Staatsministerin Melanie Huml besucht das Test-Labor des LGL.

Mit dem Bayerischen Testkonzept legt die Staatsregierung einen weiteren wichtigen Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor. Denn Tests sind die Grundvoraussetzung dafür, Infektionsketten zu durchbrechen.

Wichtig ist: Symptomatische Verdachtsfälle auf eine COVID-19-Erkrankung haben höchste Priorität. Sie werden wie bisher sofort und vorrangig getestet.

Zudem werden die bisherigen zielgerichteten Tests in Einrichtungen weiter ausgebaut, in denen bei COVID-19-Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe besteht oder in denen die Gefahr einer raschen Weiterverbreitung des Virus besonders hoch ist:

  • in Alten- und Pflegeheimen,
  • in voll- und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung,
  • in Einrichtungen der ambulanten Eingliederungshilfe,
  • in teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen / Tagespflege
  • in Krankenhäusern,
  • für Lehrkräfte,
  • für Erzieherinnen und Erzieher sowie
  • für Betreuungsrichterinnen und -richter.

Es gilt weiterhin der Dreiklang aus Schutz, Prävention und Sicherheit.

Testungen, um Menschen bei akuten Infektionen zu schützen

Tests für Menschen mit Symptomen

Um Erkrankte schnellstmöglich zu erkennen, hat die Testung von Personen mit Symptomen, die auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus hindeuten können, oberste Priorität. Dabei gilt als Ziel eine Testung innerhalb von 24 Stunden und die Vorlage des Ergebnisses ebenfalls innerhalb von 24 Stunden. Die getesteten Personen mit Symptomen bleiben in Quarantäne. Diese endet erst nach Zugang eines negativen Testergebnisses.

Tests für Kontaktpersonen der Kategorie I

Die Gesundheitsämter ermitteln enge Kontaktpersonen von COVID-19-Fällen so schnell wie möglich und veranlassen die Testung – zunächst an Tag 1 der Ermittlungen und noch einmal fünf bis sieben Tage nach der Erstexposition, um möglichst genau jenen Zeitraum zu treffen, in dem bei einer SARS-CoV-2-Infektion eine besonders hohe Ansteckungsfähigkeit besteht.

Wer wird getestet?

Kontaktpersonen der Gruppe I sind nach Maßgabe der Kategorisierung des Robert Koch-Instituts (RKI),

  • Personen, die insbesondere in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten ununterbrochen oder durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten unmittelbaren Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten,
  • Personen, die mit einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Personen in demselben Haushalt leben oder gelebt haben, und
  • Personen, die Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten,
    die sie in ihrem Haushalt oder in dem Haushalt der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person betreuen, behandeln oder pflegen oder betreut, behandelt oder gepflegt haben, oder von der sie in ihrem Haushalt oder in dem Haushalt der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person betreut, behandelt oder gepflegt werden oder wurden.

Enge Kontaktpersonen von COVID-19-Infizierten. Die Gesundheitsämter fragen bei ihren Ermittlungen danach, wie lange und eng der Kontakt war, und schätzen das Infektionsrisiko ein. Erfolgt eine Einstufung als „Kontaktperson der Kategorie I“, bestand also ein erhöhtes Infektionsrisiko, werden die zwei oben beschriebenen Tests vorgenommen.

Von der Regelung für die Testung von Kontaktpersonen können auch Personen erfasst sein, die über die vom Robert Koch-Institut bereitgestellte Corona-Warn-App eine Mitteilung erhalten, dass sie einem Risiko für eine COVID-19-Ansteckung ausgesetzt waren.

Wie erfolgen die Testungen?

Die Testungen werden von den Gesundheitsämtern vorgenommen. Sie informieren die Kontaktpersonen persönlich über Zeit und Ort für ihren Termin zur Testung.

Wer informiert das zuständige Gesundheitsamt?

Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt zu den Betroffenen auf und bespricht mit ihnen das weitere Vorgehen.

Systematische Reihentestungen bei Ausbrüchen

Im Rahmen von Ausbruchsgeschehen führen die Gesundheitsämter auch weiterhin systematisch Reihentestungen durch, zum Beispiel, wenn in einer Kindertageseinrichtung oder in einer Schulklasse eine COVID-19-Erkrankung auftritt oder in einem Betrieb eine Mitarbeiterin beziehungsweise ein Mitarbeiter positiv getestet wird.

Diese Testungen sind besonders wichtig, geht es doch darum, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Ziel ist es, insbesondere vulnerable Personengruppen zu schützen, bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer Infektion besteht, und eine rasche weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Testungen, um für Gewissheit bei jedem Einzelnen zu sorgen

Bayerisches Testangebot seit 1. Juli 2020

Alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns können sich bei einer niedergelassenen Vertragsärztin oder einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen lassen.

Wer kann sich testen lassen?

Alle Bewohnerinnen und Bewohner Bayerns ohne Symptome. Wer sich regelmäßig insbesondere aus beruflichen Gründen an einem Ort aufhält, soll ebenfalls die Möglichkeit der Testung an seinem Arbeitsort erhalten. Dabei ist es gleichgültig, ob sie gesetzlich oder privat krankenversichert sind oder gegebenenfalls auch überhaupt keine Krankenversicherung haben.

Vorrangig sind symptomatische Personen zu testen. Des Weiteren erfolgen Testungen im Rahmen von Ausbruchsgeschehen, im Zuge einer Krankenbehandlung oder aufgrund eines Hinweises der Corona-Warn-App prioritär.

Wann kann man sich testen lassen?

Die Testungen sind jederzeit möglich; gemäß dem Ministerratsbeschluss vom 16. Juni 2020 ist das Bayerische Testangebot an keine besonderen Bedingungen geknüpft und kann insbesondere ohne Obergrenze in Anspruch genommen werden.

Wo kann man sich testen lassen?

Wenn Sie das Bayerische Testangebot nutzen möchten, können Sie sich jederzeit an die Vertragsärztin beziehungsweise den Vertragsarzt Ihres Vertrauens wenden, um dort zu klären, ob der Test dort generell angeboten wird und wann Sie gegebenenfalls getestet werden können. Außerdem sind Testungen in den lokalen Testzentren möglich. Für entsprechende Terminabsprachen empfiehlt sich zunächst stets eine Anfrage auf telefonischem oder – soweit angeboten – auf elektronischem Wege. Sollten Sie bislang noch keine Vertragsärztin beziehungsweise keinen Vertragsarzt Ihres Vertrauens haben oder kennen, können Sie eine Vertragsärztin beziehungsweise einen Vertragsarzt in Ihrer Nähe zum Beispiel auch über die Arztsuche-Funktion auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns finden.

Wer führt die Testungen durch?

Die Testungen werden durch Vertragsärztinnen und -ärzte durchgeführt.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten trägt vollständig der Freistaat Bayern. Die Abrechnung von labordiagnostischen Leistungen und der Abstrichnahme erfolgt zwischen den Ärztinnen beziehungsweise Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Testangebot an Lehrkräfte

Eine einmalige Reihentestung von Lehrkräften und sonstigem Unterrichtspersonal im Sinn von Art. 60 Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) fand zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 statt.

Wer kann sich testen lassen?

Lehrkräfte und sonstiges Unterrichtspersonal nach Art. 60 BayEUG.

Wann und wo sind Testungen vorgesehen?

Derzeit werden Reihentestungen an Schulen nur noch auf Veranlassung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes bei Ausbruchsgeschehen durchgeführt. Die für die Lehrer geplanten Reihentestungen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Es bleibt allen Bewohnern Bayerns und auch außerhalb Bayerns wohnenden Lehrern, die an Bayerischen Schulen unterrichten, freigestellt, im Rahmen des Bayerischen Testkonzepts individuelle Termine für Testungen in einem lokalen Testzentrum oder bei einem der Testungen durchführenden Hausärztinnen und Hausärzte zu vereinbaren.

Testangebot an Erzieherinnen und Erzieher

Am 1. Juli 2020 starten die 9.800 bayerischen Kindertageseinrichtungen in den eingeschränkten Regelbetrieb. Dies wurde mit Reihentestungen begleitet.

Wer kann sich testen lassen?

Fach- und Ergänzungskräfte in den Kindertageseinrichtungen. Dazu gehören neben dem pädagogischen Personal alle weiteren Beschäftigten, die direkten Kontakt zu den betreuten Kindern haben (zum Beispiel Praktikanten, hauswirtschaftliche Kräfte).

Wo erfolgen die Testungen?

Die Testungen können sowohl in der Kindertageseinrichtung als auch in einer Vertragsarztpraxis vorgenommen werden.

Gibt es auch Reihentestungen für Kindertagespflegepersonen?

Nein, aber Kindertagespflegepersonen haben die Möglichkeit, bei einer niedergelassenen Vertragsärztin beziehungsweise einem niedergelassenen Vertragsarzt das Bayerische Testangebot in Anspruch zu nehmen.

Wer informiert das zuständige Gesundheitsamt?

  • Die Einrichtung sollte das örtliche Gesundheitsamt möglichst mit vorgegebenem Formblatt über die geplante Reihentestung informieren.
  • Die abstreichenden Ärztinnen und Ärzte informieren die Gesundheitsämter nach der Testdurchführung über die Zahl der tatsächlich durchgeführten Abstriche.

Testungen, um in gefährdeten Bereichen vorzubeugen

Reihentestungen von vulnerablen Personengruppen

In Alten- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in der ambulanten Eingliederungshilfe, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen besteht ein vergleichsweise hohes Risiko, dass sich eine Infektion mit SARS-CoV-2 schnell verbreitet und Personengruppen erreicht, die besonders gefährdet für schwere oder gar tödliche Krankheitsverläufe sind. Freiwillige Reihentestungen tragen dazu bei, infizierte Personen rasch zu erkennen und eine Ausbreitung in der Einrichtung zu verhindern.

Die Taskforce Infektiologie des LGL ist in Heimen im Einsatz, um dort zu beraten, die hygienischen Bedingungen zu prüfen und vor allem auch Testungen auf SARS-CoV-2 vorzunehmen, wenn erforderlich. Dieser erfolgreiche Ansatz wird nun fortgesetzt.

Einrichtungen im Zusammenhang mit Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit

Die Bayerische Teststrategie, die stetig fortentwickelt wird, fördert mit den Zielen „Schutz, Sicherheit und Prävention“ ein rasches Erkennen von Corona-Infektionen. Testungen haben sich als wesentliches Grundelement bei der Eindämmung des Coronavirus erwiesen. Durch Testungen können Infektionsketten frühzeitig aufgedeckt und unterbrochen und so die Ausbreitung von SARS-CoV-2 eingedämmt werden. Vor diesem Hintergrund hat Bayern auch die mittlerweile verfügbaren (PoC-)Antigen-Schnelltests zum Nachweis von SARS-CoV-2 in die Bayerische Teststrategie aufgenommen, um so die Testkapazitäten weiter zu erhöhen.

Im Rahmen dieser Teststrategie sind (Poc-)Antigen-Schnelltests primär für Testungen zum Schutz besonders vulnerabler Personengruppen, unter anderem in und für Dienste und Einrichtungen der Pflege und für Menschen mit Behinderung, vorgesehen.

Wer kann sich testen lassen?

Die Bayerische Teststrategie umfasst in voll- und teilstationären Einrichtungen der Pflege, in voll- und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, für ambulante Pflegedienste, die ambulante Intensivpflege in Einrichtungen, Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen, für ambulante Pflegedienste allgemein, für ambulante Dienste der Eingliederungshilfe, sowie für Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne von § 45a Abs. 1 Satz 2 SGB XI Testungen folgender Personen:

  • Personal ((PoC-)Antigen-Schnelltest oder PCR-Testung)
  • Bewohnerinnen und Bewohner ((PoC-)Antigen-Schnelltest; Ausnahme: bei Neuaufnahmen auch PCR-Testung möglich)
  • Besucherinnen und Besucher ((PoC-)Antigen-Schnelltest)

Wann und wo wird getestet?

Die Träger beziehungsweise Einrichtungen und Dienste legen die Einzelheiten der Testungen fest, also zum Beispiel den genauen Ort und die Zeit der Testung.

Wie oft wird getestet?

Die Träger beziehungsweise Einrichtungen und Dienste beantragen Testungen gemäß ihrem einrichtungsbezogenen Testkonzept, mithin die Anzahl durchzuführender Testungen unter Beachtung der vorgegebenen Höchstmengen. Auf Grundlage des Antrags stellen die Gesundheitsämter die Menge der (Poc-)Antigen-Schnelltests fest, die jede Einrichtung pro Monat selbst beschaffen und nutzen darf.

Wer führt die Testungen durch?

Die Abstrichnahme, Durchführung, sowie Auswertung der (PoC-)Antigen-Schnelltests muss grundsätzlich als ärztliche Maßnahme von einem Arzt oder Ärztin vorgenommen werden. Der jeweilige Arzt oder die jeweilige Ärztin kann das Testgeschehen auch an von ihm ausgewählte, und damit beauftragte und zu schulende Pflegekräfte, ggf. auch Pflegehilfskräfte übertragen.

Wie erfahre ich mein Testergebnis?

Bei einem negativen Testergebnis werden die Getesteten durch die Ärztin/den Arzt bzw. beauftragte Pflegekraft/Pflegehilfskraft informiert. Im Falle eines positiven Testergebnisses ist eine sofortige Isolierung und zur Bestätigung ein PCR-Test zu veranlassen. Abhängig vom Ergebnis des PCR-Tests setzt sich das örtlich zuständige Gesundheitsamt beziehungsweise die Ärztin oder der Arzt mit dem Getesteten in Verbindung.

Erfolgt eine Mitteilung des Testergebnisses an den Träger der Einrichtung?

Erfolgt eine Mitteilung des Testergebnisses an den Träger der Einrichtung? Die Getesteten werden direkt durch die Ärztin/den Arzt bzw. die beauftragte Pflegekraft/Pflegehilfskraft informiert. Infektionsschutzrechtliche Meldepflichten bleiben unberührt.

Wer entscheidet über die Durchführung von Reihentestungen?

Für (Reihen-)Testungen bei Pflege- und Betreuungsbedürftigen, die in den Einrichtungen bereits aufgenommen sind oder betreut werden, bei Beschäftigten und bei Besucherinnen und Besuchern sieht die am 15.10.2020 in Kraft getretene Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung – TestV) vor, dass die Testung durch (PoC-)Antigen-Schnelltests erfolgen und von der Einrichtung selbständig im Rahmen eines einrichtungsbezogenen Testkonzepts durchgeführt werden. Auf Grundlage des Testkonzepts legen die Gesundheitsämter die Menge der (Poc-)Antigen-Schnelltests fest, die jede Einrichtung bzw. jeder Dienst pro Monat selbst beschaffen und nutzen darf. Als Ausnahme hierzu kann der öffentliche Gesundheitsdienst für die Reihentestung von Beschäftigten auch andere Testverfahren, insbesondere PCR-Testungen zulassen. Ebenfalls mittels PCR-Tests können weiterhin Personen getestet werden, die neu in die Einrichtungen aufgenommen oder neu von der Einrichtung betreut werden sollen. Für die Inanspruchnahme dieser Ausnahme wenden sich die Träger beziehungsweise Einrichtungen an das örtlich zuständige Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt veranlasst dann die Durchführung der Reihentestung.

Wer bezahlt die Testungen?

Die Tests sind für die Getesteten vollständig kostenfrei. Von den nach § 72 SGB XI zugelassenen Pflegeeinrichtungen und den nach Landesrecht anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag (§ 45a Abs. 3 SGB XI) sind die Sachkosten für nach erfolgter Beantragung beim öffentlichen Gesundheitsdienst selbst beschaffte (PoC-)Antigen-Tests entsprechend den Verfahren nach § 150 Abs. 2 bis 5a Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) über eine Pflegekasse abzurechnen (§ 7 Abs. 2 Satz 3 TestV). Gemäß § 7 Abs. 2 Satz 4 TestV gelten die durch diese Verordnung anfallenden Kosten für die zugelassenen Pflegeeinrichtungen als infolge des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 anfallende, außerordentliche Aufwendungen.
Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe rechnen die Sachkosten für selbstbeschaffte (PoC-)Antigen-Tests mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab, in deren Bezirk die Einrichtung oder der Dienst den Sitz hat (§ 7 Abs. 2 Satz 1 TestV).

Krankenhäuser

Zum Ausbau von Testungen in bayerischen Krankenhäusern hat der Freistaat Bayern auf Grundlage der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ein Testkonzept für den Krankenhausbereich veröffentlicht. Testungen nach diesem Konzept können seit dem 27. Juli 2020 durchgeführt werden. Am 4. August 2020 ist aufgrund der geänderten Verordnung eine Aktualisierung des Konzepts in Kraft getreten.

Wer wird getestet?

Beschäftigte in Krankenhäusern und Personen vor ambulanten Operationen.

Als Beschäftigte gelten alle Personen, die im Krankenhaus zu dessen originärer Aufgabenerfüllung tätig werden. Ein Vertrag mit dem Krankenhaus ist hierzu nicht notwendig. Erfasst sind beispielsweise auch: Reinigungspersonal, das auf der Station eines Risikobereichs arbeitet und nicht vom Krankenhaus angestellt, sondern für eine Drittfirma tätig ist. Ehrenamtliche Personen und Seelsorger, sofern diese regelmäßig im Krankenhaus tätig sind. Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen, Auszubildende, Medizinstudierende und Praktikantinnen und Praktikanten, die im Rahmen ihrer Ausbildung im Krankenhaus tätig sind.

Welche Krankenhäuser können Testungen nach dem Testkonzept durchführen?

Alle nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser, die von dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt per Vertrag einen entsprechenden Auftrag erhalten haben, können Testungen gemäß dem Testkonzept durch eigenes Personal durchführen.
Testungen gemäß der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Krankenhäusern, die nicht nach § 108 SGB V zugelassen sind, können durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst oder niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Absprache mit dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt erfolgen.

Wann kann man sich testen lassen?

Testungen von asymptomatischen Beschäftigten sowie asymptomatischen Personen vor ambulanten Operationen sind in folgenden Fällen möglich:

  • Neu einzustellende Beschäftigte:
    Einmalige Testung von neu einzustellende Beschäftigten im Krankenhaus vor Dienstantritt.
  • Reihentestungen von Beschäftigten bei Überschreitung des Signalwerts:
    Zweiwöchentliche Reihentestungen von Beschäftigten bei Überschreiten des Signalwerts von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen im Landkreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt des Krankenhauses. Die Testung aller Beschäftigten erfolgt mindestens zweimal, auch wenn der Signalwert nach Ablauf des Zwei-Wochen-Intervalls nicht mehr erreicht ist. Die erste Testung hat innerhalb von sieben Tagen nach erstmaliger Überschreitung des Signalwerts, die zweite Testung möglichst zeitnah nach der ersten Testung, aber frühestens ab dem 15. Tag nach durchgeführter erster Testung zu erfolgen. Der Signalwert richtet sich nach den Veröffentlichungen durch die staatlichen Stellen, vor allem nach den Veröffentlichungen des Landesamts für Gesundheit (LGL).
  • Reihentestungen von Beschäftigten in „Risikobereichen“ des Krankenhauses:
    Zweiwöchentliche Reihentestungen von Beschäftigten, die in Risikobereichen tätig sind oder mit Patienten aus Risikobereichen in Kontakt kommen. Zu den Risikobereichen zählen die Notaufnahme, Intensiv- und Intermediate Care-Stationen, Geriatrie/Gerontopsychiatrie, Nephrologie/Dialyse, Neurologie/Neurochirurgie, Stationen für Innere Medizin mit Fokus auf Patienten mit Lungenkrankheiten, Neonatologie und Hämatoonkologie. Auf Antrag des Krankenhauses können in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt weitere Risikobereiche in dem jeweiligen Krankenhaus in die Testung einbezogen werden.
  • Reihentestungen von nicht in „Risikobereichen“ Beschäftigten:
    Zweiwöchentliche Reihentestungen von bis zu 15 Prozent des sonstigen, nicht in Risikobereichen beschäftigten Personals im Krankenhaus. Das zu testende Personal kann ab der zweiten Testung ganz oder teilweise ausgetauscht werden.
  • Beschäftigte im Rahmen eines Ausbruchsgeschehens:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Beschäftigten im Rahmen eines Ausbruchsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Ausbruchssituation.
    Um ein Ausbruchsgeschehen handelt es sich bei einer laborbestätigten Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei mindestens einer Person in der Einrichtung. In diesem Fall sind nicht regelhaft alle Beschäftigten, aber auch nicht nur die Kontaktpersonen der Kategorie I zu testen. Im Einzelfall ist in Abstimmung zwischen Krankenhaus und Gesundheitsamt zu entscheiden, wer vom konkreten Ausbruchsgeschehen betroffen sein könnte.
  • Beschäftigte, die sich außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten haben:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Beschäftigten, die auf dem Land-, See- oder Luftweg in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sind und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet, in dem sich laut Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts in einem ununterbrochenen Zeitraum von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner mehr als 50 Personen neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, aufgehalten haben, innerhalb von 10 Tagen nach Einreise.
  • Beschäftigte in Risikogebieten:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Beschäftigten, die sich in einem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhalten oder in den letzten 14 Tagen vor Testung aufgehalten haben, in dem sich laut Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts in einem ununterbrochenen Zeitraum von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner dieses Gebiets mehr als 50 Personen neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben.
  • Personen vor ambulanten Operationen:
    Einmalige Testung von Personen, die im Krankenhaus ambulant operiert werden sollen. Die Testung soll als Teil der vorklinischen Untersuchung so rechtzeitig vor der Operation erfolgen, dass das Testergebnis unmittelbar vor der geplanten Operation vorliegt.

Wer führt die Testungen durch?

Die Testungen werden grundsätzlich vom Krankenhaus durchgeführt (Abstrichnahmen und Labordiagnostik). Das Krankenhaus kann mit der Durchführung der labordiagnostischen Leistungen ein externes Labor sowie mit der Durchführung der Abstrichnahmen eine externe Betriebsärztin beziehungsweise einen externen Betriebsarzt oder eine niedergelassene Vertragsärztin beziehungsweise einen niedergelassenen Vertragsarzt beauftragen, sofern kein eigenes Personal zur Verfügung steht.

Wie kann ein Krankenhaus am Testkonzept teilnehmen?

Sofern zugelassene Krankenhäuser Testungen nach dem Testkonzept durchführen möchten, schließen sie einen Vertrag mit dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt ab, durch den sie mit der Vornahme bestimmter Testungen beauftragt werden. Die Gesundheitsämter haben ein entsprechendes Vertragsmuster erhalten. Das Gesundheitsamt stellt dem Krankenhaus daraufhin die nach § 7 Absatz 5 Satz 1 der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 festgelegten Vordrucke zur Verfügung, die als Grundlage für die Abrechnung der Abstrichnahmen und Laborleistungen dienen. Einzelfallbezogene Veranlassungen von Testungen durch das Gesundheitsamt nach der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Krankenhäusern sind darüber hinaus nicht notwendig.

Rehabilitationseinrichtungen

Zum Ausbau von Testungen in bayerischen Rehabilitationseinrichtungen hat der Freistaat Bayern auf Grundlage der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ein Testkonzept für den Rehabilitationsbereich veröffentlicht. Testungen nach diesem Konzept können seit dem 4. August 2020 durchgeführt werden.

Wer wird getestet?

Beschäftigte in Rehabilitationseinrichtungen und Personen, die neu in die Rehabilitationseinrichtung aufgenommen werden.

Als Beschäftigte gelten alle Personen, die in der Rehabilitationseinrichtung zu deren originärer Aufgabenerfüllung tätig werden. Ein Vertrag mit der Rehabilitationseinrichtung ist hierzu nicht notwendig. Erfasst sind beispielsweise auch: Reinigungspersonal, das auf der Station eines Risikobereichs arbeitet und nicht von der Rehabilitationseinrichtung angestellt, sondern für eine Drittfirma tätig ist. Ehrenamtliche Personen und Seelsorger, sofern diese regelmäßig in der Rehabilitationseinrichtung tätig sind. Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen, Auszubildende und Praktikantinnen und Praktikanten, die im Rahmen ihrer Ausbildung in der Rehabilitationseinrichtung tätig sind.

Welche Rehabilitationseinrichtungen können Testungen nach dem Testkonzept durchführen?

Die Teilnahme an dem Testkonzept setzt voraus, dass es sich um eine stationäre Rehabilitationseinrichtung mit Versorgungsvertrag nach § 111 Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V), mit Vertrag nach § 15 Abs. 2 SGB VII in Verbindung mit § 38 SGB IX, mit Vertrag nach § 34 SGB VII oder um stationäre Einrichtungen der Rehabilitation handelt, die von der gesetzlichen Renten- oder Unfallversicherung selbst betrieben werden.

Die RVO ermöglicht seit dem 1. August 2020 auch Testungen in ambulanten oder mobilen Rehabilitationseinrichtungen, die Leistungen im Sinne von § 40 Abs. 1 SGB V erbringen. Bei diesen Einrichtungen kann vergleichbar wie zum Beispiel bei den Einrichtungen der ambulanten Eingliederungshilfe verfahren werden (Testungen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst beziehungsweise niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten). Auf das GMS vom 8. Juli 2020, Az. G52a-G8390-2020/2031-1, wird verwiesen.

Wird eine Rehabilitationseinrichtung zusammen mit einer Vorsorgeeinrichtung betrieben (gemischte Einrichtung), ist das Testangebot gemäß der eindeutigen Fassung der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 auf die Rehabilitationseinrichtung beschränkt.

Wann kann man sich testen lassen?

Testungen von asymptomatischen Beschäftigten sowie asymptomatischen Personen bei Aufnahme in die Rehabilitationseinrichtung sind in folgenden Fällen möglich:

  • Neu einzustellende Beschäftigte:
    Einmalige Testung von neu einzustellenden Beschäftigten der Rehabilitationseinrichtung vor Dienstantritt.
  • Reihentestung von Beschäftigten bei Überschreitung des Signalwerts:
    Zweiwöchentliche Reihentestungen von Beschäftigten bei Überschreiten des Signalwerts von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen im Landkreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt der Rehabilitationseinrichtung. Die Testung aller Beschäftigten erfolgt mindestens zweimal, auch wenn der Signalwert nach Ablauf des Zwei-Wochen-Intervalls nicht mehr erreicht ist. Die erste Testung hat innerhalb von sieben Tagen nach erstmaliger Überschreitung des Signalwerts, die zweite Testung möglichst zeitnah nach der ersten Testung, aber frühestens ab dem 15. Tag nach durchgeführter erster Testung zu erfolgen.
    Der Signalwert richtet sich nach den Veröffentlichungen durch die staatlichen Stellen, v.a. nach den Veröffentlichungen des Landesamts für Gesundheit (LGL).
  • Reihentestungen von Beschäftigten in „Risikobereichen“ der Rehabilitationseinrichtung:
    Zweiwöchentliche Reihentestungen von Beschäftigten, die in Risikobereichen tätig sind oder mit Patienten aus Risikobereichen in Kontakt kommen. Zu den Risikobereichen zählen: Geriatrie/Gerontopsychiatrie, Nephrologie/Dialyse, Neurologie/Neurochirugie, Lungenerkrankungen, Neonatologie und Hämatoonkologie.
    Auf Antrag der Rehabilitationseinrichtung können in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt weitere Risikobereiche in der jeweiligen Rehabilitationseinrichtung in die Testung einbezogen werden.
  • Reihentestungen von nicht in „Risikobereichen“ Beschäftigten:
    Zweiwöchentliche Reihentestungen von bis zu 15 Prozent des sonstigen, nicht in Risikobereichen beschäftigten Personals in der Rehabilitationseinrichtung. Das zu testende Personal kann ab der zweiten Testung ganz oder teilweise ausgetauscht werden.
  • Beschäftigte im Rahmen eines Ausbruchsgeschehens:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Beschäftigten im Rahmen eines Ausbruchsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Ausbruchssituation.
    Um ein Ausbruchsgeschehen handelt es sich bei einer laborbestätigten Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei mindestens einer Person in der Einrichtung. In diesem Fall sind nicht regelhaft alle Beschäftigten, aber auch nicht nur die Kontaktpersonen der Kategorie I zu testen. Im Einzelfall ist in Abstimmung zwischen Rehabilitationseinrichtung und Gesundheitsamt zu entscheiden, wer vom konkreten Ausbruchsgeschehen betroffen sein könnte.
  • Beschäftigte, die sich außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten haben:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Beschäftigten, die auf dem Land-, See- oder Luftweg in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sind und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet, in dem sich laut Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts in einem ununterbrochenen Zeitraum von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner mehr als 50 Personen neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, aufgehalten haben, innerhalb von 10 Tagen nach Einreise.
  • Beschäftigte in Risikogebieten:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Beschäftigten, die sich in einem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhalten oder in den letzten 14 Tagen vor Testung , in dem sich laut Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts in einem ununterbrochenen Zeitraum von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner mehr als 50 Personen dieses Gebiets neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben.
  • Personen, die neu in die Rehabilitationseinrichtung aufgenommen werden:
    Einmalige Testung mit Wiederholungsmöglichkeit von Personen, die neu in die Rehabilitationseinrichtung aufgenommen werden. Die Testung erfolgt nicht, wenn die Person innerhalb von 48 Stunden vor Aufnahme in die Rehabilitationseinrichtung bereits getestet wurde (zum Beispiel im Krankenhaus oder von einem niedergelassenen Arzt). Die zur Wiederholung vorgesehene Testmöglichkeit bleibt unberührt.

Wer führt die Testungen durch?

Die Abstrichnahmen werden grundsätzlich von der Rehabilitationseinrichtung selbst durchgeführt. Steht kein eigenes Personal zur Verfügung, kann hierfür von der Rehabilitationseinrichtung eine externe Betriebsärztin beziehungsweise ein externer Betriebsarzt oder eine niedergelassene Vetragsärztin beziehungsweise ein niedergelassener Vertragsarzt beauftragt werden.

Zur Durchführung der labordiagnostischen Leistungen beauftragt die Rehabilitationseinrichtung ein externes Labor.

Wie kann eine Rehabilitationseinrichtung am Testkonzept teilnehmen?

Sofern Rehabilitationseinrichtungen Testungen nach dem Testkonzept durchführen möchten, schließen sie einen Vertrag mit dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt ab, durch den sie mit der Vornahme bestimmter Testungen beauftragt werden. Die Gesundheitsämter haben ein entsprechendes Vertragsmuster erhalten.

Das Gesundheitsamt stellt den Rehabilitationseinrichtungen daraufhin die nach § 7 Absatz 5 Satz 1 der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 festgelegten Vordrucke zur Verfügung, die als Grundlage für die Abrechnung der Abstrichnahmen und Laborleistungen dienen. Einzelfallbezogene Veranlassungen von Testungen durch das Gesundheitsamt nach der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Rehabilitationseinrichtungen sind darüber hinaus nicht notwendig.

Test- und Anmeldepflicht für Einreisende aus Risikogebieten

Aufgrund der Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV) vom 13. Januar 2021 in Verbindung mit der Allgemeinverfügung Testnachweis von Einreisenden vom 15.01.2021 (AV Testnachweis) gilt Folgendes:

Testpflicht:

Jede Person, die sich innerhalb von 10 Tagen vor der Einreise nach Bayern in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde nach der Einreise einen Testnachweis auf das Nichtvorliegen des Coronavirus SARS-CoV-2 vorlegen. Welche Voraussetzungen hierbei einzuhalten sind und welche Ausnahmen es gibt, können Sie den FAQ zur Test- und Anmeldepflicht von Einreisenden aus Risikogebieten entnehmen.
Die Voraussetzunge richten sich danach, ob sich die betroffene Person, in einem Hochinzidenzgebiet, einem Virusvarianten-Gebiet oder einem sonstigen Gebiet aufgehalten hat.

Informationen, welche Staaten oder Regionen entsprechend dieser Kategorien eingestuft sind, finden Sie tagesaktuell auf der Homepage des RKI.

Wichtig: Neben der Testpflicht kann sich nach der Einreise nach Bayern auch eine Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach den Regelungen der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) ergeben. Weitere Informationen hierzu finden Sie in den FAQ zur EQV.

Anmeldepflicht:

Personen, die in die Bundesrepublik Deutschland einreisen wollen und sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen sich grundsätzlich über die Digitale Einreiseanmeldung registrieren. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums.

Was gilt für Grenzpendler und Grenzgänger?

Grenzgänger und Grenzpendler müssen in jeder Kalenderwoche, in der mindestens eine Einreise nach Bayern stattfindet, einmal über einen aktuellen negativen Coronatest verfügen und diesen auf Anforderung der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle unverzüglich vorlegen. Ein bereits vorhandener Nachweis ist bei Einreisen mitzuführen. Dies gilt auch dann, wenn der Aufenthalt in dem Risikogebiet oder der Aufenthalt in Bayern jeweils weniger als 24 Stunden dauert.

Grenzpendler sind Personen, die in Bayern ihren Wohnsitz haben und die sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung an ihre Berufsausübungs-, Studien- oder Ausbildungsstätte in einem Risikogebiet begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren.

Grenzgänger sind Personen, die in einem Risikogebiet ihren Wohnsitz haben und die sich zwingend not-wendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung an ihre Berufsausübungs-, Studien- oder Ausbildungsstätte nach Bayern begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren.

Bild für Kampagne: Ihr Urlaub: #bayerngemeinsam. Corona-Test-Station

Teststationen für Reiserückkehrende

Um der Testpflicht nachzukommen, können Reiserückkehrende alle Möglichkeiten des bayerischen Testangebots nutzen. Hierfür wurden entsprechende Teststationen in Betrieb genommen.

Wo befinden sich die Teststationen?

Flughafen München:
Das Testzentrum für freiwillige Tests von Reiserückkehrenden und Bürgern befindet sich im Forum des München Airport Centers (MAC) auf Ebene 04. Bitte beachten Sie, dass dort die Maskentragepflicht gilt. Personen, die einen Test durchführen möchten, müssen vorab online einen passenden Termin unter https://coronatest-flughafen.de/ auswählen.

Flughafen Nürnberg:
Das Testzentrum für freiwillige Tests von Reiserückkehrenden und Bürger befindet sich auf dem Parkplatz 7 und ist entsprechend ausgeschildert. Personen, die einen Test durchführen möchten, müssen vorab online einen passenden Termin unter https://form.ecolog-international.com/ auswählen.

Flughafen Memmingen:
Für freiwillige Tests steht das Testzentrum in der ehemaligen Lärmschutzhalle 43/2 gegenüber dem Terminal P1 zur Verfügung. Eine Ausschilderung ist vorhanden.

Sind diese Testzentren ausgewiesen?

Alle Testzentren für Reiserückkehrende sind durch eine übersichtliche Beschilderung ausgewiesen.

Wann haben die Testzentren geöffnet?

Die Testzentren an den Flughäfen haben jeweils entsprechend des jeweiligen Flugbetriebs an den Flughäfen geöffnet. Bei allen ankommenden Flügen ist somit die Öffnung aller Testzentren gewährleistet.

Wer führt den Test durch?

Die Tests werden durch Fachpersonal der beauftragten privaten Dienstleister durchgeführt. Der Test selbst kann dabei durch eine Ärztin beziehungsweise einen Arzt oder durch fachkundiges beziehungsweise durch eine Ärztin oder einen Arzt eingewiesenes Personal erfolgen.

Muss ich mich für den Test vorab registrieren?

Nein, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es genügt grundsätzlich, sich nach der Ankunft zum Testzentrum zu begeben. An den Testzentren am Flughafen München gibt es allerdings die Möglichkeit sich online über https://form.ecolog-international.com/ vorab anzumelden und damit die Zeit im Testzentrum zu verkürzen.

Wo kann man sich informieren?

Die Getesteten können sich mit Rückfragen zu ihrem Coronatest an die beauftragte Firma Ecolog (Flughäfen) wenden.

Firma Ecolog: Tel.: 0211 688750 601 oder 0211 688750602 oder per E-Mail an BayernAirportsTesting@ecolog-international.com

Wo finde ich weiterführende Informationen?

Testpflicht in landwirtschaftlichen Betrieben

In landwirtschaftlichen Betrieben und in Gartenbaubetrieben,

  • in denen mehr als zehn Beschäftigte oder
  • in denen drei oder mehr Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, Beschäftigte eines Werkunternehmers oder Saisonarbeitskräfte gleichzeitig tätig sind oder innerhalb des Geltungszeitraums dieser Allgemeinverfügung gleichzeitig tätig werden sollen.

dürfen als

  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer,
  • Beschäftigte eines Werkunternehmers und
  • Personen, die zum Zweck einer mindestens dreiwöchigen Arbeitsaufnahme nach Bayern einreisen (Saisonarbeitskräfte),

nur beschäftigt werden, die bei Beginn der Beschäftigung über ein ärztliches Zeugnis verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte einschließlich keiner SARS-CoV-2 assoziierten Symptome für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind.

Das ärztliche Zeugnis muss in deutscher oder in englischer Sprache verfasst sein und sich auf eine molekularbiologische Testung stützen,

  • die höchstens 48 Stunden vor dem Beginn der Beschäftigung vorgenommen wurde
  • und in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem sonstigen Staat, der auf einer Liste des Liste des Robert-Koch-Instituts aufgelistet ist, vorgenommen worden sein.

Für die Berechnung, ob in einem Betrieb mehr als zehn Beschäftigte gleichzeitig tätig sind, sind auch unentgeltlich tätiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (wie zum Beispiel Familienangehörige), Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeiternehmer, Beschäftigte eines Werkunternehmers und Saisonarbeitskräfte mitzuberücksichtigen.

War der betroffene Beschäftigte (Leiharbeitnehmerin beziehungsweise Leiharbeitnehmer, Beschäftigte beziehungsweise Beschäftigter eines Werkunternehmers oder Saisonarbeitskraft) mindestens 14 Tage in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder Gartenbaubetrieb beschäftigt, in dem gleichzeitig mehr als 10 Beschäftigte tätig sind, oder in einem Betriebsteil eines solchen Betriebes, so gilt der Wechsel des Betriebes oder des Betriebsteiles als neuer Beginn einer Beschäftigung. Der Betroffene darf damit nur beschäftigt werden, wenn dieser bei Beginn dieser neuen Beschäftigung wiederum über ein aktuelles ärztliches Zeugnis verfügt.

Personen, die über kein ärztliches Zeugnis verfügen, sind von den übrigen auf dem Betrieb untergebrachten Personen zu trennen, bis ein entsprechendes ärztliches Zeugnis vorliegt.
Der jeweilige Betriebsinhaber der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe und Gartenbaubetriebe ist verpflichtet, die Arbeitsaufnahme der Beschäftigten 14 Tage vor ihrem Beginn bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde anzuzeigen. Die Anzeige hat dabei den Namen des betroffenen Beschäftigten, dessen Unterbringungsort, Art und Zeitraum der Tätigkeit sowie die Kontaktdaten des Betriebsinhabers zu enthalten.

Wer entgegen den vorstehenden Anforderungen eine Person ohne den Nachweis eines entsprechenden ärztlichen Zeugnisses beschäftigt oder die Anzeigepflicht nicht oder nicht rechtzeitig vornimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann.

Kritische Infrastruktur

Die Staatsministerien des Innern, für Sport und Integration, der Justiz sowie für Familie, Arbeit und Soziales organisieren für die bayerische Polizei sowie die Justizvollzugsanstalten und den Maßregelvollzug weitere Reihentestungen.