Ärztin kommuniziert mit Patientin über den Bildschirm.

Telemedizin-Projekte in Bayern

Telemedizin Epilepsie in Bayern - TelEp

Projektbeginn: 2012

Projektziel


  • Vor Ort Behandlung insbesondere von Kindern und älteren Personen mit Epilepsie, dadurch kein Verzicht auf die Expertise von spezialisierten Epilepsiezentren.

  • Reduzierung der Rate an Fehldiagnosen und ggf. sogar Fehlbehandlungen.

  • Steigerung der Qualität der Behandlung und erfolgreichere Therapie für den Patienten.

  • Für Behandler vor Ort im telemedizinischen Konsil Erhöhung der Sicherheit der Diagnose und des Erfolgs der Therapie.

Projektbeschreibung

Es soll im Rahmen des hier vorgeschlagenen Projekts in Franken das erste telemedizinische Netz zur Diagnostik und Behandlung von Epilepsien aufgebaut werden. Das Erlanger Epilepsiezentrum wird als koordinierendes Zentrum dienen und zunächst zwei Satellitenkrankenhäuser, die häufig Epilepsiepatienten akut zugewiesen bekommen, umfassen.

Das Kernstück der praktischen Arbeit im Netzwerk der „Telemedizin Epilepsie (TelEp)“ werden telemedizinische Konsile sein. Dabei wird im Epilepsiezentrum Erlangen ein telemedizinischer Dienst auf epileptologischem, spezialfachärztlichem Niveau vorgehalten werden, der die Konsile zeitkritisch abarbeitet.

Vom peripheren Krankenhaus wird das Konsil angefordert, das beinhaltet: Anamnese, EEG (obligat), Video (bei Bedarf), und/oder Bildgebung (CCT oder bei Bedarf MRT). Somit wird im angeschlossenen Krankenhaus neben dem ärztlichen Dienstarzt die Durchführung eines EEG´s und einer Bildgebung (CCT, optional MRT) sowie die Fertigung eines Patientenvideos vorgehalten werden müssen.

Nach Sichtung und Evaluation der bereitgestellten telemedizinischen Information wird umgehend ein direkter Kontakt zwischen Konsilarzt und Konsil anforderndem Arzt stattfinden und die therapeutischen Maßnahmen werden abgesprochen. Im Falle einer Epilepsie können diese von einer Initiierung einer medikamentösen Therapie bei 1. Anfall bis hin zu intensivmedizinischen Maßnahmen inkl. Intubation und Beatmung bei Status epilepticus reichen. In schwersten Fällen könnte auch eine Notfallverlegung in das Universitätsklinikum Erlangen zeitkritisch organisiert und durchgeführt werden.

Im Rahmen der Qualitätssicherungsmaßnahmen der beantragten Pilotphase soll ein strukturierter Follow-up in Zusammenarbeit mit den weiterführenden Behandlern durchgeführt werden, um den Erfolg der Maßnahme über ein Jahr hinweg zu überprüfen. Es wird in der Anfangsphase mit 5-10 Konsilen pro Monat gerechnet.

Projektträger

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. med. Hajo Hamer, MHBA

Professur für Epileptologie