Staatsministerin Melanie Huml besucht das Test-Labor des LGL.
Wir werden die Tests massiv ausbauen. Dazu legt die Staatsregierung mit dem Testkonzept einen weiteren wichtigen Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor. Denn Tests sind die Grundvoraussetzung dafür, Infektionsketten zu durchbrechen.
Melanie Huml, Staatsministerin

Mit dem Bayerischen Testkonzept legt die Staatsregierung einen weiteren wichtigen Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor. Denn Tests sind die Grundvoraussetzung dafür, Infektionsketten zu durchbrechen.

Wichtig ist: Symptomatische Verdachtsfälle auf eine COVID-19-Erkrankung haben höchste Priorität. Sie werden wie bisher sofort und vorrangig getestet.

Zudem werden die bisherigen zielgerichteten Tests in Einrichtungen weiter ausgebaut, in denen bei COVID-19-Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe besteht oder in denen die Gefahr einer raschen Weiterverbreitung des Virus besonders hoch ist:

  • in Alten- und Pflegeheimen,
  • in voll- und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung,
  • in Einrichtungen der ambulanten Eingliederungshilfe,
  • in teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen / Tagespflege
  • in Krankenhäusern,
  • für Lehrkräfte,
  • für Erzieherinnen und Erzieher sowie
  • für Betreuungsrichterinnen und -richter.

Es gilt weiterhin der Dreiklang aus Schutz, Prävention und Sicherheit.

Testungen, um Menschen bei akuten Infektionen zu schützen

Tests für Menschen mit Symptomen

Um Erkrankte schnellstmöglich zu erkennen, hat die Testung von Personen mit Symptomen, die auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus hindeuten können, oberste Priorität. Dabei gilt als Ziel eine Testung innerhalb von 24 Stunden und die Vorlage des Ergebnisses ebenfalls innerhalb von 24 Stunden. Die getesteten Personen mit Symptomen bleiben in Quarantäne. Diese endet erst nach Zugang eines negativen Testergebnisses.

Tests für Kontaktpersonen der Kategorie I

Die Gesundheitsämter ermitteln enge Kontaktpersonen von COVID-19-Fällen so schnell wie möglich und veranlassen die Testung – zunächst an Tag 1 der Ermittlungen und noch einmal fünf bis sieben Tage nach der Erstexposition, um möglichst genau jenen Zeitraum zu treffen, in dem bei einer SARS-CoV-2-Infektion eine besonders hohe Ansteckungsfähigkeit besteht.

Wer wird getestet?

Enge Kontaktpersonen von COVID-19-Infizierten. Die Gesundheitsämter fragen bei ihren Ermittlungen danach, wie lange und eng der Kontakt war, und schätzen das Infektionsrisiko ein. Erfolgt eine Einstufung als „Kontaktperson der Kategorie I“, bestand also ein erhöhtes Infektionsrisiko, werden die zwei oben beschriebenen Tests vorgenommen.

Von der Regelung für die Testung von Kontaktpersonen können auch Personen erfasst sein, die über die vom Robert Koch-Institut bereitgestellte Corona-Warn-App eine Mitteilung erhalten, dass sie einem Risiko für eine COVID-19-Ansteckung ausgesetzt waren.

Wie erfolgen die Testungen?

Die Testungen werden von den Gesundheitsämtern vorgenommen. Sie informieren die Kontaktpersonen persönlich über Zeit und Ort für ihren Termin zur Testung.

Wer informiert das zuständige Gesundheitsamt?

Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt zu den Betroffenen auf und bespricht mit ihnen das weitere Vorgehen.

Systematische Reihentestungen bei Ausbrüchen

Im Rahmen von Ausbruchsgeschehen führen die Gesundheitsämter auch weiterhin systematisch Reihentestungen durch, zum Beispiel, wenn in einer Kindertageseinrichtung oder in einer Schulklasse eine COVID-19-Erkrankung auftritt oder in einem Betrieb eine Mitarbeiterin beziehungsweise ein Mitarbeiter positiv getestet wird. Umfangreiche Reihentestungen bei Schlachthöfen haben bereits stattgefunden. Am 26. Juli 2020 ist eine neue Testoffensive in landwirtschaftlichen Großbetrieben gestartet.

Diese Testungen sind besonders wichtig, geht es doch darum, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Ziel ist es, insbesondere vulnerable Personengruppen zu schützen, bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer Infektion besteht, und eine rasche weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Testungen, um für Gewissheit bei jedem Einzelnen zu sorgen

Bayerisches Testangebot seit 1. Juli 2020

Alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns können sich bei einer niedergelassenen Vertragsärztin oder einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen lassen.

Wer kann sich testen lassen?

Bewohnerinnen und Bewohner Bayerns auch ohne Symptome.

Wann kann man sich testen lassen?

Die Testungen sind jederzeit möglich; gemäß dem Ministerratsbeschluss vom 16. Juni 2020 ist das Bayerische Testangebot an keine besonderen Bedingungen geknüpft und kann insbesondere ohne Obergrenze in Anspruch genommen werden.

Wer führt die Testungen durch?

Die Testungen werden durch Vertragsärztinnen und -ärzte durchgeführt.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten trägt vollständig der Freistaat Bayern. Die Abrechnung von labordiagnostischen Leistungen und der Abstrichnahme erfolgt zwischen den Ärztinnen beziehungsweise Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Testangebot an Lehrkräfte

Eine einmalige Reihentestung von Lehrkräften und sonstigem Unterrichtspersonal im Sinn von Art. 60 Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) findet zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 statt. Möglichst innerhalb der ersten vier Wochen nach Unterrichtsbeginn soll an jeder Schule eine Testung angeboten werden.

Wer kann sich testen lassen?

Lehrkräfte und sonstiges Unterrichtspersonal nach Art. 60 BayEUG.

Wie erfolgen die Testungen?

  • Die Organisation der Testungen erfolgt durch die Träger beziehungsweise Leitungen der Schulen vor Ort.
  • An jeder Schule werden zwei Termine für die Durchführung des Tests angeboten. Der erste Termin liegt noch vor den Sommerferien, der zweite Termin innerhalb der ersten vier Wochen nach Unterrichtsbeginn im September 2020. Die Teilnahme am Test ist für das Lehrpersonal freiwillig; es handelt sich um ein Angebot des Freistaats Bayern. Die Teilnahme am Test erfolgt im Rahmen des Dienstes.
  • Vor jedem Testtermin ermitteln die Schulleitungen die Anzahl der Interessenten für die Teilnahme. Eine Teilnahme an beiden Testterminen ist möglich, allerdings nicht zwingend.
  • Die Tests werden durch Vertragsärztinnen und -ärzte durchgeführt. Sofern der Schule vor Ort keine entsprechenden Vertragsärztinnen und -ärzte bekannt sind, vermittelt diese die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB).
  • Die Gesundheitsämter werden über Ablauf, Durchführung und Ergebnisse der Tests informiert. Weitere Hinweise zum Vorgehen folgen.

Testangebot an Erzieherinnen und Erzieher

Am 1. Juli 2020 starten die 9.800 bayerischen Kindertageseinrichtungen in den eingeschränkten Regelbetrieb. Dies soll mit Reihentestungen begleitet werden. Einrichtung kann zwei Reihentestungen durchführen lassen, die erste im Zeitraum bis zum 31. August 2020, die zweite ab dem 01.09.2020 mit Beginn des neuen Kindergartenjahres.

Wer kann sich testen lassen?

Fach- und Ergänzungskräfte in den Kindertageseinrichtungen. Dazu gehören neben dem pädagogischen Personal alle weiteren Beschäftigten, die direkten Kontakt zu den betreuten Kindern haben (zum Beispiel Praktikanten, hauswirtschaftliche Kräfte).

Wo erfolgen die Testungen?

Die Testungen können sowohl in der Kindertageseinrichtung als auch in einer Vertragsarztpraxis vorgenommen werden.

Wie erfolgen die Testungen?

  • Die Organisation der Testungen erfolgt durch die Träger beziehungsweise Leitungen der Einrichtungen vor Ort, das Gesundheitsamt wird informiert und eingebunden.
  • Jeder Träger beziehungsweise die jeweilige Einrichtungsleitung nimmt Kontakt zu einer örtlichen Praxis auf und vereinbart mit einer Vertragsärztin oder einem Vertragsarzt die Durchführung der Testungen.
  • Die Einrichtung legt mit der von ihr ausgewählten Ärztin oder dem Arzt Termin und Ort der Reihentestung fest.
  • Wenn dies auf Grund der örtlichen Gegebenheiten oder der Organisationsstruktur sinnvoll ist, können sich auch mehrere Einrichtungen für die Durchführung der Testung zusammenschließen.
  • Sobald der Termin feststeht, informiert der Träger der Einrichtung die Fach- und Ergänzungskräfte über die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Die Teilnahme an der Testung ist freiwillig.
  • Die Vertragsärztin beziehungsweise der Vertragsarzt führt die Reihentestung durch und übermittelt die Proben an ein von ihr oder ihm beauftragtes Labor.
  • Die Abrechnung der Abstrichnahme und der labordiagnostischen Leistungen erfolgt zwischen der Ärztin oder dem Arzt und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).
  • Liegt ein negatives Testergebnis vor, erfolgt die Ergebnismitteilung an die untersuchte Person durch die abstrichnehmende Ärztin oder den Arzt. Im Fall eines positiven Testergebnisses wird zudem das Gesundheitsamt sowohl vom Labor als auch von der abstrichnehmenden Ärztin oder dem Arzt informiert.

Wer informiert das zuständige Gesundheitsamt?

  • Die Einrichtung sollte das örtliche Gesundheitsamt möglichst mit vorgegebenem Formblatt über die geplante Reihentestung informieren.
  • Die abstreichenden Ärztinnen und Ärzte informieren die Gesundheitsämter nach der Testdurchführung über die Zahl der tatsächlich durchgeführten Abstriche.

Testangebot an Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer

Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer können sich an den Flughäfen Nürnberg und München kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Hierfür wurden entsprechende Teststationen  in Betrieb genommen. Damit können Einreisende rasch Gewissheit darüber bekommen, ob sie sich infiziert haben.

Bayern setzt damit einen Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern vom 24. Juli 2020 um, ein Testangebot für Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer an den Flughäfen zu schaffen. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung und den Ländern übernommen.

Seit 30. Juli 2020 haben auch die Teststationen an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg sowie an drei Autobahnraststätten in Grenznähe (Hochfelln-Nord, Inntal-Ost, Donautal-Ost) die Arbeit aufgenommen. Um möglichst viele potentiell Infizierte bei der Rückkehr nach Bayern zu identifizieren, finden Testungen auch an Raststätten in der Nähe der großen Grenzübergänge statt, an denen der Verkehr auf dem Landweg aus Risikogebieten stattfindet. Dies sind nach Angaben des zuständigen Verkehrsministeriums die genannten großen Grenzübergänge nach Österreich.

Die Tests sollen täglich betrieben werden. An den Hauptbahnhöfen und Flughäfen sind Tests möglich, solange der Reiseverkehr läuft. Auch am Wochenende und an Feiertagen kann man sich als Reiserückkehrerin beziehungsweise Reiserückkehrer testen lassen. Am Flughafen Memmingen hat ein externer Betreiber mit den ersten Vorbereitungen für die Teststation begonnen.

Beim Aufbau der Stationen haben sich neben dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) das BRK, das Technische Hilfswerk, das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und der Arbeiter-Samariter-Bund sowie die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) beteiligt.

Testungen, um in gefährdeten Bereichen vorzubeugen

Reihentestungen von vulnerablen Personengruppen

In Alten- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in der ambulanten Eingliederungshilfe, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen besteht ein vergleichsweise hohes Risiko, dass sich eine Infektion mit SARS-CoV-2 schnell verbreitet und Personengruppen erreicht, die besonders gefährdet für schwere oder gar tödliche Krankheitsverläufe sind. Freiwillige Reihentestungen tragen dazu bei, infizierte Personen rasch zu erkennen und eine Ausbreitung in der Einrichtung zu verhindern.

Die Taskforce Infektiologie des LGL war bereits in mehr als 600 Heimen im Einsatz, um dort zu beraten, die hygienischen Bedingungen zu prüfen und vor allem auch Testungen auf SARS-CoV-2 vorzunehmen, wenn erforderlich. Dieser erfolgreiche Ansatz wird nun fortgesetzt.

Alten- und Pflegeheime

Der Träger der Einrichtung zeigt dem örtlichen Gesundheitsamt sein Interesse an, (Reihen-)Testungen durchzuführen. Er informiert über Zahl der zu testenden Personen und legt in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Ort und voraussichtlichen Zeitraum der Testungen fest. Das Gesundheitsamt veranlasst unter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage die Testung und ermächtigt den Träger des Alten- und Pflegeheims, die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Dazu händigt das Gesundheitsamt die entsprechende Zahl an Formularen zur Beauftragung von labordiagnostischen Leistungen durch Dritte an den Träger aus (pro getesteter Person ein Vordruck). Der Träger gibt den Vordruck (Blanko mit Stempel Gesundheitsamt) wiederum an die abstreichenden Ärztinnen und Ärzte weiter. Diese wiederum schicken die genommenen Proben an ein Labor ihrer Wahl ein. Die Abrechnung von labordiagnostischen Leistungen und Abstrichnahmen erfolgt zwischen Labor beziehungsweise den Ärztinnen oder Ärzten und der KVB.

Wer kann sich testen lassen?

  • Personal bei erstmaliger Arbeitsaufnahme und regelmäßig
  • Bewohnerinnen und Bewohner stichprobenartig
  • Bewohnerinnen und Bewohner bei Aufnahme und Wiederaufnahme bei Rückverlegung

Wo erfolgen die Testungen?

Der Träger organisiert grundsätzlich den Ort der Testung. Die Testungen können wahlweise vor Ort, also in der jeweiligen Einrichtung durch eine niedergelassene Ärztin beziehungweise einen niedergelassenen Arzt, oder in der Praxis erfolgen.

Wie erfolgen die Testungen?

Das Gesundheitsamt veranlasst unter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage die Testung durch eine Vertragsärztin oder einen Vertragsarzt.

Testung von Personal:

Der Träger der Einrichtung organisiert Zeit und Ort für die Durchführung des Tests und beauftragt die Abstrichnahme bei einer Ärztin oder einem Arzt.

Um Betreuungsrichterinnen und -richtern eine Teilnahme am Test in den Einrichtungen zu ermöglichen, informiert das Gesundheitsamt das örtlich zuständige Gericht über die Testung.

Stichprobenartige Testungen von Bewohnerinnen und Bewohnern:

Es ist anzustreben, dass die Bewohnerinnen und Bewohner wiederholt stichprobenartig getestet werden. Bei der Auswahl der Stichprobe sollten Personen mit erhöhter Gefährdung berücksichtigt werden wie Personen mit hohem Bewegungsdrang oder mit vielen Kontakten außerhalb der Einrichtung, Personen auf Stationen mit häufig wechselndem Personal und/oder Personen mit Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Hygienevorgaben.

Testungen bei Aufnahme und Wiederaufnahme beziehungsweise Rückverlegung nach einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus, einer Einrichtung der Vorsorge oder Rehabilitation von Bewohnerinnen und Bewohnern:

Vor jeder Aufnahme von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheime sowie vor jeder Rückverlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern nach einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus, einer Einrichtung der Vorsorge oder Rehabilitation soll eine molekularbiologische Testung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 nach folgenden Maßgaben durchgeführt werden: Die Träger der jeweiligen Einrichtung sind gehalten, vor allen Neuaufnahmen oder Rückverlegungen Zeit und Ort für die Durchführung der Testung in Abstimmung mit der oder dem Betroffenen zu organisieren.

Wer informiert das zuständige Gesundheitsamt?

Die beauftragte Ärztin oder der beauftragte Arzt informiert das Gesundheitsamt nach der Testdurchführung über den Namen der Einrichtung, die Zahl der tatsächlich durchgeführten Abstriche sowie die Anzahl der positiven und negativen Testergebnisse.

Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Der Träger der Einrichtung zeigt dem örtlichen Gesundheitsamt sein Interesse an, (Reihen-)Testungen durchzuführen. Er informiert über Zahl der zu testenden Personen und legt in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Ort und voraussichtlichen Zeitraum der Testungen fest. Das Gesundheitsamt veranlasst unter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage die Testung und ermächtigt den Träger der Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Dazu händigt das Gesundheitsamt die entsprechende Zahl an Formularen zur Beauftragung von labordiagnostischen Leistungen durch Dritte an den Träger aus (pro getesteter Person ein Vordruck). Der Träger gibt den Vordruck (Blanko mit Stempel Gesundheitsamt) wiederum an die abstreichenden Ärztinnen und Ärzte weiter. Diese wiederum schicken die genommenen Proben an ein Labor ihrer Wahl ein. Die Abrechnung von labordiagnostischen Leistungen und Abstrichnahmen erfolgt zwischen Labor beziehungsweise den Ärztinnen oder Ärzten und der KVB.

Wer kann sich testen lassen?

  • Personal (bei erstmaliger Arbeitsaufnahme und regelmäßig)
  • Bewohnerinnen und Bewohner vollstationärer Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie Menschen mit Behinderung, die Leistungen in teilstationären Einrichtungen wie Werk- und Förderstätten für behinderte Menschen und heilpädagogischen Tagesstätten erhalten (stichprobenartig)
  • Bewohnerinnen und Bewohner bei Aufnahme und Wiederaufnahme bei Rückverlegung in voll- und teilstationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Wo erfolgen die Testungen?

Der Träger organisiert grundsätzlich den Ort der Testung. Die Testungen können wahlweise vor Ort, also in der jeweiligen Einrichtung durch eine niedergelassene Ärztin beziehungsweise einen niedergelassenen Arzt, oder in der Praxis erfolgen.

Wie erfolgen die Testungen?

Das Gesundheitsamt veranlasst unter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage die Testung durch eine Vertragsärztin oder einen Vertragsarzt.

Personal:

Der Träger der Einrichtung organisiert Zeit und Ort für die Durchführung des Tests und beauftragt die Abstrichnahme bei einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt.

Um Betreuungsrichterinnen und -richtern eine Teilnahme am Test in den Einrichtungen zu ermöglichen, informiert das Gesundheitsamt das örtlich zuständige Gericht über die Testung.

Stichprobenartige Testungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern in vollstationären Einrichtungen sowie Leistungsempfängerinnen und -empfängern in teilstationären Einrichtungen:

Es ist anzustreben, dass wiederholt stichprobenartig getestet wird. Bei der Auswahl der Stichprobe sollten Personen mit erhöhter Gefährdung berücksichtigt werden wie Personen mit hohem Bewegungsdrang oder mit vielen Kontakten außerhalb der Einrichtung, Personen auf Stationen mit häufig wechselndem Personal und/oder Personen mit Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Hygienevorgaben.

Testungen bei Aufnahme und Rückverlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern in vollstationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung:

Vor jeder Aufnahme von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern in vollstationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie vor jeder Rückverlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern nach einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus, einer Einrichtung der Vorsorge oder Rehabilitation soll eine molekularbiologische Testung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 nach folgenden Maßgaben durchgeführt werden: Die Träger der jeweiligen Einrichtung sind gehalten, vor allen Neuaufnahmen oder Rückverlegungen Zeit und Ort für die Durchführung der Testung in Abstimmung mit der oder dem Betroffenen zu organisieren.

Testungen bei Aufnahme und Rückverlegung von Leistungsempfängerinnen und -empfängern in teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung:

Der Träger der Einrichtung organisiert Zeit und Ort für die Durchführung des Tests und beauftragt die Abstrichnahmen bei der Ärztin oder dem Arzt.

Wer informiert das zuständige Gesundheitsamt?

Die beauftragte Ärztin oder der beauftragte Arzt informiert das Gesundheitsamt nach der Testdurchführung über den Namen der Einrichtung, die Zahl der tatsächlich durchgeführten Abstriche sowie die Anzahl der positiven und negativen Testergebnisse.

Ambulante Eingliederungshilfe

Wer kann sich testen lassen?

  • Personal (bei Arbeitsaufnahme und regelmäßig)
  • Leistungsempfängerinnen und -empfänger der ambulanten Eingliederungshilfe (stichprobenartig)
  • Menschen mit Behinderung in dem Bereich der ambulanten Eingliederungshilfe (bei Aufnahme und Wiederaufnahme)

Wo erfolgen die Testungen?

  • Sofern die ambulanten Leistungen der Eingliederungshilfe an einer festen Örtlichkeit oder möglichen Koordinierungsstelle erbracht werden (zum Beispiel Beratungsstellen, Frühförderstellen, Tagesstätten) sollen die Testungen wie in voll- und teilstationären Einrichtungen dort durchgeführt werden.
  • Andernfalls erfolgen die Testungen, soweit zumutbar, in einer Arztpraxis; ansonsten im Rahmen eines Hausbesuchs.

Teilstationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen / Tagespflege

Teilstationäre Pflegeinrichtungen und Einrichtungen der Tagespflege werden für Testungen von dort beschäftigtem Personal unter stationäre Pflegeeinrichtungen subsumiert. Das Vorgehen orientiert sich somit an den Testungen in Bezug auf Alten- und Pflegeheime. Gleiches gilt für das Personal in ambulanten Pflegeeinrichtungen, wie beispielsweise ambulanten Diensten.
Den Gästen von teilstationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Tagespflege sowie ambulant betreuten Pflegebedürftigen steht das bayerische Testangebot offen, sich bei einer niedergelassenen Vertragsärztin oder einem niedergelassenen Vertragsarzt testen zu lassen.

Krankenhäuser

Beschäftigte im Krankenhaus können sich unter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage in Absprache mit dem Krankenhausträger auf Veranlassung des Gesundheitsamtes testen lassen.

Wer wird getestet?

Getestet werden können

  • neu einzustellende Beschäftigte vor Aufnahme der Tätigkeit.
  • bereits im Krankenhaus beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Abhängigkeit von dem lokalen Infektionsgeschehen sowie der konkreten Infektionsgefahr.
  • Patientinnen und Patienten auf Veranlassung des Krankenhauses gemäß den bundesrechtlichen Bestimmungen bei Aufnahme ins Krankenhaus und / oder während des Krankenhausaufenthalts.

Wie erfolgen die Testungen?

Beschäftigte im Krankenhaus können sich unter Berücksichtigung der epidemiologischen Lage in Absprache mit dem Krankenhausträger auf Veranlassung des Gesundheitsamtes testen lassen.

Testung in Bezug auf Risikogebiete

Bei Personen, die sich in einem Risikogebiet befinden oder aufgehalten haben, können stichprobenartige Testungen erfolgen.

Immer in die Stichprobe einzubeziehen sind alle Beschäftigten in medizinischen oder pflegerischen Berufen.

Bei Reiserückkehrerinnen und -rückkehrern aus einem Risikogebiet kann die Auswahl der Stichprobe über die Meldung gemäß Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) erfolgen. Wenn Reisende aus einem vom Robert-Koch-Institut festgelegten Risikogebiet (gemäß Veröffentlichung des RKI) zurückkehren, dann gelten die Bestimmungen der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV). Demnach müssen sich Personen, die sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Zudem müssen sie sich bei ihrem Gesundheitsamt melden. Wenn die Reisenden einen negativen Corona-Test vorlegen können, sind sie von der Quarantäne befreit.

Kritische Infrastruktur

Die Staatsministerien des Innern, für Sport und Integration, der Justiz sowie für Familie, Arbeit und Soziales organisieren für die bayerische Polizei sowie die Justizvollzugsanstalten und den Maßregelvollzug weitere Reihentestungen.