Presse­mitteilung

Huml setzt auf Zusam­men­arbeit mit Sozi­al­verband VdK – Bayerns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terin: Wach­sende Bedeutung der Pflege erfordert gemein­sames Vorgehen

Bayerns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terin Melanie Huml setzt bei ihrem Einsatz für pfle­ge­be­dürftige Menschen auf die Zusam­men­arbeit mit dem Sozi­al­verband VdK. Huml betonte am Freitag anlässlich des VdK-Landes­ver­bands­tages in München: "Wir kämpfen für dieselben Themen und dieselben Menschen! Die Pflege wird in unserer alternden Gesell­schaft weiter an Bedeutung gewinnen. Nur gemeinsam können wir gute Lösungen finden."

Die Minis­terin verwies darauf, dass bis zum Jahr 2050 die Zahl der Pfle­ge­be­dürf­tigen nach aktu­ellen Berech­nungen um mindestens 50 Prozent anwachsen wird. Sie fügte hinzu: "Die Ange­hö­rigen allein werden diese Entwicklung nicht auffangen können. Von Politik und Gesell­schaft sind deshalb Lösungen zur Bewäl­tigung dieser Heraus­for­derung gefragt!"

Huml unter­strich: "Die erste Stufe der Pfle­ge­reform kann nur ein erster Schritt zur Verbes­serung der Lebens­si­tuation pfle­ge­be­dürf­tiger Menschen und ihrer Ange­hö­rigen sein. Aber klar ist auch: Die Leis­tungs­be­träge der Pfle­ge­ver­si­cherung sind deutlich erhöht worden. Einem Pfle­ge­be­dürf­tigen in Pfle­ge­stufe III stehen nunmehr jährlich 844 Euro mehr zur Verfügung."

Die Minis­terin erläu­terte: "Die Betrof­fenen können jetzt Tages- und Nacht­pflege zusätzlich zu ambu­lanten Leis­tungen in Anspruch nehmen, ohne dass eine Anrechnung auf diese Ansprüche erfolgt. Insgesamt kommen bei den Pfle­ge­be­dürf­tigen allein durch den ersten Reform­schritt bereits bis zu 180 Millionen Euro jährlich mehr an Leis­tungen an."

Mit der Flexi­bi­li­sierung von Verhin­de­rungs- und Kurz­zeit­pflege werde zudem einem lang­jäh­rigen baye­ri­schen Anliegen Rechnung getragen. Huml betonte: "Die Möglichkeit, freier zwischen diesen beiden Betreu­ungs­formen wählen zu können, entlastet pfle­gende Ange­hörige. Demselben Zweck dient die Erwei­terung der Ziel­gruppe für nied­rig­schwellige Betreu­ungs­an­gebote – auf Pfle­ge­be­dürftige ohne erheb­liche Einschränkung der Alltags­kom­petenz." So könnten durch den Einsatz von Alltags­be­gleitern oder haus­wirt­schaft­lichen Dienst­leis­tungen Betroffene besser am gesell­schaft­lichen Leben teil­haben und länger in der eigenen Wohnung bleiben.

Die Minis­terin fügte hinzu: "Menschen mit kogni­tiven Defi­ziten können nur dann voll vom Leis­tungs­umfang der Pfle­ge­ver­si­cherung profi­tieren, wenn wir den Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griff grund­legend ändern. In Zukunft muss allein darauf abge­stellt werden, ob die Personen Beein­träch­ti­gungen der Selbst­stän­digkeit oder Fähig­keits­stö­rungen aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Anstatt wie bisher den Pfle­ge­bedarf am Zeit­aufwand zu bemessen, wird also künftig der Grad der Abhän­gigkeit von fremder Hilfe maßgeblich sein. Personen mit einge­schränkter Alltags­kom­petenz und auch Menschen mit anderen Behin­de­rungen können künftig mit diesem neuen Instrument besser erfasst werden."