Ältere Dame wird von Pflegerin gestützt. Im Krankenhaus.

Netz­werke in der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung

Netz­werke in der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung bieten Betrof­fenen und ihren Ange­hö­rigen eine Anlauf­stelle, um sich über medi­zi­nische, pfle­ge­rische und spiri­tuelle Leis­tungen zu infor­mieren. Welche etablierten Netz­werke gibt es bereits in der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung in Bayern? Wie können sich Gesund­heits­ak­teure in diesem Bereich vernetzen?

Bis zuletzt selbst­be­stimmt leben und medi­zi­nisch gut versorgt werden – dafür ist ein umfas­sendes pallia­tiv­me­di­zi­ni­sches und hospiz­liches Betreuungs- und Bera­tungs­an­gebot für schwerst­kranke und ster­bende Menschen sowie ihre Ange­hö­rigen notwendig. Sie fragen sich zum Beispiel, welchen Anspruch sie auf Leis­tungen der Haus- und Fach­ärzte, der ambu­lanten Pfle­ge­dienste oder der Hospiz­vereine haben oder ob die Zusam­men­arbeit aller Akteure für eine bessere Behandlung möglich ist.

Unkom­pli­zierte Unter­stützung und fachlich erfor­der­liche Leis­tungen bieten hier Netz­werke in der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung.

Ein Netzwerk bilden Leis­tungs­er­bringer wie Ärzte, Pfle­ge­dienste, Hospiz­dienste, Seel­sorger und Psycho­logen. Je orga­ni­sierter und struk­tu­rierter das Netzwerk ist, desto schneller hilft es den Betrof­fenen und desto schneller stabi­li­siert sich das häus­liche Umfeld. Es ermög­licht oft zusätz­liche Leis­tungen, z. B. orga­ni­sierte Ausflüge mit den Betrof­fenen und ihren Ange­hö­rigen.

Für seine Teil­nehmer bietet das Netzwerk einen zügigen und inten­siven fach­lichen Austausch unter­ein­ander. Außerdem können sich die Betei­ligten beraten, moti­vieren und einander seelisch beistehen.

In Bayern haben sich in den letzten Jahren bereits verschiedene Netz­werke gebildet und etabliert. Vielerorts setzen sich enga­gierte Menschen dafür ein, dass weitere Koope­ra­tionen entstehen. Es ist daher ein Anliegen des Baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­te­riums, etablierte baye­rische Netz­werke auf diesen Inter­net­seiten vorzu­stellen.

Über­sicht der Netz­werke in Bayern

Die auf der Karte ange­ge­benen Netz­werke haben sich der Arbeits­gruppe Allge­meine Ambu­lante Pallia­tiv­ver­sorgung, einer Arbeits­gruppe des Exper­ten­kreises „Pallia­tiv­ver­sorgung und Hospiz­arbeit“, vorge­stellt.

Anre­gungen für den Aufbau eines Netz­werks:

Impulse für den Aufbau eines Netz­werks können von Haus- und Fach­ärzten, ambu­lanten Pfle­ge­diensten, den Hospiz­ver­einen oder von jeder anderen enga­gierten Person ausgehen. Verbände und Orga­ni­sa­tionen wie die Deutsche Gesell­schaft für Pallia­tiv­me­dizin – Landes­ver­tretung Bayern, der Baye­ri­scher Hospiz- und Pallia­tiv­verband oder das Hospiz- und Pallia­tivnetz Nieder­bayern leisten Hilfe­stellung bei der Aufbau­arbeit und stellen nütz­liche Informationen sowie Ansprech­partner zur Verfügung.

Beim Netz­werkaufbau bietet es sich an, vorhandene regionale Struk­turen, wie z. B. Akademien für Pallia­tiv­me­dizin, Pallia­tiv­pflege und Hospiz­arbeit, stationäre pallia­tiv­me­di­zi­nische Einrich­tungen, Hospiz­vereine oder Selbst­hil­fe­gruppen zu nutzen. Jede Region unter­liegt ihren eigenen beson­deren Heraus­for­de­rungen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, je nach örtlichen Gege­ben­heiten, auch mit anderen Einrich­tungen zu koope­rieren, wie z. B. Apotheken, Kommu­nal­ver­wal­tungen oder Sani­täts­häuser.

Die Netz­werk­arbeit kann in unter­schied­lichem Kontext erfolgen und reicht von Zusam­men­arbeit durch lockere Zusam­men­schlüsse bis hin zu in Koope­ra­ti­ons­ver­trägen fest­ge­setzte Zusam­men­arbeit bestimmter Mitglieder. Fällt bei der Netz­werk­arbeit auch Koor­di­nation der Mitglieder an, sollte diese durch quali­fi­zierte Kräfte (z. B. Ärzte, Pfle­ge­fach­kräfte oder Sozialarbeiter/-pädagogen) erfolgen. Je nach Ausge­staltung des Netz­werks kann es hierbei um Orga­ni­sation des Netz­werks und seiner Partner bis zur Planung, Orga­ni­sation und Reali­sierung der Pati­en­ten­ver­sorgung im Einzelfall gehen.

Vor dem Aufbau eines Netz­werks kommt es auf Klärung folgender Fragen an: 

  1. Von wem geht der Impuls für den Aufbau des Netz­werks aus?
  2. Welche Leistungserbringer/Institutionen sollen in das Netzwerk einge­bunden werden?
  3. Was sind die Teil­nah­me­be­din­gungen?
  4. Wie ist das Netzwerk orga­ni­siert? Wo liegt das „Zentrum“? Wie werden Entschei­dungen getroffen?
  5. Wie wird das Netzwerk finan­ziert?

Meldung neuer Netz­werke

Wir möchten Sie einladen, auch Ihr Netzwerk der Arbeits­gruppe Allge­meine Ambu­lante Pallia­tiv­ver­sorgung (AAPV) vorzu­stellen.

Beschreiben Sie Ihr Netzwerk in wenigen Worten, indem Sie das „Besondere“ hervor­heben (ca. eine halbe DIN 4 Seite) und beant­worten Sie die Fragen 1 – 5 unter dem o.a. Punkt „Vor dem Aufbau eines Netz­werks kommt es insbe­sondere auf Klärung folgender Fragen an“ für Ihr Netzwerk.

Schicken Sie Ihre Beschreibung per E-Mail (möglichst in einer Word-Datei) an:

E-Mail: palliativversorgung@stmgp.bayern.de