Coronavirus: Psychische Gesundheit in Zeiten der Corona-Krise.

Psychische Gesundheit in Zeiten der Corona-Krise

Durch Kontaktbeschränkung und Homeoffice hat sich der Alltag vieler Menschen stark verändert. Dies kann sowohl bei Menschen mit einer bereits bestehenden psychischen Erkrankung als auch bei bisher gesunden Menschen Stress und Unsicherheit verursachen. Hier finden Sie Tipps, wie Sie mit der neuen Situation umgehen und psychisch gesund bleiben können.

Wenn Sie alleine nicht mehr weiterwissen, nehmen Sie professionelle Hilfen in Anspruch – Ansprechpartner können hier die psychiatrischen Krisendienste sein. Weitere geeignete Anlaufstellen können Hausärzte, Psychotherapeuten, entsprechend qualifizierte Fachärzte, Institutsambulanzen von Kliniken und psychosoziale Beratungsstellen wie die Sozialpsychiatrischen Dienste in Ihrer Region sein. Viele Anbieter bauen Ihre Angebote an telefonischen bzw. digitalen Beratungsangeboten derzeit zunehmend aus.

Wählen Sie bei akuten Notfällen immer die 112.

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Eindämmungsmaßnahmen und ihre Folgen bedeuten für viele Menschen eine erhebliche psychische Belastung. Deshalb wollen wir die Öffentlichkeit verstärkt über mögliche psychische Folgen der Corona-Pandemie informieren und sie dafür sensibilisieren.
Melanie Huml, Staatsministerin

Unterstützung finden

Psychotherapeutische Hilfe

Für Menschen, die sich aufgrund der bestehenden Pandemiesituation oder einer angeordneten Quarantäne psychisch belastet fühlen, bieten engagierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (psychotherapeutisch tätige Ärztinnen und Ärzte, psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten) in Bayern individuelle psychotherapeutische Unterstützung per Videosprechstunde.

Fragen Sie die Psychotherapeutin oder den Psychotherapeuten Ihrer Wahl, ob eine Sprechstunde per Video möglich ist.

Hier finden Sie weitere Anlaufstellen

Depression im Jugendalter

Seit Corona hab ich keinen Spaß mehr!

„Reiner Online-Unterricht, die Eltern sitzen einem im Homeoffice ständig auf der Pelle, Freunde treffen und Sport im Verein waren verboten, Clubs von einem Tag auf den anderen geschlossen“

– so sah für Jugendliche in diesem Frühjahr für viele Wochen der Alltag aus. Die durch Corona ausgelösten Einschränkungen trafen sie besonders hart. Kein Wunder, wenn sich da Frust, Ängste und Ärger anstauen.

Und auch heute ist die Verunsicherung weiterhin groß und alle fragen sich: Wann wird das Leben endlich wieder normal? Gibt es womöglich eine erneute Schulschließung? Kann ich eine Ausbildung derzeit überhaupt antreten? Wie lange können meine Eltern die Kurzarbeit finanziell stemmen? Bevor Ängste und Sorgen zu groß werden und schlimmstenfalls sogar in einer Depression münden, ist es besser, sich Hilfe zu holen.

Mach dich stark für Schwächere!

Wer sich selbst aktiv einbringt, fühlt sich gleich nicht mehr so hilflos ausgeliefert! Wie wäre es, älteren Menschen in deiner Familie oder Nachbarschaft zu helfen? Zum Beispiel für sie einkaufen gehen oder den Hund Gassi führen. Oder zeig ihnen, wie Skype funktioniert, damit sie zu Zeiten von Social Distancing besser Kontakt halten können.

Gegen Einsamkeit und Depression im Alter

Ältere Menschen leiden schon zu normalen Zeiten oftmals unter Vereinsamung und vermissen die Teilhabe am aktiven Leben. Vielfach führt die Einsamkeit sogar in eine Altersdepression. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen starken Kontakt-Einschränkungen hat sich diese Situation noch einmal deutlich verschärft, denn viele ältere Menschen haben ihre sozialen Kontakte extrem reduziert, um das Ansteckungsrisiko mit COVID-19 zu minimieren.

In dieser speziellen und belastenden Situation dürfen wir die älteren Menschen nicht alleine lassen. Deshalb gibt es zahlreiche Hilfsangebote und Aktionen explizit für Seniorinnen und Senioren:

Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB): unterstützt bei der Suche nach Haus-, Fachärzten und Psychotherapeuten.

Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!

Krisendienste der Psychatrie:
https://www.krisendienst-psychiatrie.de/krisendienst/ihr-partner-in-der-krise
Krisendienste in Mittelfranken
Krisendienste in Oberbayern

Telefonseelsorge: 0800 / 1110 111 und 0800 / 1110 222
Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht erreichbar.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117

Bild der Kampagne Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression in Zeiten der Corona-Krise

Häusliche Gewalt: Verbreiteter als viele denken

Zu häuslicher Gewalt zählen nicht nur Schläge. Körperliche Gewalt ist nur eine Facette eines komplexen Verhaltensmusters, das umfassend auf Macht und Kontrolle zielt. Betroffene sind häufig auch psychischer Gewalt wie Demütigungen, Drohungen oder Einschüchterungen durch den Täter ausgesetzt.

Quarantäne und Existenzängste belasten Familien und Partnerschaften – in dieser Situation können Konflikte und häusliche Gewalt zunehmen. Gleichzeitig wird es für Betroffene schwieriger, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Folgende Anlaufstellen helfen Betroffenen bei häuslicher Gewalt:

Die Initiative Stärker als Gewalt ist Teil des Aktionsprogrammes der Bundesregierung „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“.

Hier finden Sie Beratungs- und Schutzangebote in Bayern: Bayern gegen Gewalt

Gemeinsam gegen Missbrauch

Niemand hat das Recht, Kinder zu schlagen oder absichtlich Schmerzen zuzufügen, sie zu beleidigen oder zu missbrauchen. Kinder haben ein Recht darauf, in ihren Familien gewaltfrei aufzuwachsen. Wer Gewalt ausübt, ist im Unrecht.

Aber trotzdem kann das in der eigenen Familie passieren. Gerade jetzt, wo alle zuhause sein sollen, wo viele Eltern und Geschwister gestresst sind.

Hier gibt es Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche, die Missbrauch erfahren.

Tipps zur psychischen Gesundheit

Die Corona-Pandemie kann aufgrund von beispielsweise sozialen Einschränkungen, Wegfall von Tagesstruktur durch Home-Office wirtschaftlichen Engpässen sowie Gefahren durch das Virus selbst Stress und Unsicherheit verursachen oder verstärken und beispielsweise Ängste oder depressive Beschwerden begünstigen.

Folgende Anregungen sollen Ihnen dabei helfen, psychisch gesund durch die Corona-Krise zu kommen:

  • Tagesplan für psychische Gesundheit in Zeiten der Corona-Krise

    Tagesplan für psychische Gesundheit in Zeiten der Corona-Krise

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Achten Sie auf sich

    Halten Sie eine tägliche Routine ein, die für Sie in der Vergangenheit funktioniert hat. Gestehen Sie sich ausreichend Ruhe und Erholung, gesunde Mahlzeiten und ausreichend Bewegung zu. Schaffen Sie bewusst Freiräume für Aktivitäten, die Ihnen Freude machen.

    Es kann helfen, einen Aktivitätenplan zu erstellen, in den Sie Ihre Pflichten wie Arbeitszeiten, Haushalt, Arztbesuche sowie entspannende Aktivitäten zum Ausgleich einplanen. Achten Sie dabei darauf, dass sich Pflichten und entspannende Aktivitäten die Waage halten.

    Corona-Tagesplan
  • 02 Tipp

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Bleiben Sie aktiv

    Sport und Bewegung haben eine gesunderhaltende Wirkung. Fahren Sie Fahrrad oder gehen Sie spazieren. Wenn aufgrund von Kontaktbeschränkungen Ihre Lieblingsaktivitäten nicht möglich sind, überlegen Sie, wie Sie sie anpassen könnten, zum Beispiel Fitnesskurse online absolvieren.

  • 03 Tipp

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Bleiben Sie im Kontakt

    Auch wenn direkte Begegnungen mit anderen Menschen in der Corona-Pandemie stark eingeschränkt werden müssen. Nutzen Sie die Möglichkeiten von Telefon und Internet – sich über Ängste, Sorgen, über andere Gefühle und den Umgang im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Situation auszutauschen, kann entlasten und Stress vermindern.

  • 04 Tipp

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Helfen Sie anderen

    Menschen mit Vorerkrankungen beziehungsweise ältere Menschen sind durch die Corona-Pandemie ganz besonders gefährdet. Wenn Sie die Möglichkeit haben, diesen Menschen zu helfen, tuen Sie gleichzeitig diesen und sich selbst etwas Gutes.

  • 05 Tipp

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Versuchen Sie, weiter positiv zu denken

    Auch wenn der Rat zunächst banal scheint, versuchen Sie gerade in diesen Zeiten positive und hoffnungsvolle Nachrichten bewusst aufzunehmen. Konzentrieren Sie sich insbesondere auf positive, auch einfache und alltägliche Dinge in Ihrem Leben wie beispielsweise Gespräche mit Ihren Angehörigen, ein gutes Essen oder auch angenehme Musik.

    Akzeptieren Sie auch, dass Gefühle wie Angst, Sorge und Unsicherheit in Krisenzeiten bis zu einem gewissen Maß normal sind und gestehen Sie sich diese auch zu – nehmen Sie sich aber aktiv vor, sich davon nicht vereinnahmen zu lassen.

    Es kann helfen, sich jeden Tag bewusst zu machen, was alles Schönes am heutigen Tag passiert ist und dies aufzuschreiben.

  • 06 Tipp

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Achten Sie auf Ihren Schlaf

    Für einen gesunden Schlaf helfen folgende Schlaf-Hygiene Regeln:

    • Schlafen Sie in einem dunklen, wohltemperierten Zimmer.
    • Versuchen Sie, zu regelmäßigen Bettzeiten ins Bett zu gehen.
    • Vermeiden Sie es, unmittelbar vor dem Schlafen auf das Handy zu schauen, online Nachrichten zu lesen etc.
    • Führen Sie ein Ritual zum Einschlafen ein: z.B. positive Ereignisse des Tages aufschreiben, eine Tasse Tee trinken.
    • Vor dem Schlafen kein Alkohol, Koffein, Nikotin oder große Nahrungsaufnahmen.
    • Bei Home-Office nicht im Bett arbeiten.
  • 07 Tipp

    Was kann ich für meine psychische Gesundheit aktiv tun?

    Achten Sie auf bewussten Medienkonsum

    Aktuell kursieren unzählige Fake-News zur Corona-Krise. Gestalten Sie Ihren Medienkonsum deshalb bewusst und nicht ausufernd – informieren Sie sich regelmäßig, aber nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Dies sind insbesondere folgende Websites:

Bitte stör mich! - Aktiv gegen Depression in Zeiten der Corona-Krise

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Ja

Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression in Zeiten der Corona-Krise

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen stellen für viele Menschen eine große psychische Belastung dar. „Bitte stör mich! – Aktiv gegen Depression in Zeiten der Corona-Krise“ heißt deshalb unsere Kampagne.