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Telemedizin-Projekte in Bayern

Schlaganfallversorgung mit Telemedizin in Nordbayern - STENO

Projektbeginn: vor 2012

Projektziel

Telemedizinische Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Stroke-Units mit neurologischer Fachkompetenz und regionalen Krankenhäusern in Nordbayern, um die akute Schlaganfalldiagnostik und -therapie insbesondere im ländlichen Raum zu verbessern und die Sekundärfolgen des Schlaganfalls zu verringern.

Projektbeschreibung

Das STENO-Pilotprojekt 'Schlaganfallversorgung mit Telemedizin in Nordbayern' konnte bereits von 2003-2005 zwischen den überregionalen Stroke Units der Neurologischen Kliniken der Universität Erlangen und dem Klinikum Nürnberg-Süd mit dem Klinikum Forchheim und der Kreisklinik Roth erfolgreich umgesetzt werden. Dabei wurde die Machbarkeit der videogestützten Fernuntersuchung und die Notwendigkeit von Vernetzung in der akuten Schlaganfallversorgung nachgewiesen.

Nach Entscheidung des bayerischen Krankenhausplanungsausschusses (Mai 2007) konnte die Erweiterung des 'Netzwerks zur Schlaganfallversorgung mit Telemedizin in Nordbayern STENO-Netz' ab Juli 2007 realisiert und die Finanzierung langfristig gesichert werden. Die drei überregionalen Schlaganfallzentren, die Neurologische Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg, die Klinik für Neurologie im Klinikum Nürnberg-Süd und das Krankenhaus Hohe Warte Bayreuth wurden mit elf regionalen Krankenhäusern zu einem telemedizinischen Netzwerk zusammengeschlossen. Als Regionalkrankenhäuser sind das Klinikum Neumarkt, die Kreisklinik Roth, die Kreisklinik Gunzenhausen, das Verbundklinikum Landkreis Ansbach - Standort Dinkelsbühl, das Klinikum Ansbach, die Klinik Bad Windsheim, das Krankenhaus Forchheim, das Helmut-G.-Walther-Klinikum Lichtenfels, das Klinikum Fichtelgebirge Marktredwitz, das Klinikum Kulmbach und das Sana Klinikum Hof vertreten.

In jedem teilnehmenden Krankenhaus entstanden lokale Schlaganfallstationen mit speziell geschulten Behandlungsteams aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten. Durch einen rund um die Uhr fachärztlich besetzten telemedizinischen Konsiliardienst kann jederzeit Expertise aus den Schlaganfallzentren beigezogen werden. Mittels videogestützter Fernuntersuchung in Echtzeit, Begutachtung der CT-/MRT-Bilder und Falldiskussion kann der Experte im Schlaganfallzentrum direkt die Diagnose und die therapeutischen Entscheidungen in den Krankenhäusern des Netzwerks unterstützen.

Weitere Schwerpunkte bilden die Standardisierung und das Qualitätsmanagement zur Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls sowie regelmäßige Schulungen und Fortbildungen für alle an der Schlaganfallversorgung beteiligten Berufsgruppen (Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten). Weiterentwickelte Softwareprogramme zur telemedizinischen Workflowsteuerung und zum Datenmanagement der Konsilien sind ebenfalls Bestandteil des 'STENO-Netzes'.

Ein Qualitätsmanagementsystem zur Schlaganfallversorgung im telemedizinischen Netzwerk Nordbayerns soll durch Festlegung und Fortschreibung von verbindlichen Qualitätszielen, Aufstellung von Verfahrensanweisungen und Behandlungsstandards weiterentwickelt und zertifiziert werden. Für das 'Zertifizierte Qualitätsmanagement im Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern (STENO-QM)' wird ein klar strukturierter Ablauf festgelegt und der Nachweis erbracht, dass Leitlinien und Behandlungsstandards eingehalten werden. Die Zertifizierung (nach DIN ISO 9001:2008) wird in verschiedenen Stufen durchgeführt. Sie umfasst die Zentren und die regionalen Krankenhäuser und wird mindestens jährlich durch Audits in allen beteiligten Einrichtungen überprüft. Das Zertifizierungsverfahren wird voraussichtlich bis Juli 2013 abgeschlossen.

Projektträger

Weiterführende Informationen unter: www.steno-netz.de/