Angehörige spielt Karten mit einer älteren Dame.

Hilfen für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige ermöglichen vielen Menschen die Realisierung ihres Wunsches, bis zum Lebensende in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können. Informieren Sie sich hier über unterstützende Angebote für Angehörige, die sich dieser wertvollen Tätigkeit widmen.

Pflegende Angehörige sind die Basis der Versorgung

Im Rahmen der Pflegepolitik kommt der Unterstützung pflegender Angehöriger ein besonderer Stellenwert zu. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels. Durch sie wird die Realisierung des Wunsches vieler Menschen möglich, bis zum Lebensende in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben zu können. Die Pflege eines nahestehenden Menschen und die vielfältigen Aufgaben rund um die Pflege stellen eine extreme körperliche und seelische Belastung dar. Die bewundernswerte Arbeit der pflegenden Angehörigen muss daher unterstützt werden. Einen hilfebedürftigen Angehörigen zu pflegen fordert viel Zeit, Organisation, Kraft und Geduld. Die Betreuung von Pflegebedürftigen erfolgt meist „rund um die Uhr“. Dies führt zu unzähligen Veränderungen im Leben der bzw. des Pflegenden, unter Umständen sogar zur totalen Isolation.

Angebote zur Unterstützung und Entlastung

Fachstellen für pflegende Angehörige

Pflegezeit ist Lebenszeit. Aufgabe der Fachstellen ist es, durch psychosoziale Beratung, begleitende Unterstützung und Entlastung zu verhindern, dass Sie als pflegende Angehörige durch die oft lang andauernde Pflege selbst erkranken und zum Pflegefall werden. Bayernweit gibt es derzeit rund 100 Fachstellen für pflegende Angehörige. Der Freistaat Bayern unterstützt die Fachstellen für pflegende Angehörige im Rahmen des Förderprogramms „Bayerisches Netzwerk Pflege“ mit jährlich über einer Million Euro. Hier finden Sie Adressen der Fachstellen für pflegende Angehörige in Ihrer Nähe:

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Derzeit werden vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege rund 560 Angebote zur Unterstützung im Alltag und Angehörigengruppen gefördert. Angebote zur Unterstützung im Alltag verbessern die ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz und ermöglichen es den Betroffenen dadurch, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben. Lesen Sie mehr:

Pflegekurse

Bei einem Pflegekurs erhalten Sie sachliche Informationen rund um alle auftretenden Fragestellungen zur Pflege. Pflegekurse dienen der Schulung und Begleitung von pflegenden Angehörigen. Die fachliche Unterstützung und der Austausch mit Gleichgesinnten ist oft eine wertvolle Stütze.

Die Pflegekurse werden über die Pflegekassen finanziert. Die Pflegekassen bieten für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen Pflegekurse an, um soziales Engagement im Bereich der Pflege zu fördern und zu stärken, Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern sowie pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen zu mindern.

Pflege durch Angehörige oder selbstbeschaffte Hilfen

70 Prozent der Pflegebedürftigen in Bayern werden zuhause versorgt und betreut. Für pflegende Angehörige, Bekannte, Freundinnen und Freunde sowie Nachbarinnen und Nachbarn ist dies eine verantwortungsvolle und zum Teil belastende Aufgabe. Ihren Einsatz honoriert die Pflegeversicherung durch die Zahlung von Pflegegeld und Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson, insbesondere in der Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – auch dann, wenn Sie nicht erwerbstätig sind. Erwerbstätige Angehörige haben nach dem Pflegezeitgesetz die Möglichkeit, sich von der Arbeit freistellen zu lassen und Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen.

Hauswirtschaft in der Pflege

Pflegebedürftige Personen haben bei häuslicher Pflege neben den Leistungen der Grundpflege Anspruch auf hauswirtschaftliche Versorgung im Umfang des im Pflege-Versicherungsgesetz festgelegten Gesamtwertes.

Dazu gehört unter anderem:

  • Einkaufen
  • Kochen
  • Reinigen der Wohnung
  • Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung

Solche hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen werden, wie auch Leistungen der ambulanten Grundpflege, als Sachleistung durch ambulante Pflegedienste erbracht.

Bei Inanspruchnahme des Pflegegeldes kann selbst bestimmt werden, wer die hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellt.

Die Anbieter entsprechender Dienstleistungen können Sie bei folgenden Stellen erfragen:

  • Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse
  • Pflegestützpunkte
  • Pflegeservice Bayern
  • Fachstellen für pflegende Angehörige
  • Hauswirtschaftliche Versorgung in der stationären Pflege

Der hauswirtschaftlichen Versorgung kommt auch im Bereich der stationären Pflege immer größere Bedeutung zu. Dies betrifft insbesondere neue Wohnformen wie Hausgemeinschaften und Wohngruppenkonzepte. Denn diese neuen Wohnformen sehen neben der pflegerischen Versorgung ein möglichst alltagsnahes Leben in der Pflegeeinrichtung vor. Verantwortlich für die Alltagsgestaltung in Hausgemeinschaften und Wohngruppen sind sogenannte Präsenzkräfte, die sich als Begleiter im ganzheitlichen Sinne um die Belange der Bewohner kümmern. Von der Grundqualifikation her eignen sich hauswirtschaftliche Fachkräfte, hier insbesondere die geprüfte Fachhauswirtschafterin, besonders für die Aufgaben einer solchen Präsenzkraft.

Handbuch „Kurs für pflegende Angehörige“

Die Neuerscheinung „Kurs für pflegende Angehörige“, die vom Bayerischen Sozialministerium herausgegeben und über den Ernst Reinhard Verlag vertrieben wird, bietet für Kursleiterinnen und Kursleiter von Pflegekursen für pflegende Angehörige eine Grundlage für die optimale Vorbereitung und Durchführung solcher Kurse. Insbesondere der modulare Aufbau des Handbuchs erlaubt einen flexiblen Zuschnitt der Inhalte auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine CD-Rom mit zahlreichen Vorlagen für Handouts und Folien komplettiert das Buch mit 353 Seiten. Es ist im Buchhandel erhältlich.

Beratungsangebote zur Pflege

Betreuungsangebote ehrenamtlich Tätiger und der Selbsthilfe im Bereich der Pflege

Die Betreuungsangebote ehrenamtlich Tätiger tragen zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger bei. Dabei können sowohl Pflegebedürftige als auch Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz in Gruppen sowie im häuslichen Umfeld betreut werden.

Zu den Angeboten der Selbsthilfe gehören beispielsweise Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen, die pflegende Angehörige unterstützen und bei auftretenden Fragen Hilfestellung bieten.

Der Freistaat Bayern fördert Betreuungsangebote ehrenamtlich Tätiger und der Selbsthilfe im Rahmen von § 45d Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI).

Untersuchungsbericht

In unserem Download-Bereich stellen wir Ihnen den Bericht zur „Untersuchung über Anforderungsprofile und Qualifizierungsbedarf von Präsenzkräften in stationären Pflegeeinrichtungen“ zur Verfügung. Um diesen herunterzuladen, schicken Sie bitte eine E-Mail an download@stmgp.bayern.de.