Post-Covid-Syndrom

Egal ob sie einen schweren oder leichten Krankheitsverlauf durchlaufen haben: An Covid-19 Erkrankte können auch noch lange Zeit nach ihrer Akutbehandlung an körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden. Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen – Kinder und Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen. Aktuelle Studien schätzen, dass circa zehn Prozent der Corona-Patientinnen und -Patienten vom Post-Covid- und/oder Long-Covid-Syndrom betroffen sind.

Es ist mir ein wichtiges Anliegen Post-Covid-Betroffenen einen schnellen Zugang zu bedarfsgerechter Rehabilitation und Nachsorge zu ermöglichen.
Klaus Holetschek, Staatsminister, MdL

Woran können Sie erkennen, dass ein Post-Covid-Syndrom vorliegt?

Vom Post-Covid-Syndrom wird gesprochen, wenn es sich um eine Folgeerkrankung einer akut verlaufenen Coronavirusinfektion handelt.  Hierunter fallen Krankheitszeichen wie neurologische Einschränkungen, Verlust von Geruchs- oder Geschmacksinn oder auch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die häufig durch Probleme beim Atmen verursacht werden.

So unterschiedlich diese Symptome sind, so unterschiedlich fallen auch die Erfordernisse einer passenden Behandlung aus. Eine große Bandbreite von Fachrichtungen, wie der Lungenheilkunde, Kardiologie, Neurologie und anderen, befasst sich aus diesem Grund mit der Versorgung von Betroffenen mit Post-Covid-Syndrom, um an einer Verbesserung des Zustands der Patientinnen und Patienten mitzuwirken.

Woran können Sie erkennen, dass ein Long-Covid-Syndrom vorliegt?

Das Krankheitsbild Long Covid tritt auf, wenn Patientinnen und Patienten bis zu vier Monate nach einer durchstandenen Coronavirusinfektion erneut Krankheitszeichen aufweisen. Darunter fallen Beschwerden der Lunge, des Kreislaufsystems, der Muskulatur, Erschöpfungszustände wie das Fatigue-Syndrom, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen bis hin zu Angstzuständen und Depression. Dabei leidet nicht jeder Patient und jede Patientin an allen Beschwerden, sondern weist individuelle Einschränkungen in einem Bereich auf. Betroffene Coronaviruspatientinnen und -patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden oder Vorschädigungen der Lunge aufweisen weisen bislang ein höheres Risiko auf an Long Covid zu erkranken. Aber auch Menschen mit mildem und mittelschwerem Verlauf können am Long-Covid-Syndrom leiden.

Dr. Dr. Elham Khatamzas über Post-Covid

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An wen können Sie sich zur Behandlung von Post-Covid wenden?

Das medizinische Versorgungssystem in Bayern bietet Post-Covid-Patientinnen und -Patienten eine zeitnahe und an den individuellen Krankheitsbildern orientierte Behandlung an. Hier greifen verschiedene Versorgungsstränge ineinander.

Haus- und Fachärzte

Der erste Ansprechpartner bei Symptomen eines Post-Covid-Syndroms ist in der Regel der Hausarzt. Er behandelt dabei nicht nur die Hauptbeschwerden, sondern leitet als „Lotse“ den Patienten beziehungsweise die Patientin zu einem den Beschwerden entsprechend passenden Facharzt oder veranlasst eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsbehandlung.

Post-Covid-Ambulanzen

In sehr komplexen Fällen, die einer gemeinsamen Behandlung durch verschiedene Fachärzte erfordern, bieten zusätzlich Post-Covid-Ambulanzen Hilfe für Betroffene an.

Diese Ambulanzen wurden bisher an den Universitätskliniken Erlangen, München, Regensburg/Donaustauf, Würzburg und am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München eingerichtet.

▼ Universität München (LMU)

▼ Technische Universität München (TUM)

In der Long-Covid-Ambulanz des Klinikums der TU München finden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre Hilfe bei Spätfolgen einer Corona-Erkrankung. Im Fokus stehen Long-Covid, das Post-Covid-Syndrom oder auch das postvirale Entzündungssyndrom (PIMS).

Im Chronische Fatigue Centrum (MCFC) des Klinikums rechts der Isar der TU München finden junge Betroffene zudem spezialisierte Hilfe bei Erschöpfungszuständen.

▼ Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

▼ Universität Regensburg/ Klinikum Donaustauf

Als Außenstelle der Universität Regensburg bietet die Klinik Donaustauf eine Anlaufstelle für Post-Covid-Patientinnen und -Patienten mit Beschwerden aus dem Symptomspektrum Atemnot, (Dyspnoe), andauernder Abgeschlagenheit/Müdigkeit (Fatigue), depressiver Stimmungslage, Konzentrations- und/oder Gedächtnisstörungen, Herzrasen/Brustschmerzen, Schlafstörungen und Geruchs- bzw. Geschmacksstörungen.

▼ Universität Würzburg (JMU)

▼ Max-Planck-Institut für Psychiatrie München

Im Fokus der Max-Planck-Forschungsklinik steht die neuropsychiatrisch-ambulante Behandlung von Post-Covid-Patientinnen und -Patienten. Ihnen stehen die Erfahrungen der Fachärzte und -ärztinnen für Neurologie und Psychiatrie sowie aus der Ambulanz für entzündliche ZNS-Erkrankungen/MS-Ambulanz, aus der Schlafambulanz und der Psychiatrie insgesamt zur Verfügung.

Kind wird von Ärztin untersucht, beide tragen eine medizinische Maske

Rehabilitationseinrichtungen

In manchen Fällen kann sowohl nach einer stationären als auch ambulanten Akutbehandlung von Covid-19 eine Anschlussbehandlung im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme erforderlich sein. Krankheitszeichen der Lunge, Erschöpfungszustände und andere Beschwerden können noch Monate nach dem Abklingen der Infektion, auch bei weniger schwerwiegendem Verlauf, auftreten.

Je nach Art der Beschwerden stehen Patientinnen und Patienten in Bayern verschiedene Einrichtungen für solche Nachbehandlungen zur Verfügung. Auch speziell auf Post-Covid-Patientinnen und -Patienten spezialisierte Heilbehandlungen bieten einige Kur- und Reha-Einrichtungen mittlerweile an.

Selbsthilfegruppen

Vielen Menschen mit einer Erkrankung wie Post-Covid hilft es sich in der Gemeinschaft mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich gegenseitig beizustehen. Informationen und Erfahrungen miteinander auszutauschen, Hilfsangebote zu organisieren und Bedürfnisse gegenüber der Öffentlichkeit auszudrücken sind Teil der Selbsthilfe-Initiativen. Dabei haben sich auch in Bayern bereits einige Selbsthilfegruppen gebildet um Betroffenen Unterstützung und ein offenen Ohr anzubieten.

Eine Übersicht über bisher ins Leben gerufene Post-Covid-Selbsthilfegruppen finden Sie bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS).

Staatsminister Klaus Holetschek

„Das Thema Post-Covid liegt mir sehr am Herzen. Wir haben in Bayern bereits Ende letzten Jahres angefangen, uns damit zu beschäftigen und haben einen Runden Tisch mit den wesentlichen Akteuren im Gesundheitsbereich ins Leben gerufen. Wir sehen auch schon erste Erfolge: Post-Covid-Ambulanzen sind an bayerischen Uni-Kliniken eingerichtet oder werden aktuell geschaffen. Ich werde das Thema weiter vorantreiben.

Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um auch über die akute Pandemie hinaus gerüstet zu sein. Wir dürfen die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung nicht unterschätzen. Corona wird uns noch lange beschäftigen. Auch wenn in einigen Monaten ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger geimpft sein wird und die Infektionszahlen spürbar sinken, müssen wir eine adäquate Behandlung für Menschen mit dem Post-Covid-Syndrom anbieten.“

— Klaus HoletschekStaatsminister, MdL

Welche Studien werden aktuell zu Post-Covid durchgeführt?

Bei Covid-19 handelt es sich um eine sehr junge und damit in ihren Auswirkungen häufig unbekannte Erkrankung. In Echtzeit wurden und werden in wissenschaftlichen Studien Untersuchungen vorangetrieben, die uns die Krankheit besser verstehen lassen und dazu befähigen können bessere Vorbeuge- und Behandlungsmöglichkeiten anzubieten.

Auch in Bayern laufen zahlreiche Forschungsaktivitäten unter anderem an den Universitäten Augsburg, der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilian-Universität München, Regensburg und Würzburg, die sich mit verschiedenen Aspekten des Post-Covid-Syndroms, den Bedingungen der Entstehung und Entwicklung der Krankheit sowie deren Spätfolgen befassen.

Hier finden Sie ausgewählte Forschungsvorhaben zum Thema:

  • Nationales Pandemie Kohorten Netz (NAPKON)

    Ziel des NAPKON ist der Aufbau eines Netzwerks zur Erfassung qualitativ hochwertiger klinischer Daten. Anhand geeigneter, ausgewählter Personengruppen („Kohorten“) können beispielsweise Langzeitfolgen infolge einer Covid-19-Erkrankung unter Einbeziehung aller Gesundheitssektoren analysiert werden.

    Beim bundesweiten Projekt nehmen neben der an der Projektleitung beteiligten Universitätsklinik Würzburg auch die Universitätsklinika Augsburg, München, Erlangen und Regensburg teil.

  • COVIDOM-Studie

    Das Projekt „COVIDOM“ untersucht die Langzeitfolgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 und findet im Rahmen des Nationalen Pandemie Kohorten Netz (NAPKON) statt.

    Es handelt sich bei der „COVIDOM“-Studie um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg.

  • Follow CoKiBa-Studie
    Kleiner Junge im Krankenbett mit Maske und Plüschhasen - Imagebild

    Die Studie „Follow CoKiBa“ prüft bisher gesammelte Daten zu Coronavirusinfektionen bei Kindern in Bayern, um das durch COVID-19 hervorgerufene „Pädiatrische Multiorgan Immunsyndrom“ (PMIS) frühzeitig zu erkennen und besser behandeln zu können.

    Ziel des Projektes ist es, Kinder mit einem erhöhten Risiko für ein PMIS frühzeitig zu identifizieren, Spätschäden zu verhindern und die Behandlung zu verbessern.

    „Follow CoKiBa“ ist ein gemeinsames Projekt zwischen niedergelassenen Pädiatern und der Universitätsklinik Regensburg.

  • Strukturierte Nachsorge zur Erforschung von Langzeitfolgen nach COVID-19
    Grafik eines menschlichen Körpers, die Lunge ist farblich hervorgehoben - Imagebild

    Erforscht werden die Langzeitfolgen – insbesondere in Bezug auf die Atemwege – nach einer COVID-19-Erkrankung.

    Durchgeführt wird das Projekt gemeinsam vom Klinikum der LMU München und dem Helmholtz Zentrum München.

  • Päd-COVID-19-Studie

    Während die Infektion bei Kindern einen milderen Verlauf als bei Erwachsenen aufzuweisen scheint, so sind dennoch alle Altersgruppen betroffen und auch schwere Verläufe mit Todesfällen sind möglich. Warum Kinder einen anderen Verlauf als Erwachsene aufweisen, ist bislang nicht bekannt.

    Im Rahmen der Studie „Päd-COVID-19“ werden daher genetische und Umweltrisikofaktoren von COVID-19 bei Kindern und Erwachsenen untersucht.

Nationales Pandemie Kohorten Netz (NAPKON)

Ziel des NAPKON ist der Aufbau eines Netzwerks zur Erfassung qualitativ hochwertiger klinischer Daten. Anhand geeigneter, ausgewählter Personengruppen („Kohorten“) können beispielsweise Langzeitfolgen infolge einer Covid-19-Erkrankung unter Einbeziehung aller Gesundheitssektoren analysiert werden.

Beim bundesweiten Projekt nehmen neben der an der Projektleitung beteiligten Universitätsklinik Würzburg auch die Universitätsklinika Augsburg, München, Erlangen und Regensburg teil.

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COVIDOM-Studie

Das Projekt „COVIDOM“ untersucht die Langzeitfolgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 und findet im Rahmen des Nationalen Pandemie Kohorten Netz (NAPKON) statt.

Es handelt sich bei der „COVIDOM“-Studie um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg.

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Follow CoKiBa-Studie

Die Studie „Follow CoKiBa“ prüft bisher gesammelte Daten zu Coronavirusinfektionen bei Kindern in Bayern, um das durch COVID-19 hervorgerufene „Pädiatrische Multiorgan Immunsyndrom“ (PMIS) frühzeitig zu erkennen und besser behandeln zu können.

Ziel des Projektes ist es, Kinder mit einem erhöhten Risiko für ein PMIS frühzeitig zu identifizieren, Spätschäden zu verhindern und die Behandlung zu verbessern.

„Follow CoKiBa“ ist ein gemeinsames Projekt zwischen niedergelassenen Pädiatern und der Universitätsklinik Regensburg.

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Strukturierte Nachsorge zur Erforschung von Langzeitfolgen nach COVID-19

Erforscht werden die Langzeitfolgen – insbesondere in Bezug auf die Atemwege – nach einer COVID-19-Erkrankung.

Durchgeführt wird das Projekt gemeinsam vom Klinikum der LMU München und dem Helmholtz Zentrum München.

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Päd-COVID-19-Studie

Während die Infektion bei Kindern einen milderen Verlauf als bei Erwachsenen aufzuweisen scheint, so sind dennoch alle Altersgruppen betroffen und auch schwere Verläufe mit Todesfällen sind möglich. Warum Kinder einen anderen Verlauf als Erwachsene aufweisen, ist bislang nicht bekannt.

Im Rahmen der Studie „Päd-COVID-19“ werden daher genetische und Umweltrisikofaktoren von COVID-19 bei Kindern und Erwachsenen untersucht.

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