Presse­mitteilung

Huml lehnt assis­tierten Suizid durch Ärzte ab – Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin: Nicht mit dem Berufs­recht vereinbar

Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml spricht sich strikt gegen den assis­tierten Suizid durch Ärzte aus. Anlässlich der aktu­ellen Debatte betonte Huml am Dienstag: "Eine Regelung, die dazu führen kann, dass Medi­ziner bei schwerst­kranken Menschen Beihilfe zum Selbstmord leisten, lehne ich auch als Ärztin entschieden ab. Sie wäre mit der ärzt­lichen Ethik und dem ärzt­lichen Berufs­recht nicht vereinbar." Die Baye­rische Berufs­ordnung verpflichtet Ärzte unter anderem, Ster­benden Beistand zu leisten. Huml ergänzte: "Aus der Verpflichtung, Ster­benden beizu­stehen, folgt weder das Recht auf Beihilfe zum Suizid noch auf aktive Ster­be­hilfe. Fest steht für mich: Ärzte sollen nicht Hilfe zum Sterben leisten, sondern Ärzte sollen Menschen beim Sterben begleiten und ihnen die Schmerzen und Ängste nehmen.“

Huml warnte: "Es mag die ein oder andere extreme Lebens­si­tuation geben, in welcher der Wunsch eines Menschen zu sterben größer ist als sein Lebens­wille. Dennoch halte ich es nicht für richtig, für diese Einzel­fälle das Gesamt­system aufzu­brechen und den ärztlich assis­tierten Suizid als eine Möglichkeit anzu­bieten. Klar ist für mich: Wir müssen in jedem Fall vermeiden, dass Menschen das Gefühl haben, der Gesell­schaft zur Last zu fallen und deshalb den Weg der Ster­be­hilfe wählen."

Bayern lehnt eine aktive Ster­be­hilfe seit langem ab. Huml unter­strich: "Wir müssen die Ängste der Menschen beim Gedanken an den eigenen Tod oder das Sterben naher Ange­hö­riger sehr ernst nehmen. Bayern will schwerst­kranken Menschen ein Leben in Würde und möglichst ohne Schmerzen bis zuletzt ermög­lichen. Unsere Antwort auf Rufe nach aktiver Ster­be­hilfe ist der weitere Ausbau der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung. Gemeinsam mit allen Akteuren der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung müssen wir nun dafür sorgen, dass diese Angebote allen Bürgern zur Verfügung stehen."

In Bayern gibt es derzeit 93 Kran­ken­häuser mit einem pallia­tiv­me­di­zi­ni­schen Angebot. Zudem fördert das Baye­rische Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terium den Aufbau spezia­li­sierter ambu­lanter Palliativ-Teams mit einer Anschub­fi­nan­zierung von bis zu 15.000 Euro pro Team. Derzeit gibt es im Frei­staat insgesamt 29 Teams für Erwachsene und vier Teams für Kinder und Jugend­liche. Aktuell gibt es in Bayern 16 stationäre Hospize mit insgesamt 162 Betten sowie ein statio­näres Kinder­hospiz im schwä­bi­schen Bad Grönenbach. Das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium fördert den bedarfs­ge­rechten Aufbau statio­närer Hospize mit bis zu 10.000 Euro pro Bett. In die Hospiz­arbeit werden dieses Jahr 350.000 Euro inves­tiert.