheid an Claudia Jungkunz.

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  • Gesundheitsministerin Melanie Huml hat den 100. Förderbescheid für eine Hausarzt-Niederlassung an den Allgemeinmediziner Dr. Michael Haberland (3.v.r.) aus Ottobeuren übergeben.

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